Die SC Rapperswil-Jona Lakers (kurz SCRJ) sind ein Schweizer Eishockeyclub aus Rapperswil-Jona im Kanton St. Gallen. Die erste Mannschaft spielt seit 2018 wieder in der National League, nachdem man drei Jahre in der Swiss League gespielt hatte. Der Klub trägt seine Heimspiele in der St. Galler Kantonalbank Arena in Rapperswil-Jona aus.

Geschichte Die Anfänge Der Schlittschuh Club Rapperswil (SCR) wurde am 17. Januar 1945 gegründet. Ein Jahr später, am 6. Januar 1946, absolvierte man auswärts gegen St. Gallen das erste offizielle Spiel. Die Heimspiele wurden auf dem gefrorenen Zürichsee ausgetragen. Die Spieler stellten anfänglich den Vorstand und bereiteten das Eisfeld in langer Nachtarbeit auf. Die Witterungsverhältnisse liessen sehr wenige Spiele zu, trainiert wurde deshalb auf der Dolder-Kunsteisbahn in Zürich. Bereits zu Anfangszeiten säumten gegen 1000 Schaulustige die Spiele von Rappi. Erste Erfolge erzielten die Rapperswiler bereits in der Saison 1950/51 mit dem Schweizer Meistertitel Serie B, 1953/54 mit dem Regionalmeister Serie A und dem Aufstiegsspiel in die Nationalliga B, welches man jedoch in der Verlängerung gegen Montana Lausanne auswärts mit 0:1 knapp verlor.

Am 21. Oktober 1961 erstellte Walter Denzler in privater Initiative zwischen Rietland und Strandweg eine Kunsteisbahn, welche ein neues Rapperswiler Eishockey-Zeitalter einläutete. Die Rapperswiler engagierten mit Otto Schubiger erstmals einen bezahlten Spielertrainer und trennten den administrativen und sportlichen Bereich des Clubs. Der damals 37-jährige Schubiger galt als konditionsstärkster und schnellster Schweizer Spieler. 1964/65 stieg der Club zu seinem 20-jährigen Jubiläum in die Nationalliga B auf. Damals besuchten regelmässig 2'500 Zuschauer die Spiele im Lido. Nach zwei Saisons in der zweithöchsten Liga stieg der SCR jedoch bereits wieder ab.

Der SCRJ behauptet sich in der NLB In den 1970er-Jahren begann eine finanzielle Durststrecke des Clubs. Wohl aus diesen Gründen wurde 1973 der Clubname um einen weiteren Buchstaben auf SCRJ erweitert. Damit drückte der Name aus, was der SCR schon immer war: Ein Club mit Verankerung in Rapperswil und Jona. Nach Jahren der sportlichen Mittelmässigkeit wurde 1976 das Halbprofitum eingeführt und im Winter 1976/77 gelang der Wiederaufstieg in die Nationalliga B, der ausschliesslich mit eigenem Nachwuchs zustande kam.

Im folgenden Jahrzehnt konnte sich der Club in der Nationalliga B sportlich konsolidieren. Noch immer spielte der SCRJ aber unter freiem Himmel. Dies änderte sich 1984, als man das Eisfeld mittels einer Kunststoff-Traglufthalle überdecken liess. Damit wurde auch der Drohung des Verbandes begegnet, dem SCRJ die Spielbewilligung für Nationalligaspiele wegen fehlender Überdachung zu entziehen. 1987/88 konnte schliesslich die Eishalle Lido mit damals 4'000 Plätzen eröffnet werden.

Das erste NLA-Abenteuer Auf dem Höhepunkt einer jahrelangen gezielten Aufbauarbeit unter der Führung des neuen Präsidenten Bruno Hug erreichte der Club im Winter 1993/94 sein höchstes sportliches Ziel: Unter leidenschaftlicher Anteilnahme der Bevölkerung und geführt vom finnischen Trainer Pekka Rautakallio gelang der ersten Mannschaft, rechtzeitig zum 50-jährigen Bestehen, der Aufstieg in die oberste Spielklasse. Ab der Saison 1994/95 spielte die Mannschaft somit in der Nationalliga A. mini|Logo bis 2015Am 13. Juli 2000 wurde die SCRJ Sport AG gegründet, die sich als Aktiengesellschaft um die Organisation des Eishockeysports kümmert. Das Kapital der aus der SCRJ Sport AG hervorgegangenen Lakers Sport AG betrug zum Ende der Saison 2008/09 CHF 2'350'000.moneyhouse.ch: Lakers Sport AG, Rapperswil. Eintrag im Handelsregister, Zugriff am 2. Juli 2009.

Zur Saison 2005/06 wurde der alte Vereinsname SC Rapperswil-Jona durch den neuen Namen Rapperswil-Jona Lakers ersetzt. Zeitgleich führte der Club neue, eisblaue Trikots ein. Diese Änderungen führten zu Auseinandersetzungen der Clubleitung mit einer bedeutenden Fraktion an traditionsbewussten Fans. Gleich im ersten Jahr in den neuen Farben erreichten die Lakers den Playoff-Halbfinal. Es war der bisher grösste Erfolg des Clubs. Das nicht mehr den NLA-Anforderungen entsprechende alte Stadion „Lido“ wurde nach der Saison 2005/06 komplett umgebaut. Nach dem Umbau wurde es in Diners Club Arena umbenannt. Sportlich ging es im neuen Stadion allerdings nur noch bergab. Von 2009 bis 2015 verpasste man sieben Mal in Serie die Playoffs.

