Die Wieslauf ist ein nördlicher und rechter Nebenfluss der Rems im Welzheimer Wald, der im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis verläuft. Ihr Tal wird gewöhnlich als Wieslauftal bezeichnet.
Sie ist 23,8 km lang. Ihr ungefähr 77,3 km² großes Einzugsgebiet, das im östlichen Teil des Rems-Murr-Kreises liegt, grenzt im Norden und Westen an das der Murr, im Osten an das der Lein.
Name Die Wieslauf wird 1027 als Wisilaffa erstmals urkundlich erwähnt. Der Name setzt sich zusammen aus dem Bestimmungswort germanisch *wisla- mit der Bedeutung 'fließen' und dem Hydronym -apa. Damit gehört die Wieslauf zu den südlichsten -apa-Flüssen in Deutschland.
Geographie Flusslauf Die Wieslauf entspringt ca. 2,5 km westnordwestlich von Kaisersbach aus mehreren Quellen am Rand der Rodungsinsel von Höfenäckerle auf etwa . Nach kurzem Lauf, teils auch unter dem Namen Sommerbach, wird sie zum Ebnisee aufgestaut. Unterhalb des Sees fließt sie mit relativ geringem Gefälle in einem Waldgebiet nach Süden.
An der Laufenmühle, einem Haltepunkt der Wieslauftalbahn, kehrt sie sich nach Nordwesten und gräbt sich dabei ein tiefes, teilweise unzugängliches Tal. In diesem steilen Abschnitt läuft sie in mehreren Wasserfällen über die Schichtgrenzen von Unterem Stubensandstein, Oberem Bunten Mergel und Unterem Bunten Mergel. Danach verlässt sie bei Klaffenbach den Wald und tritt ins obere Wieslauftal ein.
Ab Rudersberg führt ihr Lauf wieder nach Süden, nun im sehr weiten und offenen Teil des Wieslauftals. Fast zehn Kilometer weiter talab mündet ihr zumeist von Hochwasserdämmen begleiteter Unterlauf im Osten Schorndorfs auf in zwei Armen (Name des talabwärtigen: „Altlache“) in die Rems.
Zuflüsse Hierarchische Liste der Zuflüsse und class=noviewer|10px Seen von der Quelle zur Mündung. Gewässerlänge, Seefläche, Einzugsgebiet und Höhe nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW, teils ältere Werte. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.
Quelle Die Quelle der Wieslauf liegt keine 200 m westlich von Kaisersbach-Höfenäckerle im Wald.
Oberlauf bis zum Wieslaufknie an der Welzheimer Laufenmühle Ebnisee|miniatur
Sommerbach, von rechts noch vor dem Kaisersbacher Gallenhöfle, 1,0 km. Entsteht bei Kaisersbach-Rotenmad. class=noviewer|10px Durchfließt auf etwa den Ebnisee bei Ebni, 6,3 ha. Salbengehrenbach, von rechts in den obersten Teil des Ebnisees, 0,6 km. Entsteht am Kaisersbacher Fratzenklingenhof. (Bach durch die Straßenbrunnenklinge), von rechts in den mittleren Teil des Sees 0,6 km. Entsteht östlich von Kaisersbach-Ebni. (Bach durch die Kaltenbronnhofklinge), von rechts nach dem See an der Kläranlage, 0,6 km. (Bach durch die Heppichgehrenklinge), von rechts, 0,7 km. (Bach durch die Grenzklinge), von rechts, 0,8 km. Silberteich, von rechts, 0,9 km. (Bach durch die Schwarzklinge), von rechts, 0,9 km. Aspenbach, von rechts, 0,6 km. (Zufluss durch die Geldmacherklinge), von links aus Richtung Kaisersbach-Schmalenberg. Unbeständig.
