mini|hochkant=1.37|Stolpersteine in Brünn für die Familie Altenstein Die Liste der Stolpersteine in Brünn enthält die Stolpersteine in Brünn (tschechisch: Brno), der Hauptstadt der tschechischen Region Jihomoravský kraj (Südmährische Region), die an das Schicksal der Menschen erinnern, welche von den Nationalsozialisten in Tschechien ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt.
Im Regelfall werden Stolpersteine vor dem letzten selbstgewählten Wohnort verlegt. Das tschechische Stolpersteinprojekt Stolpersteine.cz wurde 2008 durch die Česká unie židovské mládeže (Tschechische Union jüdischer Jugend) ins Leben gerufen.Zdeňka Kuchyňová: Praha má na chodnících své první pamětní kameny holocaustu, Bericht des tschechischen Rundfunksenders Radio Praha vom 19. Oktober 2008, online auf: www.radio.cz/...Bericht der Vereinigung Stolpersteine.cz, online auf: Die Stolpersteine werden auf Tschechisch Kameny zmizelých genannt, Steine der Verschwundenen.
Verlegte Stolpersteine Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER LEBTEFELIX ALTENSTEINGEB. 1933DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1944IN AUSCHWITZ Lesnická 11 wurde am 17. November 1933burda-auction.com als Sohn von Viktor Altenstein und Eliška Altensteinová geboren. Er wurde am 23. März 1942 mit dem Transport AD (Nummer 971) von Brünn nach Theresienstadt deportiert, von dort wurde er am 28. Oktober 1944 mit dem Transport EV (Nummer 61) nach Auschwitz deportiert, wo er vergast wurde. 120px HIER LEBTEDR. JUR. VIKTORALTENSTEINGEB. 1899DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1944IN AUSCHWITZ Lesnická 11 wurde am 5. November 1899 in Krásno nad Bečvou geboren. Von 1920 bis 1924 studierte er an der Karls-Universität in Prag Jura. 1924 erlangte er den Doktor der Rechte und arbeitete ab 1927 als Rechtsanwalt in Brünn. Am 28. Juni 1931 heiratete er Eliska, geborene Feuerstein; mit ihr hatte er zwei Kinder: Anna Altensteinova und Felix Altenstein. Während der Besetzungszeit musste er seine Anwaltspraxis aufgeben. Er und seine Familie wurden aus dem Haus vertrieben, und am 23. März 1942 wurde die gesamte Familie von Brünn nach Theresienstadt deportiert (Viktor Altenstein trug während des Transportes die Nummer 969). Von hier erfolgte am 28. Oktober 1944 der Weitertransport der Familie nach Auschwitz (Viktor Altensteins Nummer auf dem Transport war die 60). Hier wurde die gesamte Familie vergast. Auch Viktor Altensteins Mutter wurde Opfer der Shoah; sie starb bereits in Theresienstadt. Auf einer Gedenktafel im Sportverein Sokol Brünn I wird Viktor Altenstein gedacht – er war hier Mitglied. 120px HIER LEBTEANNAALTENSTEINOVÁGEB. 1938DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1944IN AUSCHWITZ Lesnická 11 wurde am 16. Juli 1938 in Brünn als Tochter von Viktor Altenstein und Eliška Altensteinová geboren. Sie wurde mit ihrer gesamten Familie am 23. März 1942 mit dem Transport AD (Nr. 972) von Brünn nach Theresienstadt deportiert. Von dort wurde sie (wieder mit ihrer gesamten Familie) am 28. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert, wo sie vergast wurde. 120px HIER LEBTEELIŠKAALTENSTEINOVÁGEB. FEUEREISENOVÀGEB. 