mini|alt=Ein Triebzug an einem Bahnsteig, der Zugzielanzeiger zeigt „MEX19 Stuttgart Hbf“ an|MEX 19 nach Stuttgart Hbf in Winnenden Der Metropolexpress, abgekürzt MEX, ist eine zum Fahrplanwechsel am 13. Juni 2021 eingeführte Zuggattung im Schienenpersonennahverkehr in Baden-Württemberg.

Konzept Das Konzept dient in der Metropolregion Stuttgart dazu, die Hauptstrecken zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und den umliegenden Land- und Stadtkreisen außerhalb des Stuttgarter S-Bahn-Netzes in einem dichten Takt zu bedienen. Werktags zwischen 5:00 Uhr und 24:00 Uhr wird alle 30 Minuten gefahren. Am Wochenende ist zwischen 0:00 Uhr und 5:00 Uhr ein stündlicher Nachtverkehr eingerichtet. Wie die Regionalbahn-Züge und analog zum einstigen Stadt-Express halten MEX-Züge außerhalb des S-Bahn-Bereichs zumeist an allen Stationen, innerhalb hingegen nur an wichtigen Umsteigebahnhöfen zur S-Bahn und zum Stadtverkehr. In Gegenden, wo zusätzlich eine mindestens halbstündliche Nahverkehrsverbindung ähnlich der S-Bahn besteht, können die kleineren Zwischenstationen wegfallen.

Die Einführung des Konzepts – damals noch in der Schreibweise Metropol-Express – wurde im Februar 2014 beschlossen. Dabei verpflichtete sich die Landesregierung von Baden-Württemberg nach monatelangen Verhandlungen gegenüber dem Verband Region Stuttgart, der Landeshauptstadt Stuttgart und den Landkreisen Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg und Rems-Murr, zur Ergänzung und Entlastung der S-Bahn Stuttgart den Metropolexpress als Ausbauziel bis zum Jahr 2025 umzusetzen.

Linien Im Auftrag des zuständigen ÖPNV-Aufgabenträgers, der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW), werden folgende Verbindungen angeboten, die alle in Stuttgart miteinander verknüpft sind:

Linie Laufweg EVU Fahrzeuge Umbenennung MEX zuvor MEX-Strecke übriger Verlauf Stuttgart – Waiblingen – Schorndorf – Schwäbisch Gmünd – Aalen Aalen – Ellwangen (Stundentakt)Ellwangen – Crailsheim (Zweistundentakt) Arverio BW Flirt 3, Drei- und Fünfteiler 12. Dezember 2021 Stuttgart – Stuttgart-Vaihingen – Böblingen – Herrenberg – Horb DB Regio Talent 2, Vierteiler langfristig geplant Stuttgart – Esslingen – Plochingen – Göppingen – Geislingen Geislingen – Amstetten – Ulm (Stundentakt) Arverio BW Flirt 3, Drei- und Fünfteiler 13. Juni 2021 Bietigheim-Bissingen – Vaihingen – Mühlacker – PforzheimStuttgart – Ludwigsburg – Bietigheim-Bissingen (Stundentakt)Mühlacker – Bretten – Bruchsal (ein Zug pro Richtung täglich)Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 wurden MEX 17a (aus Karlsruhe/Pforzheim) und MEX 17c (aus Bruchsal) in Mühlacker vereinigt bzw. getrennt. Seit 2025 fährt der MEX 17 (bis dahin MEX 17a) durchgehend von Karlsruhe/Pforzheim bis Stuttgart, die RB 71 (zuvor RB 17c) fährt von Bruchsal nach Mühlacker. Nur noch ein täglicher Kurs verkehrt durchgehend von Bruchsal über Mühlacker bis Stuttgart und zurück (anfangs als MEX 17c).Pforzheim – Wilferdingen-Singen  – Karlsruhe (einzelne Züge) DB Regio Stuttgart Talent 3, Drei- und Fünfteiler 11. Dezember 2022 Tübingen Hbf – Reutlingen – Metzingen – Nürtingen – Plochingen – Esslingen – Stuttgart – Bietigheim-Bissingen – Heilbronn Heilbronn – Bad Friedrichshall – Mosbach-Neckarelz (einzelne Züge)DB Regio StuttgartTalent 3, Drei- und Fünfteiler11. Dezember 2022 Heilbronn – Bad Friedrichshall – Möckmühl – Osterburken (Stundentakt) Stuttgart – Waiblingen – Backnang – Murrhardt Murrhardt – Gaildorf West (Stundentakt)Gaildorf West – Schwäbisch Hall-Hessental – Crailsheim (einzelne Züge) DB Regio Talent 2, Vierteiler 12. Dezember 2021 Murrhardt – Gaildorf West – Schwäbisch Hall-Hessental (Zweistundentakt)

Innerhalb des als MEX-Strecken bezeichneten Kerngebiets verkehren die Züge im Halbstundentakt. Ausgenommen davon war bis 2022 der Abschnitt Stuttgart–Plochingen der Linie MEX 16, auf dem parallel die Linie S 1 verläuft; bei dieser Linie bestand ein 20-/40-Minuten-Takt. Auf dem Abschnitt Stuttgart–Murrhardt entsteht der Halbstundentakt durch Überlagerung des stündlichen MEX 19, des zweistündlichen MEX 90 und des zweistündlich verkehrenden RE 90 (Stuttgart–Nürnberg). Auf dem Abschnitt Tübingen–Heilbronn entsteht der Halbstundentakt durch Überlagerung der jeweils stündlichen Linien MEX 12 und MEX 18.

Vor der Umbenennung in MEX wurden die Strecken, mit Ausnahme des MEX 14, unter gleicher oder ähnlicher Liniennummer größtenteils bereits durch Regionalbahn- (RB) oder Regional-Express-Züge (RE) im Halbstundentakt bedient. Um bestehende Linien nicht brechen zu müssen, werden Linien, die teilweise auch außerhalb des Metropolexpress-Kerngebiets verkehren, auch dort als MEX bezeichnet, obwohl sie dort in dünnerem Takt fahren.

Im Gegensatz zu den 2021 umbenannten Linien war im ursprünglichen Konzept der Metropolexpress weiter bis Schwäbisch Hall-Hessental statt nur bis Murrhardt vorgesehen.

Im Rahmen der Reaktivierung der Schwarzwaldbahn ist auch ein Metropolexpress zwischen Stuttgart und Calw in der Diskussion, dessen Umsetzung aber im Konzept des Ministeriums für Verkehr nicht enthalten ist.

Im Rahmen der Verhandlungen zwischen Bundesland und dem Schwarzwald-Baar-Kreis wurde neben der Elektrifizierung des Ringzug-Netzes auch die Einrichtung einer Metropolexpress-Verbindung Villingen–Stuttgart über die bisher nicht elektrifizierte Bahnstrecke Rottweil–Villingen vereinbart. Die dadurch entstehende stündliche MEX-Verbindung soll die aktuell zweistündlich verkehrenden RE 14a bis Rottweil ersetzen, was in Kombination mit den stündlich verkehrenden IC ab Rottweil (mit Nahverkehrsfreigabe) einen Halbstundentakt ergibt. Die Umsetzung ist mit der Fertigstellung des Bauprojekts „Ringzug 2.0“ im Jahr 2031 geplant.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Schienenverkehr (Baden-Württemberg) Kategorie:Zuggattung im Personenverkehr (Deutschland)