John L. Ellinger (* 4. Oktober 1951 in Baltimore, Maryland) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Fußballspieler auf der Position eines Mittelfeldspielers. Nachdem er sich bereits in den 1970ern weitgehend aus dem aktiven Sport zurückgezogen hatte, arbeitet er seitdem als Fußballtrainer. Bereits kurz nach der Beendigung seines Studiums war er als Sportlehrer tätig und konzentrierte sich in den Jahren danach vorwiegend auf den Fußballsport.
Karriere Kurze Laufbahn und Beginn der Trainertätigkeit John Ellinger wurde am 4. Oktober 1951 in der zu dieser Zeit noch immer aufstrebenden Stadt Baltimore im US-Bundesstaat Maryland geboren. Nachdem er hier bzw. in Rockville, einem Vorort von Washington, D.C., aufwuchs und die dortige Peary High School, die im Jahre 1984 geschlossen wurde, besuchte,For Ellinger, a Rocky Road Home (englisch), abgerufen am 28. Dezember 2016 kam er nach seiner High-School-Laufbahn, während der er ebenfalls bereits als Fußballspieler aktiv war, an die Frostburg State University ins rund 250 Kilometer entfernte Frostburg. An der Frostburg State gehörte er von 1969 bis 1973 der Herrenfußballmannschaft der Universitätssportabteilung Frostburg State Bobcats an und wurde im Jahre 1972 als deren Most Valuable Player ausgezeichnet.2016 Frostburg State Men’s Soccer Media Guide (S. 17) (englisch), abgerufen am 28. Dezember 2016 An der Universität machte er im Jahre 1973 den Bachelor of Health and Physical Education und im darauffolgenden Jahr 1974 den Master in der gleichen Fachrichtung. Nach dem Ende seines Studiums begann er eine Laufbahn als Sportlehrer im Montgomery County School System, dem er in weiterer Folge 23 Jahre lang als Trainer und Lehrer angehörte.
Nebenbei spielte er auch noch Vereinsfußball, darunter in den 1970ern beim Washington Soccer Club. Seine erste Station nach beendigtem Studium war der Posten als Sportlehrer an der Sherwood High School in Sandy Spring, Maryland, wo er neben diversen Sportarten den Schülern auch Fußball näherbrachte. Bereits während dieser Zeit erhielt er Unterstützung von Tony Stevens, dem Präsidenten und Gründer des 1969 gegründeten Olney Soccer Clubs, einem der ersten Jugendsportklubs im Bundesstaat Maryland. (englisch) Durch die Mentorfunktion von Stevens bekam Ellinger die Möglichkeit seine Tätigkeit als Fußballtrainer zu intensivieren. Nach einigen Jahren als High-School-Lehrer und Nachwuchstrainer wurde Ellinger im Jahre 1979 unter Trainer Tom Bichy (1944–2014), der das dortige Amt als Cheftrainer von 1968 bis 2005 innehatte und während dieser Zeit 24 Jahre lang als Sportdirektor des Colleges fungierte, Assistenztrainer der Montgomery College Raptors am Montgomery College.
