mini|hochkant|Pfarrkirche St. Michael Euerbach Die römisch-katholische Kirche St. Michael ist die Pfarrkirche von Euerbach im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt. Sie gehört zu den Baudenkmälern von Euerbach und ist unter der Nummer D-6-78-128-10 in der Bayerischen Denkmalliste registriert.
Neben der hier beschriebenen Barockkirche St. Michael gab es in Euerbach auch noch die neue Pfarrkirche St. Michael, die 1970 geweiht, jedoch 2026 profaniert wurde, seitdem ist die Barockkirche wieder die Hauptkirche.
Geschichte mini|Blick zum Chor Bevor diese Kirche bestand, wurde seit dem Jahr 1711 die evangelisch-lutherische Kirche St. Cosmas und Damian als Simultankirche genutzt. Dadurch kam es immer wieder zu Streitigkeiten. Um diese zu beenden, beschlossen die Dorfherren von Münster den Bau einer katholischen Kirche als Schlosskirche und beauftragten den Architekten Balthasar Neumann. Nach seinen Plänen wurde die Kirche in den Jahren 1738 bis 1746 errichtet. Das obere Schloss besteht heute noch, während das untere Schloss 1968 abgerissen wurde. 1970 entstand, von der alten Kirche durch das Pfarrheim abgetrennt, ein neuer Kirchenbau.
Beschreibung Der barocke, dreigeschossige Fassadenturm entspringt wie ein Risalit aus dem Langhaus. Sein oberstes Geschoss beherbergt den Glockenstuhl. Darauf sitzt eine Welsche Haube. Über dem Segmentbogen am Portal ist ein Allianzwappen der von Münster und von Mauchenheim angebracht. Darunter ist folgende Inschrift in lateinischer Sprache zu finden: „Diese Kirche wurde vom hochverehrten Fürstbischof Friedrich Karl von Bamberg und Würzburg für die Familie von Münster 1742 erbaut und am 3. Juli 1746 feierlich konsekriert.“
Ausstattung mini|hochkant|Grabstein
Der Hochaltar wurde 1742 von einem Niederwerrner Bildhauer geschaffen. Über dem zweigeschossigen Tabernakel sitzt ein lebensgroßes Kruzifix, zu dessen linken steht die Figur der Hl. Maria und zur rechten die Figur des Hl. Johannes. Über den Altardurchgängen stehen der Hl. Antonius und Hl. Philippus. Bis 1910 befand sich die Sakristei hinter dem Hochaltar.
Die Seitenaltäre kamen 1745 in das Gotteshaus und waren ein Geschenk des Kuratus Augustinus Stöhr. Sie sind im Stile des Rokoko gefertigt. Die beiden Altäre gleichen sich im Aufbau. Die Gemälde von Georg Sebastian Urlaub zeigen auf dem rechten Seitenaltar die Hl. Maria und den Hl. Franziskus mit dem Jesuskind und auf dem linken Seitenaltar die Taufe Christi. Flankiert werden die Gemälde von Heiligenfiguren.
Auf dem Corpus der Rokoko-Kanzel sitzen die vier Evangelisten mit ihren Attributen. Der Schalldeckel mit Baldachin wird gekrönt von einer Figur des Hl. Georg.
Die Bilder des Kreuzwegs wurden von dem Maler Bertz aus München gestaltet und 1878 eingeweiht. Die Sitzloge der Herren von Münster befand sich auf der Empore, die direkt vom Schloss erreicht werden konnte. Bei der Innenrenovierung 1953 wurde diese abgerissen und am linken Ende des Kirchenschiffes neu errichtet. Im Chor befinden sich zwei Grabmäler der Herren von Münster. Der linketrägt die Inschrift „Franz Anton Freiherr von Münster, Herr auf Euerbach, Niederwerrn, Pfändhausen und Burglauer, Hochfürstlicher Geheimrat und Kommandant der Garde zu Fuß, auch des hochlöblichen frändischen Kreises General Feldmarschall Leutnant, geboren 1717, gestorben 28. September 1780. Ruhe in Frieden.“ Die rechte Steintafel trägt die Inschrift „Johann Philipp Freiherr von Münster, Herr auf Euerbach, Niederwerrn, Pfändhausen und Burglauer, ihrer königlichen Majestät wirklicher Rat, hochfürstlich Bambergischer und Fuldaischer Geheimrat und Konferenzminister einer unmittelbaren reichsfreien Ritterschaft in Franken löblich Orts Rhön-Werra, Ritterrat, auch des Brand. Rats adeliger ordentlicher Ritter, geboren 1719, gestorben 20. Juni 1783. Ruhe in Frieden.“ An der Westwand befindet sich ein drittes Grabmal. Es trägt die Inschrift „Gestorben ist den 12. April 1743 Ludwig Ernst Caspar Freiherr von Münster, Churmainzischer Grenadier-Leutnant im 21. Jahre seines Alters. Ruhe in Frieden.“
Im Glockenstuhl hängen vier Glocken. Zwei stammen aus dem Jahre 1793 und kamen im Jahre 1925 in die St.-Michaels-Kirche. Die große Marienglocke trägt die Inschrift „in honorem b.v. mariae fundi de curavit et consecravit f. henricus abbas bronbarcensis 1793“. Auf der kleinen Vitalisglocke steht „in honorem s. vitalis martris et huiatis ecclasiae, patroni fundi me curavit et consecravit f. henricus abbas bronbarcensis 1793“. Diese Inschriften weißen auf dem Ursprung der Glocken im Zisterzienserkloster Bronnbach hin. Die Marienglocke wurde 1942 zusammen mit einer weiteren Glocke beschlagnahmt. Die Marienglocke wurde 1947 im Hamburger Hafen wieder entdeckt und an ihren alten Platz gebracht. Die andere blieb verschollen. Die Michaels- und Johannesglocke wurden 1952 aufgezogen.
Orgel mini|hochkant|Orgel von Johann Philipp Seuffert mini|hochkant|Blick zur Empore Die Orgel wurde 1761 von Johann Philipp Seuffert erbaut. Das Werk hat 10 Register auf 1 Manual und Pedal. Johann Philipp Albert Seuffert restaurierte die Orgel 1831 und ergänzte entwendete Pfeifen. 1982 wurde die Orgel abermals von dem Retzbacher Orgelbauer Norbert Krieger restauriert. Der Rokoko-Prospekt ist noch original erhalten. Die Prospektpfeifen (Prinzipal 4′) mussten nicht zu Rüstungszwecken abgegeben werden und sind daher als Besonderheit noch original. Die Orgel wird regelmäßig vom Orgelbauer Giovanni Crisostomo aus Königsheim gewartet.
Diposition: +ManualPedalGedeckt 8′Subbass 16′Gamba 8′Salicional 8′Prinzipal 4′Spitzflöte 4′Quinte 2 2/3′Oktave 2′Mixtur 3fCimbel 2f
Literatur Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern I: Franken: Die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken, Deutscher Kunstverlag Berlin/München 1979, ISBN 3-422-00359-2, S. 271 Dieter Brändlein, Wilhelm Brändlein: Euerbach. Geschichte eines fränkischen Ritterdorfes. Gemeinde Euerbach, 1984
Weblinks
Internetauftritt der Pfarreiengemeinschaft St. Martin im Oberen Werntal Orgelvorstellung durch Thorsten Pirkl (YouTube)
Einzelnachweise
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