Abstieg und Neuaufbau in der NLB In der Saison 2014/15 gipfelte die Baisse schliesslich im Abstieg in die NLB, nachdem man in der Ligaqualifikation den SCL Tigers unterlegen war. Während der Serie gegen Langnau war Rapperswil-Jonas Verwaltungsratspräsident Lucas H. Schluep von seinem Amt zurückgetreten, nachdem es Drohungen gegen ihn gegeben hatte. In der dritten Partie gegen die Tigers war Schluep mit einem Zuschauer aneinandergeraten.

mini|Das Logo 2015 bis 2026 Um sich mit den Fans zu versöhnen, benannte man sich nun wieder in SC Rapperswil-Jona Lakers um. Im Logo wurde die Welle durch das «e» aus dem alten Logo ersetzt. Zusätzlich spielen die Lakers seit der Saison 2015/16 wieder in rot, wie sie das in den 1990er-Jahren bereits getan hatten.

Der Liga-Neuling konnte die Qualifikation der Saison 2015/16 für sich entscheiden, im Final musste sich die Mannschaft von Trainer Jeff Tomlinson dem HC Ajoie mit 2:4-Siegen geschlagen geben. Weil das Budget auf die Saison 2016/17 etwas gekürzt wurde, bekam die Mannschaft nochmals ein neues Gesicht. Die Lakers spielten eine mässige Qualifikation, konnten sich in den Playoffs jedoch steigern und scheiterten im Finale nur knapp mit 3:4 am SC Langenthal.

mini|Pokalübergabe nach dem Final des Swiss Ice Hockey Cup am 4. Februar 2018Im Februar 2018 gewannen die SC Rapperswil-Jona Lakers im ausverkauften Stadion den Swiss Ice Hockey Cup 2017/18 mit einem 7:2-Finalsieg gegen den HC Davos. Erst zum zweiten Mal konnte ein Club aus der Nationalliga B den Cup gewinnen. Im April 2018 gewann die Mannschaft unter Trainer Tomlinson zudem die Meisterschaft in der Swiss League und zog damit in die Ligaqualifikation gegen den EHC Kloten ein.blick.ch In einer äusserst umkämpften Serie setzte man sich im siebten Spiel in der Klotener Swiss Arena mit 2:1 nach Verlängerung durch und stieg erneut in die National League auf.

Rückkehr in die National League In den ersten beiden NL-Saisons bezahlten die SCRJ Lakers Lehrgeld. Im ersten Jahr wurden sie mit nur 10 Siegen Letzter der Qualifikation. Ein Jahr später waren sie um einiges konkurrenzfähiger, beendeten die Regular Season aber wieder auf dem zwölften Platz. Dank dem Ligaquali-Verzicht des SC Langenthal (2018/19) und der Coronapandemie (2019/20) kam es in diesen Jahren aber nie zu Spielen gegen den Abstieg, weshalb sich Rappi kampflos in der obersten Liga halten konnte.

In der Saison 2020/21 sollte schliesslich der Durchbruch gelingen. Die Rapperswiler erreichten in der Qualifikation den angestrebten zehnten Platz und setzten sich in den Pre-Playoffs gegen den EHC Biel durch. In der anschliessenden Viertelfinal-Serie gegen den HC Lugano gewann man ebenfalls sensationell mit 4:1-Siegen. Obwohl man anschliessend mit 1:3-Siegen (verkürzte best-of-5-Serie) am EV Zug scheiterte, spielten die Lakers damit die erfolgreichste Saison seit 15 Jahren.

In der darauffolgenden Saison konnten die Rapperswiler erneut überraschen. Trotz einem Rekord von 94 Punkten und Platz vier in der Qualifikation scheiterte man in der ersten Playoffrunde jedoch mit 3:4 an Davos. Es war das zweite Mal in der Geschichte, dass der SCRJ ein 3:0 in einer Serie verspielte. Dafür konnte man als Club die erstmalige Qualifikation für die Champions Hockey League feiern.

In ihrer ersten Teilnahme an der Champions Hockey League verpassten die Lakers die CHL-Playoffs, besiegten jedoch den späteren Champion Tappara Tampere auswärts. In der Meisterschaft (2022/23) schlossen sie die Regular Season erneut sehr stark (3. Rang) ab und qualifizierten sich erneut für die CHL. In den Playoffs-Viertelfinals unterlagen sie Titelverteidiger Zug jedoch mit 2:4 in der Serie.