Cheftrainer der UMBC und weitere Trainertätigkeiten Diese Tätigkeit führte er bis einschließlich 1981 aus und wurde in weiterer Folge zum Herrenfußballtrainer der UMBC Retrievers von der University of Maryland, Baltimore County (UMBC) bestellt. In weiterer Folge war er bis zum Jahre 1990 in zehn Spielzeiten Trainer der Herrenfußballmannschaft der UMBC Retrievers. Während dieser Zeit hatte er im Jahre 1990 auch ein kurzes Engagement als Cheftrainer der reinkarnierten Washington Diplomats in der American Professional Soccer League (APSL). Bereits im Mai 1990 beendete er nach personellen Unstimmigkeiten mit dem Eigentümer des Franchises die Zusammenarbeit mit ebendiesem, woraufhin Stojan „Niki“ Nikolić als sein Nachfolger vorgestellt wurde.DIPLOMATS NAME NIKOLIK COACH (englisch), abgerufen am 28. Dezember 2016 Noch im gleichen Jahr wurde er zusammen mit Desmond Armstrong als Vollzeit-Director-of-Coaching der Soccer Association of Columbia, die zum damaligen Zeitpunkt rund 200 verschiedene Mannschaften vorweisen konnte, vorgestellt. (englisch), abgerufen am 28. Dezember 2016 Nachdem Armstrong, damals noch aktiver Nationalspieler der Vereinigten Staaten, seine dortige Laufbahn bald beendete, war Ellinger über ein Jahrzehnt lang als Director of Coaching der Organisation tätig und wurde erst im Oktober 2000 er von Bill Stara als in diesem Amt abgelöst. (englisch), abgerufen am 28. Dezember 2016
Parallel hierzu war Ellinger, der damals bereits im Besitz der USSF-A-Licence, der höchsten Trainerlizenz im US-amerikanischen Fußball, war, ebenfalls ab dem Jahr 1990 für die United States Soccer Federation tätig und agierte in den Jahren 1990 bis 1997 abwechselnd als Co-Trainer der A-Nationalmannschaft bzw. als Cheftrainer der B- bzw. U-23-Nationalmannschaft. Mit der U-23-Nationalelf, der B-Mannschaft, nahm er unter anderem an der Sommer-Universiade 1997 auf Sizilien teil. Des Weiteren arbeitete er für den US-Verband bei den U.S. Olympic Festivals; nachweislich unter anderem beim U.S. Olympic Festival 1990 in Minneapolis, Minnesota. Nachdem er im Jahre 1992 zu einem U.S. Soccer National Staff Coach wurde, war er daraufhin in verschiedenen Funktionen für den US-Verband tätig. Parallel zu diesen Tätigkeiten wurde er am 7. August 1996 als interimistischer Co-Trainer des in diesem Jahr den Spielbetrieb aufgenommenen Major-League-Soccer-Franchises Columbus Crew vorgestellt. (englisch), abgerufen am 28. Dezember 2016 Dieser Verpflichtung ging der Rauswurf des bisherigen Trainers Timo Liekoski und die Verpflichtung dessen bisherigen Co-Trainers Tom Fitzgerald als interimistischer Cheftrainer voraus. Mit Fitzgerald arbeitete Ellinger davor bereits beim US-Verband zusammen, wo der gleichaltrige Fitzgerald Ellingers Assistenztrainer bei der B- bzw. U-23-Nationalmannschaft war. Die Zusammenarbeit bei Columbus Crew währte daraufhin jedoch nicht lange; bereits im Dezember 1996 wurde Ellinger wieder von seinen Pflichten entbunden und Greg Andrulis, bisheriger Torwarttrainer von Columbus Crew, übernahm seine vakant gewordene Position als Assistenztrainer.
U-17-Nationaltrainer und Leiter der Bradenton Academy Bereits im darauffolgenden Jahr arbeitete er erneut für den US-Verband, bei dem er ab 1997 als Cheftrainer der US-amerikanischen U-17-Nationalmannschaft agierte. Bis zu seinem dortigen Abgang im Jahre 2005 nahm die Mannschaft unter seiner Führung an vier CONCACAF U-17-Meisterschaften (1999, 2001, 2003 und 2005), sowie an fünf U-17-Fußball-Weltmeisterschaften (1997, 1999, 2001, 2003 und 2005) teil. Bei der U-17-WM 1999 in Neuseeland fuhren die US-Amerikaner mit einem vierten Platz das beste Ergebnis in der Bestandsgeschichte der US-amerikanischen U-16- bzw. U-17-Nationalmannschaft ein, was noch bis heute (Stand: Dezember 2016) der größte Erfolg dieser Juniorenauswahl ist. Bis zur Niederlage im Spiel um Platz 3 gegen die Alterskollegen aus Ghana war die US-U-17-Nationalelf 15 Monate (25 Länderspiele) lang ungeschlagen.Salt Lake City names John Ellinger head coach (englisch), abgerufen am 28. Dezember 2016 Dies war zugleich die längste ungeschlagene Serie in der Geschichte aller US-amerikanischer Fußballnationalauswahlen. Bei den CONCACAF U-17-Meisterschaften konnte sich Ellingers trainierte Auswahl, wie bereits in den Jahren vor seinem Wirken, als Titelfavorit beweisen und erreichte, bis auf das Jahr 1997, als man sich erst über das Play-off für die WM-Endrunde 1999 qualifizierte, immer den ersten Platz in der jeweiligen Gruppe.
