Das Gymnasium Ohmoor ist ein staatliches Gymnasium im Hamburger Stadtteil Niendorf. Mit rund 1300 Schülern ist es das von der Schülerzahl größte Gymnasium Hamburgs.
Geschichte Das Gymnasium Ohmoor wurde im April 1970 gegründet.Gymnasium Ohmoor, eingeweiht: April 1970, Bestand im Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg (Signatur 731-8_A 558). Das Schulzentrum am Sachsenweg wurde ab 1972 erbaut, 1973 fand die Einweihung statt.Boris Meyn: Die Entwicklungsgeschichte des Hamburger Schulbaus. Hamburg 1998, S. 496. (Inventarnummer 81) 1976 kam der Fachraumtrakt hinzu. Diese Ursprungsbebauung besteht komplett aus Serienbauten des Hamburger Hochbauamtes, wie sie in den 1970er Jahren in den Hamburger Randlagen und Verdichtungsgebieten dutzendfach für Schulneubauten eingesetzt wurden.Boris Meyn: Die Entwicklungsgeschichte des Hamburger Schulbaus. Hamburg 1998, S. 274 f. Das Schulzentrum teilten sich ab 1972 das Gymnasium Ohmoor und die Haupt- und Realschule Sachsenweg.Gymnasium Ohmoor und Haupt- und Realschule Sachsenweg, 1972–2005, Bestand im Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg (Signatur 442-3_2141)
2010 wurden im Rahmen der Hamburger Schulreform die Grundschule Sachsenweg von der Grund-, Haupt- und Realschule Sachsenweg abgespalten, und die verbliebene Haupt- und Realschule Sachsenweg mit der Gesamtschule Niendorf fusioniert und zur Stadtteilschule umgewandelt.Verordnung über Maßnahmen im Rahmen der Schulorganisation zum Schuljahresbeginn 2010/2011 vom 7. Oktober 2010. In: Hamburgisches Gesetz- und Verordnungsblatt (HmbGVBl), 2010, S. 561ff. (Online) Für das Gymnasium Ohmoor änderte sich nichts.
Lage und Architektur Das Gymnasium teilt sich den Schulstandort am Sachsenweg mit dem Oberstufenzentrum der Stadtteilschule Niendorf und der Grundschule Sachsenweg. Der Außenbereich, die Sporthallen, die Aula und die Neubau-Mensa werden von den drei Schulen gemeinsam genutzt, während die Klassen- und Fachgebäude sowie die jeweiligen Verwaltungen in separaten Gebäuden untergebracht sind. Das Schulgelände am Sachsenweg 74–76 hat eine Größe von etwa 36.000 m², dazu kommen die Flächen der Sportanlagen, welche gemeinsam mit Niendorfer Sportvereinen genutzt werden.
Das Schulgelände befindet sich am nördlichen Rand Niendorfs, etwa 500 m vom Swebenweg (B 433 / Ring 3) entfernt, der hier die Grenze des Hamburger Siedlungsgebiets markiert. Jenseits des Rings ist die Landesgrenze zu Schleswig-Holstein und das für das Gymnasium namensgebende Ohmoor. Diese für Hamburger Verhältnisse recht naturnahe Lage des Schulgeländes wird von der Nähe zum Flughafen konterkariert: Anderthalb Kilometer östlich der Schule befindet sich die eine Start- und Landebahn des Flughafens (15/33), während die andere Start- und Landebahn (05/23) zwei Kilometer südlich der Schule verläuft. Somit ist unabhängig von der Windrichtung der Fluglärm ein Problem.
Die Bestandsbauten sind Serienschulbauten vom Typ 68. Die beiden Doppel-H-Gebäude auf dem Gelände sind nach der Form ihres Grundrisses benannt. Diese Gebäude bestehen aus industriell vorgefertigten Sandwich-Elementen, die an der Baustelle zusammengesetzt wurden. Die Gebäude sind dreistöckig und besitzen ein Flachdach, horizontal sind sie in einem Raster von 1,80 m gegliedert. Die Fassaden sind mit Waschbeton verkleidet.
