280px|mini|Außenansicht der Werfthalle (2001)
Die Cargolifter-Luftschiffhalle wurde im November 2000 in Briesen/Brand (Bundesland Brandenburg) fertiggestellt. Die 360 Meter lange, 210 Meter breite und 107 Meter hohe Luftschiffhalle gilt als größtes freitragendes Gebäude der Welt. Nach dem gescheiterten Versuch, dort das Transportluftschiff Cargolifter CL160 zu entwickeln, zu bauen und zu betreiben, und der Insolvenz der Cargolifter AG wurde die Werfthalle 2003 an den malaysischen Tanjong-Konzern verkauft. Seit 2004 beherbergt sie einen tropischen Freizeitpark mit dem Namen Tropical Islands.
Entstehungsgeschichte
Vorbereitungen Nachdem die Unternehmensführung CargoLifters 13 mögliche Standorte für den Bau des notwendigen Luftschiffhangars evaluiert hatte, begannen im September 1997 erste Verhandlungen für den Kauf eines Grundstücks mit der landeseigenen brandenburgischen Bodengesellschaft.Qantas Airways hat hoeheren Gewinn eingeflogen. In: Deutsche Verkehrszeitung, 2. September 1997. Im September 1998 wurde sodann dieses in Brandenburg befindliche Areal von der Landesregierung erworben. Dieses 580 Hektar große Gelände befindet sich bei Briesen/Brand, einem südlichen Ortsteil der Gemeinde Halbe, im Landkreis Dahme-Spreewald, etwa 60 Kilometer südlich des Zentrums und etwa 35 Kilometer südlich der Stadtgrenze von Berlin.Florian Bolk, Cornelia Dörries: CargoLifter Brand. Stadtwandel Verlag, Berlin 2001, ISBN 978-3-933743-46-6, S. 15 (Die neuen Architekturführer, Nr. 25).
Das Areal, bis dato als Flugplatz Brand bekannt, wurde schon zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs für die Luftwaffe der Wehrmacht erschlossen. Nach dem Krieg erfolgte eine Weiternutzung und ein Ausbau durch die Luftstreitkräfte der Roten Armee. Verwendet wurde der Flughafen mit seinen drei Landebahnen bis zum Abzug der sowjetischen Streitkräfte im Jahre 1990. Die Übergabe an die deutsche Verwaltung erfolgte 1992.
Im April 1998 wurde verkündet, dass die Finanzierungszusagen für den Kauf des Areals und die Bebauung vorlägen.Cargolifter. Spatenstich für Montagehalle am Samstag. In: Frankfurter Rundschau, 28. April 1998, S. 14. Noch ohne unterschriebenen Kaufvertrag für das Gelände wurde am ersten Maiwochenende 1998 der erste Spatenstich für den Bau der Werfthalle während eines vom Unternehmen veranstalteten Volksfests getätigt.Tausend Spatenstiche. In: Lausitzer Rundschau, 30. April 1998, S. 13. Mit 500 Spaten wurden dabei mit 1000 Spatenstichen die Konturen des geplanten Gebäudes von Besuchern und Aktionären ausgehoben.Luftschiffe aus dem Spreewald: „Zeppelin-Werft“ soll Brandenburg beflügeln. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 3. Mai 1998, S. 33.Baubeginn für Zeppelin-Werft im Mai. In: Der Tagesspiegel, 18. April 1998, S. 14. Außerdem wurde der bevorstehende Erhalt der Baugenehmigung und der Baubeginn der Halle für Mitte Mai angekündigt.
Nach Unterzeichnung des Kaufvertrages im August 1998Kaufvertrag fuer Werftgelände unterzeichnet. CargoLifter hat Kapital fuer die nächste Phase zusammen. In: Deutsche Verkehrszeitung, 18. August 1998. begann CargoLifter zunächst das Gelände zu erschließen. Insbesondere mussten sowjetische Altlasten beseitigt, Teile der ehemaligen Kasernen abgerissen und weitere Elemente der verbliebenen Militärinfrastruktur rückgebaut werden.Florian Bolk, Cornelia Dörries: CargoLifter Brand. Stadtwandel Verlag, Berlin 2001, ISBN 978-3-933743-46-6, S. 18 f. (Die neuen Architekturführer, Nr. 25). Zunächst blieben 39 alte Flugzeug-Shelter erhalten, welche mit neuen Torsystemen ausgestattet wurden und teils als Lager verwendet wurden. Zwei dieser Shelter wurden später zum Besucherzentrum und IT-Serverraum ausgebaut und dementsprechend verwendet.CL21 – Die CargoLifter-Werft. SIAT Architektur und Technik, München 2001, ISBN 3-00-007178-4, S. 23.
