mini|hochkant=2.5| Der 400-Meter-Lauf der Frauen bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney wurde am 22., 23., 24. und 25. September 2000 im Stadium Australia ausgetragen. 56 Athletinnen nahmen teil.

Olympiasiegerin wurde die Australierin Cathy Freeman. Sie gewann vor der Jamaikanerin Lorraine Fenton und Katharine Merry aus Großbritannien.

Athletinnen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Aktuelle Titelträgerinnen Olympiasiegerin 1996Marie-José Pérec ()48,25 sAtlanta 1996Weltmeisterin 1999Cathy Freeman ()49,67 sSevilla 1999Europameisterin 1998Grit Breuer ()49,93 sBudapest 1998Panamerikanische Meisterin 1999Ana Guevara ()50,91 sWinnipeg 1999Zentralamerika und Karibik-Meisterin 1999Vernetta Lesforis ()52,21 sBridgetown 1999Südamerika-Meisterin 1999Norfalia Carabalí ()52,92 sBogotá 1999Asienmeisterin 2000Damayanthi Dharsha ()51,05 sJakarta 2000Afrikameisterin 2000Claudine Komgang ()51,35 sAlgier 2000Ozeanienmeisterin 2000Mary-Estelle Kapalu ()55,37 sAdelaide 2000

Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord47,60 sMarita Koch ()Canberra, Australien6. Oktober 1985Athletics - Progression of outdoor world records, 400 m - Women, sport-record.de, abgerufen am 4. Februar 2022Olympischer Rekord48,25 sMarie-José Pérec ()Finale OS Atlanta, USA29. Juli 1996 Der bestehende olympische Rekord wurde bei diesen Spielen nicht erreicht. Die schnellste Zeit erzielte die australische Olympiasiegerin Cathy Freeman mit 49,11 s im Finale am 25. September. Den Olympiarekord verfehlte sie dabei um 86 Hundertstelsekunden. Zum Weltrekord fehlten ihr 1,31 Sekunden. Rekordverbesserung Es wurde ein neuer Landesrekord aufgestellt: 50,05 s – Heide Seyerling (Südafrika), Finale am 25. September

Doping In diesem Wettbewerb kam es zu einem Dopingfall. Betroffen war die nachträglich disqualifizierte Russin Swetlana Pospelowa, die als Vierte ihres Vorlaufs ausschied.Russin positiv getestet. In: Der Spiegel 30. September 2000, spiegel.de, abgerufen am 4. Februar 2022

Vorrunde Insgesamt wurden acht Vorläufe absolviert. Für das Viertelfinale qualifizierten sich pro Lauf die ersten drei Athletinnen. Darüber hinaus kamen die acht Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser, weiter. Die direkt qualifizierten Läuferinnen sind hellblau, die Lucky Loser hellgrün unterlegt.

Anmerkung: Alle Zeitangaben sind auf Ortszeit Sydney (UTC+10) bezogen.

Vorlauf 1 22. September 2000, 19:24 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 LaTasha Colander 51,75 2 Mireille Nguimgo 51,88 3 Heide Seyerling 51,92 4 Foy Williams 52,94 5 Christine Amertil 53,12 6 Oksana Lunewa 54,98 7 Hazel-Ann Regis 55,11

Vorlauf 2 22. September 2000, 19:30 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 Charity Opara 51,77 2 Natalja Nasarowa 52,05 3 Damayanthi Dharsha 52,13 4 Kaltouma Nadjina 52,34 5 Lee Naylor 53,10 6 Swetlana Bodrizkaja 53,91 7 Lilian Bwalya 54,77 8 Maritza Figueroa 58,82

Vorlauf 3 22. September 2000, 19:36 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 Amy Mbacké Thiam 51,79 2 Ana Guevara 52,34 3 Otilia Ruicu 52,65 4 Karen Shinkins 53,27 5 Norma González 53,34 6 Safia Abukar Hussein 73,25

Vorlauf 4 22. September 2000, 19:24 Uhr

Norfalia Carabalí, die 1999 für Kolumbien startend Südamerikameisterin geworden war, nahm im Jahr 2000 die spanische Staatsbürgerschaft an und startete seitdem für Spanien. Platz Name Nation Zeit (s) 1 Cathy Freeman 51,63 2 Monique Hennagan 51,73 3 Claudine Komgang 51,74 4 Norfalia Carabalí 52,36 5 Olena Rurak 53,45 6 Kristina Perica 53,72 7 Awatef Ben Hassine 54,50