2023/24 ein Rückschlag: In der Meisterschaft verfehlten die Lakers mit 65 Punkten und Rang 12 das Playoff-Ziel deutlich, belastet durch Verletzungspech und einen Rückgang des Torschnitts von 3,52 auf 2,42 pro Spiel. In der Champions Hockey League erreichten sie hingegen erstmals die Playoffs, schalteten dort die Regular-Season-Ersten Adler Mannheim aus und schieden im Viertelfinal gegen Vitkovice Ridera aus (2:1, 1:5).

Nach einem fortwährenden Negativlauf auch in der Saison 2024/25 wurde Headcoach Stefan Hedlund am 7. Dezember 2024 entlassen; unter Nachfolger Johan Lundskog sicherten sich die Lakers erst im letzten Qualifikationsspiel mit einem Last-Minute-Sieg gegen Davos Rang 9 und damit die Play-In-Teilnahme. Im Play-In gegen Ambrì-Piotta schieden sie nach Verlängerung im Rückspiel aus (Gesamtergebnis 4:5).

Saisonstatistik seit 1994 Saison Qualifikation Playoffs/Playouts 1994/95 9. Platz Sieger Playouts 1995/96 3. Platz Viertelfinal 1996/97 8. Platz Viertelfinal 1997/98 7. Platz Viertelfinal 1998/99 8. Platz Viertelfinal 1999/00 9. Platz Niederlage Playouts 2000/01 7. Platz Viertelfinal 2001/02 11. Platz 1. Runde Playouts 2002/03 8. Platz Viertelfinal 2003/04 10. Platz 2. Platz Playouts2004/057. PlatzViertelfinal2005/064. PlatzHalbfinal Saison Qualifikation Playoffs/Playouts 2006/07 6. Platz Viertelfinal 2007/08 7. Platz Viertelfinal 2008/09 10. Platz Playout-Halbfinal 2009/10 10. Platz Playout-Halbfinal 2010/11 11. Platz Playout-Final 2011/12 12. Platz Playout-Halbfinal 2012/13 11. Platz Playout-Final 2013/14 12. Platz Playout-Final2014/1512. PlatzAbstieg in die NLB2015/161. PlatzFinal2016/174. PlatzFinal2017/181. PlatzAufstieg in die NL Saison Qualifikation Playoffs/Playouts 2018/19 12. Platz Niederlage Playouts 2019/20 12. Platz Saisonabbruch 2020/21 10. Platz Playoff-Halbfinal 2021/22 4. Platz Playoff-Viertelfinal 2022/23 3. Platz Direkte Playoff-Qualifikation2023/2412. PlatzSaisonende2024/259. PlatzPlay-In "1. Runde"2025/267. PlatzPlayoff-Viertelfinal2026/27??

Spieler

Kader der Saison 2025/26

Trainerstab Name Nationalität Geburtstag Cheftrainer Johan Lundskog 11. September 1984 Co-Trainer Fabian Gunnarsson 23. Mai 1995 Co-Trainer Todd Miller 24. Mai 1978

Ehemalige Spieler Aufstieg 1994 NLB-Meister Aufsteiger in die NLATorhüter: Marius Bösch, Michael Häbig

Verteidiger: Armin Berchtold, Daniel Bünzli, Erich Frey, Patrick Götz, Marc Haueter, Christian Langer, Markus Näf (C)

Angreifer: Daniel Aeschbacher, Ray Allison, Tom Bissett, Warren Bruetsch, Arthur Camenzind, Christian Hofstetter, Jean-Noël Honegger, Roman Kessler, Hans Kossmann, Marco Seeholzer, Laurent Stehlin, Marco Werder

Cheftrainer: Pekka Raultakallio

Halbfinal 2006 Playoff-Halbfinal100px|Logo der Rapperswil-Jona LakersTorhüter: Marco Streit, Michael Tobler

Verteidiger: Marco Bayer, Sven Berger, Marco Capaul, Patrick Fischer, Cyrill Geyer, Sandro Gmür, Patrick Parati, Marc Schefer, Marko Tuulola, Zarley Zalapski

Angreifer: Patrick Berchtold, Christian Berglund, Markus Bütler, Deny Bärtschi, Mikko Eloranta, Peter Hürlimann, Stefan Hürlimann, Roman Kadera, Claudio Micheli, Patrizio Morger, Brady Murray, Reto Müller, Jeff Panzer, Brandon Reid, Antonio Rizzello, Stacy Roest, Thomas Walser, Marc Weber

Cheftrainer: Bill Gilligan Assistenztrainer: Roland Schmid

Triple-Sieger 2018 Cupsieger Swiss League Meister Aufsteiger in die NL100px|Logo der SCRJ LakersTorhüter: Kevin Liechti, Melvin Nyffeler, Sascha Rochow

Verteidiger: Sven Berger, Thomas Büsser, Cyrill Geyer (A), Nico Gurtner, Jorden Gähler, Frédéric Iglesias, Fabian Maier, Leandro Profico, Rajan Sataric, Florian Schmuckli

Angreifer: Jared Aulin (A), Fabian Brem, Corsin Casutt, Lars Frei, Michael Hügli, Cédric Hüsler, Dion Knelsen, Sven Lindemann, Jeremy Morin, Jan Mosimann, Martin Ness, Josh Primeau, Antonio Rizzello (C), Jan Vogel