mini|250px|Das Karamon Das Sambō-in () ist ein buddhistischer Tempel im Stadtteil Daigo des Bezirks Fushimi der Stadt Kyōto. Der Tempel ist ein Untertempel des Daigo-ji.

Geschichte Nachdem man das Äußere Tor (, sōmon) zum Daigo-ji passiert hat, erstreckt sich auf der linken Seite der Untertempel (, tatchū), das Sampō-in. Es wurde im Jahr 1115 vom 14. Abt des Daigo-ji, Shōkaku sōshō (; 1057–1129), erbaut.Faltblatt des Daigo-ji, 6 Seiten, o. J. (japanisch) Es diente dem Abt des Klosters als eine Art Nebenresidenz und gehört zum Weltkulturerbe.

Die Anlage Die Gebäude mini|links|250px|Sambō-in (Beschriftung siehe Text) mini|Haupteingang Steht man vor dem Sambō-in, dann hat man links das Vorderen Tor (, omote-mon, E) vor sich, durch das man die Anlage betreten kann, und rechts das verschlossene Tor im sogenannten chinesischen Stil (, karamon, T) aus der Momoyama-Zeit. Dieses Tor besitzt zwei Flügel, die mit der PaulownieHier ist es die 5-7-Paulownie, das heißt, zu den Blättern kommen zwei Blütenstängel mit fünf Blüten und ein 7-Blüten-Stängel in der Mitte. geschmückt sind. Die festen Seitenteile rechts und links sind jeweils mit einer Chrysantheme dekoriert. Das Tor soll entweder von der Burg Fushimi oder vom Pavillon Kankatei () des Daigo-ji hierher versetzt worden sein. Dieses Tor ist als Nationalschatz registriert.

Man betritt das Gebäude durch den mit einem chinesischen Dachbogen (, karahafu) geschmückten Haupteingang (, G). Man passiert dann rechts eine Reihe von Zimmern, nämlich hintereinander den Malven-Raum (, Aoi-no-ma, 1), den Herbstgräser-Raum (, Shūsō-no-ma, 2) und den Raum für den kaiserlichen Boten (, Chikushi–no-ma, 3).

Dann passiert man den Vorderen Empfangsraum (, omote sho-in, 4), der durch Schiebetüren dreigeteilt ist: auf den ersten Raumteil, Gedan () genannt, folgt der zweite, leicht erhöhte Chūdan (), und diesem folgt der noch einmal erhöhte Jōdan (), dessen Rückseite durch die Nische, das Tokonoma, abgeschlossen ist. Die Wände sind ausgemalt, wohl von Kanō Sanraku oder von Hasegawa Tōhaku.

Dahinter folgt abgewinkelt ein weiterer Raum, der private Okushinden (, Oku-shinden, 5), der ebenfalls dreigeteilt ist. An der Nordostecke ist ein Ausguck angebaut, der „Kiefer-Mond-Pavillon“ (, Shōgetsu-tei, 7). – An der Frontseite zum Garten folgt ein weiterer Raum mit Ausblick auf diesen, Junjōkan (, 6) genannt. Dieser Raum ist über einen Wasserarm der Gartenanlage gebaut. Dahinter folgt der eigentliche Andachtsraum, das Hondō (, 8). Direkt vor dem Hondō erstreckt sich ein kleiner Moosgarten.

Der Garten mini|Teil des GartensIm Vordergrund (vor dem Vorderen Empfangsraum) liegen drei flache Steine, die verschieden schnell fließendes Wasser des Kamo-Flusse () in Kyōto symbolisieren. Der Garten erstreckt sich fast über die ganze Südseite des Sambō-in und ist als Wandelgarten um einen großen Teich angelegt. Toyotomi Hideyoshi, der im Jahr 1598 den Tempel zur Baumblüte besuchte, hat ihn selbst entworfen. Er starb dann noch im selben Jahr, so dass der Garten unter dem Mönch Gien Jugō (Gien (Mönch) ; 1558–1626) begonnen wurde. Die Arbeiten ruhten dann eine Weile, so dass der Garten erst etwa 25 Jahre später fertiggestellt war. Man hatte dafür rund 700 Steine und einige tausend Büsche und Bäume zusammengetragen.Mori, Osamu: Teien. Nihon-shi kohyakka 19. Kondo shuppansha, 1974. S. 234–235-

Der Teich umschließt einige Inseln, von denen die beiden dunkelgrün gezeichneten einen Kranich und eine Schildkröte symbolisieren. Alle Inseln sind über Brücken erreichbar. Davon ist eine Holzbrücke (gestrichelt), vier sind kurze Steinbrücken (hell, oval), drei sind sogenannte ErdbrückenErdbrücken (, dobashi) sind gewölbte Brücken für Teiche in Gärten, die mit Stangenholz, Baumrinde und Erde belegt sind.). Im Südosten des Teiches ergießt sich ein kleiner Wasserfall in drei Stufen in den Teich. In der Nähe steht der Pavillon Chinryū-tei (, 9), der „Pavillon des verstummenden Fließens“.

Später wurde der Garten mehrfach verändert, so dass er sein ursprüngliches Aussehen zum Teil verloren hat. Da Gien ein Tagebuch hinterlassen hat, in dem er seine Arbeiten von damals beschreibt, sind wir in diesem Fall besonders gut über die Veränderungen unterrichtet. Gegenüber dem Vorderen Empfangsraum steht auf der anderen Seite des Teiches eine Dreiergruppe von Steinen, die von Oda Nobunaga auf Hideyoshi gekommen ist und dann vom Palast Jurakudai () in Kyōto hierher gebracht wurde und an die große Vergangenheit erinnert. Diese Dreiergruppe, Fujito-ishi () genannt, stellt – sehr abstrahiert – Amida mit Begleitern dar.

Der Garten wurde 1952 als „Besonders bedeutendes Geschichtsrelikt“ (, tokubetsu shiseki) und als „Besonders schöne Ansicht“ (, tokubetsu meishō) registriert und gehört heute zum Daigoji-Weltkulturerbe.

Nationalschätze Neben dem Karamon ist auch der Vordere Empfangsraum als Nationalschatz registriert.

Wichtige Kulturgüter Als Wichtige Kulturgüter sind registriert der überdachte Eingang, der Malven-Raum, der Herbstgräser-Raum, Raum der kaiserlichen Boten, der Empfangsraum, der Privatraum, der Pavillon im Garten, sowie der Küchentrakt (, kuri) und der Goma-Pavillon (), beide nicht auf dem Plan.Yamamoto, Jirō: Kyoto-fu no rekishi sampo (chu). Yamakawa Shuppan, 1998. ISBN 978-4-634-29560-5, S. 238ff.

Anmerkungen

Einzelnachweise

Literatur Mainichi Shimbu (Hrsg.): Juyo bunkazai 12. Tempelarchitektur. Mainichi Shimbun-sha, 1973.

Weblinks Liste buddhistischer Tempel und Klöster in Japan

Plan und Bilder zum Sambō-in

Kategorie:Buddhistischer Tempel in Kyōto Kategorie:Besondere historische Stätte Kategorie:Wichtiges Kulturgut Japans