Marie Joseph Jean Noël Mayaud meist Noël Mayaud (* 25. November 1899 in Saumur, Département Maine-et-Loire; † 2. Mai 1989 ebenda) war ein französischer Ornithologe.
Leben und Wirken mini|hochkant|Titelblatt der ersten Ausgabe von Alauda Sein Vater hieß Marie Louis Jules Mayaud, seine Mutter Marie Adrienne Elisabeth geb. Devienne. Am 28. Januar 1935 heiratete er Simone Jeanne Marie de Nacquard.
Seine erste kürzere ornithologische Publikation aus dem Jahr 1925 handelte vom Seidensänger (Cettia cetti), den er im Département Maine-et-Loire beobachtet hatte. 1934 beschrieb er mit Luscinia svecica namnetum eine für die Wissenschaft neue Unterart des Blaukehlchens.Description of a new Bluethroat (Luscinia). Sein wissenschaftlicher Weg war schon deswegen ungewöhnlich, da er keine Verbindung zu den Universitäten hatte. Er stammte aus einer reichen Familie aus Saumur, deren Vermögen aus der Industrie entsprang und deren Vorlieben im Weinbau, sowie der Jagd- und Forstwirtschaft zu finden waren. Zwischen 1900 und 1940 war es im Osten Frankreichs nicht unüblich, dass sich solch ein Landadel mit Fragen der Naturkunde beschäftigte. Der junge Mayaud interessierte sich deshalb schon früh für die Avifauna. Wahrscheinlich wäre er ein Amateurornithologe geblieben, der seinem Hobby eher aus hedonistischen Motiven nachging, hätte er nicht auf den französischen Zoologen Louis Marcellin Bureau (1847–1936) kennengelernt, der seine Forschungen in geordnete wissenschaftliche Bahnen lenkte.André Brosset, S. 170. Für ihn schrieb Mayaud 1937 in Alauda einen Nachruf, dem in L'Oiseau et la Revue française d'ornithologie eine weitere Würdigung seines Schaffenswerks folgte.
Als 1936 Inventaire des oiseaux de France, ein Werk, das er in Zusammenarbeit mit Henri Heim de Balsac (1899–1979) und Henri Louis Ernest Jouard (1896–1938) publiziert wurde, bedeutete dies ein Schritt in eine neuzeitliche ornithologische Forschung in seinem Heimatland Frankreich.Camille Ferry, S. 169. Mit dem Buch beließ Mayaud es nicht und es folgten in verschiedenen Zeitschriften viele weitere Kommentare und Anmerkungen zur Ornithologie seines Heimatlandes.
Mayaud wechselte zum Centre national de la recherche scientifique, einer öffentlichen Körperschaft, die talentierte Menschen wie ihm die Möglichkeit zur Forschung gab. Für Pierre-Paul Grassé (1895–1985) schrieb er einen Großteil des fünfzehnten Bandes von Traité de zoologie, anatomie, systématique, biologie aus dem Jahre 1950, ein Band der sich ausschließlich mit den Vögeln beschäftigte.
Zusammen mit seinem Freund Heim de Balsac publizierte er 1962 das Werk Les oiseaux du Nord-Ouest de L'Afrique: distribution géographique, écologie, migrations, reproduction. Da Heim de Balsac das Schreiben nicht sehr mochte, bestand sein Beitrag an dem Werk eher aus seiner hervorragenden Beobachtungsgabe, sowie der Sammlung von relevanten Informationen.Jean Dorst, S. 129. Balsacs Beiträge aus dieser Zeit galten eher als polemisch oder sie kritisierten die Forschungsarbeiten der anglosächsischen Wissenschaftler. So ist es der Hartnäckigkeit von Mayaud zu verdanken, der ihn dazu drängte, seine Beobachtungen und Anmerkungen zum Wohl der Wissenschaft an ihn abzuliefern. Es entstand eines der bedeutendsten Bücher über die Avifauna Afrikas, dem Maghreb und der Sahelzone mit Informationen zur Systematik, Morphologie, Verbreitung, Brutzeit, zum saisonalen Vogelzug und zur Ökologie. Seine Rolle in diesem Werk über exotische Vögel darf nicht unterschätzt werden, obwohl er selbst nie auf Forschungsreisen war. Trotzdem entwickelte er eine Vorliebe für Vögel aus der Region Nordafrika. Noch kurz vor seinem Tod zirkulierte er ein Manuskript unter seinen Kollegen, das postum veröffentlicht wurde.
Als Paul Paris 1929 Alauda, eine ornithologische Fachzeitschrift, gründete, waren es Jacques de Chavigny (1880–1963), Jacques Delamain (1874–1953), Adrien Joseph Louis Lavauden (1881–1935), Heim de Balsac, Paul Poty (1889–1962), Jouard und Mayaud die in der Redaktion saßen. Nach dem Tod der meisten Gründungsmitglieder führte er die Zeitschrift mit Heim de Balsac weiter. Bei der Gründung der Sociéte d'études ornithologique am 25. März 1933 war Mayaud eines der Gründungsmitglieder. Damals lebte er in der Saumur in der 1, rue de Bordeaux.Henri Heim de Balsac (1933), S. 421. Bis zu seinem Tode war er Ehrenpräsident der Gesellschaft. Über viele Jahre agierte er als Antreiber der Gesellschaft und war oft Vermittler zwischen den Ornithologen in Streitfragen.André Brosset, S. 171.
Noch bis kurz vor seinem Tod war Mayaud körperlich und geistig aktiv. So kam sein Tod plötzlich und unerwartet für die französische ornithologische Gesellschaft.
Dedikationsnamen 1969 beschrieb Hans Kummerlöwe Passer domesticus mayaudiHans Kummerlöwe, S. 258., ein Synonym für eine Unterart des Haussperlings (Passer domesticus biblicus , 1904). Christian Érard, Georges Hémery und Eric Pasquet nannten ihm zu Ehren eine Unterart des Bindenrennvogels (Rhinoptilus cinctus mayaudi).Christian Érard u. a., S. 188.
Werke (Auswahl)
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Ornithologe Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1899 Kategorie:Gestorben 1989 Kategorie:Mann