mini|hochkant=0.9|Stolpersteine in Venedig Die Liste der Stolpersteine in Venedig enthält eine Übersicht der Stolpersteine in der italienischen Stadt Venedig. Stolpersteine sollen an das Schicksal der Menschen erinnern, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt, deren Name lautet auf Italienisch pietre d’inciampo. Im Regelfall werden die Stolpersteine vor dem letzten freigewählten Wohnort des Opfers verlegt. Der erste in Venetien verlegte Stolperstein ist dem Ingenieur Bartolomeo Meloni gewidmet; er befindet sich am Campo SS. Apostoli im Sestiere Cannaregio.
Verlegte Stolpersteine Venedig Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen. Cannaregio Im Sestiere Cannaregio wurden 110 Stolpersteine an 50 Adressen verlegt. Stolperstein ÜbersetzungVerlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEACHILLE ABOAFGEBOREN 1891VERHAFTET 20.8.1944DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 30.4.1945BUCHENWALDCannaregio 1445 wurde am 22. Juni 1891 in Venedig geboren. Seine Eltern waren Giacomo Aboaf und Augusta Pighin. Er hatte zumindest zwei Schwestern, Regina (1888) und Giuditta (1894). Er wurde Klempner und heiratete Rosa Lucia Mogno. Das Paar hatte vier Söhne: Abramo Marco (1919), Umberto (1921), Guido (1924) und Gino (1925). Er wurde am 20. August 1944 in Venedig verhaftet, zwei Tage nach seinem jüngsten Sohn, wurde zuerst im Gefängnis von Venedig inhaftiert und dann in die Risiera di San Sabba in Triest überstellt. Am 2. September 1944 wurde Aboaf zusammen mit seinem Sohn mit Transport No. 37T von Triest in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Der Zug mit den Viehwaggons langte nach fünftägiger Fahrt im Lager ein. Achille Aboaf wurde dort am 30. April 1945 ermordet.CDEC: Aboaf, Achille, abgerufen am 10. August 2020
Auch seine Schwestern wurden in Auschwitz ermordet, ebenso ein Neffe, der ebenfalls Achille hieß. Alle Söhne konnten überleben. Abramo Marco, Umberto und Guido wurden im April 1945 aus dem KZ Buchenwald befreit. 120pxHIER WOHNTEGINO ABOAFGEBOREN 1925VERHAFTET 18.8.1944DEPORTIERTAUSCHWITZMAUTHAUSENBEFREITCannaregio 1445 wurde am 13. November 1925 in Venedig geboren. Er war der jüngste der vier Söhne Rosa Lucia Mognos und Achille Aboafs. Seiner Brüder waren Abramo Marco (1919), Umberto (1921) und Guido (1924). Abramo Marco, Umberto und Guido wurden bereits zwischen März und April 1944 in Rom verhaftet. Gino als letzter der vier Brüder am 18. August 1944 in Venedig. Zuerst war Gino im Gefängnis von Venedig in Haft, dann wurde er nach Triest ins KZ Risiera di San Sabba gebracht. Von dort aus wurde er am 2. September 1944 mit dem Transport N. 37T nach Auschwitz deportiert, wo der Konvoi am 7. September ankam. Gino Aboaf überlebte die Schrecken der Konzentrationslager und wurde am 5. Mai 1945 aus Mauthausen befreit. Ein Jahr nach seiner Verhaftung, am 18. August 1945 konnte Gino Aboaf endlich nach Hause zurückkehren.CDEC: Aboaf, Gino, abgerufen am 23. Mai 2020.Gli ebrei deportati dal Veneto (1943–1945): Aboaf Gino, abgerufen am 19. Mai 2020.
