Vinzenz Geiger (* 24. Juli 1997 in Oberstdorf, Bayern) ist ein deutscher Nordischer Kombinierer. Er startet für den SC 1906 Oberstdorf. Geiger wurde bei den Olympischen Winterspielen 2018 Olympiasieger im Mannschaftswettbewerb mit dem deutschen Team sowie bei den Olympischen Winterspielen 2022 Olympiasieger im Gundersen-Einzel von der Normalschanze. In der Saison 2024/2025 gewann er den Gesamtweltcup.

Werdegang Geiger in der Jugend Geiger, der für den Skiclub Oberstdorf startet, spielte als Kind Fußball und stand bereits als Dreijähriger auf Alpinskiern. Erst im Alter von acht Jahren wurde er durch einen Cousin auf das Skispringen aufmerksam. Zur Nordischen Kombination wechselte er erst weitere vier Jahre später, als er mit dem Langlauftraining begann. Seine ersten Wettkämpfe absolvierte er im DSV-Schülercup, bei dem er im Februar 2009 in Johanngeorgenstadt seinen ersten Kombinationssieg feiern konnte.Vinzenz Geiger. In: triceps-team.de. Abgerufen am 19. Januar 2021.Ergebnis DSV Schülercup Gundersen 2009. (PDF) In: klingenthal.de/vsc Abgerufen am 19. Januar 2021. Seine ersten internationalen Erfolge im Jugendbereich stellten sich bei den Nordischen Skispielen der OPA 2012 in Žiri und Pokljuka ein, als er die Bronzemedaille im Schüler Einzel nach der Gundersen-Methode holte. Im Teamwettbewerb wurde er zudem Achter. In den folgenden Jahren diente der Alpencup der Nordischen Kombination als wichtigste Wettkampfserie zum Leistungsvergleich. Sein Debüt im Alpencup gab er am 29. September 2012 im heimischen Oberstdorf, wo er den 50. Platz belegte und noch deutlich hinter den Punkterängen zurückblieb. Bei den deutschen Jugendmeisterschaften 2013 in Baiersbronn gewann Geiger sowohl im Gundersen Einzel über zehn als auch über fünf Kilometer die Silbermedaille.Ergebnis Deutsche Jugendmeisterschaften Gundersen 2013. (PDF) In: klingenthal.de/vsc Abgerufen am 19. Januar 2021.Ergebnis Deutsche Jugendmeisterschaften Sprint 2013. (PDF) In: klingenthal.de/vsc Abgerufen am 19. Januar 2021. Im Oktober nahm er zudem zum ersten Mal an den deutschen Meisterschaften teil und sammelte als 27. im Einzel sowie als 16. im Teamsprint wichtige Erfahrungen. Am zweiten Wettkampfwochenende der Alpencup-Saison 2013/14 erreichte er in Oberwiesenthal als Sechzehnter erstmals die Punkteränge. Im Februar 2014 kam er als Sechster in Kranj erstmals unter die besten Zehn. Bei den Nordischen Skispielen der OPA 2014 im französischen Gérardmer wurde Geiger im Jugend Einzel Zweiter, ehe er unter anderem gemeinsam mit Justin Moczarski in der 4 × 3,3-km-Staffel den Sieg errang. Eine Leistungssteigerung vollzog sich in der Saison 2014/15. So verbesserte er sich bei den deutschen Meisterschaften in Hinterzarten auf den vierzehnten Platz im Einzel sowie gemeinsam mit Wolfgang Bösl auf Rang sechs im Teamsprint. Nachdem Geiger im Alpencup konstant unter den besten Zehn zu finden war, gab er am 24. Januar 2015 in Planica sein Continental-Cup-Debüt. Dabei gelangen ihm als Fünfzehnter im Gundersen Einzel von der Großschanze auf Anhieb die ersten Punktgewinne. Dennoch wurde er im weiteren Saisonverlauf wieder im Juniorenbereich eingesetzt, wo er zum Saisonabschluss des Alpencups in Chaux-Neuve den zweiten Rang erreichte und somit seine erste Podestplatzierung in dieser Wettkampfserie erzielte.

Die ersten Schritte und Erfolge bei den Herren Bei den deutschen Meisterschaften 2015 in Oberstdorf wurde Geiger Siebter im Einzel und gewann darüber hinaus als Dritter im Teamsprint seine erste nationale Medaille. Daraufhin debütierte Geiger am 4. September in Oberstdorf im Grand Prix, der höchsten Wettkampfserie im Sommer. Nachdem er am ersten Wettkampftag den 20. Platz belegte, stieß er tags darauf als Achter in die Top 10 vor. Diese Form bestätigte er eine Woche später mit dem Gewinn seines ersten Alpencup-Wettbewerbs in Winterberg. Zum Auftakt in den Winter 2015/16 wurde Geiger zunächst in den Weltcup-Kader für die beiden Rennen im norwegischen Lillehammer berufen. Bei seinem Debüt verpasste er noch knapp die Punkteränge, erreichte diese aber als 18. beim zweiten Wettbewerb von der Normalschanze. Im weiteren Saisonverlauf wurde er überwiegend in den niedrigeren Wettkampfserien eingesetzt, in denen er sich mit vorderen Platzierungen erneut für das Weltcup-Team empfahl. So errang er bei den vorweihnachtlichen Alpencup-Wettkämpfen in Seefeld zwei Siege und auch im Continental Cup gehörte Geiger konstant zu den besten Athleten. Im Februar lief er zunächst in Planica erstmals aufs Podest, ehe er in der Ramsau seine ersten beiden Continental-Cup-Siege feiern konnte. Sein Leistungsvermögen stellte er auch bei den als Saisonhöhepunkt geltenden Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2016 im rumänischen Râșnov unter Beweis, als er hinter Bernhard Flaschberger den zweiten Platz im Gundersen Einzel belegte und auch gemeinsam mit Martin Hahn, Tim Kopp und Terence Weber die Silbermedaille im Team gewann. Darüber hinaus war er als Siebter im Sprint auch beim zweiten Einzelwettbewerb in der Weltspitze der Junioren zu finden. Die Saison schloss er als Siebter in der Continental-Cup-Gesamtwertung sowie auf dem 51. Platz im Gesamtweltcup ab.

