mini|hochkant=1.5|Gedenkstein in Brünn für ein Opfer der Nationalsozialisten Die Liste der Gedenksteine für NS-Opfer in Brünn enthält Gedenksteine, die in Brünn (tschechisch: Brno), der Hauptstadt der tschechischen Region Jihomoravský kraj (Südmährische Region), neben den Stolpersteinen in Brünn verlegt wurden. Sie gedenken des Schicksals von Menschen aus Brünn, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.
Die Gedenksteine sind den vielerorts von Gunter Demnig verlegten Stolpersteinen nachempfunden und wurden zumeist durch den Brünner Sokol-Verin verlegt.Stolpersteine a Sokol Brno I, Bericht der Presseagentur ČTK, online auf: www.protext.cz/Kameny zmizelých připomenou dalších čtrnáct obětí holocaustu, Bericht des Senders Česká televize, online auf: ceskatelevize.cz/...Projekt Stolpersteine (Kameny zmizelých) Brno, Bericht des Vereins vom 19. Juli 2013, online auf: sokol.cz/ Sie unterscheiden sich von den Stolpersteinen in zumindest zwei Aspekten: Sie sind deutlich größer (ca. 20 × 20 cm) und die Inschriften wurden nicht von Hand gefertigt.
Die Gedenksteine für Vojtěch Beneš und Ludvík Makele, erstverlegt 2015, wurden am 27. Juni 2016 an einer anderen Adresse neu verlegt.
Brünn Bild Name Standort Leben 150px Pisárecká 1Vojtěch Beneš wurde am 4. August 1892 in Letovice geboren. Er studierte an der Technischen Universität Brünn am Institut für Kulturtechnik. 1920 bis 1921 arbeitete er für den Agrarbetrieb Mähren, danach bis 1922 für die städtische Baubehörde von Brünn. 1923 wurde er Leiter der Brünner Wasserwerke. Am 1. September 1939 wurde er im Zuge der Aktion Albrecht I. verhaftet und zunächst im Gefängnis der Festung Spielberg gefangen gehalten. Danach wurde er ins KZ Dachau und anschließend ins KZ Buchenwald deportiert. Am 4. November 1942 wurde er vor dem Volksgericht in Breslau zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren verurteilt. Seine Ehefrau Božena Benešová erhielt die Mitteilung, dass ihr Ehemann am 11. November 1943 in der Festung Hohenasperg in der Abteilung für Tuberkulose und Herzschwäche verstorben wäre.Vojtěch Beneš, Biographie, In: Enzyklopädie der Geschichte der Stadt Brno (tschechisch) 150px Veveří 77 150px Cejl 17 150px Cejl 17 150px Veveří 14 150px Veveří 52 150px Veveří 75 150px Grohova 51 150px Grohova 51 150px Grohova 51 150px Soukopova 529/4Ladislav Jandásek wurde am 19. November 1887 in Moravany u Kyjova geboren. Er studierte an der Karlsuniversität Prag Tschechisch und Französisch, 1910 schloss er sein Studium ab und wurde Lehrer. 1921 heiratete er Bozena, geborene Kubiková, das Paar hatte zwei Kinder - Jamila (geboren 1922) und Miroslav (geboren 1923). 1938 erfolgte Jandáseks Ernennung zum Schulinspektor. Er war Mitglied des Sokols Brünn I und hier sehr aktiv. Er betätigte sich als Herausgeber der Schriften des Sokol-Mitbegründers Miroslav Tyrš und schrieb selber über die Geschichte des Sokols. Des Weiteren schloss er sich der Widerstandsgruppe Obrana národa an. 1940 wurde er verhaftet, kam wieder frei und wurde schließlich 1941 erneut verhaftet und ins KZ Auschwitz deportiert, wo er am 5. September 1942 starb. Ladislav Jandásek, Biographie, In: Enzyklopädie der Geschichte der Stadt Brno (tschechisch) 150px Domažlická 10 150px Lidická 14Pavel Jeral wurde am 15. Juli 1890 in Mladá Boleslav geboren. Er wurde am Prager Konservatorium ausgebildet, ab 1919 war er festes Mitglied des Brünner Opernhauses, 1924/1925 wurde er am Landestheater Saarbrücken verpflichtet. 