Eberhard Mahle (* 7. Januar 1933 in Stuttgart; † 21. Dezember 2021Sport.de vom 22. Dezember 2021: Deutscher Motorsport trauert um Eberhard Mahle, abgerufen am 22. Dezember 2021) war ein deutscher Automobilrennfahrer.

Leben Eberhard Mahle, genannt Ebs, war der Sohn von Ernst Mahle, Mitbegründer und Mitinhaber der heutigen Mahle GmbH und Else Mahle, geb. Wurth aus Heppenheim. Seine Geschwister sind Ilse (* 1925), Ernst (1929–2025) und Christoph Mahle (* 1938). Ab 1940 besuchte Eberhard die Grundschule in der Leibnitzstraße in Stuttgart. Im Sommer 1943 zog Mutter Else mit ihren Kindern in das 1938 erworbene Feriendomizil Burg Rosenegg in Bürs bei Bludenz. Ab dem Sommer 1944 besuchte Mahle das Gymnasium in Bludenz. Schon als Elfjähriger hatte er nach eigenem Bekunden mit dem elterlichen Wagen, einem Opel mit Holzvergaser, Ausflüge in Vorarlberg unternommen.

1950 zog die Familie zurück nach Stuttgart. 1951 erfolgte der Umzug nach Brasilien, wo Vater Ernst für die Firma Mahle in São Paulo ein Kolbenwerk aufbaute. Im Jahr 1952 kehrte Eberhard als 19-Jähriger zurück nach Stuttgart, um Anfang 1953 sein Abitur zu machen. Anschließend studierte er zunächst zwei Semester Ingenieurwesen in Stuttgart und zwei Semester Volkswirtschaft in Tübingen. 1954 begann er als kaufmännischer Angestellter in der Exportabteilung bei Mahle.

Rennkarriere 1954 mini|DKW F91 Mit 21 Jahren und dem Erreichen der Volljährigkeit startete Mahle 1954 bei der Stuttgarter Rallye Solitude auf einem DKW F 91 und gewann die Klasse der Serien-Tourenwagen bis 1000 cm³. Anschließend nahm Eberhard Mahle erfolgreich an einer Reihe weiterer Rallyes teil, so dass er schon kurz nach der Rallye Solitude die Internationale Lizenz beantragen konnte. Auf Anraten von Sven von Schröder nahm Eberhard Mahle mit Schröder als Beifahrer im DKW an der Rallye Balkanique 1954 teil. Er belegte den 3. Platz in der Gesamtwertung und gewann mit zwei weiteren DKW-Teams aus Deutschland die Team Wertung. Das Preisgeld, in Jugoslawischer Währung ausbezahlt, wurde in Sliwowitz umgesetzt, der wiederum in Deutschland verkauft wurde. So kam Mahle zu einer finanziellen Basis für die kommenden Veranstaltungen.

+ Renneinsätze 1954 Datum Veranstaltungen Fahrzeug Startnr. Beifahrer Platzierung 12.–14. April Rallye Solitude DKW 3=6 256 Fritz Klenk 1. 13. Mai Weinheimer Frühlingsfahrt DKW 3=6 Fritz Klenk 1. 10.–11. Juli 3. Badische Stern- und Nachtzuverlässigkeitsfahrt um die „Nachteule“ DKW 3=6 Sven von Schröder August WAC Clubfahrt DKW 3=6 Veigel 1. August Hessenfahrt DKW 3=6 ab 22. September Rallye Balkanique DKW 3=6 15 Sven von Schröder 2. Klasse3. Gesamt 17. Oktober Rallye „Rund ums Kinzigtal“ DKW 3=6 Küpper 1.Gesamt 26. Oktober Gordon-Benett Rallye BMW 501 Behringer 31. Oktober „Durch die Lüneburger Heide“ DKW 3=6 2.

1955 mini|Porsche 356 1100 1955 war Mahle aufgrund verstärkter beruflicher Einbindung ein Jahr in dem für den Motorsport nur wenig Zeit blieb. Er legte sich aber einen Porsche 356 mit 40 PS zu und nahm damit (und mit dem DKW) an einem Bergrennen bei Reutlingen teil.

+ Renneinsätze 1955 Datum Veranstaltungen Fahrzeug Startnr. Beifahrer Platzierung 19. Juni Achalm Bergrennen DKW 3=6Porsche 356 1100 134123 4.6. mini|DKW 3=6 (F93)

1956 mini|Mercedes-Benz 219 Für die Saison 1956 schaffte Eberhard Mahle einen neuen DKW an, dessen Motor eine Leistungssteigerung von 36 PS auf 55 PS erfuhr. Mit der DKW-Vertretung Emil Spahr vereinbarte er einen Wartungsdienst- und Reparaturvertrag – er erhielt diesen Service kostenlos.

+ Renneinsätze 1956 Datum Veranstaltungen Fahrzeug Startnr. Beifahrer Platzierung 20.–22. April 4. Rallye Solitude DKW 3=6 247 Fritz Klenk 1. Klasse2. Gesamt 12.–13. Mai 5. Ammergaufahrt DKW 3=6 1. 1.–3. Juni Automobil Turnier Bad Homburg DKW 3=6 3. 9.–10. Juni Rallye Frankenwald DKW 3=6 1. 17. Juni Süd Rallye Nürnberg inkl. Nürburgring-Nordschleife DKW 3=6 Gesamtsieg 20.–24. Juni Internationale Rallye Wiesbaden DKW 3=6 84 2. 29. Juli Westfalen-Lippe-Fahrt DKW 3=6 221 2. 18.–19. August ADAC Hessenfahrt mit „Wiesenauffahrt“ DKW 3=6 1. 7.–9. September Internationale Rallye Bad Neuenahr mit Nürburgring-Nordschleife DKW 3=6 1. 22.–23. September 1. Rallye Schauinsland DKW 3=6 14 1. 7. Oktober Prüfungsfahrt Stuttgart DKW 3=6 Gesamtsieg 27.–28. Oktober Rallye „Durch die Lüneburger Heide“ DKW 3=6 1. 4. November Zuverlässigkeitsprüfung Backnang Mercedes-Benz 219 1.

1957 mini|Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce Für diese Saison plante Eberhard Mahle den Einstieg in den Rundstreckensport und kaufte dafür einen Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce mit 1300 cm³ Hubraum und 90 PS. Er sprach bei Alfa Romeo vor und bat um einen Sponsorenvertrag. Stattdessen bot ihm Vizedirektor Hruschka an, den Wagen werkseitig zu tunen und den Wagen nach jedem Rennen im Mailänder Stammwerk komplett durchsehen zu lassen. Die Kosten dafür würde Alfa Romeo zu 100 % übernehmen, aber nur, wenn Mahle mit dem Wagen die GT-Meisterschaft gewinnen würde. Eberhard Mahle musste die Rechnungen für die Wartungen nicht übernehmen, da er die Saison als Meister der GT-Klasse bis 1300 cm³ abschloss.

+ Renneinsätze 1957 Datum Veranstaltung Fahrzeug Startnr. Platzierung 12.–14. April 5. Rallye Solitude Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce 26 1. Gesamt 26. Mai Internationales 1.000 km Rennen am Nürburgring Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce 80 1. GT-Klasse bis 1300 cm³ Juni Deutschland-Rallye Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce Nicht im Ziel 16. Juni Rallye Bad Homburg Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce 2. 30. Juni XX. Internationales Eifel-Rennen Nürburgring Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce 1. GT-Wagen bis 1300 cm³ 28. Juli Internationales Schauinsland-Rennen Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce 20 2. GT-Wagen bis 1300 cm³ 6.–8. September Internationale Rallye Hanseat Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce 1.GT-Wagen bis 1300 cm³ September Hansa-Pokal-Rennen Nürburgring Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce 26 1. 15. September Rallye Bad Neuenahr Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce 1. 29. Oktober Rallye Backnang Alfa Romeo Giulietta Sprint Veloce 1.

1958 mini|Borgward RS mini|Goggomobil 400 mini|Ford Taunus 12M mini|Porsche 356A Cabriolet mini|NSU Prinz II Das Jahr 1958 war gekennzeichnet von zahlreichen Einsätzen als Werksfahrer für verschiedene Hersteller. Für Borgward startete er beim 1000 km-Rennen auf dem Nürburgring musste aber seinen Borgward RS an das Nr. 1-Team Hans Herrmann/Joakim Bonnier abgeben, als deren Wagen technische Probleme bekam. Ein zweiter Einsatz mit dem Borgward RS erfolgte beim AVUS-Rennen am 21. September. Im ersten der beiden Läufe kam er auf den 4. Platz, im zweiten Lauf wurde er sogar dritter, in der Gesamtwertung reichte es dennoch nur für Platz 4, da er den drittplatzierten Edgar Barth (auf Porsche) erst in der letzten Kurve überholte und er den Zeitrückstand aus Lauf 1 nicht mehr kompensieren konnte. Weitere Werkseinsätze bestritt Eberhard Mahle für Glas, Auto Union, NSU und Ford. Mit seinem privat eingesetzten Porsche 356 gewann er die Porsche-Sonderwertung des im Rahmen des Großen Preis von Deutschland der Formel 1 ausgetragenen GT-Rennens.