Vorlauf 5 22. September 2000, 19:48 Uhr

Die für den Lauf gemeldete französische Olympiasiegerin von 1996 Marie-José Pérec trat nicht an. Sie war vorzeitig abgereist, da sie sich von der australischen Presse belästigt und verfolgt fühlte. Hintergrund war hier auch die besondere Bedeutung dieses Wettbewerbs für die Australier aufgrund der Favoritenposition der heimischen Doppelweltmeisterin Cathy Freeman und eine von den Medien hochstilisierte Rivalität zu Marie-José Pérec.Marie-José Pérec, "Einsam und verwirrt". In: Der Spiegel 22. September 2000, abgerufen am 4. Februar 2022 Platz Name Nation Zeit (s) 1 Katharine Merry 51,61 2 Sandie Richards 51,86 3 Nova Peris 52,51 4 Hana Benešová 52,85 5 Aliann Pompey 53,09 6 Verneta Lesforis 54,67 7 Klodiana Shala 56,41 DNS Marie-José Pérec

Vorlauf 6 22. September 2000, 19:54 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 Jitka Burianová 51,59 2 Olabisi Afolabi 51,62 3 Lorraine Fenton 51,65 4 Allison Curbishley 52,20 5 Barbara Petráhn 52,86 6 Tonique Williams-Darling 53,43 7 Marcia Daniel 58,20 8 Haissa Ali Garba 67,49

Vorlauf 7 22. September 2000, 20:00 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 Kalayathumkuzhi Beenamol 51,51 2 Olga Kotljarowa 51,99 3 Žana Minina 52,38 4 Michelle Collins 53,66 5 Tanya Oxley 54,22 6 Daniela Georgiewa 54,46 7 Dijana Kojić 55,61 8 Awmima Mohamed 62,94

Vorlauf 8

22. September 2000, 20:06 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 LaDonna Antoine-Watkins 51,78 2 Falilat Ogunkoya 51,88 3 Donna Fraser 52,33 4 Elena Piskunowa 55,40 5 Ann Mooney 55,55 DOP Swetlana Pospelowa 53,34 DNS Brigita Langerholc

Viertelfinale In den vier Viertelfinalläufen qualifizierten sich pro Lauf die ersten vier Athletinnen für das Halbfinale (hellblau unterlegt).

Lauf 1 mini|hochkant=0.8| 23. September 2000, 19:30 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 Jitka Burianová 50,85 2 LaDonna Antoine-Watkins 50,92 3 Nova Peris 51,28 4 Natalja Nasarowa 51,44 5 Claudine Komgang 51,57 6 Monique Hennagan 51,85 7 Kaltouma Nadjina 52,60 8 Aliann Pompey 53,42

Lauf 2 23. September 2000, 19:37 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 Katharine Merry 50,50 2 Heide Seyerling 50,87 3 Olga Kotljarowa 50,97 4 Sandie Richards 51,00 5 Charity Opara 51,04 6 Žana Minina 52,53 7 Norfalia Carabalí 52,63 8 Foy Williams 52,68

Lauf 3 23. September 2000, 19:44 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 Lorraine Fenton 50,66 2 Ana Guevara 51,19 3 Amy Mbacké Thiam 51,64 4 Kalayathumkuzhi Beenamol 51,81 5 Olabisi Afolabi 51,87 6 Otilia Ruicu 52,28 7 Allison Curbishley 52,50 8 Lee Naylor 53,83

Lauf 4 mini|hochkant=0.8| 23. September 2000, 19:51 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 Cathy Freeman 50,31 2 Falilat Ogunkoya 50,49 3 Donna Fraser 50,77 4 Mireille Nguimgo 51,08 5 LaTasha Colander 52,07 6 Damayanthi Dharsha 52,35 7 Hana Benešová 52,70 8 Barbara Petráhn 52,72

Halbfinale Für das Finale qualifizierten sich in den beiden Läufen die jeweils ersten vier Läuferinnen (hellblau unterlegt).