Die nördliche Start- und Landebahn des Areals wurde ebenfalls abgerissen. Die freigewordene Fläche diente hierbei nicht nur als Ausgleichsfläche für den geplanten Hallenbau, vielmehr wurde der zerkleinerte Beton dieser Bahn als Unterbau für den Hangarbau verwendet.CL21 – Die CargoLifter-Werft. SIAT Architektur und Technik, München 2001, ISBN 3-00-007178-4, S. 27.
Baubeginn 1999 Die eigentlichen Bauarbeiten begannen tatsächlich erst ein Jahr nach dem angekündigten Termin im März 1999.Florian Bolk, Cornelia Dörries: CargoLifter Brand. Stadtwandel Verlag, Berlin 2001, ISBN 978-3-933743-46-6, S. 22 (Die neuen Architekturführer, Nr. 25). Zum Jahreswechsel Anfang 1999 hatte CargoLifter eine 80-prozentige Ausfallbürgschaft durch den Deutschen Bundestag für die Kreditaufnahme zum Bau der Werfthalle erhalten.Bürgschaft für den schwebenden Kran. Cargolifter sammelt Fremd- und Eigenkapital – Börsengang. In: Börsen-Zeitung, 23. Januar 1999.
Mitte März 1999 wurde der Öffentlichkeit im Rahmen einer Tag der offenen Tür-Veranstaltung erstmals das Airship Design Center präsentiert, innerhalb dessen ab dann das Lastenluftschiff entwickelt werden sollte. Dieses neu errichtete Zentrum bestand aus zwei Gebäuden und einer kleinen Halle, innerhalb derer zunächst der verkleinerte Demonstrator Joey eines Kielluftschiffs fertig konstruiert werden sollte.Design Center für Luftschiffe eröffnet. In Brand fiel Startschuß für eine der größten freitragenden Hallen. In: Berliner Morgenpost, 13. März 1999. Rund 10.000 Besucher folgten dabei der Einladung CargoLifters und besuchten das Areal der zukünftigen Produktionsstätte.Die ungebrochene Faszination der „fliegenden Zigarren“. In: Berliner Morgenpost, 14. März 1999, S. 19.
Im Sommer des Jahres 1999 wurde nach 24 Entwurfsrunden der Masterplan für den Luftschiffhallenbau festgeschrieben, sodass mit den Bauarbeiten tatsächlich begonnen wurde. Mitte Oktober 1999 war der erste von fünf Bögen der Halle aufgebaut, was das Unternehmen mit einem als “Bogenfest” bezeichneten Richtfest und 25.000 Besuchern feierte.Der erste Bogen der Luftschiffhalle steht. Tag der offenen Tür. “Cargolifter” soll 2002 abheben. In: Der Tagesspiegel, 16. Oktober 1999, S. 20.Erstes Bogensegment der Riesenhalle für den Cargo Lifter. In: Die Welt, 16. Oktober 1999.Brand: Besuchersturm zum Tag der offenen Tür bei CargoLifter. In: Lausitzer Rundschau, 19. Oktober 1999. Anwesend war bei dem Ereignis unter anderem der stellvertretende brandenburgische Regierungschef Jörg Schönbohm.Der erste Bogen der Luftschiffhalle steht. Tag der offenen Tür. „Cargolifter“ soll 2002 abheben. In: Der Tagesspiegel, 16. Oktober 1999, S. 20.
Das Experimentalluftschiff Joey hob am 18. Oktober 1999 gegen 17:45 Uhr zu seiner Jungfernfahrt ab. Während der 16-minütigen problemlosen Testfahrt fuhr Joey einige Runden über das Werftareal CargoLifters.CargoLifter Experimental Airship Flies. In: PR Newswire, 20. Oktober 1999.Cargolifter floats its experimental airship. In: Flight International, 27. Oktober 1999.
Fertigstellung und Einweihung 2000 Im Jahre 2000 wurde auch die Gesamtinvestitionssumme öffentlich bekannt: Bis zum Erreichen der Serienproduktion würden zwei Prototypen und zwei Vorserienmodelle des Lastenluftschiffs nötig, für die mit den Investitionen auf dem Werftareal insgesamt rund 1 Milliarde DM veranschlagt wurden.Der Zeppelin – 2000: Luftschiffe aus Brand. Cargolifter steckt eine Milliarde Mark in „CL 160“. In: Berliner Morgenpost, 18. Mai 2000.
Im Mai 2000 startete die Eindeckung der 40.000 m² großen Hallemembrane, wozu 120 Industriekletterer eingesetzt wurden. Anfang Juni 2000 wurde das Werftgelände CargoLifters in Brandenburg als Außenstandort offiziell Teil der Weltausstellung Expo 2000.CargoLifter ist ab heute Expo-Standort. AFX – TD, 4. Juni 2000 Parallel dazu wurde ein Besucherzentrum auf der Baustelle eröffnet, wodurch der Öffentlichkeit Führungen über die Baustelle und das Areal angeboten werden konnten.Staunen mit Genickschmerzen. Besucherzentrum gibt Einblick in die Technik der neuen Luftschiffe. In: Der Tagesspiegel, 14. Juni 2000.