+ Renneinsätze 1958 Datum Veranstaltung Fahrzeug Startnr. Platzierung 30. März Rallye Bremen Goggomobil 400 1. 11.–13. April 6. Rallye Solitude Goggomobil 400 nicht im Ziel 18.–19. April Internationale ADAC-Rallye Hanseat Ford Taunus 12M 120 1. 26. April – 2. Mai Internationale Tulpen Rallye DKW 3=6 165 1. 11. Mai Rheinpokal Rennen Hockenheimring Goggomobil 400 nicht im Ziel 15.–18. Mai Deutschland-Rallye Mercedes-Benz 190D 2. 1. Juni Internationales ADAC-1000km auf dem Nürburgring Borgward RS nicht im Ziel 29. Juni 1. Rallye Ellwangen Porsche 356A Cabriolet 1. Mannschaft 13. Juli 1. Rallye Öhringen Porsche 356A Cabriolet 1. Mannschaft 27. Juli Trophée d'Auvergne Porsche 356A Cabriolet 64 3. August Großer Preis von Deutschland(GT-Rennen im Rahmenprogramm) Porsche 356A Super 90 1. Porsche Sonderwertung 5.–7. September Rallye Bad Neuenahr DKW F91 1. Serientourenwagen bis 1.000 cm³ 21. September AVUS-Rennen Borgward RS 32 4. 3.–5. Oktober XXI. Eifelrennen auf dem Nürburgring (Südschleife) NSU Prinz 2 33 2. (Nach dem Rennen wurde alle gestarteten Werks-NSU aus der Wertung genommen)

1959 Im Frühjahr kam Paul-Ernst Strähle auf Eberhard Mahle zu und bot im einen Start bei der Targa Florio an. Strähle wollte einen Porsche 550 A Spyder und seinen Porsche 356 Carrera 1600 einsetzen. Eberhard Mahle sollte sich das Cockpit mit Herbert Linge teilen. Er belegte am Ende Platz zwei im Rennen, bei dem Porsche-Fahrzeuge auf den Plätzen eins bis vier landeten.

mini|Alfa Romeo Giulietta Sprint Speziale Zagato mini|Volvo PV 544 mini|Porsche 550 A Spyder Ebenfalls 1959 gewann er auf einem Volvo PV544 den ONS Bergmeisterpokal für Tourenwagen. Mit einem Alfa Romeo Giulietta Sprint Speciale Zagato nahm er am 1000-km-Rennen am Nürburgring teil, erreichte jedoch nicht das Ziel.

+ Renneinsätze 1959 Datum Veranstaltung Fahrzeug Startnr. Platzierung 8. März Flugplatzrennen Pferdsfeld DKW 3=6 4. 12. April Internationale Rallye Hanseat Mercedes-Benz 190 1. Klasse 25.–26. April Rallye Solitude Volvo PV544 3. Gesamt1. Klasse 9.–10. Mai ADAC-Wallbergrennen Volvo PV544 47 1. Klasse 24. Mai 43. Targa Florio Porsche 550 A Spyder 2. Gesamt 7. Juni Internationales ADAC 1.000-km-Rennen Nürburgring Alfo Romeo Giulietta Sprint Speziale Zagato 80 Nicht im Ziel 14. Juni Bergrennen Rossfeld Volvo PV544DKW Junior 1. Klasse9. Klasse 5. Juli Internationale Rallye Wiesbaden DKW 3=6 1. 19. Juli Solitude-Rennen NSU Prinz II 600Volvo PV544Hartmann DKW (Formel Junior) 11534 1. Serien-Tourenwagen bis 600 cm³1. Serien-Tourenwagen bis 1.600 cm³3. Formel Junior 26. Juli Bergrennen Schauinsland Volvo PV544 55 1. Serien-Tourenwagen bis 1600 cm³ 16. August Bergrennen Gaisberg Volvo PV544 41 1. Verbesserte Tourenwagen bis 1600 cm³ 26.–27. September 2. Bergprüfung Pirmasens Volvo PV544DKW Junior 22 1.2. 4. Oktober Flugplatzrennen Innsbruck Formel JuniorVolvo PV544 5.1. 18. Oktober 1959 Prüfungsfahrt Stuttgart / Solitude NSU Prinz 1. 25. Oktober Bergrennen Eberbach Volvo PV544DKW 3=6 84 1. Klasse bis 1.600 cm³1. Klasse bis 1.000 cm³ November Clubmeisterschaft MCS VW Käfer 5.

1960 mini|Mercedes-Benz 220 SE mini|DKW Junior mini|Porsche 356B Carrera mini|Mercedes-Benz 300 SL Roadster mini|Hartmann-DKW Ab 1960 war Eberhard Mahle neben Eugen Böhringer und Walter Schock Fahrer der Rallye-Werksmannschaft von Mercedes-Benz. Trotz seines Werksengagements fand er noch Zeit auch mit anderen Fahrzeugen an Rennveranstaltungen teilzunehmen.