Die Bergische Heideterrasse (laut der grundlegenden Definition der Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung in der Pluralform Bergische HeideterrassenDie Definition und Benennung des Naturraums wurde durch die Bundesforschungsanstalt erstmals festgelegt und in der Fachliteratur wie dem Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands in Pluralform verwendet. Heutige Nennungen verwenden meist nur noch die Singularform, obwohl der Naturraum durch eine Ansammlung einzelner geologisch, erdgeschichtlich und örtlich voneinander abgrenzbare Rheinterrassen gebildet wird.) ist eine naturräumliche Haupteinheit mit der Ordnungsnummer 550 in der Niederrheinischen Bucht am Übergang zu den Bergischen Hochflächen, einem Teil des Rheinischen Schiefergebirges.

Sie zieht sich rechtsrheinisch als Landschaftsband auf einer Strecke von etwa 80 Kilometern am Rande des Bergischen Landes von Mülheim an der Ruhr im Norden bis nach Siegburg im Süden.Die Bergische Heideterrasse Abgerufen am 14. Dezember 2016 Die Flussterrassen sind von Flugsanden bedeckte Kies- und Sandablagerungen auf einem teilweise freiliegenden Sockel aus gefalteten Gesteinen des Devon und flachlagernden, sandigen, z. T. auch tonigen Tertiärschichten.

Namensgebend für den Naturraum sind nährstoffarme Heidmoore, Sandheiden, Trockenrasenflächen und Binnendünen mit einer großen Vielfalt an Biotopen. Hier sind u. a. Hainsimsen-Buchenwälder, Erlen-Bruchwälder, Eichen-Birken-Wälder, Hartholzauen, Feuchtwiesen und Bachauen vorzufinden. Abgerufen am 14. Dezember 2016

Gliederung des Naturraums Die naturräumliche Haupteinheit 550 wurde in den Ausarbeitungen zum Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands (6. Lieferung 1959, Karten 1:1.000.000 der Jahre 1954 und 1960) zunächst als Schlebusch-Wahner Heide bezeichnet. In der Verfeinerung im Maßstab 1:200.000 auf Blatt 109 Düsseldorf im Jahre 1963 wurde diese in Bergische Heideterrassen umbenannt und in feinere Naturräume unterteilt; eine Feingliederung des Südteils folgte schließlich auf Blatt 123 Köln im Jahr 1978.

Die Haupteinheit gliedert sich danach wie folgt: 550 Bergische Heideterrassen 550.0 Wahner Heide 550.00 Lohmarer Heide 550.01 Unteraggertal 550.02 Untersülztal 550.03 Paffrath-Altenrather Heideterrasse 550.030 Altenrather Heideterrasse 550.031 Paffrather Kalkterrasse 550.032 Schildgener Terrasse 550.04 Wahner Heideterrasse 550.05 Unteres Dhünntal 550.1 Hilden-Lintorfer Sandterrassen 550.10 Bürriger Heide 550.11 Wuppertalmündung 550.12 Hildener Mittelterrassen 550.13 Düsseltalmündung 550.14 Gerresheimer Bucht 550.15 Aaper Steilhang 550.16 Lintorfer Sandterrassen

Geschichte Die Bergische Heideterrasse ist ein Relikt aus der Eiszeit. Sie war geprägt durch unterschiedliche Waldgesellschaften auf vernässten oder trocken-sandigen Böden mit darunterliegenden Geröllschichten. Diese Böden eigneten sich nur schlecht für die Landwirtschaft und waren deshalb kaum besiedelt. In der Umgebung von Opladen entstanden am Ende der Mittelsteinzeit um 8000–4000 v. Chr. erste Ansiedlungen durch Menschen, die hier ihre Heimat suchten. Sie rodeten die Flächen und betrieben Ackerbau. Dadurch breiteten sich im Laufe der nächsten 3000 Jahre die verschiedenen Heidevegetationen aus. Durch die spätere moderne Agrarwirtschaft ging der Heidebestand immer weiter zurück.Natur entwickeln - Natur erleben auf der Bergischen Heideterrasse Abgerufen am 15. Dezember 2016

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren die blühenden Heideflächen, Erlen- und Birkenwälder mit ihrem sumpfigen Untergrund weitestgehend erhalten. Über Jahrhunderte waren sie geprägt durch Weidewirtschaft mit Schafen, Rindern, Pferden, Ziegen und Schweinen. Hinzu kamen Waldwirtschaft, Schiffelwirtschaft, Imkerei und Besenbinderei. Die jetzt einsetzende Industrialisierung verbunden mit industrieller Forstwirtschaft, Straßen- und Wegebau und der Flächenversiegelung durch Siedlungs- und Gewerbegebiete war jedoch verbunden mit einem starken Rückgang der biologischen Lebensräume. Bis heute wurden rund 30 Naturschutzgebiete im Bereich der Bergischen Heideterrasse eingerichtet, in denen sich die alten Lebensformen erhalten haben.

Naturschutzgebiete (Auswahl) Nachfolgend werden einige Naturschutzgebiete im Bereich der Bergischen Heideterrasse aufgezählt, zu denen es bereits einen Artikel in Wikipedia gibt: Bürgerbusch Further Moor Dünnwalder Wald Hildener Heide Hildener Heide, südlich Sandberg Hildener Heide, östlich Taubenberg Hildener Heide, Schönholz Hildener Stadtwald, Bereich Biesenbach Hildener Stadtwald, Bereich Sandbach-Krebsbach Kiesgrube Wahn Königsforst Krüdersheide und Götsche Leichlinger Sandberge Naturschutzgebiet Am Hornpottweg Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide Naturschutzgebiet Grube Cox Naturschutzgebiet Sandberg (Hilden) Naturschutzgebiet Spörkelnbruch (Haan) Naturschutzgebiet Spörkelnbruch (Hilden) Naturschutzgebiet Thielenbruch und Thurner Wald Ohligser Heide Schluchter Heide

Einzelnachweise Emil Meynen, Josef Schmithüsen (Herausgeber): Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960).

Karlheinz Paffen, Adolf Schüttler, Heinrich Müller-Miny: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 108/109 Düsseldorf/Erkelenz. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1963. → Online-Karte (PDF; 7,1 MB)

Ewald Glässer: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 122/123 Köln/Aachen. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1978. → Online-Karte (PDF; 8,7 MB) Anmerkungen

Weblinks

Natura Trail Bergische Heideterrasse – Eine Tagestour mit dem Fahrrad vom Gerresheimer zum Leichlinger Naturfreundehaus und zurück Abgerufen am 15. Dezember 2016 Die Bergische Heideterrasse – Der wohl artenreichste Naturraum NRWs mit 16 Naturschutzgebieten Abgerufen am 15. Dezember 2016 Biologische Station Haus Bürgel Abgerufen am 15. Dezember 2016 Bündnis Heideterrasse – Südliche Bergische Heideterrasse Abgerufen am 15. Dezember 2016

Rad- und Wanderführer Die Bergische Heideterrasse Abgerufen am 15. Dezember 2016

Kategorie:Kulturlandschaft in Deutschland ! Bergische Heideterrassen Kategorie:FFH-Gebiet in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa