Kloster Arnsburg ist einer von neun Stadtteilen der Stadt Lich im Landkreis Gießen in Hessen.
Geschichte Ortsgeschichte Den Namen Arnsburg trug ursprünglich eine Burganlage südwestlich der heutigen Klosteranlage. Deren erste urkundliche Erwähnung erfolge im Jahr 1093 im „Mainzer Urkundenbuch 1, Nr. 386“ als Arnesburc. In den Jahren 1174–1197 wurden dann Klosterbauten innerhalb der Burganlage errichtet. Sie bildete einen trapezförmigen Komplex mit Kirchenbau, Vorhalle und Keller. 1197 wurden dann Klostergebäude an der Stelle des heutigen Zisterzienserklosters im Tal der Wetter errichtet. Eine erste Siedlung in der Nähe des Klosters wurde 1174 aufgegeben und die Bauern umgesiedelt.
Der heutige Ort entwickelte sich aus der Zisterzienserabtei Arnsburg.
Der ehemalige Klosterbezirk am rechten Ufer der Wetter wurde teilweise als Schloss der Grafen von Solms-Laubach genutzt. In den Jahren 1804–1811 war in Teilen der Anlage ein Gemeinschaftliches Zucht-, Arbeits- und Irrenhaus untergebracht. 1847 beherbergte sie ein „Rettungshaus“ für verwahrloste Mädchen.
Bis 1787 gehörte der Klosterbezirk zum Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Oberamt Höchst und Königstein, Amt und Kellerei Vilbel und Rockenberg, Gebiet der Abtei Arnsburg und ab 1806 zum Großherzogtum Hessen.
Am 1. April 1953 wurde aus dem Kloster und aus Teilen der Gemeinde Muschenheim eine selbständige Gemeinde gebildet.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Arnsburg zum 1. Januar 1977 als Stadtteil in die Stadt Lich eingegliedert. Für Kloster Arnsburg wurde wie für alle Stadtteile von lich ein Ortsbezirk eingerichtet.
Im Inneren des Klosterhofes befindet sich heute ein beeindruckender Kriegsopfer-Friedhof.Kloster Arnsburg auf hessen.volksbund.de, abgerufen am 16. Juni 2023.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen (Kloster) Arnsburg angehört(e):
vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Oberamt Höchst und Königstein, Amt und Kellerei Vilbel und Rockenberg, Gebiet der Abtei Arnsburg ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Solms (zum Gesamthaus Solms gehörig) ab 1806: Großherzogtum Hessen,Mediatisierung infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen (ehemaliger Klosterbezirk) ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen ab 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Domanial-Rentamt Grünberg ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Hungen, Wohnplatz von EberstadtTrennung zwischen Justiz (Landgericht Lich) und Verwaltung. ab 1837: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg, Wohnplatz von Eberstadt ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg, Wohnplatz von Eberstadt ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen, Wohnplatz von Eberstadt ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied. Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen, Wohnplatz von Eberstadt ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen, Wohnplatz von Eberstadt ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Gießen, Wohnplatz von EberstadtIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen, Wohnplatz von Eberstadt ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen, Wohnplatz von Eberstadt ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen, Wohnplatz von Eberstadt ab 1953: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen, Gemeinde ArensburgAm 1. April 1953 Neubildung einer selbständigen Gemeinde aus Teilen der Gemeinde Muschenheim. ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Stadt LichAm 31. Januar 11971 als Ortsbezirk zur Stadt Lich. ab 1979: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen, Stadt Lich ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Gießen, Stadt Lich
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Arnsburg 45 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 6 Einwohner unter 18 Jahren, 21 zwischen 18 und 49, 9 zwischen 50 und 64 und 9 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 24 Haushalten. Davon waren 9 Singlehaushalte, 45 Paare ohne Kinder und 9 Paare mit Kindern, sowie keine Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 6 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 15 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung 1961: 112 evangelische, 4 römisch-katholische Einwohner 1961: Erwerbspersonen: 6 Land- und Forstwirtschaft, 4 Produzierendes Gewerbe, 1 Handel, Verkehr und Nachrichten, 22 Dienstleistungen und Sonstiges
Politik Ortsbeirat Für den Stadtteil Kloster Arnsburg ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Kloster Arnsburg) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 50,94 %. Alle Kandidaten gehörten der „Wählergemeinschaft Kloster Arnsburg“ an. Der Ortsbeirat wählte Nicole Lang zur Ortsvorsteherin.
Wappen
Persönlichkeiten August Fabricius (1835–1890), Beamter, Statistiker und Politiker Michael Sievernich (* 1945), römisch-katholischer Theologe, in Arnsburg geboren
Weblinks
Stadtteil Kloster Arnsburg. In: Webauftritt der Stadt Lich.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Gießen Kategorie:Geographie (Lich) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Gießen)