Weiters war er neben seinem Engagement als U-17-Nationaltrainer als Scout des US-amerikanischen Nationalteams bei den Qualifikationsspielen zur Weltmeisterschaft 1998 und unter Clive Charles als Co-Trainer der US-amerikanischen Olympiaauswahl beim Fußballturnier der Olympischen Sommerspiele 2000 in Sydney im Einsatz, als die US-Amerikaner erst im Halbfinale gegen Spanien ausschieden und im Spiel um Platz 3 gegen Chile als Verlierer vom Platz gingen. Ebenfalls gehörte er dem Trainerstab beim Fußballturnier der Panamerikanische Spiele 1999, als die US-Amerikaner Bronze gewannen. Ab dem Jahre 2001 hatte er zudem die Leitung der Fußballabteilung der IMG Academy in Bradenton, Florida, über und war an der Entwicklung zahlreicher späterer Topspieler und unzähliger weiterer Profispieler beteiligt. In seiner Zeit als dortiger Übungsleiter trainierten hier unter anderem Spieler wie Landon Donovan, DaMarcus Beasley, Bobby Convey, Eddie Johnson, Chad Marshall, Freddy Adu, Eddie Gaven, Danny Szetela oder Jonathan Spector. In weiterer Folge agierte er bis zu seiner Verpflichtung als MLS-Trainer im Amt des Director of Youth Development an der Bradenton Academy. (englisch)
Verpflichtung als MLS-Trainer Bereits im Oktober 2004 erfolgte Bestellung als Trainer von Real Salt Lake, damals, vor dem Einstieg in die Meisterschaft, noch Utah Soccer genannt und offiziell noch namenlos.Checketts hires U.S. U-17 coach Ellinger (englisch), abgerufen am 28. Dezember 2016 Als erster Trainer in der Geschichte des Franchises startete er mit diesem im Jahre 2005 in die erste Meisterschaft und belegte hier nur knapp vor dem CD Chivas USA den fünften und damit vorletzten Platz in der Western Conference der MLS. Auch das darauffolgende Spieljahr 2006 verlief für John Ellinger, der in diesem Jahr in die Maryland Soccer Hall of Fame aufgenommen wurde, (englisch), abgerufen am 28. Dezember 2016 und seine Mannschaft nicht unbedingt nach Maß. Dennoch konnte sich das Franchise im Vergleich zum Vorjahr steigern, landete im Endklassement dennoch nur auf dem sechsten und damit letzten Platz der Western Conference. Im Vergleich zum Vorjahr hatte sich Tordifferenz erheblich gebessert und Real Salt Lake stellte in diesem Jahr mit Jeff Cunningham sogar den Torschützenkönig der Liga. Noch früh im Spieljahr 2007, das Real Salt Lake in weiterer Folge abermals als eines der schlechtesten Franchises der Liga abschloss, wurde Ellinger als Cheftrainer entlassen und durch Jason Kreis ersetzt. Kreis war bis zu diesem Zeitpunkt noch aktiver Spieler, sowie Kapitän von Real Salt Lake und hatte bereits während seiner aktiven Zeit die Trainerlizenz erworben. (englisch)
Ellinger blieb in weiterer Folge beim Franchise und agierte kurzzeitig als deren technischer Direktor und Director of Soccer Operations. Neben den damit verbundenen Tätigkeiten arbeitete er auch an der Jugendentwicklung des Franchises und der Kooperation mit Real Madrid. Dabei speziell an dem eben erst gegründeten RSL Youth Development Program, in dem U-16- und U-17-Altersgruppen in den Bundesstaaten Utah und Arizona, sowie ein Developing Club Program in Florida betreut wurden. Unter seiner Leitung nahmen dabei RSL Utah und RSL Arizona an der ebenfalls eben erst gegründeten Rocky Mountain Division der von den United Soccer Leagues organisierten Super Y-League teil. Nachdem er bereits davor als U.S. Soccer’s Director of Youth Development agierte, war er zwischen 2007 und 2008 erneut in dieser Position bei der United States Youth Soccer Association tätig. Der Association gehörten zum damaligen Zeitpunkt rund drei Millionen Nachwuchsfußballspieler und etwa 300.000 Nachwuchstrainer an.
Engagement beim FC Dallas