mini|hochkant=1.2|Ildikó Enyedi auf der Berlinale-Pressekonferenz zu ihrem späteren Gewinnerfilm Testről és lélekről (englischsprachiger Festivaltitel: On Body and Soul) mini|hochkant=1.2|Der Berlinale Palast während der Berlinale 2017
Die 67. Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) fanden vom 9. bis 19. Februar 2017 statt. Sie standen zum 16. Mal unter der Leitung von Dieter Kosslick. Das Filmland Mexiko stand im Fokus, das als Partnerland des European Film Market (EFM) bei berlinale.de, 17. Mai 2016; abgerufen am 14. Dezember 2016. und auch mit Beiträgen in den verschiedenen Sektionen des Festivals vertreten war. bei berlinale.de, 12. Dezember 2016; abgerufen am 14. Dezember 2016. Mit dem Goldenen Bären, dem Hauptpreis des Festivals, wurde der ungarische Beitrag Testről és lélekről (deutscher Titel: Körper und Seele) von Ildikó Enyedi ausgezeichnet.
In den offiziellen Sektionen, darunter der Internationale Wettbewerb um den Goldenen Bären unter Leitung von Paul Verhoeven, waren ab Dezember 2016 erste Filmbeiträge bekanntgegeben worden. Eröffnet wurde das Festival mit Étienne Comars Regiedebüt Django – Ein Leben für die Musik über Django Reinhardt. bei berlinale.de, 4. Januar 2017; abgerufen am 4. Januar 2017. Das endgültige Programm wurde offiziell am 31. Januar 2017 vorgestellt.Presseservice bei berlinale.de; abgerufen am 10. Dezember 2016. Elf Tage lang wurden ca. 400 Filme aus aller Welt gezeigt. Spielstätten des Wettbewerbs waren u. a. das Theater am Potsdamer Platz („Berlinale Palast“) sowie die Kinos CinemaxX, Kino International, das Haus der Berliner Festspiele und der Friedrichstadtpalast.
Der italienischen Kostümdesignerin Milena Canonero wurde mit dem Goldenen Ehrenbären und einer Hommage aus zehn Filmen geehrt. bei berlinale.de, 31. Januar 2017; abgerufen am 31. Januar 2017. Die Berlinale Kamera wurde an die Produzentin und Verleiherin Nansun Shi (Hongkong, VR China), den Schauspieler Geoffrey Rush (Australien), und den Filmkritiker und Autor Samir Farid (Ägypten) verliehen. bei berlinale.de, 31. Januar 2017; abgerufen am 31. Januar 2017.
Neuerungen 2017 waren die Einführungen eines dotierten Dokumentarfilmpreises und des ebenfalls für Dokumentarfilme vorgesehenen „Kompagnon“-Förderpreises. bei berlinale.de, 6. September 2016; abgerufen am 16. Dezember 2016.
Offizielle Sektionen Internationaler Wettbewerb Internationale Jury mini|hochkant=1.1|Paul Verhoeven bei der Berlinale 2017
Als Jury-Präsident der Berlinale 2017 wurde im Dezember 2016 Paul Verhoeven präsentiert, der sich nach zehnjähriger Leinwandabstinenz mit der französischsprachigen Kinoproduktion Elle als Filmregisseur zurückgemeldet hatte. bei berlinale.de, 9. Dezember 2016; abgerufen am 10. Dezember 2016. Verhoeven gilt als der erfolgreichste Regisseur der Niederlande und gehört zu den wichtigsten, aber auch umstrittensten Hollywood-Filmemachern. Seine Werke stellen eine „Gratwanderung zwischen künstlerischem Anspruch und Sex, gemischt mit plakativen komödiantischen oder gewalttätigen Effekten“ dar und kein anderer Regisseur legte sich so häufig mit der Zensur an wie er.Paul Verhoeven. In: Internationales Biographisches Archiv 39/2008 vom 23. September 2008, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 15/2009; abgerufen via Munzinger Online.
Verhoeven war niemals mit einem Film im Wettbewerb der Berlinale vertreten. Seine Hollywood-Produktion RoboCop (1987) wurde im Jahr 2000 in die Retrospektive der 50. Berlinale aufgenommen,Filmdatenblatt bei berlinale.de; abgerufen am 10. Dezember 2016. während Verhoeven selbst 2013 beim Berlinale Talent Campus auf dem Panel „Follow Your Instincts: Filmmaking According to Paul Verhoeven“ anwesend war und seine Arbeitsweise und Sicht auf die US-amerikanische und europäische Produktionslandschaft vorstellte. Berlinale-Direktor Dieter Kosslick hob Verhoevens „kreative, vielfältige Verwegenheit und […] Experimentierwillen“ sowie seine Arbeit in den unterschiedlichsten Genres in Europa und den Vereinigten Staaten hervor.
