Kollyvades (, auch: Kollyvistai, Kollybaden und Sabbatianoi) war die Bezeichnung für eine Gruppe orthodoxer Mönche, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf dem Athos entstand. Die Anhänger dieser Gruppierung bemühten sich um die Erneuerung althergebrachter Traditionen und wehrten sich gegen die Einführung neuer Praktiken. Ihr konsequentes Auftreten führte zu einer Erneuerungsbewegung in der orthodoxen Kirche. Bischof Kallistos von Diokleia schreibt dazu:

Name mini|hochkant|Kollyva Die Bewegung erhielt ihren Namen von dem Kollyva (gekochten Weizen), der in der orthodoxen Kirche als Opfergabe während Gedenkgottesdiensten (μνημόσυνον) dargebracht wird und später verspeist wird. Die Kollyvades (dt. etwa: „Grützfresser“) erhielten ihren Namen, weil sie nach den geheiligten Traditionen darauf bestanden, dass die Totengedenk-Gottesdienste nicht am Tag des Herrn (Sonntag) gefeiert werden, weil dies der Tag der Auferstehung Jesu Christi ist. Sie hielten fest an der samstäglichen Feier, ebenso an der häufigen Teilnahme an der Eucharistie und dem unablässigen Jesusgebet.

Die ursprünglich abwertenden Bezeichnungen „Kollyvades“, „Kollyvistai“ und „Sabbatianoi“ entwickelten sich im Laufe der Zeit jedoch zu Ehrennamen.The Kollyvades Movement and the Advocacy of Frequent Communion. In: Hieromonk Patapios and Archbishop Chrysostomos. Manna from Athos: The Issue of Frequent Communion on the Holy Mountain in the Late Eighteenth and Early Nineteenth Centuries. Vol. II In: Andrew Louth, Professor David Ricks (hgg.): Byzantine and Neohellenic Studies. Peter Lang, Oxford 2006. Die Anführer der Bewegung waren Neofytos Kafsokalyvitis (1713–1784),Neofytos Kavsokalyvites († 1784) kam vom Peloponnes und hatte jüdische Vorfahren. Er trat kämpferisch auf, wenn es um die Traditionen ging. Als Mönch zeichnete er sich durch große Tugend und enormes Wissen aus. Sein Konservativismus rief jedoch starke Opposition hervor und führte zu seinem Weggang vom Athos. Makarios von Korinth (1731–1805), Nikodemos der Hagiorite (Νικόδημος ο Αγιορείτης, 1749–1809) und Athanasios Parios (Ἀθανάσιος Πάριος, 1722–1813).

Geschichte 1754 entspann sich ein Disput in der Skete Agia Anna am Berg Athos, als einige Mönche gegen die Verlegung der Totengedenk-Gottesdienste auf den Sonntag protestierten. Nach altem Brauch waren diese Gottesdienste am Samstag oder sonst an Werktagen gefeiert worden. Die Befürworter der Verlegung argumentierten, dass Auferstehung ein Thema in jedem Gottesdienst nach der Göttlichen Liturgie sei. Zwischen den Gruppen kam es zu Auseinandersetzungen und die Kollyvades wurden dafür bekannt, dass sie Mängel des spirituellen Lebens angriffen, die sich seit byzantinischer Zeit in der Kirche eingeschlichen hatten.

Die erste Antwort auf die Streitigkeiten erfolgte in Form eines Briefes des Patriarchen Theodosios II. 1772 aus Konstantinopel, demzufolge diejenigen, die samstags die Totengedenken feierten, dies in Übereinstimmung mit der alten Tradition täten, während diejenigen, die sie sonntags feierten „ouch hypokeintai krimati“ (nicht damit sündigten).

Dieser Schlichtungsversuch scheiterte und der folgende Patriarch Samuel I. Chatzeres (1773–1774) veröffentlichte eine Synodal-Enzyklika (1773), in der er alle Mönche anwies, sich an die Bräuche ihrer Klöster zu halten und Streit über das Thema zu vermeiden. Doch diese Taktik, die für Kompromisse warb, scheiterte erneut.

Daher wurde 1774 eine Synode anberaumt im Kloster Koutloumousiou auf dem Athos. An der Synode nahmen zwei ehemalige Patriarchen von Konstantinopel, vier ehemalige Metropoliten, zwei aktive Metropoliten und zwei Bischöfe von Thessaloniki teil; außerdem nahmen ca. zweihundert Mönche teil. Die Synode erklärte, dass alle von denen, welche die Enzyklika von 1773 nicht akzeptierten, dem Anathema unterworfen seien. Trotz dieser Festlegung setzte sich der Streit unvermindert fort.

Daher wurde 1776 eine weitere Synode in Konstantinopel anberaumt unter Patriarch Sophronios II. An dieser Synode nahm der Patriarch von Jerusalem (Avramios) und sechzehn andere Hierarchen teil. Die Synode legte fest, dass die Totengedenken sowohl am Samstag als auch am Sonntag gefeiert werden dürften und dass das Thema nicht weiter diskutiert werden sollte. In dieser Synode wurden Parios, Kavsokalyvites und Nikodimos zusammen mit Anderen exkommunizert. Später wurden sie wieder gerechtfertigt.

