mini|Logo des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes Nordrhein-Westfalen
Der Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen e. V. (BRSNW) ist der größte Landesverband im Deutschen Behindertensportverband e. V. (DBS) und ordentlicher Fachverband für den Sport von Menschen mit Behinderung im Landessportbund NRW. Der BRSNW, damals Arbeitsgemeinschaft Versehrtensport Nordrhein-Westfalen (AVNRW), wurde am 10. März 1953 in Düsseldorf gegründet. Der BRSNW ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, dessen Geschäftsstelle ihren Sitz in Duisburg hat.
Geschichte Bereits im Ersten Weltkrieg und auch schon davor wurden auf Initiative von Medizinern Leibesübungen für Menschen mit Behinderung, damals im allgemeinen Sprachgebrauch noch als „Versehrte“ bezeichnet, eingeführt. Die körperliche Aktivität diente der Verbesserung der physischen und psychischen Situation der Patienten, die zum überwiegenden Teil an Kriegsverletzungen litten. Schnell fanden neben funktionellen Übungen auch Spiel und Sport Eingang in die Behandlung der Kriegsversehrten. So wurden neben den etablierten Sportarten, etwa Leichtathletik, Schwimmen und Turnen, neue Spiel- und Sportarten entwickelt bzw. bestehende so modifiziert, dass Menschen mit Behinderung diese ausüben konnten. Beispiele sind Sitzball, Torball für Menschen mit einer Blindheit und Menschen mit einer Sehbehinderung, später Rollstuhlbasketball.
Die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Versehrtensport Nordrhein-Westfalen (AVNRW, die Vorläuferorganisation des BRSNW) war am 10. März 1953 durch 14 Versehrtensportgemeinschaften (VSG) mit ca. 300 Mitgliedern. Das erste bundesoffene Versehrtensportfest der AVNRW fand in Hohenlimburg mit 600 Teilnehmenden statt.
1954 wurde in Gelsenkirchen das erste bundesoffene Sitzballturnier gespielt. 1956 wurden in Zusammenarbeit mit der Sporthochschule Köln nach einem ersten Lehrgang 1955 weitere Übungsleitungsausbildungen durchgeführt. Das erste Sportfest für Frauen mit Behinderung in Köln zeigte bereits einen Trend an: die Öffnung des „Versehrtensports“ für Menschen, die nicht kriegsversehrt sind.
Im Januar 1957 erschien die erste Ausgabe der Monatszeitschrift „Frohe Gemeinschaft“ als Nachfolger des Mitteilungsblattes der AVNW. Die Zeitschrift Frohe Gemeinschaft war der Vorläufer der späteren und mittlerweile eingestellten Monats-Zeitschrift „aktiv dabei“.
1959 integrierte die VSG Remscheid die erste Kinder- und Jugendgruppe. Die 100. Versehrtensportgemeinschaft in Nordrhein-Westfalen wurde am 22. März 1959 gegründet, es ist die VSG Landkreis Euskirchen.
1963 feierte die AVNRW ihr 10-jähriges Bestehen mit einem großen Sportfest in der Sporthochschule Köln. 3.000 Teilnehmer aus 149 Vereinen maßen sich in Leichtathletik, Sitz-, Prell-, Faustball, Fußballtennis und im Geschicklichkeitsdreikampf für Frauen. Für Kinder und Jugendliche gab es Gymnastik, Spiele und Tauziehen.
1966 veranlasste der VSNW, durch eine große Anzahl von Kindern mit Dysmelien („Contergankinder“), verstärkt an der Einbindung der Betroffenen in Kinder- und Jugendgruppen zu arbeiten. Zielsetzung des Verbandes beim Start in die 70er Jahre war die Hinführung Menschen von Zivilbeschädigung zum Sport. Besonderes Augenmerk galt wiederum den Kindern und Jugendlichen, wobei jede VSG eine Kindergruppe einrichten sollte. 1973 wurde in Langewiese das Ski- und Sportheim feierlich eröffnet.
1978 feierte der VSNW sein 25-jähriges Bestehen. Auf dem Verbandstag im März wurde der Verband umbenannt und trug fortan den Namen „Behinderten-Sportverband Nordrhein-Westfalen. e. V.“ (BSNW). Die Jugendarbeit sollte 1983 verbessert werden. Innenmoser von der Sporthochschule in Köln erstellte für den BSNW ein umfangreiches Konzept. Die grüne „BSNW-Welle“ als neues Verbandslogo wurde vorgestellt. 1985 fand in der Düsseldorfer Messe erstmals das vom BSNW organisierte Sportcenter statt.