1925 wurde er Kantor der Synagoge in Brünn, und von 1925 bis 1942 Gesangslehrer. Am 29. März 1942 wurde er nach seiner Verhaftung mit dem Transport Ae (seine Nummer auf dem Transport lautete 561) von Brünn ins KZ Theresienstadt deportiert. Von dort wurde er am 25. Mai 1942 mit dem Transport Az (seine Nummer auf den Transport lautete 742) vermutlich nach Lublin überstellt. Mit ihm wurde seine Ehefrau Margit, geborene Klein, und seine zwei Kinder Sylva (geboren 1924) und Richard (geboren 1927) deportiert, sie überlebten die Shoah nicht.Národní divadlo: Pavel Jeral, Kurzbiografie (tschechisch) 150px Lidická 14Richard Jeral wurde am 20. Dezember 1927 in Brünn geboren. Er war der Sohn des Opernsängers Pavel Jeral und dessen Frau Margit Jeralová. Er hatte eine ältere Schwester - Sylva, geboren 1924. Am 29. März 1942 wurde er zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester mit dem Transport Ae von Brünn ins KZ Theresienstadt deportiert. Von dort wurde er am 25. Mai 1942, wieder zusammen mit seiner Familie, mit dem Transport Az nach Lublin überstellt. Richard Jeral und seine Familie haben die Shoah nicht überlebt. 150px Lidická 14Margita Jeralová, geborene Klein, wurde am 19. April 1896 in Brünn geboren. Sie war verheiratet mit dem Opernsänger Pavel Jeral. Mit ihm hatte sie zwei Kinder - Sylva, geboren 1924 und Richard, geboren 1927. Am 29. März 1942 wurde sie zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern mit den Transport Ae (ihre Nummer auf dem Transport lautete 562) von Brünn ins KZ Theresienstadt deportiert. Von dort wurde sie, wieder zusammen mit ihrer Familie, am 25. Mai 1942 mit dem Transport Az (ihre Nummer auf den Transport lautete 741) nach Lublin überstellt. Margita Jeralová und ihre Familie haben die Shoah nicht überlebt. 150px Lidická 14Sylva Jeralová wurde am 13. Juni 1924 geboren. Sie war das älteste Kind des Opernsängers Pavel Jeral und dessen Frau Margita. Sie hatte einen jüngeren Bruder - Richard, geboren 1927. Am 29. März 1942 wurde sie zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder mit den Transport Ae (ihre Nummer auf dem Transport lautete 563) von Brünn ins KZ Theresienstadt deportiert. Von dort wurde sie, wieder zusammen mit ihrer Familie, am 25. Mai 1942 mit dem Transport Az (ihre Nummer auf den Transport lautete 744) nach Lublin überstellt. Sylva Jeralová und ihre Familie haben die Shoah nicht überlebt. 150px Střední 15/398Alois Jiří Kirschner wurde am 23. März 1934 geboren. Seine Eltern waren Walter Kirschner und Frieda Kirschnerová. Er hatte eine 1932 geborene Schwester - Zuzanna. Er wurde am 4. April 1942 zusammen mit seiner Mutter, seiner Schwester Zuzanna und anderen Familienmitgliedern mit dem Transport Ah (seine Nummer auf dem Transport lautete 334) von Brünn ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Am 9. Mai 1942 erfolgte mit dem Transport Ax (seine Nummer auf dem Transport lautete 757) seine Überstellung ins Arbeitslager Osowa bei Sobibor. Er wurde vom NS-Regime an einem unbekannten Ort ermordet.Alois Jiří Kirschner, Biographie, In: Enzyklopädie der Geschichte der Stadt Brno (tschechisch) 150px Střední 15/398 Cecilie Kirschnerová, geborene Sinaibergerová, wurde am 20. Februar 1864 in Ivančice geboren. Sie war verheiratet mit Alois Kirschner, das Paar hatte zumindest zwei Söhne - Hugo, geboren 1886 und Walter. Ihr Ehemann starb 1933. Am 4. April 1942 wurde sie zusammen mit ihrem Sohn und anderen Mitgliedern ihrer Familie mit dem Transport Ah (ihre Nummer auf dem Transport lautet 335) von Brünn ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Laut ausgestelltem Totenschein ist Cecilie Kirschnerová hier am 6. September 1942 an einem Lungenödem verstorben. Ihr Sohn Hugo wurde im Oktober 1944 nach Auschwitz überstellt, ebenso wurde Sohn Walter deportiert, beide haben die Shoah nicht überlebt. Die Meldung an Yad Vashem für Cecilie Kirschnerová erfolgte durch die einzige überlebende Tochter von Hugo - Renée Skalová. Auch sie war nach Theresienstadt deportiert worden, wurde aber nicht, wie ihre restliche Familie, ins Arbeitslager Osowa überstellt. Sie lebte nach dem Krieg in Prag und wurde Mutter zweier Töchter. Sie starb 2012. 