Dem Jury-Präsidenten standen bei der Vergabe der Preise mehrere Jurymitglieder zur Seite, die bei der offiziellen Vorstellung des Programms am 31. Januar 2017 benannt wurden: bei berlinale.de, 31. Januar 2017; abgerufen am 31. Januar 2017.
Filme 2017 zum wiederholten Mal in den Wettbewerb um den Goldenen Bären eingeladen Regisseur/-in Einladungen Volker Schlöndorff 4 Hong Sang-soo 3 Thomas Arslan, Alain Gomis, Agnieszka Holland, Sebastián Lelio, Oren Moverman, Călin Peter Netzer, Sally Potter, Sabu, Andres Veiel, 2
Die 18 Filme für den Wettbewerb um den Goldenen Bären wurden am 15. Dezember 2016, bei berlinale.de, 15. Dezember 2016; abgerufen am 16. Dezember 2016. 4. Januar, 10. Januar, bei berlinale.de, 10. Januar 2017; abgerufen am 10. Januar 2017. und 20. Januar 2017 bekanntgegeben. bei berlinale.de, 20. Januar 2017; abgerufen am 20. Januar 2017.
Film Regie Land Darsteller (Auswahl) Ana, mon amour Rumänien, Deutschland, Frankreich Mircea Postelnicu, Diana Cavallioti, Carmen Tănase, Adrian Titieni, Vlad Ivanov Die andere Seite der Hoffnung (Toivon tuolla puolen / The Other Side of Hope) Finnland Sakari Kuosmanen, Sherwan Haji Beuys Deutschland Dokumentarfilm Colo Portugal, Frankreich João Pedro Vaz, Alice Albergaria Borges, Beatriz Batarda, Clara Jost The Dinner USA Richard Gere, Laura Linney, Steve Coogan, Rebecca Hall, Chloë Sevigny Django – Ein Leben für die Musik (Django) Frankreich Reda Kateb, Cécile de France, Bea Palya, Alex Brendemühl Eine fantastische Frau (Una mujer fantástica / A Fantastic Woman) Chile, Deutschland, USA, Spanien Daniela Vega, Francisco Reyes, Luis Gnecco, Aline Küppenheim, Amparo Noguera Félicité Frankreich, Senegal, Belgien, Deutschland, Libanon Véro Tshanda Beya Mputu, Gaetan Claudia, Papi Mpaka Have a Nice Day (Hao ji le) Liu Jian Volksrepublik China Animationsfilm Helle Nächte (Bright Nights) Deutschland, Norwegen Georg Friedrich, Tristan Göbel, Marie Leuenberger, Hanna Karlberg Joaquim Brasilien, Portugal Julio Machado, Isabél Zuaa, Nuno Lopes, Rômulo Braga, Welket Bungué, Karay Rya Pua Körper und Seele (Testről és lélekről / On Body and Soul) Ungarn Géza Morcsányi, Alexandra Borbély, Zoltán Schneider Mr. Long Sabu Japan, Deutschland, Hongkong, China, Taiwan Chang Chen, Shō Aoyagi, Yao Yiti, Bai Run-yinOn the Beach at Night Alone (Bamui haebyun-eoseo honja) Hong Sang-soo Südkorea Kim Min-hee, Seo Young-hwa, Jung Jae-young, Moon Sung-keun, Kwon Hae-hyo, Song Seon-mi, Ahn Jae-hong, Park Yea-ju The Party Großbritannien Patricia Clarkson, Bruno Ganz, Cherry Jones, Emily Mortimer, Cillian Murphy, Kristin Scott Thomas, Timothy Spall Rückkehr nach Montauk (Return to Montauk) Deutschland, Frankreich, Irland Stellan Skarsgård, Nina Hoss, Susanne Wolff, Niels Arestrup Die Spur (Pokot / Spoor) Polen, Deutschland, Tschechische Republik, Schweden, Slowakische Republik Agnieszka Mandat, Wiktor Zborowski, Miroslav Krobot, Jakub Gierszał, Patrycja Volny, Borys Szyc Wilde Maus (Wild Mouse) Österreich Josef Hader, Pia Hierzegger, Georg Friedrich, Jörg Hartmann, Denis Moschitto
Außer Konkurrenz El Bar – Frühstück mit Leiche (El bar) – Regie: Álex de la Iglesia (Spanien), mit Blanca Suárez, Mario Casas, Carmen Machi, Terele Pávez, Secun de la Rosa, Alejandro Awada, Joaquín Climent, Jaime Ordóñez Final Portrait – Regie: Stanley Tucci (Großbritannien/Frankreich), mit Geoffrey Rush, Armie Hammer, Clémence Poésy, Tony Shalhoub, James Faulkner, Sylvie Testud Logan – The Wolverine – Regie: James Mangold (USA), mit Hugh Jackman, Patrick Stewart, Dafne Keen, Boyd Holbrook, Stephen Merchant, Doris Morgado, Elizabeth Rodriguez Ein Kuss von Béatrice (Sage femme) – Regie: Martin Provost (Frankreich/Belgien), mit Catherine Frot, Catherine Deneuve, Olivier Gourmet T2 Trainspotting – Regie: Danny Boyle (Großbritannien), mit Ewan McGregor, Robert Carlyle, Jonny Lee Miller, Ewen Bremner Der Stern von Indien (Viceroy’s House) – Regie: Gurinder Chadha (Indien, Großbritannien), mit Hugh Bonneville, Gillian Anderson, Manish Dayal, Huma Qureshi
Berlinale Shorts In der Reihe Berlinale Shorts werden Spiel-, Dokumentar-, Experimental- und Animationsfilme mit einer Maximallänge von 30 Minuten (inkl. Abspann) gezeigt. Internationale Beiträge dürfen vor der Berlinale-Aufführung noch nicht außerhalb ihres Entstehungslandes gezeigt worden sein.Richtlinien Berlinale Shorts bei berlinale.de; abgerufen am 14. Dezember 2016. Kuratorin der Berlinale Shorts ist seit 2007 die freie Autorin und Filmregisseurin Maike Mia Höhne, die das Programm 2017 als „Eine Vorstellung, ein Klischee von etwas und jemandem kann sich nur dann anders gestalten, wenn mein Blick eine neue Perspektive einnimmt.“ sowie als „[…] Einladung zur Neujustierung der eigenen Wahrnehmung“ kommentierte.
