Clenze () ist ein Flecken im Süden des Landkreises Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen.
Geografie alternativtext=Clenze im Frühjahr 2021 von Norden|mini|Clenze im Frühjahr 2021 von Norden Geografische Lage Der Flecken liegt in der Clenzer Schweiz am Übergang vom Hohen Drawehn zum Niederen Drawehn, etwa 16 Kilometer entfernt von der Kreisstadt Lüchow. Im Westen grenzt die Gemeinde an den niedersächsischen Landkreis Uelzen, im Südosten an den Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.
Fleckengliederung Der Flecken Clenze hat folgende Ortsteile:
Bausen, Beseland, Bösen, Braudel, Bussau, Clenze (Kernort), Corvin, Dalitz, Gistenbeck, Gohlefanz, Granstedt, Groß Sachau, Guhreitzen, Kassau, Klein Sachau, Kloster, Kussebode, Lefitz, Meußließen, Mützen, Prießeck, Quartzau, Reddereitz, Satkau, Schlannau, Seelwig, Vaddensen
Geschichte Alte Bezeichnungen von Clenze waren 956 Klinizua, 1004 Claniki, 1017 Claniki, 1330/52, 1360 und 1394 Clentze. Der Ortsname ist ein slawischer Name aus einer Grundform des serbischen „Klanec“, kroatischen „klánac“ für „Engpass, Hohlweg, Talenge“ und „kajkav, klánjec“ für „Tal, schmaler Weg“. Die St.-Bartholomäus-Kirche ist auf einem slawischen Burgwall errichtet worden, der Kirchenhügel stellt den Rest des Burgwalls von Clenze dar.
Über die Funkübertragungsstelle Clenze 1Richtfunkverbindungen von Westdeutschland nach West-Berlin auf manfred-bischoff.de, abgerufen am 17. Juli 2019 (siehe Bauwerke) wurden von 1974 bis 1994 mittels Überhorizont-Richtfunk Fernsprechverbindungen zwischen West-Berlin und dem damaligen Bundesgebiet hergestellt.Günter Nitsche: , August 2002. PDF; 340 kB, nebst , PDF; 4,9 MB, abgerufen am 17. Juli 2019 Da die aufwendigen Richtfunkverbindungen nach West-Berlin durch wirtschaftlichere Techniken ersetzt wurden, wird der Turm heute nur noch für den Mobilfunk genutzt.Elbe-Jeetzel-Zeitung: Funkspiegel zum alten Eisen auf manfred-bischoff.de, abgerufen am 15. Juli 2019
Eingemeindungen mini|Evangelische St.-Bartholomäus-Kirche Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Bausen, Beseland, Braudel, Bussau, Dalitz, Gistenbeck, Granstedt, Kassau, Corvin, Meußließen (bis dahin im Landkreis Uelzen), Prießeck, Quartzau, Reddereitz, Sachau und Schlannau eingegliedert.
Religion In Clenze befindet sich die evangelisch-lutherische St.-Bartholomäus-Kirche. Zur Kirchengemeinde gehört auch die St.-Andreas-Kapelle in Gistenbeck. Bussau hat eine eigene Kirchengemeinde, die mit Clenze pfarramtlich verbunden ist. Im Ortsteil Gistenbeck liegt auch noch die St.-Pauli-Kirche der SELK.
1961/62 wurde die katholische Kirche St. Johannes Maria Vianney erbaut. 2012 erfolgte ihre Profanierung, zuletzt gehörte sie zur Pfarrgemeinde St. Agnes in Lüchow. Das Gebäude wurde von einem Gemeindemitglied gekauft.
In Clenze gibt es außerdem eine Freie Christengemeinde, die zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden gehört.
Politik Der Flecken Clenze gehört zum Landtagswahlkreis 48 Elbe und zum Bundestagswahlkreis 38 Lüchow-Dannenberg – Lüneburg.Landtagswahlkreise ab 16. Wahlperiode. Wahlkreiseinteilung für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag. Anlage zu § 10 Abs. 1 NLWG, S. 4. ( ; 87 kB)Beschreibung der Wahlkreise. Anlage zu § 2 Abs. 2 Bundeswahlgesetz. In: Achtzehntes Gesetz zur Änderung des Bundeswahlgesetzes. Anlage zu Artikel 1. Bonn 18. März 2008, S. 325. ( ; 200 kB)
Rat Der Rat des Fleckens Clenze setzt sich aus 13 Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.
Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:
Bürgermeister Bürgermeister ist Werner Harre (CDU).
Wappen Das Wappen des Fleckens Clenze zeigt einen auf den Hinterbeinen nach links schreitenden blauen Löwen auf goldenem Grund mit einem von den Vorderpranken gehaltenen silbernen Schlüssel.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Theater, Museen, Veranstaltungsorte mini|Museum „das Blaue Haus“
Als eines von dreizehn Museen in Elbtalaue und Wendland liegt das Blaue Haus Museum Clenze in Clenze. Es schildert das Leben früherer Zeiten im Flecken Clenze.Das Blaues Haus Museum Clenze
In einem ehemaligen Ladenlokal befindet sich seit 2001 der „Clenzer Culturladen e. V.“, ein Verein zur Förderung der Kultur. Dort treten regelmäßig Musiker und Theaterschaffende auf.