150px Střední 15/398Frieda Kirschnerová, geborene Pretzner, wurde am 14. April 1908 geboren. Sie war verheiratet mit Walter Kirschner. Das Paar hatte einen Sohn - Alois Jiří Kirschner, geboren 1934 und eine Tochter - Zuzana, geboren 1932. Sie wurde am 4. April 1942 zusammen mit ihren Kindern und anderen Familienmitgliedern mit dem Transport Ah (ihre Nummer auf dem Transport lautete 764) von Brünn ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Am 9. Mai 1942 erfolgte mit dem Transport Ax (ihre Nummer auf dem Transport lautete 758) ihre Überstellung ins Arbeitslager Osowa bei Sobibor. Sie wurde vom NS-Regime an einem unbekannten Ort ermordet. 150px Střední 15/398 Zuzana Kirschnerová wurde am 2. August 1932 in Brünn geboren. Ihre Eltern waren Walter Kirschner und Frieda Kirschnerová. Sie hatte einen jüngeren Bruder, Alois Jiří (geboren 1934). Sie wurde am 4. April 1942 zusammen mit ihren Eltern, ihrem Bruder und anderen Familienmitgliedern mit dem Transport Ah (ihre Nummer auf dem Transport lautete 333) von Brünn ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Am 9. Mai 1942 erfolgte mit dem Transport Ax (ihre Nummer auf dem Transport lautete 756) ihre Überstellung ins Arbeitslager Osowa bei Sobibor. Keiner der 999 deportierten Juden und Jüdinnen überlebte die Shoah.holocaust.cz: TRANSPORT AX (09. 05. 1942 THERESIENSTADT -> SOBIBÓR, OSSOWA), abgerufen am 12. Mai 2017 Auch Zuzana Kirschnerová wurde vom NS-Regime ermordet.Zuzana Kirschner, Biographie, In: Enzyklopädie der Geschichte der Stadt Brno (tschechisch) 150px Sedlákova 51/525 Zdeněk Krejčí wurde am 4. November 1903 in Prag im Stadtteil Vinohrady geboren. Er kam 1920 nach Brünn, da sein Vater Prof. JUDr. Dobroslav Krejčí eine Professur für Statistik an der Masaryk-Universität erhielt. Zdeněk Krejčí studierte Jura an der Masaryk-Universität, 1926 machte er sein Staatsexamen. Er arbeitete bei einer Bank und war Mitglied bei Sokol Brünn I. Am 1. September 1939 wurde er wegen seiner Tätigkeit bei Sokol in der Aktion Albrecht I. verhaftet und bis 11. November 1939 in der Festung Spielberg inhaftiert. Am 30. September 1941 wurde er erneut verhaftet. Er kam in das Gestapo-Gefängnis Pod Kaštany. Von dort wurde er nach Auschwitz überstellt. Seiner Frau, Marie Krejčí, wurde schließlich mitgeteilt, dass Zdeněk Krejčí an einer Degeneration des Herzmuskels verstorben sei. Er hinterließ zwei Kinder, Zdeňka und Jaroslav.JUDr. Zdeněk Krejčí, Biographie, In: Enzyklopädie der Geschichte der Stadt Brno (tschechisch)
Auf einer Gedenktafel für die Opfer des Zweiten Weltkrieges in der Bank Rooseveltova 18/01 in Brünn wird seiner namentlich gedacht, ebenso auf einer Gedenktafel für die Opfer der Besatzung unter den Mitgliedern des Sokol Brünn I in der Kounicova 20-22/01. 150px Klácelova 10 150px Mášova 6/724Friedrich (Bedřich) Lampl wurde am 10. Mai 1889 in Holešov geboren. Am 10. Januar 1937 heiratete er Hedvika, geborene Kammerer. Am 5. Dezember 1941 wurde er zusammen mit seiner Frau mit dem Transport K (seine Nummer auf dem Transport lautete 815) von Brünn ins KZ Theresienstadt deportiert. Von dort wurde er am 5. Dezember 1941, wieder zusammen mit seiner Frau, mit dem Transport P (seine Nummer auf dem Transport lautete 497) nach Riga überstellt. Bedřich Lampl und seine Frau haben die Shoah nicht überlebt.