mini|Alexandra Elbakyan (2021) in Sotschi Alexandra Assanowna Elbakyan (; * 6. November 1988 in AlmatyJohn Bohannon: The frustrated science student behind Sci-Hub. In: sciencemag.org. Science, 28. April 2016, abgerufen am 22. Februar 2017 (englisch).) ist eine kasachische Programmiererin und Gründerin der Schattenbibliothek Sci-Hub. Quirin Schiermeier: Pirate research-paper sites play hide-and-seek with publishers. In: nature.com. Nature, 4. Dezember 2015, abgerufen am 22. Februar 2017 (englisch). Nach einer 2018 veröffentlichten Studie bietet Sci-Hub Zugang zu großen Mengen wissenschaftlicher Literatur. Im selben Jahr wurde Elbakyan als „Piratenkönigin der Wissenschaft“ (englisch „Science’s Pirate Queen“) bezeichnet. Sie ist eine der wenigen Persönlichkeiten unter den Guerilla-Open-Access-Aktivisten, die nicht versucht, ihre Identität zu verbergen.Joe Karaganis (Hrsg.): Shadow Libraries: Access to Knowledge in Global Higher Education. The MIT Press 2018. ISBN 9780262345699 S. 2. https://doi.org/10.7551/mitpress/11339.001.0001
Leben Elbakyan bezeichnet sich selbst als „multikulturell […] mit armenischen, slawischen und asiatischen Wurzeln“. Sie wurde von einer alleinerziehenden Mutter großgezogen, die selbst Programmiererin war.
Alexandra fing im Alter von zwölf Jahren mit dem Programmieren an. Mit 14 Jahren führte sie ihren ersten Hacking-Versuch durch. Mithilfe von SQL-Injection verschaffte sie sich dabei Zugang zu den Logindaten und Passwörtern ihres privaten Internetanbieters. Sie meldete die gefundenen Schwachstellen dem Internetanbieter in der Hoffnung, dabei an einen Job zu gelangen. Statt ihr eine Arbeitsstelle anzubieten, sperrte der Anbieter jedoch ihren Internetzugang.
Elbakyan studierte bis 2009 an der Technischen Universität in Almaty in Kasachstan. Sie schloss ihr Studium mit dem Grad des Bachelor of Science in Informatik mit dem Schwerpunkt Informationssicherheit ab. Anschließend arbeitete sie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg an einem Brain-Computer-Interface-Projekt und begann sich für Transhumanismus zu interessieren.
Nach einem Praktikum am Georgia Institute of Technology in den USA kehrte sie nach Kasachstan zurück, wo sie 2011 die Website Sci-Hub ins Leben rief. Sci-Hub stellt unter Inkaufnahme der Verletzung des Urheberrechts wissenschaftliche Aufsätze nach dem Prinzip des Guerilla Open Access der Öffentlichkeit kostenfrei zur Verfügung. Grund für den Aufbau von Sci-Hub war Elbakyans Unzufriedenheit mit den hohen Preisen, die Verlage für wissenschaftliche Aufsätze verlangen. Durch diese Preispolitik werde die Arbeit von Wissenschaftlern erheblich erschwert.
Im Jahr 2015 wurde Elbakyan von dem Wissenschaftsverlag Elsevier in den USA verklagt.Chris Woolston: Paper piracy sparks online debate. In: nature.com. Nature, 2. Mai 2016, abgerufen am 22. Februar 2017 (englisch). Seitdem hält sie sich an einem geheimen Ort in Russland auf. Sie antwortet bereitwillig auf alle Fragen rund um Sci-Hub mit Ausnahme solcher über ihren Aufenthaltsort.
Im Jahr 2016 war Elbakyan an einer kleinen Privatuniversität eingeschrieben, wo sie Wissenschaftsgeschichte studiert. In ihrer Abschlussarbeit beschäftigt sie sich mit wissenschaftlicher Kommunikation.
2021 schrieb sie auf Twitter, dass Apple im Jahr 2019 ihre vertraulichen Informationen auf rechtliche Anordnung hin an das FBI zu Ermittlungszwecken weitergeleitet habe.
Rezeption Von der New York Times wurde Elbakyan mit Edward Snowden verglichen, da sie unrechtmäßigerweise Informationen veröffentlichte und sich derzeit in Russland aufhält, um der US-amerikanischen Justiz zu entgehen.Kate Murphy: Should All Research Papers Be Free? In: nytimes.com New York Times, 12. März 2016, abgerufen am 22. Februar 2017 (englisch). Ars Technica zog Parallelen zwischen ihr und Aaron Swartz.
Auszeichnungen 2016: Aufnahme in die Liste der zehn wichtigsten Persönlichkeiten der Wissenschaft der Fachzeitschrift NatureRichard van Noorden: Nature’s 10 - ten people who mattered most this year In: nature.com. Nature, 19. Dezember 2016, abgerufen am 22. Februar 2017 (englisch). 2023: EFF Award for Access to Scientific Knowledge der Electronic Frontier Foundation
Schriften (Auswahl)
Christian Mühl, Hayrettin Gürkök et al.: Mit Aras Bozkurt:
Literatur
Hannes Grassegger: Die Hackademikerin. In: Das Magazin, 12. März 2022, S. 10–27 (Tagesanzeiger.ch; SZ-Magazin).
Weblinks
Blog von Alexandra Elbakyan
Einzelnachweise
Kategorie:Hacker (Programmierersubkultur) Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Kasache Kategorie:Geboren 1988 Kategorie:Frau