mini|155px|links|Geiger beim Weltcup 2016 in Ramsau Im Sommer 2016 trat Geiger bei allen Wettkämpfen des Grand Prix an und kämpfte dabei jeweils um einen Platz unter den besten Dreißig. Letztlich belegte er in der Gesamtwertung den 36. Platz. Erfolgreicher verliefen die Wettkämpfe der deutschen Meisterschaften in Oberhof, wo er Siebter bei den Herren sowie deutscher Juniorenmeister wurde. Darüber hinaus erreichte er im Teamsprint den fünften Rang. In der Saison 2016/17 war Geiger, der sich durch seine Leistungen bei den Juniorenweltmeisterschaften ein persönliches Startrecht gesichert hatte, den gesamten Winter im deutschen Weltcup-Team. Bereits zum Saisonauftakt setzte sich der Oberstdorfer in den Punkterängen des Weltcups fest, als er als Elfter und Siebter in Ruka vordere Platzierungen erzielte. Nachdem er diese Leistungen in Lillehammer bestätigte, platzierte er sich am dritten Wettkampfwochenende in der Ramsau als Dritter hinter Eric Frenzel und Fabian Rießle erstmals auf dem Weltcup-Podest. Diesem Erfolg folgten einige schwächere Wochen, in denen er mit seiner Sprungleistung kämpfte. Dennoch konnte er rechtzeitig zu den Juniorenweltmeisterschaften 2017 in Soldier Hollow wieder an seine Form vom Saisonbeginn anknüpfen. Zwar blieb Geiger als Siebter im Gundersen Einzel über zehn Kilometer sowie als Fünfter mit dem Team zunächst ohne Medaillen, doch konnte er beim Sprint die beste Sprungleistung zeigen und sich anschließend mit der viertbesten Laufzeit den Junioren-Weltmeistertitel vor Arttu Mäkiaho und Laurent Muhlethaler sichern.Kombinierer Geiger holt Gold bei Junioren-WM. In: spox.com. 5. Februar 2017, abgerufen am 19. Januar 2021. Im Anschluss ging er erneut im Weltcup an den Start, in dem er in Oslo den 19. Platz belegte sowie zum Saisonabschluss beim Schwarzwaldpokal in Schonach als Achter zum wiederholten Male unter die besten Zehn lief. Damit schloss er die Saison auf Rang 20 in der Gesamtweltcupwertung ab.

Geiger bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang 155px|mini|links|Geiger 2018 in Seefeld

Ähnlich wie im Vorjahr konnte er im Grand Prix, der in der Vorbereitungsphase auf den Winter stattfand, seine Spitzenleistungen noch nicht abrufen. Zwar lief er gemeinsam mit Jakob Lange beim Teamsprint in Oberwiesenthal auf den dritten Rang, doch blieb er in den Einzelwettbewerben den vorderen Plätzen meist fern. Nur zum Abschluss in Oberstdorf konnte er als Zehnter überzeugen. Bei den deutschen Meisterschaften in Klingenthal verpasste er als Vierter nur um zwölf Sekunden seine erste Einzelmedaille. Gemeinsam mit Johannes Rydzek wurde er zudem Zweiter im Teamsprint. In der Weltcup-Saison 2017/18 stand er beim Staffelwettbewerb in Lillehammer gemeinsam mit Eric Frenzel, Johannes Rydzek und Fabian Rießle als Zweiter erstmals im Team auf dem Podest. In der Ramsau erzielte er Mitte Dezember als Vierter und Siebter seine ersten Top-10-Resultate der Saison. Am ersten Wettkampfwochenende 2018 gewann Geiger gemeinsam mit Eric Frenzel im Teamsprint erstmals einen Wettkampf im Weltcup. Dabei besiegte er Johannes Rydzek im Zielsprint um 0,7 Sekunden und verwies so das andere deutsche Team auf den zweiten Rang. Auch beim zweiten Staffelwettbewerb der Saison in Chaux-Neuve erhielt Geiger den Vorzug vor Björn Kircheisen. Wie in Lillehammer blieben die Deutschen hinter den Norwegern zurück und belegten den zweiten Rang. Diesen erreichte Geiger auch am zweiten Wettkampftag des Nordic Combined Triples in Seefeld, ehe er tags darauf das Wochenende auf dem vierten Rang abschloss. Bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang wurde Geiger im Gundersen Einzel von der Normalschanze Neunter und verbesserte sich eine Woche später beim Einzel von der Großschanze und über zehn Kilometer auf den siebten Rang. Seinen bis dato größten Erfolg feierte er im Teamwettbewerb, den er gemeinsam mit Fabian Rießle, Eric Frenzel und Johannes Rydzek gewann und so Olympiasieger wurde. Geiger ist damit nach Thomas Müller und Johannes Rydzek der dritte Olympiasieger seines Vereins. Im Anschluss an den Saisonhöhepunkt feierte Geiger hinter Johannes Rydzek eine weitere Weltcup-Podiumsplatzierung bei den Skispielen in Lahti. Im Gesamtweltcup belegte er als viertbester Deutscher den zwölften Rang.

Weltcupsiege im Einzel und Etablierung in der Weltspitze 255px|mini|Geiger (links) im Zielsprint gegen Riiber bei den Weltmeisterschaften 2019