mini|Urkunde der Wittgenstein-Preisverleihung für Josef Penninger Der Wittgenstein-Preis ist der mit einem Preisgeld bis zu zwei Millionen Euro (Stand 2026) höchstdotierte Preis der Republik Österreich im Bereich der Wissenschaften, benannt nach dem österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein.

Der Preis wurde 1996 vom damaligen Wissenschaftsminister Rudolf Scholten und dem Physiker Arnold Schmidt ins Leben gerufen und wird üblicherweise einmal jährlich vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) ausgeschrieben und vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung vergeben.

Der Preis wird umgangssprachlich und medial auch als „österreichischer Nobelpreis“ oder „Austro-Nobelpreis“ bezeichnet.

Kriterien und Vergabemodalitäten Für eine Auszeichnung mit dem Wittgenstein-Preis kommen nur Wissenschaftler, die von Vorschlagsberechtigten vorgeschlagen werden, infrage. Es gibt keine Quotenbeschränkung auf einzelne Wissenschaftsdisziplinen. Nominiert werden können nur in Österreich tätige Forscher, deren Herkunft und Nationalität aber beliebig ist. Der Preis wird einmal jährlich, in manchen Jahren zweimal, vergeben.

Der Preis ist mit bis zu 1,9 Millionen Euro (Stand 2025) dotiert. Den Betrag kann der Preisträger als Fördermittel im Laufe von fünf (verlängerbar auf sechs) Jahren relativ frei für Forschungszwecke ausgeben.

Der Preis orientiert sich stark an dem in Deutschland vergebenen Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis, die Auswahl des Preisträgers wird allerdings von einer unabhängigen Jury vorgenommen. Diese setzt sich aus 14 internationalen Wissenschaftlern zusammen, die aus renommierten Forschungsstätten und -instituten – beispielsweise der Harvard-Universität oder dem Massachusetts Institute of Technology – stammen.

Gemeinsam mit dem Wittgensteinpreis vergibt dieselbe Jury auch jährlich den Start-Preis. 2025 vergab der FWF erstmals die FWF-ASTRA-Preise mit einem Fördervolumen von je rund einer Million Euro an 18 Wissenschaftler.

Gottfried und Vera Weiss-Preis Seit 2014 wird jährlich abwechselnd in den Bereichen Meteorologie und Anästhesie der von der Dr. Gottfried und Dr. Vera Weiss Wissenschaftsstiftung finanzierte Weiss-Preis ausgeschrieben. Die Stiftung geht auf den Meteorologen Gottfried Weiss (1926–2000) und seine Frau, die Anästhesistin Vera Weiss (1926–2013), zurück.Innsbrucker Höhlenforscher erhält Weiss-Preis 2018. Artikel vom 27. März 2019, abgerufen am 29. März 2019. Preisträger waren:

2014: Kay Helfricht, Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung1. Preisverleihung – Meteorologie an Dr. Kay HELFRICHT. Artikel vom 17. Februar 2017, abgerufen am 29. März 2019.Weiss-Preis 2018 für Forschung in Eishöhlen geht an Christoph Spötl. Artikel vom 28. März 2019, abgerufen am 29. März 2019. 2015: Klaus Ulrich Klein, Anästhesie, Universitätsklinik Wien2. Preisträger: Anästhesie: Dr. Klaus Ulrich KLEIN: Weiss-Wissenschaftsstiftung. Artikel vom 25. Jänner 2017, abgerufen am 29. März 2019. 2016: Alexander Gohm, Institut für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften, Universität InnsbruckAlexander Gohm erhielt Weiss-Preis. Artikel vom 23. Jänner 2017, abgerufen am 29. März 2019.3. Preisträger – Meteorologie – Dr. Alexander GOHM – Weiss-Wissenschaftsstiftung. Artikel vom 25. Jänner 2017, abgerufen am 29. März 2019. 2017: Kai Kummer (Medizinische Universität Innsbruck)4. Preisverleihung an Dr. Kai Kummer – Weiss-Wissenschaftsstiftung. Artikel vom 28. März 2019, abgerufen am 29. März 2019. 2018: Christoph Spötl, Institut für Geologie, Universität Innsbruck 2020: Andreas Stohl, Institut für Meteorologie und Geophysik, Universität Wien 2022: Vito Giordano, Anästhesie, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Wien 2024: Ottokar Stundner, Anästhesie, Medizinische Universität Innsbruck

