Fritz Berger (* 26. Juni 1916 in Innsbruck; † 2002 ebendaSonderpräsentation: Fritz Berger. faces | nudes. Tiroler Landesmuseen, abgerufen am 10. Oktober 2020) war ein österreichischer Maler.

Leben Fritz Berger besuchte die Bundesgewerbeschule in Innsbruck und studierte von 1937 bis 1944 an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Karl Sterrer. Eine schwere Verletzung im Zweiten Weltkrieg im Jahr 1941 überlebte er nur knapp, verlor dabei aber den rechten Arm und das rechte Auge. Mit einer eigens entwickelten marionettenartingen Konstruktion brachte er sich das Zeichnen mit der linken Hand bei.Teresa Andreae: Fritz Berger: Zeichnen mit Links. tirol.ORF.at vom 8. Oktober 2020

Nach dem Krieg war er als Bühnenbildner, Illustrator und Maler tätig. 1948 beteiligte er sich an der vom Französischen Kulturinstitut organisierten Ausstellung Jeunes peintres tyroliens d'avantgarde.Verena Konrad: Zwischen Zentrum und Peripherie. Die Kunstentwicklung in Nord-Tirol seit 1945. In: Amt der Tiroler Landesregierung und Südtiroler Landesregierung (Hrsg.): Kulturberichte 2006: Bildende Kunst. Innsbruck/Bozen 2006, S. 11–17 (PDF; 179 kB) Er betreute viele Jahre lang die Galerie am Grillhof in Vill und leitete zahlreiche Volkshochschulkurse. Berger war vielseitig künstlerisch tätig und schuf Porträts, Akte, Plakate, Illustrationen, Karikaturen und Bühnenbilder sowie Entwürfe für Gobelins und Gefäßkeramik. Er gestaltete zahlreiche Wandbilder in Fresko-, Keimfarben- und Sgraffitotechnik sowie mit Keramikplatten, insbesondere an öffentlichen Gebäuden im Rahmen der Kunst-am-Bau-Aktion des Landes Tirol in der Nachkriegszeit.

Fritz Berger war mit der aus Wien stammenden Tänzerin Emmi Berger (* 1914) verheiratet, die Rhythmische Gymnastik unterrichtete und als Pionierin der modernen Bewegungslehre in Tirol gilt. Ihr gemeinsamer Sohn ist der Kameramann Christian Berger.

Bergers Werk zeigt weniger den Symbolismus und die Neue Sachlichkeit seines Lehrers Sterrer, sondern den Einfluss des abstrakten Expressionismus etwa des amerikanischen Künstlers Franz Kline sowie des Kubismus. Die Schwelle zur Gegenstandslosigkeit überschritt Berger allerdings nicht.

Auszeichnungen Preis der Landeshauptstadt Innsbruck für künstlerisches Schaffen, 3. Preis Malerei und Grafik, 1952Stadt Innsbruck: Preis der Landeshauptstadt Innsbruck für künstlerisches Schaffen (PDF; 197 kB)

Werke im öffentlichen Raum mini|hochkant|Sgraffito am ehemaligen Lehrerwohnhaus in Absam (1953) Sgraffito mit spielenden Kindern in der Natur, Volksschule (heute Ganghofer-Museum), Leutasch, 1950 Sgraffito mit Szenen aus dem Absamer Dorfleben, ehemaliges Lehrerwohnhaus, Absam, 1953 Sgraffito mit Berglandschaft, Stadtansicht, hl. Johannes d. T. und Familie, Bauernhof Tragseil, Lans, 1953 Wandbild Schulkinder, Tiere und Landschaft, Volksschule Wattenberg, 1953 Wandgemälde, Berufsschule Mandeslbergerstraße, Innsbruck-Wilten, 1956Tiroler Fachberufsschule in Innsbruck – Fachberufe künstlerisch interpretiert (um 1956), Kulturraum Tirol Sgraffito, Wohnhaus Schöpfstraße 49, Innsbruck, 1958 Sgraffito am Eckerker, Volksschule Gries im Sellrain, um 1958 Sgraffiti zum Thema Wein, Wohnhaus Leopoldstraße 41a, Innsbruck-Wilten, 1959 Fassadenmalereien, städtische Wohnanlage Dr.-Glatz-Straße, Innsbruck-Pradl, 1958 Wandbilder mit Szenen aus den Bundesländern und Märchenbildern, Doppelvolksschule Pradl-Ost, 1956–1960Amt der Tiroler Landesregierung, Kulturabteilung (Hrsg.): Kulturberichte aus Tirol 2007. 60. Denkmalbericht. Innsbruck 2007, S. 48–51 (PDF; 10,7 MB) Fassadenmosaik, Wohnhaus Ing.-Thommen-Str. 5, Innsbruck-Wilten, um 1960

Literatur Christoph Bertsch (Hrsg.): Kunst in Tirol, 20. Jahrhundert: wesentlich erweiterter und neu durchgesehener Bestandskatalog der Sammlung des Institutes für Kunstgeschichte der Universität Innsbruck samt einer Dokumentation der Legate und Nachlässe in zwei Bänden. Band 1, Innsbruck 1997, S. 128–131 (urn:nbn:at:at-ubi:2-7284)

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Einzelnachweise

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