Seine Brüder Guido, Umberto und Abramo Marco wurden im April 1945 aus Buchenwald befreit und konnten im September 1945 ebenfalls nach Hause zurückkehren.CDEC: Aboaf, Abramo Marco, abgerufen am 23. Mai 2020.CDEC: Aboaf, Guido, abgerufen am 23. Mai 2020.CDEC: Aboaf, Umberto, abgerufen am 23. Mai 2020. 120px HIER WOHNTEGIUDITTA ABOAFGEBOREN 1894VERHAFTET 5.5.1944DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET Calle OrtoCannaregio 1215 wurde am 8. Mai 1894 in Venedig geboren. Ihre Eltern waren Giacomo Aboaf and Augusta, geborene Pighin. Sie hatte zwei Geschwister: Schwester Regina und Bruder Achille. Sie war verheiratet mit Attilio Navarro, dieser starb 1934.Pezetti: La liberazione dei campi nazisti, 2016, S. 100. Das Paar hatte drei Kinder: Amalia (geboren 1917), Achille (geboren 1921) und Lina (geboren 1926). Giuditta Aboaf und ihre drei Kinder wurden am 5. Mai 1944 festgenommen, kamen zuerst ins Gefängnis Santa Maria Maggiore und wurden am 30. Mai 1944 ins Durchgangslager Fossoli deportiert, von hier wurden sie am 26. Juni 1944 mit dem Transport Nr. 13 nach Auschwitz deportiert, wo sie am 30. Juni 1944 ankamen. In Auschwitz wurde Giuditta Rita Aboaf sofort in einer Gaskammer ermordet.CDEC: Aboaf, Giuditta Rita, abgerufen am 6. Mai 2017.
Achille starb einige Monate nach seiner Mutter. Seine zwei Schwestern wurden am 31. Oktober 1944 ins KZ Bergen-Belsen überstellt, von hier wurden sie am 7. Februar nach Raguhn, einem Außenlager des KZ Buchenwalds, überstellt, wo sie in einer Flugzeugfabrik arbeiten mussten. Mitte April 1945 wurden sie auf Grund der heranrückenden alliierten Truppen nach Theresienstadt überführt. Hier wurden sie schließlich befreit. Lina heiratete 1950 Mario Saba, das Paar hatte eine Tochter. Lina starb 2000, ihre Schwester Amalia starb 2003.CDEC: Navarro, Lina, abgerufen am 6. Mai 2017.CDEC: Navarro, Amalia, abgerufen am 6. Mai 2017. 120px HIER WOHNTEIDA ABOAFGEBOREN 1901VERHAFTET 5.12.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET Cannaregio 3958 (1901–1944/45)CDEC: Aboaf, Ida, abgerufen am 12. März 2022 120px HIER WOHNTESALOMONE ABOAFGEBOREN 1868VERHAFTET 17.8.1944DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 9.7.1944 Calle del Ghetto VecchioCannaregio 1223 wurde am 3. Mai 1868 in Venedig geboren. Seine Eltern waren Giacomo Aboaf und Stella, geborene Udine. Er hatte einen General Store im Ghetto. Er wurde am 17. August 1944 verhaftet und ins Konzentrationslager Risiera di San Sabba deportiert. Von hier wurde er am 2. September 1944 mit dem Transport 37T nach Auschwitz deportiert. Der Zug kam dort am 7. September 1944 an. Noch am Tag der Ankunft wurde er in einer Gaskammer ermordet.CDEC: Aboaf, Salomone Girolamo, abgerufen am 6. Mai 2017 (mit einem Foto von Salomone Aboaf).Giovanni Tomasi, Silvia Tomasi: Ebrei nel Veneto orientale: Conegliano, Ceneda e insediamenti minori, Casa Editrice Giuntina, 2012, S. 34. 120px HIER WOHNTEREGINA ABOLAFFIOGEBOREN 1870VERHAFTET 17.8.1944DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET Campo del Ghetto NovoCannaregio 2874 CDEC: Abolaffio, Regina, abgerufen am 12. März 2022 120pxHIER WOHNTEADA ANCONAGEBOREN 1873VERHAFTET 5.12.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 26.2.1944 Campo del Ghetto NovoCannaregio 2874 wurde am 8. Februar 1873 in Venedig geboren. Ihre Eltern waren Fortunata Sacerdoti und Angelo Ancona, außerdem hatte Ada eine ältere Schwester, Ida (1871). Am 5. Dezember 1943 wurde Ada in Venedig verhaftet und zuerst im städtischen Gefängnis, dann im Durchgangslager Fossoli festgehalten. Am 22. Februar 1944 wurde sie mit dem Transport N. 8 vom Lager Fossoli ins KZ Auschwitz deportiert. Bei der Ankunft des Transports am 26. Februar registrierte man Ada mit dem Buchstaben S und sie wurde sofort ermordet.CDEC: Ancona, Ada, abgerufen am 14. Mai 2020.Gli ebrei deportati dal Veneto (1943–1945): Ancona Ada, abgerufen am 14. Mai 2020. 