2017 gehörten der Internationalen Kurzfilmjury der deutsche Künstler Christian Jankowski, die US-amerikanische Kuratorin, Autorin und Social-Media-Managerin Kimberly Drew und der chilenische Filmfestivalleiter und Produzent Carlos Núñez (Santiago International Film Festival) an. bei berlinale.de, 13. Dezember 2016; abgerufen am 14. Dezember 2016. Neben dem Goldenen Bären für den besten Kurzfilm und dem Silbernen Bären vergab die Jury den Audi Short Film Award für den libanesischen Kurzfilm „Street of Death“Audi Short Film Award an Karam Ghossein: Internationale Kurzfilmjury der Berlinale zeichnet Ghossein-Film „Street of Death“ aus, kulturexpress.info, 18. Februar 2017.Audi Short Film Award geht an "Street of Death" von Karam Ghossein. Der Preis ist mit 20.000€ dotiert, rbb24 und die Nominierung für den Europäischen Kurzfilmpreis 2017 (Berlin Short Film Candidate for the European Film Awards), Die künstlichen Humore (Os Humores Artificiais, Portugal).15 Shorts Nominated for the European Film Awards 2017, europeanfilmawards.eu
Die Beiträge des Kurzfilmwettbewerbs – 23 Filme aus 19 Ländern – wurden am 9. Januar 2017 bekanntgegeben: bei berlinale.de, 9. Januar 2017; abgerufen am 9. Januar 2017.
Filmtitel (Verweistitel) Regie Land Laufzeit (in min.) Altas Cidades de Ossadas (Hohe Städte aus Totengebein) Portugal 19’ Avant l’envol Schweiz 20’ The Boy from H2 (Der Junge aus H2) Israel, Palästinensische Gebiete 21’ Call of Cuteness Deutschland 4’ Centauro (Zentaur) Argentinien 14’ Cidade Pequena (Kleine Stadt) Portugal 19’ Coup de Grâce (Gnadenschuss) Portugal 26’ The Crying Conch Kanada 20’ Ensueño en la Pradera (Träumerei in der Prärie) Mexiko 17’ Estás vendo coisas (Du siehst Dinge) , Benjamin de Burca Brasilien 18’ Everything USA, Irland 11’ Le film de l’été (Der Film des Sommers) Frankreich, Belgien 30’ Fishing Is Not Done On Tuesdays , Marcel Odenbach Deutschland, Österreich 15’ Fuera de Temporada (Außerhalb der Saison) Argentinien 23’ Hiwa Griechenland 11’ Os Humores Artificiais (Die Künstlichen Humore) Portugal 30’ keep that dream burning Deutschland, Österreich 8’ Kometen (Der Komet) Schweden 11’ Martin Pleure (Martin weint) Frankreich 16’ Miss Holocaust Polen, Deutschland 22’ Oh Brother Octopus Deutschland 27’ The Rabbit Hunt USA 12’ Street of Death Libanon, Deutschland 23’
Außer Konkurrenz Monangambeee (15’, 1969) – Regie: Sarah Maldoror (Algerien)
Panorama Die Sektion Panorama widmet sich traditionell dem Autorenfilm. Präsentiert werden neuste Werke bekannter Filmemacher, Debütfilme und Neuentdeckungen des Arthouse-Kinos, sowohl Spiel- als auch Dokumentarfilme („Dokumente“).Sektionsbeschreibung bei berlinale.de; abgerufen am 25. Dezember 2016.