Der Flughafen Klagenfurt ist ein internationaler Flughafen in Kärnten, Österreich. Er liegt rund vier Kilometer nördlich des Klagenfurter Stadtzentrums auf .
Der Flughafen benutzt auch die Eigenbezeichnung Klagenfurt Airport.
Geschichte und Aufbau Der Flughafen Klagenfurt wurde 1914 als Militärflugplatz gegründet. Im Jahr 1925 wurde die Kärntner Luftverkehrsgesellschaft mit Hilfe der Stadt Klagenfurt, Klagenfurter Bankinstituten sowie der Österreichischen Luftverkehrs AG gegründet und im Jahr 1927 von letzterer mit sämtlichen Anlagen übernommen. Bald wurden erste Linienflugverbindungen nach Venedig, Laibach und Wien eingerichtet. Um 1935 befand sich noch auf dem Gelände das Gut Annabichl des Paul Graf Scapinelli. Im Zuge des Ausbaues musste das Gut aber weichen. abgerufen am 16. Februar 2013.
Der Flughafen wurde 1938 von der Luftwaffe der deutschen Wehrmacht übernommen und nach dem Krieg 1951 wieder für die zivile Luftfahrt freigegeben. 1958 erfolgte die erste Ausbauphase mit dem Bau einer 1800 Meter langen und 45 Meter breiten Betonpiste, den dazugehörigen Rollwegen und Abstellflächen, der Errichtung eines Flughafengebäudes und eines Kontrollturms. 1964 war die erste Ausbauphase mit der Errichtung der Anflug-, Pisten-, Rollweg und Hindernisbefeuerung abgeschlossen. Doch schon 1965 folgte in zwei Etappen die Verlängerung der Start- und Landebahn um weitere 600 Meter zu einer Länge von 2400 Meter.
Durch den immer stärker boomenden Tourismus wuchs die Bedeutung des Flughafens und so erhielt er am 11. September 1971 sein erstes Passagierterminal. 1981 erfuhr die Piste eine neuerliche Verlängerung und wuchs auf die Länge von 2720 Meter. 1984 konnte der Flughafen Klagenfurt erstmals eine Zahl von 100.000 abgefertigten Passagieren verkünden und auch in den darauffolgenden Jahren stieg das Passagieraufkommen. 1995 wurde die 80-Jahr-Feier des Flughafens mit einer Flug- und Statikshow zelebriert. 1996 begann die Errichtung der neuen Geräteabstellhalle und des Feuerwehrhauses. Außerdem erfolgte die Anbindung des Flughafens an die Südautobahn A 2.
Im Jahre 1997 wurde mit dem Bau der neuen Ankunftshalle begonnen und in den Jahren darauf folgten weitere Verbesserungen und Modernisierungen des Check-In Bereichs. 2003 wurde der Flughafen mit einem CAT II/III-Landesystem nachgerüstet, welches Anfang 2004 in Betrieb genommen wurde und seitdem präzise Anflüge nach Instrumentenflug ermöglicht. 2005 hatte der Flughafen Klagenfurt erstmals ein Passagieraufkommen von 522.000. Im darauffolgenden Jahr fiel diese Zahl auf 403.305.
2026 wird der Flughafen Klagenfurt modernisiert. Ein neuer Hubschrauberstützpunkt für die Einsatzkräfte der Polizei, ein neuer moderner Hangar mit einer maximalen Toröffnung von 10 m Höhe und 67 m Längehttps://www.haslinger.co.at/referenzen/infrastruktur/projekt/details/projekt/hangar-iii-airport-klagenfurt/129/ und ein moderner General Aviation Terminal werden errichtet.https://www.mein-klagenfurt.at/aktuelle-pressemeldungen/pressemeldungen-jaenner-2026/flughafen-neuer-hubschrauberstuetzpunkt-ein-moderner-hangar-und-ein-neues-business-terminal
Die weitere Betriebsphase In den 2000er-Jahren gewann der Flughafen Klagenfurt vor allem durch Verbindungen von Billigfluggesellschaften an Bedeutung. Im Jahr 2007 wurden wieder rund 470.000 Passagiere abgefertigt; 2008 sank das Passagieraufkommen auf 429.889. In den folgenden Jahren wurde das Streckenangebot mehrfach umgestellt. Ryanair baute den Standort Ende 2008 aus, stellte seine damaligen Verbindungen jedoch im November 2013 wieder ein. Auch andere Anbieter wie Germanwings, Air Berlin, easyJet, transavia und Robin Hood nahmen zeitweise Verbindungen ab Klagenfurt auf oder stellten diese später wieder ein.
Lage und Klima Der Flughafen erstreckt sich über die Klagenfurter Stadtbezirke Annabichl und St. Peter. Das Vorfeld befindet sich auf ca. Der Anflug von Westen kommend erfolgt dicht über das Wohngebiet der Stadtteile Annabichl und Wölfnitz, von Osten über größtenteils mit Industrie verbautem Gebiet.
