Die Liste der Stolpersteine in Tišnov enthält die Stolpersteine in der tschechischen Stadt Tišnov (deutsch: Teschen) im Jihomoravský kraj, der Südmährischen Region, die an das Schicksal der Menschen dieser Region erinnern, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt.
Das tschechische Stolpersteinprojekt Stolpersteine.cz wurde 2008 durch die Česká unie židovské mládeže (Tschechische Union jüdischer Jugend) ins Leben gerufen. Die Stolpersteine liegen vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers.Zdeňka Kuchyňová: Praha má na chodnících své první pamětní kameny holocaustu, Bericht des tschechischen Rundfunksenders Radio Praha vom 19. Oktober 2008, online auf: www.radio.cz/...Bericht der Vereinigung Stolpersteine.cz, online auf: Die Stolpersteine werden auf Tschechisch stolpersteine genannt, alternativ auch kameny zmizelých (Steine der Verschwundenen).
Die Tabelle ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.
Tišnov In der Stadt Tišnov wurden folgende Stolpersteine verlegt: Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120pxHIER LEBTEALFRÉD KELLNERGEB. 1883DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1942IN REJOWIEC Jungmannova 86 wurde am 29. Juli 1883 in Tišnov geboren. Er hatte zumindest einen Bruder, Jakob (geb. 1973) und eine Schwester Terezie (geb. 1880). Er wurde ein Metallurgie-Manager und heiratete Helena geb. Hauselová. Laut Yad Vashem wurde er am 17. oder 26. Oktober 1939 nach Nisko deportiert. Es ist nicht bekannt, wie lange er dort blieb und wann er zurückkehrte. Der letzte Wohnsitz des Paares vor der Deportation war in Tišnov. Am 4. April 1942 wurden Alfred und Jakob Kellner, ihre Ehefrauen Hedvika und Helena sowie ihre Schwester Terezie mit dem Transport Ah von Brünn ins KZ Theresienstadt deportiert. Seine Transportnummer war 278 von 1.001. Dort wurde die Familie getrennt und vom Nazi-Regime ermordet. Zwei Wochen nach der Ankunft, am 18. April 1942, wurden Alfred Kellner und seine Frau nach Rejowiec deportiert. Seine Transportnummer war 459 von 1.001. Beide wurden vom Nazi-Regime ermordet.holocaust.cz: ALFRED KELLNER, abgerufen am 14. April 2017.
Auch seine Schwester, sein Bruder und seine Schwägerin wurden Opfer der Shoah. 120pxHIER LEBTEJAKOB KELLNERGEB. 1873DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1944IN AUSCHWITZ Jungmannova 86 , auch Yaakov, wurde am 14. März 1873 in Rumänien geboren. Er war als Kaufmann tätig und betrieb einen Laden in der Jungmannova 86 und einen Großhandel. Er war mit Hedvika geb. Zeislová verheiratet. Das Paar hatte einen Sohn, Heřman, der noch als Schuljunge an Leukämie erkrankte und verstarb. Der letzte Wohnsitz des Paares vor der Deportation war in Tišnov. Am 4. April 1942 wurden Alfred und Jakob Kellner, ihre Ehefrauen Hedvika und Helena sowie ihre Schwester Terezie mit dem Transport Ah von Brünn ins KZ Theresienstadt deportiert. Seine Transportnummer war 280 von 1.001. Dort wurde die Familie getrennt und vom Nazi-Regime ermordet. Zwei Wochen nach der Ankunft wurden Alfred Kellner und seine Frau nach Rejowiec deportiert und ums Leben gebracht. Ein halbes Jahr nach ihrer Ankunft, am 9. Oktober 1942, starb Jakob Kellners Ehefrau in Theresienstadt. Im selben Monat wurde Terezie Kellnerová ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert und ermordet. Eineinhalb Jahre später, am 15. Mai 1944, wurde auch Jakob Kellner mit Transport Dz nach Auschwitz deportiert. Seine Transportnummer war 318 von 2.501. Auch er wurde ermordet.holocaust.cz: JAKUB KELLNER, abgerufen am 14. April 2017. 120pxHIER LEBTEHEDVIKAKELLNEROVÁGEB. ZEISLOVÁGEB. 1888DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1942EBENDORT Jungmannova 86 geb. Zeislová wurde am 13. Januar 1888 in Lomnice geboren. Ihre Eltern waren David Zeisel und Aloisia Louise née Fleischer. Sie war mit Jakob Kellner verheiratet. Das Paar hatte einen Sohn, Heřman, der noch als Schuljunge an Leukämie erkrankte und verstarb. Der letzte Wohnsitz des Paares vor der Deportation war in Tišnov. Am 4. April 1942 wurden Hedvika Kellnerová, ihr Mann, die Geschwister ihres Mannes und ihre Schwägerin mit dem Transport Ah von Brünn ins KZ Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 281 wenn 1.001. Ein halbes Jahr später, am 9. Oktober 1942, verstarb sie ihr Leben in Theresienstadt.holocaust.cz: HEDVIKA KELLNEROVÁ, abgerufen am 14. April 2017.
