mini|hochkant=1.4|Die Fähre in Mainsondheim im Winter (Dezember 2016) Die Mainfähre Mainsondheim ist eine Radfahrer-, Personen- und Wagenfähre auf dem Main, die ganzjährig zwischen dem Dettelbacher Ortsteil Mainsondheim und der Stadt Dettelbach selbst im unterfränkischen Landkreis Kitzingen verkehrt. Seit 2026 verkehrt auf der Strecke das erste vollelektronische Fährschiff Bayerns.

Geschichte Der Beginn des Fährverkehrs zwischen Mainsondheim und Dettelbach liegt im Dunkeln. Erst im Jahr 1555 erklärte sich der Inhaber der Dorfherrschaft Mainsondheim, Wolf von Crailsheim, bereit die Fähre auch bis nach Schwarzenau fahren zu lassen, falls der Schultheiß von Dettelbach dies wünsche. Dieser ersten Nennung folgten viele weitere Erwähnungen der Fährverbindung. Die Fähre wurde noch im 16. Jahrhundert als Sicherheit eingesetzt und wechselte deshalb häufig den Besitzer.

Mit Wilhelm Bayer aus Grettenbach in Österreich wird zwischen 1604 und 1607 erstmals ein Fährmann greifbar. Im Jahr 1607 gelang der Herrschaft Mainsondheim dann der endgültige Rückkauf der Fähre. Bis ins 20. Jahrhundert blieben die Besitzer des Gutshofes in Mainsondheim auch die Besitzer des Fährrechts, erst 1958 überschrieb man das Recht der Gemeinde. Bereits seit den 1920er Jahren war es zu Streitigkeiten um die Nutzung der Fähre gekommen.U. Thomas: Der Aufbau einer Mainfährverbindung. 1993, S. 35.

Im Juni 2026 wurde das bisherige Fährschiff mit dem Namen „Herta“ durch die erste vollelektronische Fähre Bayerns ersetzt. Die zwei Akkus des Schiffs haben eine Leistung von 434 kWh halten etwa zwei Tage, über Nacht wird es geladen. Maximal 99 Personen kann das 20 Tonnen schwere Schiff transportieren. Die neue Fähre wurde auf den Namen „Thetila“ getauft und spielt mit ihrem Namen auf die erste Nennung Dettelbachs als „fiscus dominicus Thetilabah“ an.Birgit Behringer: Dettelbach startet mit erster vollelektrischer Mainfähre in Bayern, Antenne Bayern (2026), abgerufen am 7. Juli 2026.Frank Weichhan: Die neue Elektro-Fähre in Dettelbach ist am Start, Main-Post (2026), abgerufen am 7. Juli 2026.

Fährleute Seit dem 17. Jahrhundert sind die Namen der Fährleute fast durchgehend überliefert. Sie besaßen das Fährrecht, von der Herrschaft gepachtet, meist nur wenige Jahre und stammten aus der näheren Umgebung Mainsondheims. mini|hochkant|Die Mainfähre vor Dettelbach um 1900 Name Erwähnt Anmerkungen Wilhelm Bayer 1604–1607 aus Grettenbach Friedrich Weigand vor 1646 Sebastian Neubert 1646 aus Mainsondheim Julius Gottfried Mäuser 1673 aus Mainsondheim Georg Mäuser 1698–1704 aus Mainsondheim Bartholomäus Mäuser 1705–1714 aus Mainsondheim Sebastian Fuchs 1715–1716 Sebastian Umstätter 1716–1731 aus Heidingsfeld Andreas Schwab 1732–1738 Konrad und Georg Mäuser 1738–1758 aus Mainsondheim Sebastian Fuchs 1759–1760 Hans Georg Ungemach 1761–1766 aus Schwarzenau Hans Georg Söder 1767–1792 aus Schwarzenau Urban Söder 1808–1814 aus Mainsondheim Johann Obermäder 1815–1832 aus Dettelbach Michael Eyrich 1832–1838 aus Mainsondheim Georg Kapp 1838–1853 aus Mainsondheim Valentin Ungemach 1854–1865 aus Schwarzenau Sebastian Hartmann 1866–1871 Michael Sauer 1872–1899 aus Kitzingen Philipp Hartmann 1900–1922 Klemens Böhm 1923–1924 Christoph Kraus 1924–1957U. Thomas: Der Aufbau einer Mainfährverbindung. 1993, S. 36 f.

Siehe auch Liste der Mainfähren im Landkreis Kitzingen

Literatur U. Thomas: Der Aufbau einer Mainfährverbindung. In: Hermann Pfannes (Hrsg.): Mainsondheim bis 1993. Münsterschwarzach 1993, S. 35–37.

Weblinks

Einzelnachweise

Mainsondheim Kategorie:Dettelbach Kategorie:Verkehr (Landkreis Kitzingen) Kategorie:Ersterwähnung 1555 Kategorie:Schifffahrt (Bayern)