Vom Wieslaufknie bis zum Gipfel des Nordbogens bei Rudersberg-Klaffenbach mini|hochkant|Wasserfall des Edenbaches vor der Mündung in die Wieslauf
Edenbach, von links an der Laufenmühle, 4,3 km und 5,3 km². Entsteht zwischen Welzheim-Eselshalden und -Taubenhof auf etwa . (Zufluss aus der Häringsklinge), von links auf , 0,6 km. Weidenbach, von rechts auf , 1,3 km. Entsteht nahe dem Breitenfürster Bahnübergang. Buchbach, von links kurz vor der Mündung, 1,2 km. Entsteht nahe der Sternwarte auf etwa . Von links läuft dem Buchbach aus Richtung des Welzheimer Gehöfts Lettenstich eine Seitenklinge zu, in der die Kesselgrotte liegt. Schilderwiesengraben, von rechts an der ehemaligen Bahnstation Klingenmühle der Wieslauftalbahn, 0,5 km. Hanstobelbach, von links, 1,4 km. Entsteht östlich der Lichten Eichen auf etwa . Schildgehrenbach, von rechts am Klingenmühlhöfle (Kaisersbacher Gemeindeexklave), 0,5 km. Hafnersklingenbach, von links, 1,0 km. Entsteht im Norden der Lichten Eichen auf etwa . (Bach durch die Burgholzklinge), von links, 1,2 km. Strümpfelbach, von rechts auf etwa beim Sauerhöfle der Gemeinde Rudersberg, 5,8 km und 9,2 km². Entsteht im Ochsenhau auf Althütte-Sechselberger Gemarkung etwa 0,9 km südlich des Weilers Fautspach auf etwa . Steinbach, von rechts östlich des Althüttener Schlichenhöfles auf etwa , 2,6 km. Entsteht südöstlich von Althütte-Sechselberg im beginnenden Ochsenhau auf etwa und ist am Zufluss länger als der aufnehmende Strümpfelbach. Voggenbächle, von links zwischen Althütte und dem Kaisersbacher Hägerhof im Osten, 1,8 km. Entsteht westlich von Kaisersbach-Ebni auf etwa . Kandelbach, von links auf etwa , 0,9 km. Entsteht östlich des Hägerhofs auf etwa . Kohlbach, von links, 0,7 km. Entsteht etwa . Kellerklingenbach, von links gegenüber dem Strümpfelhof, 0,8 km. Entsteht nahe dem Kellerklinghöfle auf etwa . Igelsbach, von rechts in Rudersberg-Klaffenbach, 3,0 km und 2,2 km. Entsteht beim Sportplatz von Althütte-Schöllhütte auf etwa .
Von Klaffenbach bis hinter Rudersberg (Bach durch die Krumme Klinge), von links, 1,0 km. Bakernbach, im Unterlauf auch Ränkenbach (!), von rechts östlich des Rudersberger Oberdorfs, 2,9 km und 2,0 km². Entsteht nördlich der Rudersberg-Mannenberger Haube auf etwa . Näherbach, von links am Fuß der Steige von Oberdorf nach Mannenberg, 1,0 km. Entsteht südöstlich von Mannenberg auf etwa . Ränkenbach (!) aus der Kohlklinge, von links neben der Serpentine der Steige von Oberdorf nach Mannenberg auf , 0,6 km. Entsteht südöstlich von Mannenberg auf etwa . Daukernbach, von rechts gegenüber dem Schafhaus, 2,7 km. Entsteht am südlichen Ortsrand von Althütte-Kallenberg auf etwa . (Zufluss aus der Lehrklinge), von links am Ortsrand von Rudersberg-Oberdorf, 1,1 km. Entsteht südöstlich des Wasserturms von Althütte-Kallenberg auf etwa . Glasofenbach, von rechts in Rudersberg vor der Straßenbrücke der Neuen Zumhofer Straße, 3,0 km und 3,5 km². Entsteht südöstlich der Kreuzung am Rudersberger Königsbronnhof auf etwa . (Quellast aus der Schindelklinge), von links auf , 1,1 km. Entsteht zwischen der L 1120 und dem Jux über Rudersberg auf etwa . Etwas länger als der Namensast Mittelbach, von rechts am Rudersberger Ortsrand, 1,2 km. Entsteht nördlich von Seelach auf etwa . Brunnenbach, von links gegenüber Rudersberg nach der Straßenbrücke der Neuen Zumhofer Straße, 3,2 km und 2,1 km². Entsteht nördlich des Edelmannshofes auf etwa . Steinbächle, von links, 0,8 km. Entsteht auf etwa . Schmidbächle, von rechts in Rudersberg auf Höhe der Straße Am Burren, 2,6 km. Entspringt nördlich von Rudersberg-Lindental westlich des Königsteins auf etwa . Lindenbächle, von rechts an der Kläranlage nach Schlechtbach, 2,9 km und 4,0 km². Entspringt nördlich von Rudersberg-Lindental westlich des Königsteins auf etwa . Römergraben, von links bei Michelau, 1,2 km. Weilerbach, von rechts bei Asperglen, 2,6 km. Entspringt westlich von Rudersberg-Krehwinkel auf etwa .
Unterlauf auf Schorndorfer Gemarkung mini|Mündung des Tannbachs in die Wieslauf
Kelterbach, von rechts an der Metzlinsweiler Mühle bei Miedelsbach, 1,5 km. Tannbach, von links durch Miedelsbach an der Metzlinsweiler Mühle, 7,7 km zusammen mit seinem längeren linken Oberlauf und 11,3 km². Fließt südlich von Welzheim-Obersteinenberg auf aus seinen Oberläufen zusammen. Burgsteigklingenbach, linker Oberlauf. Entspringt wenig südöstlich von Welzheim-Langenberg auf etwa . Stürzt über den Forellensprung Glasklingenbach, mit Oberlauf Wannenbächle, rechter Oberlauf, 1,2 km. Brunnenbächle, von rechts bald nach dem Zusammenfluss, 0,5 km. Trosenbach, von links östlich von Rudersberg-Steinenberg auf , 2,1 km. Geißgurgelbach, von rechts bei der Steinenberger Mühle in den rechtsseitigen Mühlkanal, 4,8 km. Entspringt westlich unterhalb des Wasserturms im Welzheimer Gewann Lichte Eichen unweit von Langenberg auf etwa . klasse=noviewer|10px Durchfließt auf etwa den Berghofsee, 0,4 ha.