Ihr Mann wurde 1944 ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. 120pxHIER LEBTEHELENAKELLNEROVÁGEB. HAUSELOVÁGEB. 1888DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1942IN REJOWIEC Jungmannova 86 geb. Hauselová wurde am 1. Oktober 1888 geboren. Sie war mit Alfred Kellner verheiratet. Der letzte Wohnsitz des Paares vor der Deportation war in Tišnov. Am 4. April 1942 wurden Helena Kellnerová, ihr Ehemann und seine Geschwister mit dem Transport Ah von Brünn ins KZ Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 279 von 1.001. Zwei Wochen nach der Ankunft, am 18. April 1942, wurden Helena Kellnerová und ihr Mann nach Rejowiec deportiert. Ihre Transportnummer war 460 von 1.001. Beide wurden vom Nazi-Regime ermordet.holocaust.cz: HELENA KELLNEROVÁ, abgerufen am 14. April 2017. 120pxHIER LEBTETEREZIEKELLNEROVÁGEB. 1890DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1944IN AUSCHWITZ Jungmannova 86 wurde am 8. September 1880 oder 1890 geboren. Sie hatte zumindest zwei Brüder, Jakob (geb. 1873) und Alfred (geb. 1883). Sie war blind und lebte bei ihrem älteren Bruder und seiner Frau. Ihr letzter Wohnsitz vor der Deportation war in Tišnov. Am 4. April 1942 wurden Terezie Kellnerová, ihre Brüder und deren Ehefrauen mit dem Transport Ah von Brünn ins KZ Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 282 von 1.001. Zuerst wurden ihr Bruder Alfred und seine Frau nach Rejowiec deportiert, wo sie ums Leben kamen. Ein halbes Jahr nach ihrer Ankunft, am 9. Oktober 1942, starb die Frau ihres Bruders Jakob in Theresienstadt. Innerhalb desselben Monats, am 26. Oktober 1942, wurde Terezie Kellnerová mit Transport By in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Ihre Transportnummer war 428. Dort wurde sie vom Nazi-Regime ermordet.The Central Database of Shoah Victims’ Names: TEREZIE KELLNEROVÁ, abgerufen am 14. April 2017.
