Als venösen Zugang bezeichnet man eine rohrförmige Verbindung des menschlichen Venensystems nach außen, die dazu geeignet ist, Flüssigkeiten (oder auch Instrumente, s. u.) in die venöse Blutbahn einzubringen und ggf. auch Blut für Untersuchungszwecke zu entnehmen. Der Zugang wird durch Punktion einer zentralen oder peripheren Vene geschaffen.

Bestecke Die hierfür verwendeten Bestecke sind flexible Venenverweilkanülen bzw. -katheter aus Kunststoff oder aber starre metallene Hohlnadeln (z. B. sog. Flügelkanülen, „Butterflykanülen“). Letztere waren bis in die 1960er Jahre allgemeiner Standard, ihr Einsatz ist jedoch aufgrund der durch sie ausgelösten Venenreizung sowie der erheblichen Gefahr einer Fehllage, etwa aufgrund von Bewegungen der betroffenen Gliedmaße, stark zurückgegangen und kurzzeitigen Einsätzen oder aber bestimmten Sonderfällen vorbehalten (z. B. in der Neonatologie oder bei der Blutspende). Nachdem Bernhard Braun 1962 die erste alltagstaugliche Venenverweilkanüle entwickelt hatte, wurde das dabei verwirklichte Prinzip bald zum Goldstandard.

Funktion Insgesamt kann ein venöser Zugang folgende Aufgaben erfüllen:

Blutentnahmen Infusionstherapie (einschließlich parenteraler Ernährung) Einbringung von Medikamenten (intravenöse Injektionen) Einbringung von Instrumenten für Diagnostik und Therapie, etwa für Untersuchungen und Eingriffe am Herzen ohne Eröffnung des Brustkorbs (z. B. Herzkatheteruntersuchungen).

Einteilung Nach dem Ort ihres Einbringens unterscheidet man periphervenöse und zentralvenöse Zugänge. Periphere venöse Zugänge haben eine Länge von wenigen Zentimetern und werden in eine Hautvene (meist am Arm, gelegentlich auch am Unterschenkel oder auch in eine äußere Drosselvene am Hals) eingeführt. Diese Katheter sind vergleichsweise preisgünstig und sind für viele medizinische Zwecke völlig ausreichend.

In bestimmten Situationen jedoch reichen periphervenöse Zugänge nicht aus. So erfordert etwa eine hochkalorische parenterale Ernährung oder auch die Einbringung hochosmolarer Medikamente in der Intensivmedizin eine Katheteröffnung im Bereich der großen herznahen Venen. Die hierfür geeigneten sog. zentralen Venenkatheter unterscheiden sich nicht nur durch ihre viel größere Länge von periphervenösen Zugängen, sondern ihre Einbringung ist technisch wesentlich anspruchsvoller und erfordert auch mehr anatomische Kenntnisse. Darüber hinaus sind zentralvenöse Katheter auch mit einem höheren Infektionsrisiko behaftet und erfordern sehr sorgfältige Pflegemaßnahmen.

Weblinks

Siehe auch Arterieller Zugang

Einzelnachweise

Kategorie:Invasives Therapieverfahren Kategorie:Injektion und Infusion