mini|Friedrich Miescher-His, Fotografie
Friedrich Miescher-His (* 2. März 1811 in Walkringen/BE; † 21. Januar 1887 in Basel) war Professor der Anatomie und der Physiologie in Basel und Bern.
Schul- und Studienlaufbahn Friedrich Miescher-His war der Sohn des Johannes Miescher, eines Berner Landwirts und Tuchhändlers. Er ging in Biel zur Schule und schloss 1827 ebenda das Gymnasium ab.Universitätsbibliothek Basel, NL 102 (Nachlass Friedrich Miescher), Sign. A XI a (Zeugnis 1827) Danach arbeitete er ein Jahr lang im väterlichen Handelsgeschäft. 1828 (bis 1832) nahm er das Medizinstudium an der Akademie in Bern auf.Universitätsbibliothek Basel, NL 102 (Nachlass Friedrich Miescher), Sign. A XI c (Immatrikulation 1828) Nach seinen Studien in Bern zog es Friedrich Miescher-His 1832 nach Berlin. Dort studierte er an der Friedrich-Wilhelms-Universität, namentlich beim Naturforscher Johannes Müller, und erhielt im Jahre 1835 sein Abschlusszeugnis.Universitätsbibliothek Basel, NL 102 (Nachlass Friedrich Miescher), Sign. A XI l (Zeugnis 1835) 1836 machte er seinen Doktortitel ebenfalls in Berlin.
Karriere mini|hochkant|Friedrich Miescher-His [oben] zusammen mit dem Juristen Johann Julius Wilhelm von Planck (1817–1900) [links] und dem Chemiker Christian Friedrich Schönbein (1799–1868) [rechts], Fotografie von wohl 1849 (vor 1854)
1837 wurde Friedrich Miescher-His als ordentlicher Professor an der damals kleinen medizinischen Fakultät der Universität Basel angestellt. Zu dieser Zeit war er 26 Jahre alt. Es war eine Professur für Physiologie und allgemeinen Pathologie.Universitätsbibliothek Basel, NL 102 (Nachlass Friedrich Miescher), Sign. A XI m (Akten zur Anstellung 1837) Im Jahre 1844 wechselte er nach Bern, da er als Arzt ans Inselspital berufen wurde. Auch erhielt Miescher-His eine ordentliche Professur an der Universität Bern und war Mitglied der Sanitätskommission.Universitätsbibliothek Basel, NL 102 (Nachlass Friedrich Miescher), Sign. A XI r (Akten zur Berufung 1844) 1845 wurde er Mitglied der Medizinisch-chirurgischen Gesellschaft des Kanton Berns;heute Ärztegesellschaft des Kantons Bern (1911 umbenannt): Urs Boschung: Von der Geselligkeit zur Standespolitik. 200 Jahre Ärztegesellschaft des Kantons Bern, in: doc.be Nr. 5/Oktober 2008, S. 4 (Digitalisat)Universitätsbibliothek Basel, NL 102 (Nachlass Friedrich Miescher), Sign. A XI 2 (Ernennung 1845) im Sommer 1849 wurde er zum Präsidenten derselbigen Gesellschaft ernannt.Universitätsbibliothek Basel, NL 102 (Nachlass Friedrich Miescher), Sign. A XI u (Wahl 1849)
Doch schon 1850 zog es ihn zurück nach Basel, da in Bern ein Regierungswechsel seine Stellung gefährdete. Er übernahm in Basel seine alte Stelle als ordentlicher Professor für allgemeine Pathologie und trug zum Aufschwung der medizinischen Fakultät in den 1860er Jahren bei.Universitätsbibliothek Basel, NL 102 (Nachlass Friedrich Miescher), Sign. A XI v (Akten zur Berufung nach Basel 1850) 1855 wurde er zwar wieder nach Bern berufen als ordentlicher Professor, doch lehnte Friedrich Miescher-His ab.Universitätsbibliothek Basel, NL 102 (Nachlass Friedrich Miescher), Sign. A XI w (Akten zur Berufung nach Bern 1855) Am 30. November 1871 verabschiedete ihn das Erziehungskollegium des Kanton Basel-Stadt offiziell, nachdem Friedrich Miescher-His bereits einen knappen Monat vorher, am 17. Oktober, ein Entlassungsgesuch an die Kuratel der Universität Basel gestellt hatte.Universitätsbibliothek Basel, NL 102 (Nachlass Friedrich Miescher), Sign. A XI cc + dd (Unterlagen zur Entlassung)
mini|hochkant|links|Friedrich Miescher-His, Fotografie
Neben seiner Aufgabe als akademischer Lehrer war er in Basel auch als praktischer Arzt tätig. Auch nach seiner Emeritierung praktizierte er weiter als Arzt und spezialisierte sich auf dem Gebiet der Frauenkrankheiten.
Privates alt=Friedrich Miescher-His, 1811–1887, Friedhof Wolfgottesacker, Basel|mini|hochkant|Grab auf dem Friedhof Wolfgottesacker, Basel
Am 13. Juli 1843 heiratete Friedrich Miescher-His Charlotte Antonie His (1819–1896), welche die Tochter von Eduard His (1792–1871) und Anna Catharina La Roche (1801–1844) war.Website miescheriana 2003 (aufgerufen 19. März 2017) Eduard His, der Sohn des Politikers Peter Ochs (1752–1821), hiess ursprünglich Eduard Ochs; 1818 nannte er jedoch seinen Nachnamen in His um, weil sein Vater als Franzosenfreund vielen Baslern als Landesverräter galt. Eduard His war Seidenband-Fabrikant.Stroux-Seite zur Familie von Friedrich Miescher-His (abgerufen am 19. März 2017)
Im Jahr 1867 erhielt Friedrich Miescher-His für sich und seine Söhne das Basler Bürgerrecht.Website miescheriana 2003 (aufgerufen 19. März 2017)
Der Sohn von Friedrich Miescher-His, der gleichnamige Friedrich Miescher, war auch Mediziner und Physiologe. Ein weiterer Sohn des Paares war Karl Otto Miescher (1851–1890). Er war Notar und im Zivilgericht tätig. Karl Otto Miescher war mit Emilie Sarasin (1858–1885) verheiratet.
mini|hochkant|Friedrich Miescher-His, Fotografie (1881)
Forschung Miescher-His führte Untersuchungen zu den Nematoida durch.Universitätsbibliothek Basel, NL 102 (Nachlass Friedrich Miescher), Sign. A II a (Nematoidea) Auch gibt es einige Notizen zu Nervenkrankheiten. Diese Notizen entstanden bei Gesprächen mit betroffenen Patienten.Universitätsbibliothek Basel, NL 102 (Nachlass Friedrich Miescher), Sign. A II f (Nervenkrankheiten) Zudem interessierte er sich auch für die Geschichte der Medizin, namentlich für Felix Platter und Albrecht von Haller.
Literatur Zum Andenken an Herrn Professor Friedrich Miescher-His, geboren den 2. März 1811, gestorben den 21. Januar 1887. [Basel 1887].
Weblinks
Stroux-Seite zur Familie von Friedrich Miescher-His (abgerufen am 19. März 2017)
Friedrich Miescher-His auf der Website 550 Jahre Universität Basel Friedrich Miescher-His auf der Uni Basel Website AlumniMedizin Basel
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Universität Bern) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Basel) Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Geboren 1811 Kategorie:Gestorben 1887 Kategorie:Mann