Eucharistie-Praxis Neben dem Streit um angemessene Ritualpraxis gab es auch Spannungen aufgrund der Praxis einer Eucharistie-zentrierten Spiritualität und der Rezeption des Hesychasmus des 14. Jahrhunderts. Die Kollyvades strebten nach einer Wiederbelebung der patristischen Theologie und einem liturgischen Leben, dass die häufige Kommunion beinhaltete. Trotzdem oder gerade deshalb wurden sie aufs heftigste angegriffen.

Erst 1819, in einem Konzil in Konstantinopel wurden die Ziele der Kollyvades gewürdigt, als beschlossen wurde, dass die heilige Kommunion von Klerikern und Laien regelmäßig genommen werden sollte.Harry Linsinbigler. On the Church’s Guidelines for Holy Communion. Modified from several issues of the Ukrainian Orthodox Word. 31. August 2007."In 1819, Patriarch Gregory V wrote to the monks of the Holy Mountain declaring that Communion should not be received at certain set times, but whenever one felt himself ready for it, following confession and other necessary preparation." Constantine Cavarnos, Athanasios Parios: St. Macarios of Corinth: Archbishop of Corinth...an account of his life, character, and message, together with selections from three of his publications. Volume 2 of Modern Orthodox saints. Institute for Byzantine and Modern Greek Studies 1977: 21.

Persönlichkeiten Kosmas Aitolos († 1779), reiste als Wanderprediger durch Griechenland und bemühte sich die Bauern an ihren Glauben zu erinnern und sie zur Kommunion einzuladen. Neofytos Kavsokalyvites († 1784), bereiste den Balkan als Prediger und starb in Rumänien. Paisios Velitchovsky († 1794), veröffentlichte eine slawische Version der Philokalie, die starken Einfluss auf die Mönche von Optina hatte. Makarios Notaras († 1805), Autor von „Über häufige Kommunion.“ Nicodimos o Agioritis († 1809), Autor von “Evergetinos,” “Philokalia,” “Das Ruder,” “Christoethia,” “Synaxarion” und “Über häufige Kommunion.” Athanasios Parios († 1813), Autor mehrerer Werke gegen die westliche Aufklärung in Griechenland. Nikephoros von Chios († 1821),Great Synaxaristes: Ὁ Ὅσιος Νικηφόρος ἐκ Χίου. 1 Μαΐου. ΜΕΓΑΣ ΣΥΝΑΞΑΡΙΣΤΗΣ. Schüler und Biograph von Athanasios Parios. Arsenios von Paros († 1877),Great Synaxaristes: Ὁ Ὅσιος Ἀρσένιος ὁ ἐν Πάρῳ. 31 Ιανουαρίου. ΜΕΓΑΣ ΣΥΝΑΞΑΡΙΣΤΗΣ. Prediger, Lehrer und geistlicher Vater von Nektarios von Aegina.

Gegner Bessarion (Vissarion) von Rapsane († 1801). Theodoretos von Ioannina († 1823), Mönch in der Skete Ag. Anna.

Einzelnachweise

Quellen Nicodimos o Agioritis: Concerning Frequent Communion of the Immaculate Mysteries of Christ. Transl. George Dokos. Uncut Mountain Press 2006. ISBN 9789608677852 Hieromonk Patapios, Archimandrite Chrysostomos: Manna from Athos: The Issue of Frequent Communion on the Holy Mountain in the Late Eighteenth And Early Nineteenth Centuries. Volume 2 of Byzantine and Neohellenic Studies, ISSN 1661-1187. Peter Lang 2006. ISBN 9783039107223

Literatur Charilaos S. Tzogas: Η περί μνημοσύνων έρις εν Αγίω Όρει κατά τον ΙΗ΄αιώνα. (Der Streit um die Totengedenken auf dem Athos im 18. Jh.) Thessaloniki 1969. (PhD Thesis. Aristotle University of Thessaloniki - Επιστημονική Επετηρίς της Θεολογικής Σχολής, Παράρτ. Αριθμ. 3). , ; (http://hippo.lib.uoa.gr); (http://www.lib.auth.gr) The Kollyvades Movement and the Advocacy of Frequent Communion. In: Hieromonk Patapios and Archbishop Chrysostomos. Manna from Athos: The Issue of Frequent Communion on the Holy Mountain in the Late Eighteenth and Early Nineteenth Centuries. Vol. II. In. Andrew Louth, David Ricks (hgg.): Byzantine and Neohellenic Studies series. Peter Lang, Oxford 2006: 187ff. ISBN 3-03910-722-4 Christos Yannaras. The Kollyvades Movement and the Spiritual Regeneration of Orthodoxy. In: Orthodoxy and the West. Holy Cross Orthodox Press 2006: 115-117. St Athanasius Parios. Festtag am 24. Juni. OCA - Feasts and Saints. Ioannis Zelepos: Die Kollyvadenbewegung. Zu den Auseinandersetzungen um Tradition, Aufklärung und Identität im osmanisch-orthodoxen Kommunikationsraum 1750–1820. (= Balkanologische Veröffentlichungen. Band 56). Habilitationsschrift. Harrassowitz-Verlag, Wiesbaden 2012.

Weblinks Marcus Plested: Review: Manna from Athos: The Issue of Frequent Communion on the Holy Mountain in the Late Eighteenth and Early Nineteenth Centuries, Hieromonk Patapios and Archbishop Chrysostomos. The Friends of Mount Athos Book Reviews 2006. The Synaxis of the Holy Kollyvades Fathers. Full of Grace and Truth Blogspot. 24. April 2009.

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