Dieser Artikel beschreibt die Ergebnisse der Ausscheidungswettkämpfe zur Bildung der gesamtdeutschen Mannschaft bei den Olympischen Sommerspielen 1964 in Tokio.
Basketball Die Vorausscheidung zwischen den beiden deutschen Basketballmannschaften wurde in Hin- und Rückspiel ausgetragen. Das Hinspiel fand am 7. Mai in der Osnabrücker Schloßwallhalle statt und das Rückspiel am 10. Mai im (Ost-)Berliner Zentralen Klub der Jugend und Sportler. Beide Spiele wurden von der ostdeutschen Auswahl mit 81:53 bzw. 77:60 gewonnen. Damit hatte sie sich für ein vorolympisches Basketballturnier qualifiziert, das vom 4. bis 13. Juni in Genf stattfand. Dort konnte sie sich nicht für das Olympiaturnier qualifizieren.
Boxen
Die Ausscheidung im Boxen fand vom 28. bis zum 31. Mai im (West-)Berliner Sportpalast und in der Schweriner Sport- und Kongresshalle statt. Dabei fanden die Finalkämpfe am 30. Mai in Schwerin und am 31. Mai in (West-)Berlin statt.
Gewichtsklasse Ort Sieger * in Tokio Fliegengewicht Schwerin Otto Babiasch o Viertelfinale Bantamgewicht West-Berlin Rainer Poser o 1. Kampf Federgewicht Schwerin Heinz Schulz o Bronze Leichtgewicht West-Berlin w 1. Kampf Halbweltergewicht Schwerin Heiko Winter o 1. Kampf Weltergewicht West-Berlin Bruno Guse o 1. Kampf Halbmittelgewicht Schwerin Paul Hogh o 1. Kampf Mittelgewicht West-Berlin Emil Schulz w Silber Halbschwergewicht Schwerin Jürgen Schlegel o Viertelfinale Schwergewicht West-Berlin Hans Huber w Silber
Fechten Es gab zwei Ausscheidungsturniere am 4./5. Juli in der DHfK in Leipzig und am 18./19. Juli in der Kongresshalle in Bad Dürkheim, bei denen in den einzelnen Waffengattungen zwischen den beiden Mannschaft jeder gegen jeden focht, wobei für die Einzelkämpfer Ranglisten aufgestellt wurden. Beim Rückkampf in Bad Dürkheim traten die ostdeutschen Florettherren nicht mehr an, nachdem schon feststand, dass in dieser Disziplin alle Olympiaplätze an westdeutsche Fechter fallen würden. Auch in den drei weiteren Disziplinen Damenflorett, Degen und Säbel erfochten die westdeutschen Teilnehmer jeweils die ersten fünf Plätze, die zur Olympiateilnahme berechtigten. Die Olympiateilnehmer wurden vom westdeutschen Fechterbund dann nach eigenem Ermessen ausgewählt.
In Tokio gewann im Damenflorett Helga Mees Silber und die Mannschaft Bronze.
Fußball Die Vorausscheidung zwischen den beiden deutschen Fußballmannschaften wurde in Hin- und Rückspiel ausgetragen. Diese fanden am 15. September 1963 im Karl-Marx-Städter Ernst-Thälmann-Stadion und am 22. September 1963 im Hannoverschen Niedersachsenstadion statt. Das erste Spiel wurde von der Ostauswahl mit 3:0, und das zweite von der Westauswahl mit 2:1 gewonnen. Damit hatte sich die Ostauswahl für eine der Olympiaqualifikationsgruppen qualifiziert, in der sie sich für Olympia qualifizieren konnte. Dort gewann sie Bronze.
Gewichtheben Die Ausscheidung im Gewichtheben fand am 5. Juni im Musensaal des Mannheimer Rosengartens und am 20. Juni in Haus der heiteren Muse in Leipzig statt.
