Reudern ist ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Nürtingen im Landkreis Esslingen (Baden-Württemberg).

Geographische Lage Reudern ist im Norden, Osten und Süden überwiegend von Wäldern umgeben. Im Westen grenzt es an Äcker und (Streuobst-)Wiesen. Die Ortschaft liegt auf 365 m ü. NN, höchste Stelle auf der Gemarkung ist das Bölle, nahe der Kelter, mit 391 m ü. NN. Gegenüber seinen Nachbarortschaften liegt es deutlich erhöht. Reuderns Markungsfläche beträgt 283 ha.

Durch Reudern fließen vier Bäche, die auch hier entspringen: Marbach, Riedbach, Klingerbach und ein namenloser Nebenarm des Talbachs. Die Wälder um Reudern bestehen vor allem aus Rotbuche, Eiche und Fichte.

Nachbargemeinden Folgende Städte und Gemeinden grenzen an Reudern, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Oberboihingen (3 km nördlich), Lindorf (3 km nordöstlich), Kirchheim unter Teck (5 km östlich), Dettingen unter Teck (7 km Ost-Südost) und Nürtingen (4 km westlich).

Geschichte Reudern wird erstmals 1338 urkundlich genannt (Rudern) und ist eine wohl grundherrschaftliche Rodesiedlung im westlichen Grenzgebiet der hochadeligen Herrschaft Teck. Wahrscheinlich kam Reudern 1299 mit dem teckischen Anteil von Nürtingen an die Grafen von Württemberg. Ob der Ort während des Dreißigjährigen Krieges unbewohnt war, ist nicht eindeutig nachzuweisen.

Die ersten Häuser befanden sich in der heutigen Reuderner Straße (früher: Nürtinger Straße) und Hülenbergstraße, auch Unterweiler genannt. Das älteste noch existierende Haus Reuderns befindet sich in der Hülenbergstraße.

mini|Reudern 1683, Forstlagerbuch von Andreas Kieser 1751 bauten die Reuderner eine neue Kirche, nachdem fast 200 Jahre keine Kapelle mehr im Ort bestand – so ist auch auf der Abbildung von Andreas Kieser (vgl. Weblinks) keine Kirche zu sehen.

Nach einem Streit mit Nürtingen um die Nutzung der Nürtinger Kelter wurde 1817 in Reudern eine eigene Kelter erbaut, die noch erhalten ist.

Am 1. Oktober 1974 wurde Reudern in die Stadt Nürtingen eingegliedert.

Bevölkerungsentwicklung Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse Datum Einwohner 1834 604 1843 637 1852 617 1861 593 1871 655 1885 613 1895 652 1900 698 1905 703 Datum Einwohner 1910 726 1919 718 1925 725 1933 802 1939 814 1946 1213 1950 1189 1961 1273 1970 1760

Wappen Blasonierung: In Grün ein stehender silberner Hirsch mit schwarzem Geweih. Von diesem Wappen leitet sich auch der Spitznamen der Reuderner – „Hirsche“ – ab. Das Wappen wurde 1929 angenommen.

Konfessionen Die Evangelische Kirchengemeinde Reudern hat rund 1.262 Mitglieder (Stand 2017), Gemeindepfarrerin ist Kornelia Stysch.

Politik Schultheißen, Bürgermeister und Ortsvorsteher

Amtszeit Name Titel 1853–1889 Johannes Georg Baisch (Schultheiß) 1888–1912 Gottlieb Wischuf (Schultheiß) 1912–1920 Eugen Salzmann (Schultheiß) 1920–1923 Metz (Schultheiß) 1923–1933 August Weinland (Schultheiß) 1933–1936 Karl Stoll (Bürgermeister) 1936–1945 Johannes Haußmann (Bürgermeister) Juni 1945–1946 Gottlieb Besemer (kommissarischer Bürgermeister) 1946–1948 Karl Haug (Bürgermeister) 1948–1950 Johannes Haußmann (Bürgermeister) Jan. 1950–Juni 1950 Kirschbaum (Amtsverweser) 1950–1954 Hugo Veyhl (Bürgermeister) 1954–1980 Karl Braun (Bürgermeister bis 1974 und Ortsvorsteher) 1980–2007 Herbert Benker (Ortsvorsteher) 2007–2010 Matthias Ruckh (Ortsvorsteher) 2011–2015 Marietta Weil (Ortsvorsteherin) 2015–2021 Bernd Schwartz (Ortsvorsteher) 2021–2023 Jonas Mauch (Ortsvorsteher) 2023–2025 Dennis Mews (Ortsvorsteher) Seit 2025 Martin Medla (Ortsvorsteher)

Ortschaftsrat Der Ortschaftsrat besteht aus 10 Personen.