1990 wurden Leistungsstützpunkte als regionale Fördermaßnahme für den Leistungssport gegründet. Die Bildung von Leistungskadern wird vom Land NRW gefördert. 1993 wurde das Organisationszentrum für den Behindertensport in Duisburg-Wedau fertiggestellt. BSNW und DBS bezogen ihre neuen Geschäftsstellen. Das erste Buch der BSNW-Schriftenreihe „Spiel und Sport für Alle“ von Uwe Rheker erschien. 1995 wurde das Modellprojekt „Breitensport mit behinderten Mädchen und Frauen“ des BSNW und der Landesregierung NRW ins Leben gerufen. 1998 ging das Seniorensportprojekt unter dem Motto „Mobil bleiben, aktiv sein“ in die Umsetzungsphase. Ein landesweiter Aktionstag im Oktober erhielt von 600 Teilnehmenden eine überwältigend positive Resonanz.
2000 gab es die erste Fortbildung für Übungsleiterinnen zum Thema „Selbstbehauptung/Selbstverteidigung von Mädchen und Frauen mit Behinderung“ im Rahmen des gemeinsamen Projektes von Landesregierung und BSNW. 2001 startete der Westdeutsche Rundfunk die Aktion „Kleines Geld aus aller Welt“. Der Erlös kam dem Behindertensport in NRW zugute. Auf dem 13. Ordentlichen Verbandstag des BSNW am 15. Juni 2002 in Münster fand ein Führungswechsel statt. Theo Zühlsdorf stellte sich nach acht Jahren nicht mehr zur Wahl als Vorsitzender im Land. Sein Nachfolger wurde Reinhard Schneider. Bei der Premiere der Veranstaltung „Jugend trainiert für Paralympics“ am 30.10. in Düsseldorf konnte der Ehrenvorsitzende des BSNW 300 Kinder willkommen heißen.
2006 wurde die Fußballweltmeisterschaft der Menschen mit Behinderung mit Schwerpunkt in NRW ausgetragen. Eröffnungsspiel war am 29. August 2006 in Duisburg, Endspiel am 16. September 2006 in Leverkusen. 2010 wurde die Kinder- und Jugendarbeit forciert und die Abteilung im BSNW durch Bildung eines Kompetenzteams unterstützt. Bei der vom BSNW in Bottrop ausgerichteten IDM-Leichtathletik fielen sechs Weltrekorde. Der BSNW führte 2012 drei Inklusionsprojekte durch. U. a. segelte ein gecharterter Großsegler mit Jugendlichen mit und ohne Behinderung nach London zu den Spielen.
2013 feierte der BSNW sein 60-jähriges Bestehen. Inklusion im und durch Sport sind das beherrschende Thema in der Arbeit des Verbandes und seiner Vereine. Dies zeigt sich u. a. in den Bewerbungen zum Wettbewerb „Der Behinderten-Sportverein des Jahres“, der gemeinsam mit der Landesregierung durchgeführt wird.
Die Projekte Sport für Menschen mit Demenz und Inklusion im und durch Sport kamen 2014 in Schwung. Das „Buddy-Sportabzeichen“ fand Nachahmung in anderen Verbänden. Den sportpolitischen Entwicklungen im Land wurde Rechnung getragen und auf dem Verbandstag am 27. September benannte sich der Verband in „Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen e. V.“ (BRSNW) um.
Das Redaktionsteam des Mädchenkalenders Kalendrina erhielt 2016 den NRW-Sonderpreis für Mädchen und Frauen im Sport. Auch das NRW-Modellprojekt „Sport für Menschen mit Demenz“ wurde ausgezeichnet mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR). Der BRSNW verstärkte die Zusammenarbeit mit den KidsClubs von diversen Fußball-Bundesliga-Clubs in NRW mit Aktionen für Kinder. Höhepunkt des Sportjahres waren die Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro, an denen 37 Athleten aus NRW teilnahmen.
Struktur und Mitglieder des BRSNW Verbandstag Der Verbandstag ist das höchste Organ des BRSNW. Die dort gefassten Beschlüsse sind für alle Gremien, Organe und alle Mitglieder bindend. Stimmberechtigte Mitglieder des Verbandstages sind 200 Delegierte der Bezirke, der Sprecher der Konferenz der außerordentlichen Mitglieder, die Mitglieder des Hauptvorstandes, so wie die Ehrenmitglieder. Jedes Mitglied des Verbandstages hat eine Stimme. Jeder Delegierte aus den Bezirken kann bis zu drei Stimmen wahrnehmen.
Die Zahl der Delegierten aus den Bezirken wird bestimmt durch das Verhältnis der Mitgliederzahl der ordentlichen Mitglieder des BRSNW des jeweiligen Bezirkes. Maßgebend dafür ist die Mitgliederanzahl der Mitglieder am 01.01 des Kalenderjahres, in dem der Verbandstag stattfindet. Die Zahl der Delegierten wird den Vorsitzenden der Bezirke bis zum 31.01. des Jahres mitgeteilt.