Lauf 1

24. September 2000, 20:00 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 Lorraine Fenton 50,28 2 Katharine Merry 50,32 3 Heide Seyerling 51,06 4 Olga Kotljarowa 51,21 5 LaDonna Antoine-Watkins 51,26 6 Natalja Nasarowa 51,83 7 Mireille Nguimgo 52,03 8 Nova Peris 52,49

Lauf 2 mini|hochkant=1.2| 24. September 2000, 20:07 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 Cathy Freeman 50,01 2 Ana Guevara 50,11 3 Falilat Ogunkoya 50,18 4 Donna Fraser 50,21 5 Sandie Richards 50,42 6 Jitka Burianová 51,15 7 Amy Mbacké Thiam 51,60 8 Kalayathumkuzhi Beenamol 52,04

Finale mini|hochkant=1.3| 25. September 2000, 20:10 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) Anmerkung 1 Cathy Freeman 49,11 2 Lorraine Fenton 49,58 3 Katharine Merry 49,72 4 Donna Fraser 49,79 5 Ana Guevara 49,96 6 Heide Seyerling 50,05 NR 7 Falilat Ogunkoya 50,12 8 Olga Kotljarowa 51,04 Für das Finale hatten sich zwei Athletinnen aus Großbritannien sowie je eine Läuferin aus Australien, Jamaika, Mexiko, Nigeria, Russland und Südafrika qualifiziert.

Als Favoritin galt die australische Weltmeisterin von 1999 und 1997 Cathy Freeman, die dem Druck einer großen Erwartungshaltung ihrer Landsleute gegenüberstand. Ihr ausgemachtes Ziel war der Olympiasieg. Eine besondere Rolle spielte sie darüber hinaus als Wortführerin für die Emanzipation der australischen Ureinwohner, zu denen auch ihre Vorfahren gehörten, so wie sie selber auch. Aber sie hatte starke Gegnerinnen, zu denen vor allem die jamaikanische WM-Dritte Lorraine Fenton – bis 1999 unter ihrem Namen Lorraine Graham startend, die WM-Vierte Falilat Ogunkoya aus Nigeria und die britische WM-Fünfte Katharine Merry.

Das Rennen war eng und es wurde Freeman nicht leicht gemacht. Ausgangs der Zielkurve lag sie an dritter Stelle mit knappem Abstand zu der führenden Fenton und der an dieser Stelle zweitplatzierten Merry. Fünfzig Meter vor dem Ziel lagen Freeman und Fenton gleichauf. Cathy Freeman hatte das klar beste Stehvermögen und holte sich die Goldmedaille mit 47 Hundertstelsekunden vor Lorraine Fenton. Katharine Merry hielt ihren dritten Platz vierzehn Hundertstelsekunden hinter Fenton und gewann so die Bronzemedaille mit knappen sieben Hundertstelsekunden vor ihrer Landsfrau Donna Fraser. Auch die auf Platz fünf ins Ziel gelaufene Mexikanerin Ana Guevara blieb mit 49,96 s unter der 50-Sekunden-Marke.

Lorraine Fenton war die erste jamaikanische Medaillengewinnerin in dieser Disziplin.

Videolinks Cathy Freeman wins 400m gold - On This Day September 25, youtube.com, abgerufen am 4. Februar 2022 Sydney 2000 - Women's 400m Final - Cathy Freeman - Olympic Games, youtube.com, abgerufen am 4. Februar 2022

Literatur Rudi Cerne (Hrsg.), Sydney 2000, Die Spiele der XXVII. Olympiade mit Beiträgen von Rudi Cerne, Birgit Fischer, Willi Phillip Knecht, Peter Leissl und Jan Ullrich, MOHN Media Mohndruck GmbH, Gütersloh, S. 62f

Weblinks Athletics. Official Report of the XXVII Olympiad - Results, Resultate Leichtathletik, S. 283–294, englisch/französisch (PDF, 16.697 KB), abgerufen am 4. Februar 2022 Athletics at the 2000 Summer Olympics, 400 metres, Women, olympedia.org (englisch), abgerufen am 4. Februar 2022 Sydney 2000, Athletics, 400m women Results, Offizielle Seite des IOC, abgerufen am 4. Februar 2022 Athletics at the 2000 Sydney Summer Games: Women's 400 metres, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 4. Februar 2022

Einzelnachweise

Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 2000 Kategorie:Frauenleichtathletikwettbewerb Kategorie:Laufveranstaltung in Australien