Preisträger Quelle: 1996: Erwin Friedrich Wagner – Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie, Wien 1996: Ruth Wodak – Institut für Sprachwissenschaften, Universität Wien 1997: Erich Gornik – Institut für Festkörperelektronik, Technische Universität Wien 1997: Antonius Matzke und Marjori Matzke – Institut für Molekularbiologie, Österreichische Akademie der Wissenschaften 1998: Georg Gottlob – Institut für Informationssysteme, Technische Universität Wien 1998: Walter Schachermayer – Institut für Statistik, Operations Research und Computerverfahren, Universität Wien 1998: Peter Zoller – Institut für Theoretische Physik, Leopold-Franzens-Universität, Innsbruck 1999: Kim Ashley Nasmyth – Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie, Wien 2000: Andre Gingrich – Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien 2000: Peter Markowich – Institut für Mathematik, Universität Wien 2001: Meinrad Busslinger – Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie, Wien 2001: Heribert Hirt – Department für Pflanzenmolekularbiologie, Universität Wien 2002: Ferenc Krausz – Institut für Photonik, Technische Universität Wien 2003: Renée Schroeder – Institut für Mikrobiologie und Genetik, Universität Wien 2004: Walter Pohl – Forschungsstelle für Geschichte des Mittelalters, Österreichische Akademie der Wissenschaften 2005: Barry J. Dickson – Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie, Wien 2005: Rudolf Grimm – Institut für Experimentalphysik, Universität Innsbruck 2006: Hannes-Jörg Schmiedmayer – TU Wien 2007: Christian Krattenthaler – Fakultät für Mathematik, Universität Wien 2007: Rudolf Zechner – Institut für Molekulare Biowissenschaften, Universität Graz 2008: Markus Arndt – Fakultät für Physik, Universität Wien 2009: Jürgen Knoblich – Institut für Molekulare Biotechnologie, Wien 2009: Gerhard Widmer – Institut für Computational Perception, Universität Linz 2010: Wolfgang Lutz – Internationales Institut für angewandte Systemanalyse und Vienna Institute of Demography der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Department für Sozioökonomie, Wirtschaftsuniversität Wien 2011: Gerhard J. Herndl – Department für Meeresbiologie, Fakultät für Lebenswissenschaften, Universität Wien 2011: Jan-Michael Peters – Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie, Wien 2012: Thomas Henzinger – ISTA 2012: Niyazi Serdar Sarıçiftçi – Institut für Physikalische Chemie und Institut für Organische Solarzellen, Universität Linz 2013: Ulrike Diebold – Institut für Angewandte Physik, TU Wien 2014: Josef Penninger – Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA), Wien 2015: Claudia Rapp – Institut für Byzantinistik und Neogräzistik der Universität Wien 2016: Peter Jonas – ISTA 2017: Hanns-Christoph Nägerl – Institut für Experimentalphysik, Universität Innsbruck 2018: Herbert Edelsbrunner – ISTA und Ursula Hemetek – Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst WienWittgenstein-Preise 2018 an den Informatiker und Mathematiker Herbert Edelsbrunner sowie an die Ethnomusikologin Ursula Hemetek. OTS-Meldung vom 13. Juni 2018, abgerufen am 13. Juni 2018. 2019: Philipp Ther – Institut für Osteuropäische Geschichte, Universität Wien, und Michael Wagner – Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung, Universität Wienorf.at: Wittgenstein-Preis an Historiker und Mikrobiologen. Artikel vom 17. Juni 2019, abgerufen am 17. Juni 2019.Philipp Ther und Michael Wagner zu Österreichs neuen Wittgenstein-Preisträgern gekürt. OTS-Meldung vom 17. Juni 2019, abgerufen am 17. Juni 2019. 2020: Adrian Constantin – Fakultät für Mathematik, Universität Wien 2021: Monika Henzinger – Universität Wien 2022: Christa Schleper – Universität Wien 2023: Hans J. Briegel – Universität Innsbruck 2024: Jiří Friml – Institute of Science and Technology Austria 2025: Elly Tanaka – Institut für Molekulare Biotechnologie 2026: Markus Aspelmeyer – Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Universität Wien

Weblinks

Auszeichnungen des FWF FWF-Seite zum Wittgenstein-Preis

Erlebniswelt Forschung – 10 Jahre Exzellenzprogramme Werner Zillig, Am Start: Ludwig Wittgenstein

Einzelnachweise

Kategorie:Wissenschaftspreis (Österreich) Kategorie:Erstverleihung 1996 Kategorie:Ludwig Wittgenstein