Bauwerke In der Liste der Baudenkmale in Clenze werden alle Baudenkmale der Gemeinde Clenze aufgeführt. In der Liste der Bodendenkmale in Clenze sind alle Bodendenkmale enthalten.
Von der Deutschen Bundespost wurde Anfang der 1970er Jahre bei Starrel, rund vier Kilometer südwestlich, die Funkübertragungsstelle Clenze 1 ( der ehemaligen FuÜSt) aufgebaut. Sie diente, neben den Stationen auf dem Höhbeck (Funkübertragungsstelle Gartow 1/2) und Torfhaus, zur Anbindung des West-Berliner Telefonnetzes an das damalige Bundesgebiet über Richtfunk. Für die 164 Kilometer lange Richtfunkstrecke zur Richtfunkanlage Berlin-Frohnau, wo ein baugleicher Stahlfachwerkturm stand, wurden an beiden Standorten je zwei Parabolspiegel (Cassegrain-Antennen) von 18 Metern Durchmesser übereinander installiert. Vom Jahreswechsel 1974/75 an bis 1993 wurden zwischen der FuÜSt Clenze und Berlin-Frohnau mittels Scatter-Überhorizontrichtfunk bis zu 720 Fernsprechkanäle bereitgestellt. Ab 1994 wurde der 95 Meter hohe Stahlgitterturm als Richtfunkstation zwar noch genutzt, um Verbindungen nach Hamburg, Hannover, Uelzen, Sprakensehl, Zernien und Gartow herzustellen, aber auch diese Funktion fiel bald weg. Die nicht mehr benötigten 18-Meter-Parabolspiegel wurden am 22. Juni 1999 demontiert.
Grünflächen und Naherholung mini|Findlingspark westlich von Corvin Wenige Kilometer nordwestlich von Clenze findet sich ein geologischer Steingarten. Der sogenannte Findlingspark führt Besucher schneckenförmig durch die geologischen Zeitalter bis jenseits des Präkambriums.
Sport Clenze hat mehrere Sportvereine, unter anderem den SV Eintracht Clenze und den TC Clenze. Beim SV Eintracht werden Fußball und Handball, klassisches Geräteturnen, Faustball, Tischtennis und Badminton angeboten. Der TC ist ein reiner Tennisverein mit einer eigenen Drei-Platz-Anlage nördlich des Clenzer Freibades.
Darüber hinaus gibt es den Reit- und Fahrverein Clenze, der jährliche Springreitturniere auf einem eigenen Platz ausrichtet, den Ski-Club Güneitz sowie die Schützengilde von 1848.
Wirtschaft und Infrastruktur
Bildung Im Flecken Clenze befinden sich die Astrid-Lindgren-Südkreisschule und die Drawehn-Schule Clenze, eine Kooperative Gesamtschule.
Die Drawehn-Schule ist die einzige Kooperative Gesamtschule (KGS) des Landkreises mit derzeit über 800 Schülern, von denen die meisten aus dem Bereich der Samtgemeinde und dem Landkreis kommen., abgerufen am 15. April 2013
Seit dem Schuljahr 2011/12 kann an der Drawehn-Schule Clenze der gymnasiale Schulzweig ab Klasse 11 bis zum Ablegen des Abiturs besucht werden. Die Sekundarstufe II wurde bis 2019 organisatorisch als Außenstelle des Fritz-Reuter-Gymnasiums Dannenberg geführt. Seit dem Schuljahr 2019/2020 besitzt die Drawehn-Schule Clenze eine eigenständige Oberstufe und steht nun für die 5. bis 13. Klasse zur Verfügung.
Verkehr Im Norden des Fleckens berührt die Bundesstraße 493, im Süden die Bundesstraße 71 das Gebiet von Clenze. Beide Straßen führen von Ost nach West in Richtung Uelzen.
Persönlichkeiten Am 31. Oktober 1630 weilte Gottfried Heinrich zu Pappenheim in Clenze. In Clenze geboren wurde Wilhelm Haacke (1855–1912), Biologe und Vererbungsforscher, Professor und Zoodirektor. Im Ortsteil Prießeck leben Mitglieder der Deutschrock-Band Madsen. Im Ortsteil Braudel lebt der Musiker Wolfgang Krantz (Jane, Harlis, Efendi’s Garden). Im Ortsteil Braudel wohnt der Musiker Thorsten Wingenfelder (Fury in the Slaughterhouse, Wingenfelder).
Weblinks
Infos zur Gemeinde Clenze auf den Seiten der Samtgemeinde Lüchow
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Lüchow-Dannenberg
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