mini|hochkant|Wohn- und Geschäftshaus Holm 63, 1908, mit dem Wappen der Reepschlägerfamilie Landt (vgl. Straßenstück Katsund) mini|hochkant|Wohnhaus Am Burgfried 11, 1904 mini|hochkant|Dreifamilienhaus Marienhölzungsweg 47, 1912, von Maurermeister Andr. Jensen unter Mitarbeit von Karl BartLutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 408Eiko Wenzel, Henrik Gram: Zeitzeichen, Architektur in Flensburg, S. 94 mini|Wohn- und Geschäftshaus Nikolaistraße 10, 1905, damals mit dem ersten Kino der Stadt, dem „Kosmorama“ mini|Hotel Seewarte im Stadtteil Mürwik, 1906 mini|Eckhaus Gertrudenstraße 1, 1913–1915 mini|Parkhof in Mürwik, 1925–1928 mini|Haus Hermann-Löns-Weg 18, 1934 mini|Wohnblock Dr.-Todsen-Straße 2–4, 1935/1936 (als Fortsetzung des Arkaden-Baus Südermarkt 7) Karl Bernt (* 8. Oktober 1871; † 27. Juli 1952 in FlensburgStandesamt Flensburg: Sterberegister. Nr. 810/1952.) war ein deutscher Architekt, der zwischen 1903 und 1938 in Flensburg wirkte.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6. Bernts Architektursprache entwickelte sich dabei von Jugendstil und Reformarchitektur bis zum Backsteinexpressionismus.Eiko Wenzel, Henrik Gram: Zeitzeichen, Architektur in Flensburg, S. 97
Leben und Schaffen 1903 entstand mit dem viergeschossigen Jugendstil-Mietwohnhaus Glücksburger Straße 28 Karl Bernts erstes nachweisbares Gebäude in der Stadt Flensburg.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland], Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 502. In den darauffolgenden Jahren wurde Bernt zu einem vielbeschäftigten Architekten, der zahlreiche stadtbildprägende Gebäude schuf. 1905 wurde von Karl Bernt am Platz an der oberen Marienstraße („Kuhgangsplatz“), das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus Marienstraße 61 errichtet. Für dieses Gebäude griff Bernt auf Pläne von Alexander Wilhelm Prale zurück, die er aber durch neue Stilelemente modernisierte und damit weitgehend veränderte. Bernts neu gestaltete Fassade besteht aus einer Mischung von Jugendstil und Landhauselementen. Nur die räumliche Aufteilung des Gebäudes übernahm Bernt noch von Prale.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 198. Ein Jahr später errichtete Bernt das Hotel Seewarte in Flensburg-Mürwik. 1906 gestaltete Bernt zudem auch das Vorderhaus des Zuckerhofs um, in dem sich Anfang des 19. Jahrhunderts eine Zuckersiederei befand. In das Erdgeschoss des Gebäudes in der Norderstraße 31 wurden zwei Ladenlokale sowie ein dazugehöriger Mitteleingang eingerichtet. Die Fassade wurde um drei Meter zurückversetzt und durch Bernt neu gestaltet.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 216.Eiko Wenzel, Henrik Gram: Zeitzeichen, Architektur in Flensburg, S. 62
Von 1898 an bis 1912 wurden die erhaltenen Wohnhäuser in der Brixstraße im Stadtteil Jürgensby errichtet. Einige Häuser in diesem Bereich stammen ebenfalls von Karl Bernt. Unter anderem war er dort möglicherweise auch am Wohnhaus Brixstraße 19 von 1907 beteiligt.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 492, 494 und 518. 1908–1909 beteiligte sich Bernt am Bau der Flurstraße im Stadtteil Westliche Höhe mit drei Wohnhäusern.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 374 ff. 1908–1909 wurden in der Clädenstraße hochwertige Mehrfamilienhäuser errichtet, die vorrangig von Karl Bernt stammten. Die großzügig ausgestatteten Wohnhäuser sollten den zu erwartenden Bedarf höherer Marinechargen bedienen, der auf Grund der Errichtung der Marineschule Mürwik erwartet wurde. Da die Marineschule aber später als der Bauherr der Clädenstraßen-Häuser vermutete fertig wurde, blieben die Offiziere der Marineschule als Kundschaft aus und der Bauherr ging vorher pleite. Die Stadt ersteigerte 1911 die Gebäude. Anschließend wohnte dort unter anderem Paul Ziegler und später zudem der Maler und Zeichner Günter Messenbrink.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 496 ff.Stadtgeschichte. Faszination Clädenstraße. In: Flensburger Tageblatt vom 4. Dezember 2009; abgerufen am 29. Dezember 2016 1911–1913 entstanden nach Plänen von Karl Bernt unweit der Clädenstraße die Gebäude Ulmenstraße 15 und 16 am Kopf der St.-Jürgen-Treppe.Eiko Wenzel, Henrik Gram: Zeitzeichen, Architektur in Flensburg, S. 119Flensburg-Mobil, Die St.-Jürgen-Treppe, abgerufen am: 29. Dezember 2016 Des Weiteren entstand 1911–1916 eine große Anzahl von Wohnhäusern an der Bismarckstraße, von denen einige ebenfalls von Karl Bernt stammten.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 98 und 486 ff.
