mini|alt=Foto einer in einem weissen Kleid gekleideten Person|Nemo (2024) Nemo (* 3. August 1999 in Biel; bürgerlich Nemo Mettler) ist eine Schweizer Person, die durch ihre Musikkarriere bekannt wurde. Nemo siegte mit The Code für die Schweiz beim Eurovision Song Contest 2024 in Malmö und ist damit die erste offen nichtbinäre Person, die den Eurovision Song Contest gewonnen hat.

Privatleben Nemo wurde 1999 als Kind von Markus Mettler und Nadja Schnetzler in Biel geboren, die dort eine Unternehmensberatung betreiben. Nemos jüngere Schwester Ella Mettler ist Fotografin, war für die Videos zum Song The Code verantwortlich und inszenierte Nemos Auftritt in Malmö. Der Name Nemo kommt vom lateinischen «niemand». Nemo erklärte: «Meine Eltern dachten, wenn ich niemand bin, kann ich alles werden.»Einfach Nemo, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13. Mai 2024, S. 7.

Nemo, bis dahin öffentlich als männlich wahrgenommen, outete sich im November 2023 als nichtbinär und ordnet sich im Deutschen keinem Pronomen zu. Nemo bezeichnet sich als pansexuell und führt eine langjährige Partnerschaft mit einer Frau. Von 2021 bis 2024 lebte Nemo in Berlin, danach erfolgte der Umzug nach London. Seit Juli 2025 lebt Nemo in Paris.Nemo wagt Neuanfang in Paris. In: Blick.ch, 16. Juli 2025.

Karriere mini|Nemo beim ESC (2024) Nemo spielt Geige, Klavier und Schlagzeug. Mit zehn Jahren erhielt die Person an der Kinderoper Biel Unterricht bei einer Stimmbildnerin und spielte dort in der Die Zauberflöte die Rolle des Papageno. 2017 studierte Nemo Sologesang im Profil Jazz und Pop an der Zürcher Hochschule der Künste. Nemo ist beim Universal-Music-Group-Label Better Now Records sowie bei Universal Music Switzerland unter Vertrag. Zunächst sang Nemo auf Schweizerdeutsch, wechselte dann zu Englisch.

Nemo spielte 2012 eine Rolle im Jukebox-Musical Ich war noch niemals in New York. 2015 nahm Nemo am Swiss VBT teil und erreichte das Halbfinale. Nemos EP Clownfisch platzierte sich 2015 auf Platz 95 der Schweizer Charts. 2016 trat Nemo beim Rap-Gipfeltreffen Cypher auf, den das SRF austrug. Die Single Du erreichte 2017 Platz vier der Schweizer Charts. 2018 wurde Nemo als erste Person mit vier Swiss Music Awards ausgezeichnet. In der Verkleidung eines Pandas nahm Nemo 2021 an der zweiten Staffel von The Masked Singer Switzerland teil und belegte den fünften Platz. 2024 wirkte Nemo an der fünften Staffel von Sing meinen Song – Das Schweizer Tauschkonzert mit.

Eurovision Song Contest 2024 Beim Eurovision Song Contest 2024 in Malmö ging Nemo mit dem Song The Code im zweiten Halbfinale an den Start und qualifizierte sich für das Finale. Dort siegte Nemo vor Kroatien und der Ukraine. Es war der dritte Sieg für die Schweiz nach Lys Assia mit Refrain (1956) und Céline Dion mit Ne partez pas sans moi (1988). Vor dem ESC-Finale wurde Nemo bei der Vergabe des Marcel-Bezençon-Preises in der Kategorie Künstler ausgezeichnet.

Der eigene Lebensweg mit der Nichtbinarität steht im Mittelpunkt des autobiographischen Liedes The Code («I went to hell and back, To find myself on track …»). Während des Flaggeneinlaufes des Eurovision Song Contest 2024 entfaltete Nemo öffentlich die nicht-binäre Flagge, die Nemo ohne Wissen des Wettbewerbsteams (das neben Nationalflaggen nur die Regenbogenflagge zuliess) mitgebracht hatte. Im Oktober 2025 brachte Nemo das erste Album «Arthouse» heraus.

Im Dezember 2025 gab Nemo die ESC-Siegertrophäe an die Europäische Rundfunkunion (EBU) zurück. In einem Instagram-Beitrag begründete Nemo die Entscheidung. Israel begehe laut den Ergebnissen einer Untersuchungskommision des UN-Menschenrechtsrates einen Genozid im Gazastreifen. Die weitere Teilnahme des Landes am Wettbewerb zeige einen klaren Konflikt zwischen den selbst proklamierten Werten des ESCs und den Entscheidungen der EBU. Obwohl die EBU den Wettbewerb als unpolitisch bezeichne, sei dieser mehrfach dazu benutzt worden, das Image eines Staates aufzubessern, dem schweres Fehlverhalten vorgeworfen wird.