Klima In Klagenfurt herrscht gemäßigt kontinentales Klima mit relativ großen Temperaturschwankungen zwischen den Jahreszeiten. Durch die im Klagenfurter Becken vorherrschende Inversionswetterlage ist eine überdurchschnittlich häufige und oft lang anhaltende Dunst- und Nebelbildung typisch. Im Früh- und Mittelherbst handelt es sich hierbei überwiegend um Bodennebel, während im Spätherbst und Winter häufig Hochnebel auftreten. Kennzeichnend ist auch eine allgemeine Windarmut. Die im Vergleich zum österreichischen Durchschnitt kalten Winter werden manchmal vom Föhn durch die südlich liegenden Karawanken abgemildert.
Die langjährige mittlere Jahrestemperatur (ermittelt in den Jahren 1961 bis 1990) beträgt 7,7 °C. Der Temperaturmittelwert im Jahr 2007 betrug in Klagenfurt 9,7 °C.. (PDF; 11,7 MB) In: klagenfurt.at.
Die Klimatabelle für den Zeitraum von 2000 bis 2013 zeigt Temperaturveränderung nach oben, die Jahresdurchschnittstemperatur ist im Vergleich zur Messperiode vom Jahr 1971 bis zum Jahr 1990 um 1,9 °C auf 9,9 °C gestiegen. Auch gab es seit dem Jahr 2000 elf Jahre mit mehr als 2000 Sonnenstunden. Im Durchschnitt ist die Sonnenscheindauer auf 5,8 Stunden pro Tag gestiegen
Verkehrsanbindung Individualverkehr mini|Zubringer Josef-Sablatnig-Straße
Der Flughafen ist über eine eigene Ausfahrt der Südautobahn A 2 an den überregionalen Straßenverkehr angeschlossen. Die Ausfahrt ist von Richtung Italien kommend circa einen Kilometer und von Richtung Wien kommend etwa 600 m entfernt. Der Zubringer ist nach dem Klagenfurter Flugpionier Joseph Sablatnig benannt.
Über das regionale Straßennetz ist der Flughafen aus dem Einzugsgebiet St. Veit über die Kärntner Straße B 83, über das städtische Straßennetz vom Stadtzentrum Klagenfurt aus über die St. Veiter Straße in wenigen Minuten erreichbar. Durch die Nähe des Flughafens zum Stadtzentrum und der ebenen Strecke ist eine Anreise mit dem Fahrrad ebenfalls leicht zu bewältigen.
Öffentlicher Verkehr Über die Schiene ist der Flughafen über die S-Bahn-Linie S1 der Österreichischen Bundesbahnen erreichbar. Die Haltestelle Klagenfurt Annabichl liegt rund sieben Gehminuten (750 m) vom Terminal entfernt. Von dort besteht eine Verbindung zum Klagenfurter Hauptbahnhof mit einer Fahrzeit von etwa fünf Minuten.Anreise mit Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln, Klagenfurt Airport, abgerufen am 1. April 2026.
Vom Klagenfurter Hauptbahnhof ist der Flughafen außerdem mit dem Stadtbus erreichbar. Direkt zum Flughafen fährt die Linie 4; die Bushaltestelle befindet sich unmittelbar gegenüber der Ankunftshalle. Die Linie verbindet den Flughafen mit dem Stadtzentrum und dem Hauptbahnhof Klagenfurt.Anreise mit Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln, Klagenfurt Airport, abgerufen am 1. April 2026.
Von der Bahnhaltestelle Klagenfurt Annabichl ist der Flughafen zu Fuß in rund sieben Minuten erreichbar.Anreise mit Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln, Klagenfurt Airport, abgerufen am 1. April 2026.
Historisch erwähnenswert ist, dass der Bahnhof bzw. Friedhof Annabichl – und damit auch der Flughafenbereich – bis zur Stilllegung Ende Februar 1961 über das Klagenfurter Straßenbahnnetz erreichbar war.
Flughafenanlagen mini|Blick auf Hangar 1 (wurde bereits abgetragen), General-Aviation-Bereich sowie Heliport"Technische Daten"
Kapazität und Abfertigungsgebäude Der Flughafen verfügt beim Stand von 2008 über eine Terminalkapazität von 950.000 Passagieren pro Jahr. Das einzige Terminal am Flughafen Klagenfurt ist zugleich Ankunfts- als auch Abfluggebäude. Weiters befinden sich hier die gastronomischen Einrichtungen, Check-in-Schalter, Sicherheitskontrollen, Gepäckausgabe und -kontrolle sowie die Pass- und Zollkontrolle.
mini|Tower des Flughafens Klagenfurt Angeschlossen an das Abfertigungsgebäude befindet sich der Tower der Austro Control GmbH.