Hornbach, von rechts an der Straßenbrücke der L 1148 bei Haubersbronn, 1,5 km.
Mündung
Die Wieslauf biegt kurz vor ihrer Mündung stark nach rechts ab. Ein Rinnsal-Zweig von ihr mündet dann in etwa südsüdwestlicher Richtung abwärts der Wieslauftalbahnbrücke nach einem Lauf von 23,7 km von rechts in die Rems. Diese offizielle Wieslaufmündung liegt in einem Wäldchen, ist mit einem Busch überwuchert und als Mündung nur schwer zu erkennen.
Der größte Teil des Wassers der Wieslauf fließt jedoch in einem Altlache genannten Mündungsarm geradeaus weiter westsüdwestlich und mündet 1,0 km weiter flussabwärts zwischen den Brücken der Gottlob-Bauknecht-Straße und der Benzstraße von rechts in die Rems.
Bei Renaturierungsmaßnahmen für die Remstal Gartenschau 2019 wurde dort ein kurzer linker Nebenarm geschaffen, der schon etwa fünfzig Meter oberhalb der schon zuvor bestehenden Mündung in die Rems einläuft.
Hochwasser Am 13. Januar 2011 führten Dauerregen und Schneeschmelze zu einem Hochwasser, das Teile von Rudersberg, Miedelsbach und Haubersbronn überschwemmte. Der Remspegel unterhalb der Wieslaufmündung in Schorndorf zeigte dabei den höchsten bis dahin gemessenen Wasserstand. Der Pegel Haubersbronn an der Wieslauf erreichte die Marke von 3,12 m, verglichen mit dem Mittelwert von 0,32 m und knapp unter dem als 100-jährliches Hochwasser bezeichneten Stand von 3,16 m.
Ein Extremhochwasser mit einem neuen Höchststand von 5,03 m am Pegel Haubersbronn gab es 2024, als Starkregen in der Nacht vom 2. zum 3. Juni den Fluss über die Ufer treten ließ und große Schäden in den Ortschaften entlang der Wieslauf und ihren Zuflüssen verursachte. In Miedelsbach starben zwei Personen.
Wirtschaftliche Bedeutung
Flößerei auf der Wieslauf miniatur|Wehr in Schlechtbach
Von 1746 bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf der Wieslauf Feuerholz für Stuttgart und Ludwigsburg geflößt. Geschwemmt wurde loses, etwa 1,20 m langes Scheiterholz, das unterhalb des Ebniseedamms an einer Einwurfstelle ins Flussbett geworfen wurde. Danach wurde der Schieber geöffnet, das aus dem See strömende Wasser spülte die Scheite auf der Wieslauf nach Schorndorf und von dort weiter talabwärts auf der Rems. Das angestaute Wasser des Ebnisees reichte für fünf bis sechs Tage Flößerei. Längs des Flusses waren alle 50 Meter sogenannte Stiefelknechte postiert, benannt nach ihrem Schuhwerk, die mit langen Stangen dafür sorgten, dass die Scheite in der Strömung blieben und talab trifteten. Außerdem mussten sie Holzdiebstahl unterbinden.
Auf der Wieslauf gab es, anders als auf Isar und einigen Schwarzwaldflüssen, keine Langholzflößerei.
Mit der Inbetriebnahme der Remstalbahn endete 1861 die Geschichte der Flößerei auf der Wieslauf, 1862 auch auf der Rems. Das Holz wurde danach auf Karren nach Schorndorf gefahren und von dort weiter mit der Eisenbahn nach Stuttgart und Ludwigsburg.
Mühlen an der Wieslauf
Neben der Flößerei kam auch den Wassermühlen an der Wieslauf eine große Bedeutung zu. Diese waren zumindest am Oberlauf meistens Sägemühlen, welche die geschlagenen Baumstämme zu Balken, Bohlen und Bretter verarbeiteten. Die Sägewerke waren überwiegend im Besitz von Eigentümergemeinschaften aus wohlhabenden Waldbauern. Alleine am Oberlauf des Flusses gab es einst sieben Mühlen.
Gausmannsweiler Sägmühle (stillgelegt um 1937; Abbruch nach 1945) Östliche Hägerhofer Sägmühle (erstmals erwähnt 1715; vor 1835 stillgelegt und abgebrochen) Eckartsweiler Sägmühle (noch vorhanden; erstmals erwähnt 1696) Schmalenberger Sägmühle (erstmals erwähnt 1666; gegen Ende des 19. Jahrhunderts abgebrochen) Koppenmühle (bereits im 17. Jahrhundert vorhanden; im 19. Jahrhundert abgebrochen) Laufenmühle (erstmals erwähnt 1582; abgebrannt und abgetragen 1929) Klingenmühle (erstmals erwähnt 1726; 2024 durch Hochwasser stark beschädigt) Sägemühle von Klaffenbach Rudersberger Schleifmühle (1770 errichtet; stillgelegt um 1930)