Gewichtsklasse Ort Sieger Leistung [kg] * in Tokio Bantamgewicht Mannheim Hans Reck 297,5 o wegen Verletzung nicht angetreten Federgewicht Mannheim Martin Eberle 327,5 w 11. Platz Leichtgewicht Leipzig 385,0 DR w 8. Platz Mittelgewicht Leipzig Werner Dittrich 402,5 o verletzt ausgeschieden Leichtschwergewicht Leipzig Karl Arnold 420,0 o 8. Platz Mittelschwergewicht Mannheim Norbert Fehr 435,0 w 14. Platz Schwergewicht Leipzig Manfred Rieger 465,0 o 11. Platz
Hockey Die Ausscheidung zwischen den beiden deutschen Hockeymannschaften wurde in Hin- und Rückspiel ausgetragen. Das Hinspiel fand am 31. Mai im (West-)Berliner Olympiastadion statt und das Rückspiel am 14. Juni in Jena. Das Hinspiel gewann die Westauswahl mit 4:2, während die Ostauswahl das Rückspiel mit 1:0 gewann. Da jede Mannschaft ein Spiel gewonnen hatte, wurden zwei weitere Spiele angesetzt, die wiederum am 1. Juli in Jena und am 5. Juli in (West-)Berliner Olympiastadion stattfanden. Das erste Spiel gewann die Ostauswahl mit 4:2, während das zweite Spiel 2:2 endete. Damit war die ostdeutsche Mannschaft direkt für Olympia qualifiziert. Dort wurde sie ungeschlagen Fünfte.
Judo Die Ausscheidung im Judo fand am 4. April in der Hansehalle in Lübeck und am 5. April in der Sporthalle Marienehe in Rostock statt.
Gewichtsklasse Ort Sieger * in Tokio Leichtgewicht Rostock w Vorrunde Mittelgewicht Lübeck Wolfgang Hofmann w Silber Schwergewicht Rostock Herbert Niemann o Vorrunde Offene Klasse Lübeck Klaus Glahn w Bronze
Kanurennsport Die Ausscheidung wurde in zwei Regatten am 12. September auf dem Mittellandkanal bei Magdeburg sowie am 17. September auf der Regattabahn Duisburg ausgetragen. Dabei qualifizierten sich die Boote mit der kleinsten Platzziffer für Olympia. Das erste Viererkajak-Rennen wurde bereits am 10. September auf der (Ost-)Berliner Regattastrecke Grünau ausgetragen mit Rücksicht auf Günter Perleberg, der 1963 aus seiner Heimatstadt Magdeburg in den Westen geflohen war.
Männer Bootsgattung Sieger Pz * in Tokio Einer-Kajak 1000 m Erich Suhrbier 3Nach einem Stechen gegen den ostdeutschen Siegfried Roßberg, der als Ersatzmann mit nach Tokio kam. w 4. Platz Zweier-Kajak 1000 m Heinz Büker/Holger Zander 3Nach einem Stechen gegen die ostdeutschen Dieter Krause/Wolfgang Lange. w Bronze Vierer-Kajak 1000 m Günter Perleberg/Bernhard Schulze/Friedhelm Wentzke/Holger Zander 2 w Silber Einer-Kanadier 1000 m Jürgen Eschert 2 o Gold Zweier-Kanadier 1000 m Klaus Böhle/Detlef Lewe 2 w 6. Platz
Frauen Bootsgattung Siegerin Pz * in Tokio Einer-Kajak 500 m Elke Felten 2 w 4. Platz Zweier-Kajak 500 m Roswitha Esser/Annemarie Zimmermann 3 w Gold
Leichtathletik
Moderner Fünfkampf Es wurden vom 12. bis 16. Juni in Halle und Leipzig sowie vom 5. bis 9. Juli in Warendorf zwei Moderne Fünfkampf-Wettbewerbe ausgetragen. Die dabei erreichten Punktzahlen wurden addiert. Die drei besten Teilnehmer qualifizierten sich für Olympia, der Vierte wurde Ersatzmann.