Schlussendlich wurde im Mai 1944 auch ihr Bruder Jakob nach Auschwitz deportiert und ermordet. 120pxHIER LEBTELEOPOLDÖSTEREICHERGEB. 1894DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1944IN AUSCHWITZ Klášterská 355 wurde am 3. April 1894 geboren. Am 4. April 1942 wurde er verhaftet mit dem Transport Ah von Brünn ins KZ Theresienstadt deportiert. Seine Transportnummer war 273 von 1.001. Sechs Monate später, am 6. Oktober 1942, wurde er mit dem Transport Eo ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Seine Transportnummer war 1138 von 1.550. Er wurde dort vom Nazi-Regime ermordet.holocaust.cz: LEOPOLD ÖSTEREICHER, abgerufen am 8. April 2017 120pxHIER LEBTEALFRED POLLAKGEB. 1887DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1942IN LUBLIN Dvořáčkova 66 wurde am 1. November 1887 geboren. Er war in erster Ehe mit einer Frau namens Mary verheiratet. Die beiden hatten einen Sohn, Karl (geboren am 28. Februar 1922). In zweiter Ehe war Alfred Pollak mit Helena née Mandlová verheiratet. Das Paar hatte zwei Töchter: Růžena Naděžda (geb. 1935) und Anna Libuše (geb. 1938). Im Haushalt lebte auch seine behinderte Schwester, Ema. Der letzte Wohnort der Familie vor der Deportation war Tišnov. Der Sohn konnte rechtzeitig flüchten. Am 4. April 1942 wurden die anderen Familienmitglieder mit Transport Ah von Brünn in das KZ Theresienstadt deportiert. Seine Transportnummer war 270 von 1.001. Nach zwei Wochen wurde Ema Libuše Pollaková vom Rest der Familie getrennt und nach Rejowiec deportiert. Fünf Wochen später, am 25. Mai 1942, wurden auch Alfred Pollak, seine Frau und ihre Töchter mit dem Transport Az Richtung Osten deportiertlaut Yad Vashem an einen „unbekannten Ort“ deportiert, laut der tschechischen Holocaust-Datenbank nach Lublin. Seine Transportnummer war 881 von 997. Die ganze Familie wurde ermordet.holocaust.cz: ALFRED POLLAK, abgerufen am 9. April 2017.
Sein Sohn Karl konnte die Shoah überleben. Er starb am 15. November 2005 in Prag. 120pxHIER LEBTEANNA LIBUŠEPOLLAKOVÁGEB. 1938DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1942IN LUBLIN Dvořáčkova 66 wurde am 15. November 1938 geboren. Ihre Eltern waren Alfred Pollak und Helena geb. Mandlová. Sie und ihre Schwester Růžena Naděžda (geb. 1935) wuchsen in Tišnov auf. Außerdem hatte sie einen Halbbruder, Karl (geb. 1922). Am 4. April 1942 wurden alle Familienmitglieder einschließlich der beiden Mädchen mit dem Transport Ah von Brünn ins KZ Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummer war 268 von 1.001. Sieben Wochen später, am 25. Mai 1942, wurden die Eltern und ihre Töchter mit dem Transport Az laut Yad Vashem an einen „unbekannten Ort“ deportiert, laut der tschechischen Holocaust-Datenbank Lublin. Ihre Transportnummer war 879 von 997. Im Alter von 3 Jahren wurde das Mädchen ermordet, auch ihre Schwester, ihre Eltern und ihre Tante.holocaust.cz: LIBUŠE ANNA POLLAKOVÁ, abgerufen am 9. April 2017.
Nur der Halbbruder konnte überleben. 120pxHIER LEBTEEMA POLLAKOVÁGEB. 1900DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1942IN REJOWIEC Dvořáčkova 66 wurde am 11. Mai 1900 geboren. Sie war behindert und lebte im Haushalt ihres Bruders Alfred Pollak, seiner Frau, seines Sohnes aus erster Ehe und den zwei Töchtern. Ihr letzter Wohnort vor der Deportation war Tišnov. Am 4. April 1942 wurde Ema Libuše Pollaková mit dem Transport Ah von Brünn ins KZ Theresienstadt deportiert, zusammen mit Alfred Pollak, seiner Frau Helena und den Töchtern. Ihre Transportnummer war 271 von 1.001. Nach zwei Wochen, am 18. April 1942, wurde Ema Libuše Pollaková von ihrer Familie getrennt. Sie wurde nach Rejowiec deportiert. Ihre Transportnummer war 454 von 1.000. Dort wurde ihr das Leben genommen.holocaust.cz: EMA POLLAKOVÁ, abgerufen am 9. April 2017