Der Verbandstag beschließt über alle Angelegenheiten des Verbandes, soweit Aufgaben nicht anderen Organen durch die Satzung übertragen sind, insbesondere über
Entgegennahme des Geschäfts- und Finanzberichts für die Jahre seit dem letzten Verbandstag, Wahl des Vorsitzenden, Wahl der beiden stellv. Vorsitzenden, Wahl des Koordinators Sportentwicklung, Wahl des Koordinators Qualifizierung, Bestätigung des Vorsitzenden der KiJu BRSNW, Wahl der Revisoren, Ersatzrevisoren, Wahl von Ehrenvorsitzenden und Ehrenmitgliedern, Satzungsänderungen, Auflösung des Verbandes.
Der Verbandstag kann auch über Aufgaben beraten und beschließen, die anderen Organen des Verbandes übertragen sind.
Der ordentliche Verbandstag findet alle vier Jahre statt.
Hauptvorstand Der Hauptvorstand besteht aus den Mitgliedern des Vorstandes, dem Vorsitzenden der KiJu BRSNW nach Bestätigung des Verbandstages, dem Koordinator Sportentwicklung, dem Koordinator Qualifizierung den Ehrenvorsitzenden und den Vorsitzenden der Bezirke
Der Hauptvorstand beschließt über
Grundsatzfragen des Verbandes, die Planung bedeutender organisatorischer und finanzieller Maßnahmen, den Nachtragshaushalt und der Feststellung des Jahresabschlusses des abgelaufenen Kalenderjahres, die Berechnungsgrundlage, Höhe und Fälligkeit der Beiträge der ordentlichen Mitglieder, die unentschiedenen Beschwerden zwischen Mitgliedern des BRSNW und dem Vorstand, Widerspruch eines Mitgliedes des BRSNW gegen dessen Ausschluss oder die Streichung aus der Mitgliederliste, die Einberufung eines außerordentlichen Verbandstages.
Darüber hinaus hat der Hauptvorstand folgende Aufgaben:
Ersatzwahlen bei vorzeitigem Ausscheiden von Mitgliedern des Vorstandes, des Hauptvorstandes oder von Revisoren, Entgegennahme der Geschäfts- und Finanzberichte des Vorstandes und der Berichte der Revisoren nach Ablauf eines Geschäftsjahres, und Entlastung des Vorstands, Zustimmung zur Jugendordnung, zur Finanzordnung, zur Sportordnung, Rechtsordnung, Ehrenordnung und zur Anti-Doping-Ordnung sowie zum Ethik-Code und den Verhaltensrichtlinien „Gute Verbandsführung im BRSNW“, Bestellung und Abberufung des hauptberuflichen Geschäftsführers und des stellv. hauptberuflichen Geschäftsführers als Mitglieder des Vorstandes, Bestellung eines Anti-Doping-Beauftragten auf Vorschlag des Vorstands für die Zeit bis zum nächsten Verbandstag, Bestellung eines Landessportarztes auf Vorschlag des Vorstands für die Zeit bis zum nächsten Verbandstag, Beschlussfassung über die Delegierten für den Verbandstag des Deutschen Behindertensportverbandes und der Mitgliederversammlung des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen.
Der Vorstand Der Vorstand besteht aus
Dem Vorsitzenden, zwei stellvertretenden Vorsitzenden, dem hauptberuflichen Geschäftsführer dem hauptberuflichen stellv. Geschäftsführer.
Der Vorstand erfüllt seine Aufgaben nach den Bestimmungen der Satzung, der Ordnungen und nach Maßgabe der vom Verbandstag sowie vom Hauptvorstand gefassten Beschlüsse. Der Vorstand ist die Geschäftsführung des Verbandes und vertritt den Verband gerichtlich und außergerichtlich nach § 26 BGB.
Bisherige Vorsitzende 1953–1956: Harald W. Stubenhöfer 1956–1982: Eberhard Rosslenbroich 1982–1994: Heinz Haep 1994–2002: Theodor Zühlsdorf seit 2002: Reinhard Schneider
Mitgliederentwicklung im BRSNW Der BRSNW ist der größte Landesverband im Deutschen Behindertensportverband. Etwa ein Drittel aller Sportler mit Behinderung in Deutschland ist in den Vereinen des BRSNW organisiert.
Jahr Vereine Sporttreibende 1953 14 300 1963 185 11000 1973 275 23000 1983 327 34500 1993 585 71500 2003 800 115000 2011 1450 214479 2016 1600 25000020211300220000
Aufgaben und Ziele