Grassemann ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Warmensteinach im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Grassemann liegt in der Gemarkung Oberwarmensteinach.
Geografie Das Dorf liegt in einer Rodungsinsel, umgeben von ausgedehnten Waldgebieten, knapp 3 km nördlich von Warmensteinach. Knapp nördlich von Grassemann verläuft in Ost-West-Richtung die Kreisstraße BT 4 von Fleckl zur Glasermühle bei Bischofsgrün. Dort beginnt die Kreisstraße BT 9, die weiter nach Warmensteinach führt.
Geschichte Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Bergwerk „Großer Mann“ erwähnt. Durch mundartliche Abwandlung veränderte sich der Ortsname zu Grassemann.D. Herrmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 229. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Grassemann zur Realgemeinde Kaltensteinach.R. Winkler: Bayreuth, S. 368.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Gefrees. Mit dem Gemeindeedikt wurde Grassemann dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Bischofsgrün zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Grassemann. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 erfolgte die Eingemeindung nach Bischofsgrün.R. Winkler: Bayreuth, S. 496f. Am 1. Oktober 1938 wurde Grassemann nach Oberwarmensteinach eingegliedert,R. Winkler: Bayreuth, S. 427. das wiederum im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Mai 1978 in die Gemeinde Warmensteinach eingegliedert wurde.
Zentrale Bedeutung im Ort hat das Freilandmuseum Grassemann. Höhenlage und Abgeschiedenheit des Ortes haben dazu geführt, dass neben dem als Museum und Infostelle des Naturparks Fichtelgebirge genutzten Bauernhof auch weitere Kulturlandschaftselemente in der Umgebung erhalten geblieben sind. Sie geben Aufschluss über die Siedlungsgeschichte und das ländliche Leben vergangener Jahrhunderte. Die Gestalt des Hofgebäudes bildete das Vorbild für das nahe gelegene Waldhaus Mehlmeisel.Enrico Santifaller: Baukulturführer 28: WALDHAUS Mehlmeisel. Büro Wilhelm Verlag, Amberg 2006, abgerufen am 25. Februar 2020.
Baudenkmäler Haus Nr. 3: Wohnstallhaus, heute Freilandmuseum Grassemann Grenzstein
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 27 71 80 85 80 78 89 64 45 30HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 9 11 11 15 15 15Quelle Dort als Crassemann aufgelistet.
Religion Grassemann ist evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Matthäus (Bischofsgrün) gepfarrt. Die römisch-katholische Minderheit war ursprünglich nach Mariä Verkündigung (Fichtelberg) gepfarrt. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist für die Protestanten die Pfarrei Zur Heiligen Dreifaltigkeit (Warmensteinach) und für die Katholiken die Pfarrei St. Laurentius (Oberwarmensteinach) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Geographie (Warmensteinach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bayreuth) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1818