Schwerbeton ist gemäß EN 206 ein Beton, der im ofentrockenen Zustand einen Zielwert der Rohdichteoft auch Trockenrohdichte genannt über 2600 kg/m³ aufweist.
Gesteinskörnung
Die hohe Trockenrohdichte wird durch Verwendung schwerer Gesteinskörnung erreicht. Diese sind überwiegend Baryt (Schwerspat überwiegend BaSO4), Ilmenit (Titaneisenstein überwiegend FeTiO3), Magnetit (Magneteisenstein überwiegend Fe3O4) oder Hämatit (Roteisenstein überwiegend Fe2O3) oder Schwermetallschlacken (überwiegend Blei- oder Chromschlacke). Für Strahlenschutzbetone werden auch Limonit, Colemanit, Borfritte, Borcalcit oder Borcarbid verwendet.
Verwendung
Schwerbeton wird unter anderem als Strahlenschutzbeton Sauermann, P. F., & Crommen, F. (1967). Schwächungsfaktoren zur Berechnung der Abschirmung monoenergetischer γ-Strahlung durch Schwer- und Schwerstbeton. Berichte der Kernforschungsanlage Jülich, 509. Jülich: Kernforschungsanlage Jülich, Verlag. 13 p.PDF zur Abschirmung von Röntgen-, Gamma-, Neutronen-, und Elektronenstrahlung verwendet. Eine weitere Abschirmung ist dann oft nicht mehr nötig.
Weitere Anwendungen sind Ballastgewichte, zum Beispiel Krankontergewichte, Brückenwiderlager, in Schiffen oder als Gewichtssteine.
Im Bauwesen wird Schwerbeton unter anderem verwendet, um das Gewicht von im Grundwasser liegenden Sohlplatten zu erhöhen und so das Aufschwimmen der Kellergeschosse zu verhindern. Sohlplatten aus Normalbeton müssten dicker ausgeführt und dementsprechend tiefer im Erdreich bzw. Grundwasser eingebunden werden. Die damit verbundenen Kosten zur Grundwasserabsenkung stehen dem etwa zehnmal höheren Kubikmeter-Preis von Schwerbeton gegenüber.
Weblinks Schwerbeton / Strahlenschutzbeton (PDF; 104 kB)
Einzelnachweise und Anmerkungen
Kategorie:Betonart nach Eigenschaft