* Name Punkte * in Tokio 1 Elmar Frings 9716 w 23. Platz 2 Uwe Adler 9584 o 13. Platz 3 Wolfgang Gödicke 9534 w 12. Platz 4 Eberhard Werner 9498 o Ersatzmann
Die Mannschaft belegte in Tokio den 6. Platz.
Radsport Bahn
Es fanden zwei Ausscheidungen am 8. oder 9. August in Ludwigshafen-Friesenheim und am 16. August auf der Alfred-Rosch-Kampfbahn in Leipzig statt. Weil danach die Entscheidungen im Tandemfahren und in der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung noch offengeblieben waren, fanden für diese beide Wettbewerbe zwei weitere Ausscheidungen am 19. September in Köln und am 20. September in Leipzig statt.
1000 Meter Zeitfahren Sowohl in Ludwigshafen als auch in Leipzig gewann der westdeutsche Lothar Claesges mit 1:10,37 min bzw. 1:09,15 min und war damit für Tokio qualifiziert. Dort belegte er den 6. Platz.
1000 Meter Malfahren Jeweils drei Fahrer aus Ost und West fuhren sowohl in Ludwigshafen als auch in Leipzig einzeln in Ost-West-Duellen gegeneinander. Es gewann der westdeutsche Willi Fuggerer mit 5:1 Siegen vor dem westdeutschen Ulrich Schillinger mit 4:2 Siegen. Damit waren beide für Tokio qualifiziert, wo Fuggerer im Viertel- und Schillinger im Achtelfinale ausschied.
4000 Meter Einzelverfolgung Bei den beiden Ausscheidungen wurde diese Disziplin als Einzelzeitfahren ausgetragen. In Ludwigshafen gewann der westdeutsche Lothar Spiegelberg vor dem westdeutschen Lothar Claesges, in Leipzig war die Reihenfolge umgekehrt. Nominiert für Tokio wurde Spiegelberg, der dort im Viertelfinale ausschied.
Tandem Jeweils zwei Tandems aus Ost und West fuhren sowohl in Ludwigshafen als auch in Leipzig einzeln in Ost-West-Duellen gegeneinander. Nach den beiden Ausscheidungen hatten sowohl die ostdeutschen Hans-Jürgen Klunker/Wolfgang Tertschek als auch die westdeutschen Willi Fuggerer/Klaus Kobusch 3:1 Siege auf ihrem Konto. Bei den weiteren beiden Ausscheidungen zwischen diesen beiden Tandems gewannen Fuggerer/Kobusch in Köln mit 2:0 Läufen und hatten, nachdem sie den ersten Lauf in Leipzig gewonnen hatten, die Qualifikation für Tokio erreicht. Dort gewannen sie Bronze.
4000 Meter Mannschaftsverfolgung Bei den Ausscheidungen wurde diese Disziplin als Einzelzeitfahren ausgetragen. In Ludwigshafen gewann der westdeutsche Vierer in 4:35,50 min, während in Leipzig der ostdeutsche Vierer in 4:33,74 min siegte. Bei den beiden weiteren Ausscheidungen gewann jeweils der westdeutsche Vierer. Dieser fuhr stets in der Besetzung Lothar Claesges, Karl-Heinz Henrichs, Karl Link, Ernst Streng und gewann in Tokio Gold.
Der ostdeutsche Vierer war in Ludwigsburg mit Bernd Barleben, Jürgen Kißner, Siegfried Köhler und Wolfgang Schmelzer an den Start gegangen. Ab Leipzig fuhr dann Erhard Hancke für Barleben. In Köln setzte sich Kißner von seiner Mannschaft ab und blieb im Westen. Dort fuhr dann Hartmut Scholz für Kißner. In Leipzig schließlich fuhr statt Scholz Rudolf Franz.
Straße
Es fanden zwei Ausscheidungsrennen statt, am 5. Juli rund um Gießen (186 km) und am 12. Juli rund um Erfurt (174 km). Der Sieger erhielt jeweils 30 Wertungspunkte, der Zweite 29 Wertungspunkte usw. Die ersten fünf Fahrer der Gesamtwertung qualifizierten sich für Olympia bzw. erwarben das Startrecht für ihren jeweiligen Radsportverband.
* Name Punkte * in Tokio 1 53 w Statt Schützeberg wurde der westdeutsche Peter Glemser nominiert, der nur im Mannschaftsfahren eingesetzt wurde. 2 Günter Hoffmann 50Laut Hamburger Abendblatt wurde er mit 50 Punkte klassifiziert und belegte die Plätze 9 und 2, was 51 Punkte ergeben würde. o 78. Platz 3 Immo Rittmeyer 49Gesamtzeit: 9:39,36 h o 54. Platz 4 Burkhard Ebert 49Gesamtzeit: 9:39,43 h Beste Einzelplatzierung: 5. Platz. w 29. Platz 5 49Gesamtzeit: 9:39,43 h Beste Einzelplatzierung: 6. Platz. w Statt Schulz wurde der westdeutsche Wilfried Peffgen nominiert, der nur im Einzelrennen eingesetzt wurde. Er belegte dort den 6. Platz.
Ebert, Glemser, Hoffmann und Rittmeyer belegten im Mannschaftsfahren den 14. Platz.
Reiten Dressur Der ostdeutsche Reiterverband verzichtete auf die angesetzte Ausscheidung, sodass die Reiter vom westdeutschen Reiterverband nominiert wurden. Harry Boldt gewann in Tokio Silber, Josef Neckermann belegte den 5. Platz und Reiner Klimke den 6. Platz. Die Mannschaft gewann Gold.
Military Ohne Ausscheidung wurden jeweils zwei Reiter aus dem Osten und dem Westen nominiert. Der westdeutsche Fritz Ligges gewann in Tokio Bronze, Horst Karsten (w) gelegte den 6. Platz, Gerhard Schulz (o) den 20. Platz und Karl-Heinz Fuhrmann (o) den 25. Platz. Die Mannschaft gewann Bronze.
Jagdspringen Am 31. Mai und am 3. Juni wurden auf der Radrennbahn in (Ost-)Berlin-Weißensee bzw. im (West-)Berliner Olympiastadion jeweils zwei Umläufe geritten. Es nahmen jeweils vier Reiter aus Ost und West mit jeweils zwei Pferden teil, sodass pro Umlauf 16 Ritte angesetzt waren. Pro Veranstaltungsort kam für jeden Reiter die beste Reiter-Pferd-Kombination in die Wertung.
* Name des Reiters Namen der Pferde Fehlerpunkte * in Tokio 1 Hermann Schridde Dozent, Ilona 8 (4+4) w Silber 2 Cornelia, Fidelitas 12 (4+8) w 16. Platz 3 FerdlFerdl konnte nur am 1. Umlauf in Weissensee teilnehmen., Freiherr, ZukunftZukunft nahm im Olympiastadion für den verletzten Ferdl teil. 19 3/4 (4+15 3/4) w Schockemöhle ritt in Tokio nicht mit, da er kein geeignetes Pferd zur Verfügung hatte. 4 Peter Schmitz Amsella, Monodie 24 (16+8) w Damit hatte sich Schmitz als Ersatzreiter qualifiziert. Für ihn wurde aber der westdeutsche Kurt Jarasinski nominiert, der bei der Ausscheidung nicht antreten konnte, und der dann auch in Tokio ritt, wo er den 8. Platz belegte.
In der Mannschaftswertung gewann die deutsche Equipe Gold.
Ringen Griechisch-römisch Es gab zwei Ausscheidungen am 1. Juli in Zwickau und am 4. Juli in Hof. Dabei kam es in jeder Gewichtsklasse zu einem Ringerduell Ost gegen West in Hin- und Rückkampf. Eventuell musste am zweiten Veranstaltungsort ein Stichkampf entscheiden.