Start- und Landebahnen mini|Im Anflug auf Klagenfurt – NDB mit dem Rufzeichen KI sendet auf 313 kHz mini|VOR mit der Kennung KFT – Klagenfurt sendet auf 113,1 MHz
Der Flughafen besitzt zwei parallele Start- und Landebahnen in Ost-West-Ausrichtung (10–28). Die große der beiden Bahnen ist 2720 m lang und 45 m breit. Die Höhendifferenz zwischen östlichem und westlichem Aufsetzpunkt beträgt annähernd zehn Meter. An beiden Bahnenden gibt es eine Wendefläche. Als Bahnbelag dient Asphalt. Ihre Tragfähigkeitsklassifikation ist mit einem PCN-Wert von 37 vergleichsweise niedrig.LOWK Runway Info unter Airports IATA, Airports Runwayinfo. Die Bahn ist auf Flugzeuge der Größe eines Airbus A320 ausgelegt.
Die parallel verlaufende kleine Graspiste hat die Dimension 710 m × 25 m. Weiters befinden sich am Flughafenareal noch eine Segelflieger-Landefläche sowie ein Heliport. Diese drei werden nur im Sichtflug angeflogen.
Nur auf die große Bahn 28 kann der Anflug mittels ILS (Instrumentenlandesystem) gestützt werden. Der Gleitwinkel beträgt normale 3°. Als Ergänzung zum ILS existiert, insbesondere für Sichtflieger, in beiden Richtungen ein optisches Anflug-Unterstützungssystem des Typs PAPI (engl. precision approach path indicator). Auf die Bahn 28 gibt es darüber hinaus eine Anflugbefeuerung mit Gleitwinkelangabe, ein sogenanntes ALSF in der Konfiguration 2. Ein NDB (ungerichtetes Funkfeuer), ein VOR (Drehfunkfeuer, 17 Kilometer östlich des Platzes) sowie ein DME (Entfernungsmessgerät) ergänzen die Navigationsausstattung des Flughafens.
Hangars Am Areal befanden sich Anfang 2020 drei Hangars. Im Frühjahr 2011 wurde ein neuer Hangar eröffnet. Er sollte vor allem als Ersatz für die alten Hangars und als Wartungswerft dienen. Die zwei alten, baufälligen Hangars wurden 2020 abgerissen.
Logistik-Terminal Die Spedition Schenker betreibt neben dem Terminal einen Logistik-Terminal, der Luftfahrt-Drehkreuz (Hub) für Osteuropa werden soll. Das Unternehmen investierte zehn Millionen Euro in ein Areal von 35.000 Quadratmetern, in dem die Umschlaghalle, ein Bürotrakt sowie ein Logistiklager untergebracht sind, weiters besitzt das Gebäude einen eigenen Bahnanschluss. Der Standort Klagenfurt hat einen Vertrag mit einem indischen Unternehmer; Schenker Klagenfurt übernimmt die Luft- und Seefracht für diesen Betrieb. Das Terminal ging 2011 in Betrieb., abgerufen am 28. Mai 2023. 2014 waren am Standort 78 Personen beschäftigt. abgerufen am 28. Mai 2023.
Bundesheer-Hubschrauberstützpunkt Am 12. Mai 2011 wurde der neue Bundesheer-Hubschrauberstützpunkt im nordwestlichen Bereich des Flughafens eröffnet. Der Hangar hat eine Fläche von rund 500 m² und eine Kapazität für zwei Sikorsky UH-60 Hubschrauber oder zwei Eurofighter. Die Bauzeit dauerte rund neun Monate, die Kosten beliefen sich auf 1,3 Mio. Euro. Die Baukosten wurden vom Flughafen Klagenfurt finanziert, da das österreichische Bundesheer ein dauerhaftes Nutzungsrecht am Flughafen hat. Mit Jahresende 2015 stellte das österreichische Bundesheer im Zuge des Einsparungspaketes „Österreichisches Bundesheer 2018“ den Stützpunkt am Flughafen Klagenfurt ein. Das Fluggerät wurde nach Aigen im Ennstal übersiedelt.Bundesheer schließt Helikopterstützpunkt Im April 2017 ging der Hubschrauberstützpunkt erneut in Betrieb.Hubschrauberstützpunkt in Klagenfurt wieder in Betrieb
ÖAMTC-Flugrettung Am Flughafen Klagenfurt befindet sich der Christophorus-Standort Christophorus 11 der ÖAMTC-Flugrettung. Der ÖAMTC-Betrieb besteht seit 1. Juli 2001.
Sonstige Einrichtungen Der Flughafen ist mit einer Gerätehalle und einem Feuerwehrhaus ausgestattet.
Infrastrukturprojekte ab 2026 Im Jahr 2026 kündigte der Flughafen Klagenfurt mehrere Infrastrukturprojekte an. Dazu zählen ein neuer Hubschrauberstützpunkt für Einsatzkräfte, ein zusätzlicher Hangar sowie ein Business-Terminal für die Allgemeine Luftfahrt. Zudem sollen südliche Flughafenflächen durch eine neue Zufahrtsstraße erschlossen werden. Der bestehende Abflugbereich soll künftig auch als zusammenhängende Eventfläche nutzbar sein.