Zu Beginn des Monats September 2000 stattete der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder CargoLifter einen Besuch ab und zeigte sich sichtlich von der Baustelle und den Ausmaßen des in Entstehung befindlichen Luftschiffhangars begeistert.Letzter Tag der Kanzler-Reise: Auf der Baustelle für die Luftschiffwerft – Bei den Bergleuten – Schüsse aufs „Energie“-Tor. Gerhard Schröder wollte in Brand wieder hoch hinaus. In: Berliner Morgenpost, 2. September 2000, S. 30. Regendicht war die Halle im September 2000, nachdem sowohl die Membrane als auch die Hallentore installiert worden waren.CL21 – Die CargoLifter-Werft. SIAT Architektur und Technik, München 2001, ISBN 3-00-007178-4, S. 38. Die Fertigstellung des letzten Hallentores wurde dabei durch das Unternehmen mit einem als „Torfest“ bezeichneten Festakt gefeiertRiesige Tore schließen einen 200 Meter breiten „Spalt“. Luftschiffwerft in Brand jetzt nahezu komplett fertiggestellt. In: Der Tagesspiegel, 17. September 2000. zu dem etwa 6000 Besucher kamen.Die größte frei tragende Halle der Welt ist so gut wie fertig – Cargo-Lifter nun auch für Hilfstransporte. Tag der offenen Türen in Brand. In: Berliner Morgenpost, 15. September 2000, S. 39. Der Eintrittspreis lag bei 40 DM. Während der Feierlichkeiten wurde zudem das wenige Monate zuvor erworbene SkyShip 600 getauft.Luftschiffwerft Cargolifter in Brand feierte Torfest. „Charly, der weiße Wal der Lüfte“. In: Berliner Morgenpost, 18. September 2000, S. 4.
Im Oktober 2000 wurde die Energiezentrale auf dem Unternehmensstandort Brand erstmals in Betrieb genommen, die von der CargoLifter Tochtergesellschaft Energieversorgung Brand betrieben wurde.CargoLifter nimmt Energiezentrale in Betrieb. AFX – TD, 12. Oktober 2000.
Die Bauarbeiten an der Luftschiffwerft wurden im November 2000 abgeschlossen, was das Unternehmen mit zwei groß angelegten Veranstaltungen feierte.Die F.A.Z.-Termine der Woche. In: FAZ, 20. November 2000. Am Mittwoch, dem 22. November, wurde während einer Veranstaltung mit rund 500 Vertretern aus Politik und Wirtschaft die Übergabe der Halle an das Unternehmen gefeiert. Zu den geladenen Gästen gehörten unter anderem Manfred Stolpe und Wolfgang Fürniß, aber auch 50 Diplomaten und Vertreter von in Berlin ansässigen Botschaften erschienen zu dem Ereignis.Hochfliegende Pläne. Die CargoLifter AG feiert die Fertigstellung ihrer Werft / Tag der offenen Tore: 150 Mark Eintritt pro Person. In: Der Tagesspiegel, 24. November 2000. Parallel zur Halleneröffnung wurde auf einer Pressekonferenz am 22. November das zu dem Zeitpunkt noch als Towtech bezeichnete Projekt des CL-75-Lastenballons erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.Hoch oben der Königszapfen. Bau der Luftschiffhalle abgeschlossen. In: FAZ, 24. November 2000. Am Samstag, dem 27. November, folgte eine zehnstündige Abendveranstaltung in der Halle für Aktionäre und die Öffentlichkeit.Hoch oben der Königszapfen. Bau der Luftschiffhalle abgeschlossen. In: FAZ, 24. November 2000. Trotz Eintrittspreisen von 150 DM für Unternehmensfremde und 120 DM für Aktionäre,Seit Wochen wird die Cargolifter-Werfthalle für die Eröffnungsfeier geheizt. nahmen an dieser Veranstaltung rund 10.000 Besucher teil, welche dem vom Moderator Volker Hirth präsentierten Programm folgten.Tausende waren vom Programm zur Halleneinweihung begeistert. Die internationale Firma CargoLifter veranstaltete ein multikulturelles Fest. In: Lausitzer Rundschau, 27. November 2000.Zehntausend bei Fest in der Luftschiff-Halle. CargoLifters Produktion übernahm Staffelstab. In: Lausitzer Rundschau, 27. November 2000.
Architektur und Konstruktion der Werfthalle