Arthouse Europa-Tour 2025 Nach Veröffentlichung des 1. Albums Arthouse im Oktober 2025 ging Nemo auf Tour in Europa. Die Tour startete in Kyiv und führte Nemo über die Schweiz, Deutschland, Frankreich, England, Irland, Niederlande und Polen durch verschiedene europäische Länder.

Aktivismus Vor dem Eurovision Song Contest 2024 hatte Nemo in einer Petition einen Waffenstillstand im Krieg in Israel und Gaza gefordert. Vor dem Eurovision Song Contest 2025 rief Nemo zum Ausschluss Israels vom Wettbewerb wegen der israelischen Kriegsführung in Gaza auf. Für Israel war Yuval Raphael nominiert worden, eine Überlebende des Terrorangriffs der Hamas 2023. Die Forderung wurde in den Medien kontrovers diskutiert.

Nach dem Sieg rief Nemo die Schweizer Regierung dazu auf, ein drittes Geschlecht gesetzlich anzuerkennen. Dies war zwei Jahre zuvor vom Schweizer Bundesrat abgelehnt worden. Laut dem Bericht des Bundesrates seien die Voraussetzungen für die Einführung eines dritten Geschlechts nicht erfüllt. Nemo forderte Bundesrat Beat Jans zu einem Gespräch zum Thema Rechte für nonbinäre Personen auf. Dieser stimmte zu.

Diskografie

Studioalben

EPs

Weitere EPs 2016: Momänt-Kids 2017: Fundbüro 2022: Whatever Feels Right

Singles

Weitere Singles 2019: 365 2019: Girl us mire City 2020: Dance With Me 2020: Video Games 2021: Chleiderchäschtli (mit KT Gorique) 2021: Certified Pop Queen 2022: lonely af 2022: own sh¡t 2022: f*ck love (mit Anthony de la Torre) 2022: be like you 2023: This Body 2025: Satellite 2025: Casanova 2025: Unexplainable 2025: God’s a Raver 2025: Hocus Pocus

Weitere Veröffentlichungen 2017: Style (mit Marc Amacher) 2017: Singer (mit Dodo) 2019: Legend (mit Stress) 2021: Hailey (mit Chelan)

Auszeichnungen für Musikverkäufe Platin-Schallplatte

2024: für die Single The Code ifpi.gr, abgerufen am 3. Juni 2025 (englisch).

Auszeichnungen 2017: Energy Music Awards – Kategorie: «Bester Schweizer Künstler» 2017: Prix Walo Awards (44th) – Kategorie: «Newcomer» 2017: Swiss Music Awards – Kategorie: «Best Talent» 2018: Swiss Music Awards – Kategorie: «Best Male Solo Act» 2018: Swiss Music Awards – Kategorie: «Best Breaking Act» 2018: Swiss Music Awards – Kategorie: «Best Live Act» 2018: Swiss Music Awards – Kategorie: «Best Hit» (für Du) 2024: Eurovision Song Contest – Marcel-Bezençon-Preis in der Kategorie Künstler 2024: Kulturpreis der Stadt Biel 2024: MTV Europe Music Awards – Kategorie: "Best Swiss Act" 2025: Swiss Music Awards – Kategorie: «Best Solo National» 2025: Swiss Music Awards – Kategorie: «Best Hit» (für The Code) 2025: Musikpreis des Kantons Bern

Literatur Christof Gertsch: Nemos Triumph. In: Tages-Anzeiger/Das Magazin, 3. Mai 2024. (englische Übersetzung). Peter-Philipp Schmitt: Wer ist Nemo? In: FAZ.net, 12. Mai 2024.

Dokumentation Nemo: Reise zum ESC und zu sich selbst. In: SRF.ch, 9. Mai 2024, 40 Min. Schweizerdeutsch (YouTube).

Weblinks

nemothings.com

Nemos Auftritt im Finale des Eurovision Song Contests 2024 (YouTube) The Code (Orchesterversion) mit Sinfonieorchester Biel-Solothurn (YouTube)

Einzelnachweise

Kategorie:Popmusiker Kategorie:Musiker (Schweiz) Kategorie:Teilnehmer bei The Masked Singer Switzerland Kategorie:Rapper Kategorie:Dialektsänger (Schweizerdeutsch) Kategorie:Interpret eines Siegerbeitrags zum Eurovision Song Contest Kategorie:Interpret eines schweizerischen Beitrags beim Eurovision Song Contest Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1999 Kategorie:Nichtbinäre Person Kategorie:Musiker (Berlin)