Zu der großen Anzahl von Wohn- und Geschäftshäusern von Karl Bernt gehört beispielsweise das außergewöhnliche Eckgebäude Große Straße 39/41 am Heiligengeistgang aus dem Jahr 1911, das durch eine stattliche Putzfassade mit goldfarbenen Tafeln, auf denen antikisierende Gestalten abgebildet sind, auffällt.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 156; Das besagte Geschäftsgebäude wurde später verschiedenartig genutzt. Dort befand sich früher beispielsweise zeitweise ein Tanzlokal, heute ist dort der Fantasyshop „Gandalph“ zu finden. Seit 1914 wurde die Villa Clädenstraße 11 nach Plänen von Karl Bernt gebaut, die vermutlich kriegsbedingt erst 1918 fertiggestellt wurde. Die Villa wurde zurückhaltend gestaltet im Sinne der Reformarchitektur.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 498. Um 1925 wandte Karl Bernt sich offensichtlich der Heimatschutzarchitektur zu. Hatten seine bisherigen Bauten Putzfassaden,Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 212, 320 und 354. folgten nun Bauten mit Backsteinfassaden.Eine etwas frühere Ausnahme war das Wohnhaus Mathildenstraße 17, das schon 1908 durch Karl Bernt mit Backsteinfassade entstand. – Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, S. 412. So entstand beispielsweise 1925–1928 der Parkhof, den Bernt in Zusammenarbeit mit Karl Frehse plante, im Heimatschutzstil.Eiko Wenzel, Henrik Gram: Zeitzeichen, Architektur in Flensburg, S. 131 1935/1936 setzte er Paul Zieglers und Theodor Rieves Eckgebäude Südermarkt 7 durch einen weiteren Wohnblock nach Süden fort. Bei diesem neuen Gebäude Dr.-Todsen-Straße 2–4 wurde Bernt durch Theodor Rieve unterstützt. Ursprünglich sollten im Erdgeschoss des Gelbsteinbaus Arkaden eingefügt werden, die den Arkadenverlauf des benachbarten Südermarktgebäudes fortsetzen sollten, doch dies wurde aus finanziellen Gründen verworfen.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 144. Bernts letztes Wohnhaus entstand 1936–1938 im Stadtteil Sandberg.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 570.
Werke 1903: viergeschossiges Mehrfamilienhaus Glücksburger Straße 28 in Flensburg; Putzfassade mit Jugendstil-Dekor 1904: Wohnhaus Am Burgfried 11 in Flensburg; am Rande des Duburgareals gelegenLutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 354. 1905: Wohn- und Geschäftshaus Nikolaistraße 10 in FlensburgLutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 204.Eiko Wenzel, Henrik Gram: Zeitzeichen, Architektur in Flensburg, S. 39In dem Gebäude mit aufwendiger Jugendstil-Fassade befand sich im rechten Erdgeschossflügel das Kino Kosmorama. Das Kosmorama war Flensburgs erstes Kino überhaupt. Es wurde am 8. September 1906 eröffnet. Es zeigte Stummfilme mit musikalischer Untermalung durch ein Klavier.Die ersten Kinos in Flensburg, abgerufen am: 27. Dezember 2016Flensburg Journal: Wissenswertes über Flensburgs Kinos, vom: 18. April 2022; abgerufen am: 9. Oktober 2023 1905: Wohn- und Geschäftshaus Marienstraße 61 in Flensburg („Kuhgangsplatz“) 1906: Hotel Seewarte in Flensburg-MürwikLutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 542. 1907: Wohn- und Geschäftshaus Brixstraße 5 in FlensburgLutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 492. 1908: Wohn- und Geschäftshaus Holm 63 in Flensburg; ehemaliges Haus der Reepschlägerfamilie Landt von KatsundLutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 180. 1908: Wohnhäuser Mathildenstraßen 17 und 18; Nr. 17 mit Backsteininfassade der Reformarchitektur bzw. der Heimatschutzarchitektur, die eher schlicht gestaltet ist, mit Ausnahme des neobarocken Portals.Lutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 412.Eiko Wenzel, Henrik Gram: Zeitzeichen, Architektur in Flensburg, S. 100 1908: Wohn- und Geschäftshaus Brixstraße 29 / Bremerplatz in FlensburgLutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 494. 1908–1909: Wohnhaus Bau'er Landstraße 15 in Flensburg; Putzfassade mit JugendstildekorLutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 320. 1908–1909: Wohnhäuser Flurstraße 11, 17 und 19 in FlensburgLutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 376 f. 1908–1913: viergeschossige Wohnhäuser für höhere Marinechargen Clädenstraße 3, 6, 7, 8, 9 und 10 in FlensburgLutz Wilde (Bearb.): Flensburg. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Band 2.) Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, Seite 496 und 498.