Zdedy () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck).

Geographische Lage Zdedy liegt am Ostufer des Sdeder Sees (1938 bis 1945 Stettenbacher See, ) im südlichen Osten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 13 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Ełk (Lyck).

Geschichte Das kleine bis 1938 Sdeden genannte Dorf wurde 1516 erstmals erwähntDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Stettenbach. Zwischen 1874 und 1945 war es in den Amtsbezirk Baitkowen () eingegliedertRolf Jehke, Amtsbezirk Baitkowen/Baitenberg, der – 1938 in „Amtsbezirk Baitenberg“ umbenannt – zum Kreis Lyck im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahre 1910 zählte Sdeden 162 Einwohner.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Sdeden gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Sdeden stimmten 120 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreußischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 87

Am 30. September 1928 vergrößerte sich Sdeden um den Nachbarort Rymken (1938 bis 1945 Riemken, polnisch Rymki), der eingemeindet wurde. Die Einwohnerzahl stieg somit bis 1933 auf 175.

Aus politisch-ideologischen Gründen der Abwehr fremdländisch klingender Ortsnamen wurde Sdeden am 3. Juni (amtlich beglaubigt am 16. Juli) des Jahres 1938 in „Stettenbach“ umbenannt. Die Einwohnerzahl lag 1939 bei 160.

In Kriegsfolge kam das Dorf 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und trägt seither die polnische Namensform „Zdedy“. Es ist heute in das Schulzenamt () Białojany () einbezogen und somit eine Ortschaft im Verbund der Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck), bis 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seitdem der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Kirche Bis 1945 war Sdeden resp. Stettenbach in die evangelische Kirche BaitkowenWalther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 3: Dokumente. Göttingen 1968, S. 493 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die römisch-katholische Kirche St. Adalbert in LyckSdeden im Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Zdedy katholischerseits zur Pfarrei BajtkowoPfarrei Bajtkowo () im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen. Die evangelischen Einwohner halten sich zur Kirchengemeinde in der Kreisstadt Ełk (Lyck), einer Filialgemeinde der Pfarrei Pisz () in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Verkehr Zdedy liegt an der Nebenstraße 1864N, die von der Kreisstadt Ełk durch die Gmina Ełk über Mostołty (Mostolten) bis in die Gmina Biała Piska (Bialla, 1938 bis 1945 Gehlenburg) bei Monety (Monethen) und Rakowo Małe (Köllmisch Rakowen, 1938 bis 1945 Köllmisch Rakau) an der Woiwodschaftsstraße 667 führt. Ein Bahnanschluss existiert nicht.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Ortes Günter Donder (* 1929; † 2025), in Zdedy, damals Sdeden, geborener Heimatforscher und Autor. Verfasser von Kleines Masurisches Wörterbuch.Günter Donder: Kleines Masurisches Wörterbuch. 2011 bei der Kreisgemeinschaft Lyck in der Landsmannschaft Ostpr. e. V., vertreten durch ihren damaligen Vorsitzenden Gerd Bandilla, im Selbstverlag erschienen.

Weitere Persönlichkeiten, die mit dem Ort verbunden sind Tim Bendzko (* 1985), der in Berlin geborene Singer-Songwriter hat über die Familie Bendzko väterliche Wurzeln in Zdedy.

Literatur Günter Donder: Meine Kinderjahre in Masuren. Erinnerungen. In: Masurische Storchenpost. 33. Jhg. August 2023 Nr. 8 (417), Seite 16–22, (Online) Günter Donder: Heimat... und alles ist so anders doch. SOL-Verlag, Königslutter.

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1516 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Ełk (Landgemeinde)