mini|Johann Haehling von Lanzenauer (2020) Johann Haehling von Lanzenauer (* 16. Oktober 1974 in Baden-Baden), Künstlername Johann Alexis, ist ein deutscher Ausstellungsmacher, Galerist, Künstler und kultureller Unternehmer.
Leben Johann Haehling von Lanzenauer ist Sohn des Leitenden Oberstaatsanwalts Reiner Haehling von Lanzenauer und der französischen Pädagogin und Künstlerin Renée Haehling von Lanzenauer. 1996 zog Haehling von Lanzenauer für das Studium der Politikwissenschaften nach Berlin. In den Jahren 1996 bis 1998 produzierte und moderierte Haehling von Lanzenauer Fernsehbeiträge für deutsche Medien. Von 1997 bis 1999 arbeitete er als Musikkritiker und Redakteur für das Kultur- und Modemagazin Style & the Family Tunes. Im Jahr 2002 gründete Haehling von Lanzenauer die Circleculture Gallery (später Circle Culture), deren Inhaber er bis 2022 war. Die Galerie konzentrierte sich zunächst auf Urban Art und erweiterte ihr Profil später auf internationale zeitgenössische Kunst.
Seit den frühen 2000er-Jahren ist Haehling von Lanzenauer auch kuratorisch tätig. Seine Arbeit bewegt sich im Kontext transnationaler zeitgenössischer Kunst und verbindet künstlerische Positionen mit gesellschaftlichen und kulturellen Fragestellungen. Beispielhaft dokumentiert ist seine kuratorische Mitwirkung im Rahmen von „Kunst findet Stadt“ in Baden-Baden, unter anderem mit Beteiligung von Erwin Wurm. 2001 gründete er gemeinsam mit Dirk Staudinger eine kreative und strategische Kommunikationsberatung. Ebenfalls 2001 gründete Haehling von Lanzenauer die Kultur- und Kunstplattform „Circle Culture“, die sich zunächst der Förderung und dem Handel von Urban Art verschrieb. Seit 2011 widmet sich Circle Culture internationaler bildender Kunst und zeitgenössischer Kultur in einem erweiterten Spektrum. Mit Circle Culture stellte er unter anderem die Künstler Julian Schnabel, Günther Uecker, Stefan Strumbel, Shepard Fairey, JR, Arno Rink, Ross Bleckner, Jonathan Yeo, Raymond Pettibon und Corita Kent aus. Circle Culture war in Berlin und Hamburg angesiedelt sowie zeitweise in Los Angeles tätig und wurde 2022 verkauft.
Heute lebt und arbeitet Johann Haehling von Lanzenauer in Baden-Baden, Berlin sowie zeitweise in Frankreich.
Sonstige Aktivitäten Haehling von Lanzenauer ist Initiator und Gastgeber des Podcasts Tomorrow Thinking. Das Projekt entstand im Rahmen eines Fellowships der Baden-Badener Unternehmergespräche (BBUG) und wurde anschließend als unabhängiges Format weitergeführt. Der Podcast befasst sich mit europäischen Zukunftsfragen, Innovation, wirtschaftlicher Verantwortung und kultureller Souveränität. Die Existenz des Podcasts sowie Johann Alexis als Host sind über Spotify dokumentiert. Die offizielle Projektseite beschreibt Tomorrow Thinking als Dialogformat mit internationalen Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft. Eine Episodenübersicht auf iHeart nennt unter anderem Olivier Guez, Neven Subotić, Helmut Schönenberger und Baroness Ruth Hunt als Gesprächspartner und bestätigt die thematische Ausrichtung des Podcasts. = Unter dem Künstlernamen Johann Alexis arbeitet Haehling von Lanzenauer als bildender Künstler mit einem multidisziplinären Ansatz. Seine künstlerische Praxis umfasst Malerei, Skulptur, Installation, Video sowie sozial und konzeptuell ausgerichtete Projekte. Inhaltlich befasst sich seine Arbeit mit existenziellen Fragestellungen, insbesondere mit Wahrnehmung, Reduktion sowie der Anpassungs- und Transformationsfähigkeit des Menschen in kulturellen, ökologischen und technologischen Veränderungsprozessen. Ein Schwerpunkt liegt auf der abstrakten Malerei mit reduzierten Bildflächen, klaren Strukturen und meditativen Räumen. Ergänzend entstehen skulpturale und installative Arbeiten zu Themen wie Leere, Spiegelung, Materialspannung und räumliche Wahrnehmung. Seine Ausstellungstätigkeit als Johann Alexis ist unter anderem über die Galerie Sept dokumentiert, die ihn als ausstellenden Künstler bei der Enter Art Fair in Kopenhagen sowie bei Gruppenausstellungen in Brüssel und Knokke führt.
Haehling von Lanzenauer präsentierte seine Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen sowie auf internationalen Kunstmessen in Deutschland, Frankreich, Belgien, Dänemark und weiteren europäischen Ländern. Zu den jüngeren Präsentationen zählen Einzelausstellungen in Baden-Baden, Teilnahmen an der Enter Art Fair in Kopenhagen sowie Ausstellungen in Berlin, Brüssel, Knokke und im Elsass. Seine Arbeiten wurden in Katalogen, Magazinen und filmischen Dokumentationen rezipiert. Ein dokumentarischer Film über ein Kunstprojekt von Johann Alexis enthält ein Gespräch mit der Kuratorin Çagla Ilk, Kuratorin des Deutschen Pavillons der Biennale von Venedig 2024.
Von 2019 bis 2023 war Haehling von Lanzenauer Vorstand des gemeinnützigen Vereins Arts & Nature Social Club. Ein Interview auf Haus von Eden erläutert die konzeptionellen Ziele des Clubs sowie dessen Fokus auf Nachhaltigkeit, Kultur und gesellschaftliche Transformation. Diskursveranstaltungen wie der Inspiration Salon „StadtLandFlucht“ sind auf der Projektseite dokumentiert.
Veröffentlichungen Johann Haehling von Lanzenauer (Hrsg.): Cc: Circleculture Gallery. Berlin 2011
Literatur Johann Haehling von Lanzenauer, Berlin in: Francesca Gavin: Die neuen Urbanisten: so wohnen die Kreativen in Barcelona, Berlin, London, New York, Paris, Tokio. Dt. Verlags-Anstalt, München 2010, ISBN 978-3-421-03760-2, S. 92–97
Einzelnachweise
Kategorie:Bildender Künstler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1974 Kategorie:Mann