Öffentliche Einrichtungen Städtische Einrichtungen Kindergärten Hofäcker und Marbach Grundschule Reudern Gemeindehalle (Turn- und Festhalle) Sportplatz (3 Fußball- und 4 Tennisfelder, Bolzplatz, Bikerparcours und Leichtathletikeinrichtungen)

Kirchliche Einrichtungen Evangelisches Gemeindezentrum (Friedenskirche Reudern) Katholische Teilkirchengemeinde St. Wendelin (gehört zur Pfarrei St. Johannes Nürtingen) Neuapostolische Kirche

Vereine und Gruppen mini|Sonnenwendfeuer 2009 Sportvereine Der Sportverein Reudern e. V. hat rund 1.000 Mitglieder und umfasst die Sportarten Fußball, Leichtathletik, Fahrrad, Ski und Tischtennis. Der Tennisclub-Reudern e. V. ist der zweitgrößte Sportverein im Ort.

Musikalische Vereine Größter musikalischer Verein ist der Musikverein Reudern e. V.

Verkehr Die Bundesstraße 297 von Tübingen nach Schwäbisch Gmünd führt in West-Ost-Richtung direkt durch Reudern hindurch und teilt den Ort in zwei Hälften. Über diese Straße ist Reudern an der Anschlussstelle (56) Kirchheim-Teck-West direkt mit der A8 Stuttgart – München verbunden. Auf Höhe des Landgasthofs Linde zweigt die Kreisstraße 1250 nach Oberboihingen in nördlicher Richtung von der B 297 ab. Seit Februar 2007 verbindet eine neue Kreisstraße Reudern direkt mit dem Klinikum Kirchheim-Nürtingen „Auf dem Säer“ und den anliegenden Berufsschulen. In 3 km Entfernung von Reudern befindet sich der Sonderlandeplatz Hahnweide bei Kirchheim unter Teck, von dem allerdings nur gelegentlich größere Maschinen starten, die nicht dem Personenverkehr zuzuordnen sind. Der nächste größere Flughafen ist der etwa 20 km entfernte Flughafen Stuttgart.

Über die Omnibuslinie 166 des VVS ist Reudern mit Nürtingen und Kirchheim unter Teck sowie den dortigen Bahnhöfen verbunden. Ergänzend zum regulären Busverkehr verkehrt dienstags und donnerstags der Bürgerbus Oberboihingen. Dieser verbindet Reudern mit Oberboihingen und fährt dort unter anderem den Bahnhof Oberbohingen, das Rathaus, Einkaufsmöglichkeiten sowie weitere Haltestellen in Oberbohingen wie Reudern an. Dadurch bietet der Bürgerbus Oberbohingen insbesondere für Fahrten innerhalb der Gemeinde und für den Anschluss an den Bahnhof Oberbohingen eine zusätzliche Mobilitätsangebot.

Literatur

Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Triltsch, Würzburg 1953, , S. 1051–1062. Der Landkreis Esslingen Band 2. Herausgegeben vom Landesarchiv Baden-Württemberg. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, S. 292–294 (Baden-Württemberg – das Land in seinen Kreisen).

Weblinks

Reudern bei leo-bw, dem landeskundlichen Informationssystem Baden-Württemberg Homepage der Ortschaftsverwaltung Reudern Informationen zum Stadtteil Reudern auf den Internetseiten der Stadt Nürtingen, abgerufen am 7. August 2026

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Esslingen) Kategorie:Ort im Landkreis Esslingen Kategorie:Ortschaft von Nürtingen Kategorie:Ersterwähnung 1338 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974