Von 2016 bis 2017 wurde eine Mensa mit einer Bruttogrundfläche von knapp 2.300 m² errichtet.Neubau Mensa am Sachsenweg, Hamburg bei BOF Architekten (Bücking, Ostrop & Flemming), abgerufen im November 2020. Das Gebäude nimmt neben der Mensa auch eine Aula und Differenzierungsräume auf. Am Bauplatz der Mensa wurden die Ganztagspavillons abgerissen, das Ziegengehege wurde umgesetzt.Multitalent Mensa, Niendorfer Wochenblatt, 17. Februar 2016.
Schulisches Profil Das Gymnasium Ohmoor ist seit der Hamburger Schulreform von 2010 eine Ganztagsschule. Durch die Lage am nördlichen Stadtrand und den Abschluss nach Osten durch den Flughafen besteht der Einzugsbereich nur aus Niendorf sowie aus dem westlich gelegenen Schnelsen. Bei der Erhebung des Sozialindex für Hamburger Schulen 2017/18 wurde für das Gymnasium ein Sozialindex von 6 errechnet. Die Skala reicht von 1 (nachteilige Voraussetzungen der Schülerschaft, höchster Förderbedarf) bis 6 (beste Voraussetzungen, kein Förderbedarf).Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung, Hamburger Schulbehörde: Bildungsatlas, Angaben zum Gymnasium Ohmoor aus dem Schuljahr 2017/18. Im Schuljahr 2016/17 hatten etwa 23 % der Gymnasium-Ohmoor-Schüler einen Migrationshintergrund, deutlich weniger als im Durchschnitt aller Hamburger Gymnasien.Peter Ulrich Meyer: So hoch ist der Migrantenanteil an Hamburger Schulen. In: Hamburger Abendblatt. 19. April 2018. (abendblatt.de, An den Hamburger Gymnasien lag der Anteil durchschnittlich bei 37,3 %) Das Gymnasium Ohmoor ist in der Stadt Hamburg das Gymnasium, das am meisten Schüler zählt.
Am Gymnasium Ohmoor werden in der Oberstufe die Profile gemeinsam mit dem Gymnasium Bondenwald angeboten.
Außerschulische Aktivitäten Auf dem Schulgelände werden Hausziegen gehalten.Die Ohmoor-Ziegen ziehen um. In: Niendorfer Wochenblatt. 26. November 2014 (niendorfer-wochenblatt.de). Seit 1986 werten die Schüler der Schule einmal jährlich Immobilienanzeigen aus der Hansestadt und dem Umland aus, um durchschnittliche Mietpreise zu ermitteln. Ergebnisse daraus wurden 2016Ralf Nehmzow: Wohnungsmieten in Hamburg sind leicht gesunken. In: Hamburger Abendblatt. 5. Dezember 2016 (abendblatt.de). und 2020Julia Witte: Die Mieten in Hamburg steigen weiter. In: Die Welt. 22. Juni 2020 (welt.de). in Zeitungen erwähnt. Zudem steht es Schülern offen, an Wettbewerben wie Jugend debattiert, Jugend trainiert für Olympia und Jugend forscht teilzunehmen.Projekte und Wettbewerbe – Gymnasium Ohmoor. Abgerufen am 30. September 2026.
Ergänzend gibt es verschiedene Arbeitsgemeinschaften wie z.B die Technik AG und die politische Debatten-AG, an denen Schüler nach dem Unterricht teilnehmen können.Arbeitsgemeinschaften (AGs) – Gymnasium Ohmoor. Abgerufen am 30. September 2026.
Seit 2010 erscheint dreimal jährlich die Schülerzeitung „anonym“, welche 2018 als „Beste Schülerzeitung der Hamburger Gymnasien“ ausgezeichnet wurde.Homepage von „anonym“ auf der Schulwebsite
Bekannte Ehemalige Roland Heintze (* 1973), Politiker (CDU) Marc Schemmel (* 1975), Politiker (SPD) Kristoffer Hünecke (* 1978), Musiker (Revolverheld)Henrik Jacobs: Ein Revolverheld will für Niendorf singen. In: Hamburger Abendblatt. 27. Oktober 2011 (abendblatt.de). Benni Dernhoff (* 1983), Musikproduzent
Weblinks
Website des Gymnasiums Ohmoor
Einzelnachweise
Ohmoor Kategorie:Ganztagsschule Kategorie:Hamburg-Niendorf Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1970