Roar Ljøkelsøy (* 31. Mai 1976 in Orkdal) ist ein ehemaliger norwegischer Skispringer und heutiger -trainer. Von 2016 bis 2019 war er Assistenztrainer der deutschen Skisprungnationalmannschaft.

Werdegang Mit neun Jahren absolvierte Ljøkelsøy seine ersten Sprünge unter der Aufsicht von Terje Nyhus. Zwei Jahre später gewann er seinen ersten Wettkampf, mit 13 wurde er Kreismeister. Mit 14/15 Jahren beendete er seine fußballerische Karriere und ging nach Trondheim, wo er vier Jahre lang die Heimdal Vidergaende Skole besuchte. Im selben Winter gewann er den Norges Cup der Junioren, wurde Fünfter bei den Junioren-Weltmeisterschaften und kam schließlich ins norwegische Weltcupteam. Dort debütierte er mit 16 Jahren, kurz darauf gewann er erste Weltcuppunkte in Planica. Es folgten Jahre im Mittelmaß mit seltenen Ausschlägen nach oben. 1995 stand er erstmals auf dem Podest, wieder in Planica. 1996 flog Ljøkelsøy auf der Čerťák-Schanze als erster Athlet auf dieser Anlage über 200 m. Ende der 1990er Jahre begann aber eine jahrelange erfolglose Phase der norwegischen Skispringer. Ein Tiefpunkt waren die Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City, wo das Team noch hinter dem aus Südkorea Neunter wurde.

Der Erfolg kam erst mit dem Trainerwechsel 2002, denn der neue Nationaltrainer Mika Kojonkoski führte landesweite Sichtungsprogramme durch, um sich die größten Talente herauszusuchen und diese zu fördern.

Bei der Skiflug-Weltmeisterschaft 2004 in Planica wurde Ljøkelsøy Weltmeister im Einzel und mit dem Team. Die Saison 2003/2004 beendete er nach Erfolgen beim Nordic Tournament als Zweiter im Gesamt-Weltcup, was er in der darauffolgenden Saison wiederholen konnte. Im Jahr 2004 übertraf Ljøkelsøy in Oberstdorf mit einem Flug über 223 Meter den bisherigen Schanzenrekord um 10 Meter. Bis dahin wurde es als unmöglich angesehen, auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze eine solche Weite zu stehen. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2005 in Oberstdorf errang er die Silbermedaille im Springen von der Großschanze sowie die Bronzemedaille mit dem Team. Bei der Skiflug-Weltmeisterschaft 2006 in Tauplitz/Bad Mitterndorf (Kulm) konnte er seine Titel von 2004 erfolgreich verteidigen. Er gewann zweimal das Einzelspringen und errang so die Goldmedaille. Am nächsten Tag gewann er erneut die Goldmedaille mit seiner Mannschaft im Teamspringen. Damit ist Ljøkelsøy neben dem Österreicher Gregor Schlierenzauer der einzige Skispringer, der vier Skiflug-Goldmedaillen errungen hat. Zugleich ist der Norweger der Einzige, der sowohl im Einzel- wie auch im Mannschaftsfliegen je zweimal auf dem ersten Weltmeisterschaftsplatz lag.

Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin wurde Ljøkelsøy Dritter von der Normalschanze und Vierter von der Großschanze. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2007 in Sapporo holte er im Einzelwettkampf die Bronzemedaille und Silber mit dem Team.

Nach der Saison 2009/10 beendete er seine aktive Karriere. Bei der Skiflug-Weltmeisterschaft 2010 in Planica absolvierte er seinen Abschiedsflug.

Ljøkelsøy ist Vater eines Sohnes namens Sokrates und Athletenbotschafter der Entwicklungshilfeorganisation Right to Play.

Von 2016 bis 2019 war er Teil des Trainerteams der deutschen Skisprungnationalmannschaft. Seit Mai 2019 ist er Cheftrainer des Skisprungvereins Trønderhopp in Trondheim.Ljøkelsøy ny hovedtrener for Trønderhopp, Aftenposten.no, abgerufen am 22. März 2020

Ljøkelsøy hielt mehr als 15 Jahre den Rekord für die meisten Siege eines Norwegers im Skisprung-Weltcup, wurde aber im November 2021 von Halvor Egner Granerud überholt.

Erfolge Weltcupsiege im Einzel Nr. Datum Ort Typ 1. 25. Januar 2003 Großschanze 2. 6. Dezember 2003 Großschanze 3. 20. Dezember 2003 Großschanze 4. 24. Januar 2004 Großschanze 5. 25. Januar 2004 Großschanze 6. 7. Februar 2004 Flugschanze 7. 12. März 2004 Großschanze 8. 14. März 2004 Großschanze 9. 29. Januar 2005 Großschanze 10. 6. Februar 2005 Großschanze 11. 22. Januar 2006 Großschanze

Weltcupsiege im Team Nr. Datum Ort Typ 1. 25. November 2000 Großschanze 2. 15. Februar 2004 Großschanze 3. 6. März 2004 Großschanze 4. 5. März 2005 Großschanze 5. 30. November 2007 Großschanze 6. 6. März 2010 Großschanze

Grand-Prix-Siege im Team Nr. Datum Ort Typ 1. 5. September 2004 Großschanze

Continental-Cup-Siege im Einzel Nr. Datum Ort Typ 1. 20. August 1998 Normalschanze 2. 9. März 2008 Großschanze 3. 22. August 2009 Großschanze

Statistik Weltcup-Platzierungen Saison Platz Punkte 1992/93 53. 4 1993/94 17. 258 1994/95 33. 96 1995/96 15. 501 1996/97 13. 462 1997/98 32. 191 1998/99 29. 173 1999/00 29. 213 2000/01 28. 151 2001/02 35. 117 2002/03 9. 757 2003/04 2. 1306 2004/05 2. 1440 2005/06 4. 875 2006/07 14. 474 2007/08 37. 99 2008/09 25. 259 2009/10 30. 140

Grand-Prix-Platzierungen Saison Platz Punkte 1995 42. 351 1996 45. 8 1997 15. 92 1998 30. 29 1999 38. 18 2000 14. 156 2001 18. 107 2002 6. 193 2003 5. 150 2004 15. 112 2005 30. 52 2006 46. 46 2007 19. 109 2008 28. 75

Schanzenrekorde Ort Land Weite aufgestellt am Rekord bis Harrachov 201,0 m(HS: 205 m) 9. März 1996 9. März 1996 Sapporo 126,0 m(HS: 137 m) 19. Januar 1997 19. Januar 1997 Oberstdorf 223,0 m(HS: 213 m) 7. Februar 2004 14. Februar 2009 Lillehammer 136,5 m(HS: 138 m) 12. März 2004 11. März 2005 Sapporo 140,0 m(HS: 137 m) 22. Januar 2006 26. Januar 2014

Weblinks

Website von Roar Ljøkelsøy (norwegisch)

Einzelnachweise

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