Christoph Julius Hermann Harpprecht (* 14. April 1888 in Holzgerlingen; † 15. April 1966 in Freudenstadt) war ein deutscher evangelischer Pfarrer.
Leben Harpprecht war ein Sohn des Pfarrers Karl Harpprecht(1838–1914), erster Ehrenbürger von Holzgerlingen, verheiratet mit Marie Zeller (1855–1921) aus Dünsbach seit dem 18. Juli 1876, sowie jüngerer Bruder des Arztes Dr. Heinrich Harpprecht (1878–1966) und des Martin Harpprecht (1886–1918).
Er studierte von 1907 bis 1912 evangelische Theologie in Tübingen und Halle. Er war Mitglied der Studentenverbindung AV Nicaria Tübingen im SB.Verein alter Tübinger Nicaren e. V. (Hrsg.): Nicarenbrief. September 1935, Nummer 7, S. 18.
Harpprecht wurde im Ersten Weltkrieg an der Westfront als Offizier und Führer einer Minenwerferabteilung eingesetzt.Die zu seinen Feldpostbriefen gehörenden Fotos befinden sich im Fotoarchiv des Evangelischen Archivs Baden und Württemberg
Nach seiner Dienstzeit war er ab 1917 Pfarrer in Hochdorf an der Enz, dann ab 1926 Inspektor und 2. Pfarrer in Korntal und ab 1935 Dekan im Kirchenbezirk Nürtingen.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er durch sein mutiges Auftreten bekannt. Er war Mitglied der Bekennenden Kirche. Wegen einer Beziehung seiner Tochter Lilly zu einem SS-Führer veranlasste die Kirchenleitung ihn 1945 zur Aufgabe seines Amtes und zur Übernahme einer Krankenhauspfarrstelle in Stuttgart. Seine letzte Pfarrstelle hatte er von 1950 bis 1953 in Winnenden.
Er war mit Dorothea Harpprecht, geborene Bronisch,Bronisch, eine alte niederlausitzer Pfarrerdynastie verheiratet. Sein Sohn war der 1927 in Stuttgart geborene Journalist Klaus Harpprecht.Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 457.
Auszeichnungen (Auswahl) Eisernes Kreuz II. Klasse Friedrichsorden Ritter II. Klasse Ehrenkreuz mit Schwert
Literatur Steffen Seischab: Ein spektakulärer Rücktritt. Der Abgang des evangelischen Dekans Christoph Harpprecht 1945. In: Steffen Seischab: Nürtinger Köpfe. Nürtingen: Senner 2018, S. 214–221. Norbert Haag: Dekane. Eine kirchliche Funktionselite 1918 bis 1948. Eine Untersuchung am Beispiel der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2023, S. 422 f. Klaus Harpprecht: Mein Vater der Dekan (Christoph Harpprecht) vom 16. Juni 1968
Weblinks
Harpprecht, Christoph im Archivportal-D Eintrag bei Württembergische Kirchengeschichte Online Nürtinger Zeitung vom 29. Februar 2012
Einzelnachweise
Kategorie:Lutherischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Person der Bekennenden Kirche Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Elternteil einer berühmten Person Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Träger des Friedrichs-Ordens (Ritter II. Klasse) Kategorie:Korporierter im Schwarzburgbund Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1888 Kategorie:Gestorben 1966 Kategorie:Mann