Utena (, ) ist die Kernstadt der gleichnamigen Rajongemeinde im Nordosten von Litauen. Die Stadt bildet in der Gemeinde ein eigenes städtisches Amt (miesto seniūnija) und ist Verwaltungssitz des Bezirks Utena. Die Stadt hat rund 33.000 Einwohner, die Rajongemeinde Utena 48.000.

Geschichte Utena wurde erstmals im Jahre 1261 erwähnt.Utena (Utyan) (englisch). Abgerufen am 6. November 2025. Bis 1795 gehörte Utena zum Großfürstentum Litauen bzw. zu Polen-Litauen, nach der dritten polnischen Teilung fiel die Stadt unter russischer Herrschaft. Ab 1802 gehörte sie zum Gouvernement Wilna und ab 1843 zum Gouvernement Kowno.

Durch den Bau der Straße St. Petersburg–Warschau in den Jahren 1830 bis 1835 wuchs die Stadt in wenigen Jahren schnell an. Zwischen 1939 und 1940 begann der Bau einer Schmalspurbahn, die die Städte Panevėžys, Utena und Švenčionys verband. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Utena von zwei großen Bränden verwüstet.

Das Deutsche Kaiserreich besetzte Utena während des Ersten Weltkrieges von 1915 bis 1918, danach übernahmen kurzzeitig die sowjetischen Bolschewiki die Macht. Nach der Niederlage der Sowjets im Juni 1919 wurde Utena zu einem Bezirkszentrum in der unabhängigen Republik Litauen.

Historisch hatte die Stadt eine größere jüdische Gemeinschaft. Im Jahr 1941 wurden in der von der Nazi-Besatzung (Reichskommissariat Ostland) kontrollierten Stadt etwa 2.000 Juden zusammengeführt und im Wald von Rašė, etwa 2 Kilometer nördlich, erschossen.During World war II and afterwards (englisch). Abgerufen am 6. November 2025.

Wirtschaft und Verkehr Utena liegt unweit der Grenzen zu Lettland und Belarus an der Fernstraße Warschau (Polen)-Kaunas-Daugavpils (Lettland)-Sankt Petersburg (Russland) und ist Standort einer landesweit bedeutenden Bierbrauerei namens „Utenos“.

Bauwerke Kirchen mini|Kirche der Göttlichen Vorsehung Im Ort befinden sich die Christi-Himmelfahrts-Kirche und die Kirche der Göttlichen Vorsehung.

Landgüter Etwa sieben Kilometer nordwestlich des Ortes befindet sich der Park „Vyžuonėlių“,miestai.net der 1958 zum litauischen Naturdenkmal erklärt wurde. In ihm steht das Atelierhaus der Malerin Marianne von Werefkin.Balys Juodzevičius, Gubernatoriaus dvaras, Utenis, 22. und 29. Oktober 1994. Es gehört zu einem heute ebenfalls noch erhaltenen Ensemble von reich verzierten Holzhäusern, die im typisch volkskundlichen Stil von Abramzewo errichtet wurden. Sie waren einst das Zentrum des Landgutes der Familie Werefkin. Das Gut nannten sie „Blagodat“, Glückseligkeit.S. Kubickienė, Vyžuonėlių Dvaras, Utenis, 12. Juli 1994. Werefkins Vater hatte es – das zu jenem Zeitpunkt auch die Landgüter Vyzuonélés, Mediniai und Mazelizkiai, den Wald Skaistasilis und den See Lukuo umfasste – 1879 von Zar Alexander II. für besondere militärische Verdienste geschenkt bekommen. Dort verbrachte die junge Malerin die Sommermonate, wurde von ihrem Verehrer Ilja Repin besucht und führte Alexej Jawlensky in die Ölmalerei ein, ehe sie mit ihm nach München zog.

Bildung mini|Kolleg Utena In Utena gibt es eine Hochschule (Kolleg Utena), 3 Gymnasien und eine Jugendschule (eine Mittelschule), 4 Hauptschulen, 2 Grundschulen, 5 Schulen-Kindergärten; eine Musikschule Utena sowie ein Zentrum für Sonderbildung und Sonderbeschäftigung (Sonderpädagogik).

Sport mini|Utenos Arena Basketballclub Juventus Utena, Utenos Arena (2000 Plätze) FC Utenos Vilkai FC Utenis Utena

Wirtschaft mini|AB Utenos trikotažas In Utena gibt es einige Großunternehmen wie Utenos alus (Brauerei) und Utenos trikotažas (Textil).

Söhne und Töchter der Stadt Josef Jakubowski (1895–1926), polnisches Justizopfer Bernard Lown (1921–2021), US-amerikanischer Kardiologe und Friedensaktivist Vytautas Straižys (1936–2021), Astronom Gedvydas Vainauskas (* 1955), Journalist und Manager Jūratė Zailskienė (* 1965), Politikerin, Mitglied des Seimas, Vizebürgermeisterin von Prienai Aidas Labuckas (1968–2013), Schachspieler Linas Obcarskas (* 1969), Pädagoge und Politiker, Vizeminister der Bildung Dainius Kairelis (* 1979), Radsportler Marijus Kaukėnas (* 1979), Politiker, Bürgermeister der Rajongemeinde Utena Vitalijus Šeršniovas (* 1979), Politiker Danas Augutis (* 1980), Politiker Simona Krupeckaitė (* 1982), Radsportlerin Jonas Valančiūnas (* 1992), Basketballspieler Ingrida Ardišauskaitė (* 1993), Skilangläuferin Ieva Gumbs (* 1994), Diskuswerferin Karolis Antanavičius (* 1998), Handballspieler

Rajongemeinde Die Rajongemeinde Utena (Utenos rajono savivaldybė) umfasst die Stadt Utena, 8 Städtchen, 592 Dörfer. Die Rajongemeinde ist eingeteilt in 10 Ämter.

Klima

Literatur Bodo Thöns: Litauen entdecken, Europas neuer Mittelpunkt im Baltikum. Berlin 2006, S. 253 f.

Weblinks

Website der Stadt Utena (englisch, russisch, litauisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Stadt in Litauen

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