Als Vertrag von Yandaboo wird der Friedensschluss im Erster Anglo-Birmanischen Krieg zwischen dem Königreich Ava (unter König Bagyidaw) und der Britischen Ostindien-Kompanie vom 24. Februar 1826 bezeichnet. Er regelte unter anderem die Abtretung der südostasiatischen Gebiete Arakan und Tenasserim durch Ava.

Vorgeschichte Nach dem Einfall der Konbaung-Dynastie in Arakan und den darauffolgenden Verbrechen am Volk der Arakan, kam es zu gewaltigen Flüchtlingsströmen in die angrenzenden britischen Kolonien. Dadurch sahen die Briten die Chance gegeben, militärisch zu intervenieren. Dabei hatte die Britische Ostindien-Kompanie, aufgrund überlegener Waffen und Ausbildung, einen gewaltigen Vorteil gegenüber den Truppen des neuen birmanischen Königs Bagyidaw und erreichten ohne große Verluste den Friedensschluss am 24. Februar 1826. Unterzeichner des Vertrages waren John Crawfurd, als Gesandter der Britischen Ostindien-Kompanie, und Bagyidaw, als König von Ava. Nach der Unterzeichnung erfolgte der sofortige Abzug der unterlegenen Truppen der Ava aus dem Gebiet.

Inhalt Im Vertrag von Yandaboo wurde festgelegt, dass: der Frieden zwischen Ostindienkompanie und Ava wiederhergestellt wird. der König von Ava alle Ansprüche auf das Fürstentum Assam und von diesem abhängige Gebiete sowie die Kleinstaaten Cachar und Jaintia widerruft und den geflohenen Gambhir Singh als Raja von Manipur anerkennt, sollte dieser es wünschen zurückzukehren. das Königreich Ava vier Provinzen im heutigen Rakhaing-Staat (Arakan) an die britische Regierung abtritt. das Königreich Ava vier Provinzen in der heutigen Tanintharyi-Region (Tenasserim) an die britische Regierung abtritt. das Königreich Ava für die britischen Kriegskosten eine Entschädigung in Höhe von einer Crore (10 Mio.) Rupien erbringt.

In weiteren Artikeln wurden unter anderem das Recht auf eine diplomatische Vertretung in der Hauptstadt des jeweils anderen Landes und ein Handelsvertrag vereinbart.

Folgen Da die Briten als Befreier des arakanischen Volkes auftraten und das Gebiet infrastrukturell und wirtschaftlich modernisierten, gelang ihnen eine gesicherte Herrschaft, bis zur Unabhängigkeit Birmas 1948 (Myanmar).

Literatur Priyam Goswami: The History of Assam: From Yandabo to Partition, 1826–1947. Orient Blackswan, Kolkata 2015, ISBN 978-81-250-4653-0. Jacques P. Leider: Le Royaume d’Arakan, Birmanie. Son histoire politique entre le début du XVe et la fin du XVIIe siècle (= École française d'Extrême-Orient. Monographies. 190). École Française d'Extrême-Orient, Paris 2004, ISBN 2-85539-631-X. Jacques P. Leider: Arakan, das Königreich der Wasserwege. Kriegspolitik und Grundlagen seiner Machtexpansion im 17. und 18. Jahrhundert. In: Tilman Frasch (Hrsg.): Stromlinien in Südostasien (= Periplus. Jahrbuch für außereuropäische Geschichte. 19). Lit, Berlin 2009, ISBN 978-3-8258-1617-9, S. 27–47. Daniel G. E. Hall: Burma (= Hutchinson's University Library. 46, ). 3rd edition. Hutchinson University Library, London 1960, S. 106–108.

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