120px HIER WOHNTEIDA ANCONAGEBOREN 1871VERHAFTET 17.8.1944DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 7.9.1944 Campo del Ghetto NovoCannaregio 2874 wurde am 30. August 1871 in Venedig als erstes Kind des Paares Fortunata Sacerdoti und Angelo Ancona geboren. Ihre jüngere Schwester Ada war bereits im Dezember 1943 verhaftet und nach Auschwitz deportiert worden. Die Festnahme Idas folgte am 17. August 1944 in Venedig. Sie war im Lager Risiera di San Sabba in Triest in Haft und wurde am 2. September mit dem Transport N. 37T ins KZ Auschwitz deportiert. Bei der Ankunft des Transports am 7. September wurde Ida mit dem Buchstaben S registriert und sofort ermordet.CDEC: Ancona, Ida, abgerufen am 14. Mai 2020.Gli ebrei deportati dal Veneto (1943–1945): Ancona Ida, abgerufen am 14. Mai 2020. 120px HIER WOHNTEADELE ALMANSIVERHAFTET 5.12.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 26.2.1944 Cannaregio 5400 (1877–1944)CDEC: Almansi, Adele, abgerufen am 12. März 2022 120px HIER WOHNTEEDOARDO BASSANIGEBOREN 1876VERHAFTET 5.12.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 26.2.1944 Campo del Ghetto NovoCannaregio 2874 wurde am 16. April 1876 in Venedig geboren. Seine Eltern waren Leone Bassani und Elena Richetti. Er wurde Kaufmann und heiratete Giuditta Ascoli. Das Paar hatte zumindest einen Sohn, Bruno, und eine Tochter, Bianca, später verheiratete Bemporad. Am 5. Dezember 1943 wurden Bassani und sein Sohn von Italienern in Venedig verhaftet. Sie waren zuerst im Gefängnis der Stadt interniert und danach im Durchgangslager Fossoli. Am 22. Februar 1944 wurden er zusammen mit seinem Sohn mit dem Konvoi No. 8 vom Bahnhof in Carpi in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Edoardo Bassani wurde unmittelbar nach der Ankunft am 26. Februar 1944 in einer Gaskammer ermordet.CDEC: Bassani, Edoardo, abgerufen am 24. September 2020 Sein Sohn überlebte die Selektion und wurde zur Zwangsarbeit eingeteilt. Er wurde mit der Nummer 174477 registriert und zur Zwangsarbeit in Monowitz eingeteilt, für die Buna-Werke der I.G. Farben. Nach nahezu einem Jahr wurde er in das KZ Buchenwald überstellt, wo er am 26. Januar 1945 ankam. Bruno Bassani kam dort ums Leben, zu einem unbekannten Zeitpunkt.CDEC: Bassani, Bruno, abgerufen am 24. September 2020Ci portano via: BASSANI BRUNO, abgerufen am 24. September 2020 120px HIER WOHNTEBRUNO BASSOGEBOREN 1923VERHAFTET 18.8.1944DEPORTIERTAUSCHWITZGESTORBEN 31.1.1945 Ghetto VecchioCannaregio 1135 (1923–1945)CDEC: Basso, Bruno, abgerufen am 2. April 2023 120px HIER WOHNTERICCARDO BRANDESGEBOREN 1917VERHAFTET 27.7.1944DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET Calle Ghetto VecchioCannaregio 1150 wurde am 5. März 1917 in Venedig geboren. Seine Eltern waren Giacomo Brandes und Alba, geborene Todesco. Er hatte vier Schwestern: Wanda, Amalia, Fausta und Carmen sowie einen Bruder - Marco. Carmen starb als kleines Kind.Marina Scarpa Campos and Matteo Ermacora (Hrsg.): , Deportate, esuli, profughe, abgerufen am 7. Mai 2017. Riccardo Brandes wurde am 27. Juli 1944 in Padua verhaftet und kam hier in ein Gefängnis. dann wurde er ins Konzentrationslager Risiera di San Sabba deportiert. Von hier wurde er nach Auschwitz deportiert, wo Riccardo Brandes ermordet wurde.CDEC: Brandes, Riccardo, abgerufen am 7. Mai 2017 (mit einem Foto von Riccardo Brandes).