1908DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1944IN AUSCHWITZ Lesnická 11 , (auch Alžběta AltensteinováEintrag für Alžběta Altensteinová bei holocaust.cz), geborene Feuereisen, wurde am 12. Juni 1908 in Brünn geboren. Am 28. Juni 1931 heiratete sie Viktor Altenstein. Das Paar hatte zwei Kinder, Anna und Felix. Am 23. März 1942 wurde sie mit ihrer ganzen Familie mit dem Transport AD (ihre Nummer war die 970) von Brünn nach Theresienstadt deportiert. Am 28. Oktober 1944 erfolgte der Weitertransport mit dem Transport EV (ihre Nummer war 62) nach Auschwitz, wo sie vergast wurde. 120px HIER LEBTEHELGA BANKSGEB. WEINEROVÀ GEB. 1920GEFLÜCHTET 1939ÜBERLEBT Žampachova 1721/4 , geb. Weinerová, wurde 1920 geboren. Ihre Eltern waren Armin Weiner und Anna Weinerová. Sie emigrierte 1939 nach London, wo sie den ebenfalls aus Brünn stammenden Kurt Piowaty kennenlernte. Das Paar heiratete und reiste 1939 nach Panama. Als 1940 die USA US-Visa für ausländische Staatsangehörige in der Panamakanalzone ausgab, gingen Kurt und Helga nach New York City. Ihre Namen änderten die beiden in Anthony und Helen Vernon. 1954 ließ sich das Paar scheiden. Auch Helgas Vater und die zwei Geschwister (Hansi Hoffmann Weiner und Hetty Levy Weinerová) emigrierten 1939. Die Mutter Anna Weinerová wurde nach dem 12. Oktober 1944 in Auschwitz ermordet. 120px HIER LEBTELEOPOLD BOCKGEB. 1884DEPORTIERT 1941NACH THERESIENSTADTERMORDET 1942IN RIGA Orli 26 wurde am 9. August 1884 in Brünn geboren. Am 23. August 1908 heiratete er Adele, geborene Parille. Das Paar hatte drei Kinder. Leopold Bock war Metzgermeister. Am 31. Januar 1927 kaufte er ein Haus in der Orlí ulici Nr. 26. 1939/1940 wurde die Familie gewaltsam aus dem Haus vertrieben; auch das Geschäft wurde enteignet. Leopold Bock wurde mit dem Transport K am 5. Dezember 1941 von Brünn nach Theresienstadt deportiert (Nummer auf dem Transport: 700); am 15. Januar 1942 wurde er mit dem Transport P (Nummer 655) nach Riga deportiert. Dort wurde er am 19. Januar 1942 in der Nähe der Stadt erschossen. Sein Sohn Erich (geboren am 26. Oktober 1913) konnte den Krieg versteckt überleben; er war der einzige Überlebende der Familie. 120px HIER LEBTEADELE BOCKOVÁGEB. PARILLEGEB. 1885DEPORTIERT 1941NACH THERESIENSTADTERMORDET 1942IN RIGA Orli 26 , geb. Parille, wurde am 4. November 1885 in Opava geboren. Am 23. August 1908 heiratete sie Leopold Bock; das Paar hatte 3 Kinder. Am 5. Dezember 1941 wurde sie mit dem Transport K (Nummer auf dem Transport: 701) nach Theresienstadt deportiert. Am 15. Januar 1942 erfolgte ihre Weiterdeportation mit dem Transport P (Nummer 656) nach Riga. In der Nähe der Stadt wurde sie am 19. Januar 1942 erschossen. Ihr Sohn Erich (geboren am 26. Oktober 1913) konnte den Krieg versteckt überleben. Er war der einzige Überlebende der Familie. 120px HIER LEBTEWILLI BONDIGEB. 1897VERHAFTET UND INTERNIERTERMORDET 1941IN RIGA Kpt.Jaroše 18 wurde am 9. August 1897 in Mariánské Lázne geboren. Er war der Sohn des Theaterdirektors Gustav Bondi (Direktor des Brünner Stadttheaters) und Enkel des Pädagogen und Schriftstellers Emanuel Bondi. Bondi war mit Karl Giese, einem Lebensgefährten von Magnus Hirschfeld, seit dessen Umzug nach Brünn eng befreundet. Bondi verbrachte viel Zeit mit der Familie, die eine eigene Loge im Mahen-Theater hatte und Giese so wahrscheinlich Gratisbesuche des Theaters ermöglichte. Auch stellte Bondi (mit Hilfe einer weiteren Person) die Möbel für Gieses Wohnung in Brünn zur Verfügung.Sexuologie - Zeitschrift für Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft Band 20/2013, S. 87 Des Weiteren half Bondi Giese beim Übersetzen von Texten zur Homosexuellenbewegung. Er war jüdischer Herkunft und Mitglied einer Homosexuellen-Partei. Bei einer Razzia während eines Parteiabends wurde er von der Gestapo festgenommen. Er wurde nach Auschwitz deportiert, wo man ihn am 30. August 1941 ermordete.Capri - Zeitschrift für schwule Geschichte Nr. 49 2015 120px HIER LEBTEMOŠE MORIC BREDAGEB. 1923GEFLÜCHTET 1939ÜBERLEBT Vlhká 176/19 wurde am 16. April 1923 in Brünn geboren. 1939 gelang ihm die Flucht – er überlebte den Holocaust und verstarb am 19. Januar 2013 in Tel Aviv. Er hatte an dem Befreiungskrieg teilgenommen, der zur Gründung des Staates Israel geführt hatte. Am 19. August 1951 hatte er Leah Segal geheiratet. Seine Eltern und sein Bruder Pavel waren 1944 in Auschwitz ermordet worden. 120px HIER LEBTEOTTO BREDAGEB. 1895DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1944IN AUSCHWITZ Vlhká 176/19 wurde am 1. Juli 1895 in Boskovice geboren. Er war verheiratet (2. Juni 1922) mit Olga Bredová (geborene Kahn). Das Paar hatte zwei Söhne, Pavel Breda und Moše Moric Breda. Am 28. Januar 1942 erfolgte seine Deportation nach Theresienstadt mit dem Transport Nr. U-834; am 29. September 1944 erfolgte der Weitertransport mit dem Transport Nr. El-1499 nach Auschwitz, wo er ermordet wurde. Auch seine Frau und sein Sohn Pavel wurden in Auschwitz ermordet; nur Moše Moric konnte sich durch Flucht retten. 120px HIER LEBTEPAVEL BREDAGEB. 1924DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1945 Vlhká 176/19 wurde am 23. Mai 1924 in Brünn geboren. Seine Eltern waren Otto und Olga (geborene Kahn) Breda. Pavel Breda wurde am 28. Januar 1942 mit dem Transport U (Nummer 836) von Brünn nach Theresienstadt deportiert. Hier arbeitete er in der Abteilung „Jugendfürsorge“. Am 29. September 1944 wurde er von hier nach Auschwitz deportiert (Transport EL, Nummer 72). In Auschwitz starb er auf Grund von Unterernährung. Im Propagandafilm Der Führer schenkt den Juden eine Stadt ist Pavel Breda als einer der Fußballspieler zu sehen (Liga Jugendfürsorge); die Sequenz wurde am 1. September 1944 gedreht. 120px HIER LEBTEOLGA BREDOVÁGEB. 1900DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1944IN AUSCHWITZ Vlhká 176/19 , geb. Kahn, wurde am 14. Februar 1900 in Turnov geboren. Am 2. Juni 1922 heiratete sie Otto Breda. Das Paar hatte zwei Söhne (Pavel und Mose Moric). Am 28. Januar 1942 wurde sie mit dem Transport U (Nr. 835) von Brünn nach Theresienstadt deportiert. Mit dem Transport En (Nr. 364) am 4. Oktober 1944 wurde sie von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert, wo sie vergast wurde. 120px HIER LEBTEBERTHE DEUTSCHGEB. STRAKOSCHOVÀ GEB. 1889DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1942IN WARSCHAU Mášova 24 , (auch Bertha Deutschová), geb. Strakoschová, wurde am 15. August 1889 in Brünn geboren. 1913 heiratete sie Otto Deutsch. Das Paar hatte zwei Kinder – Harald und Gerde Edith Inge Deutsch. Am 23. März 1942 wurde sie mit dem Transport Ad (Nummer 102) Theresienstadt deportiert. Am 25. April 1942 erfolgte der Weitertransport nach Warschau (Transport AN, Nummer 740), wo sie umgebracht wurde. Auch ihr Ehemann und ihr Sohn überlebten die Shoah nicht. Einzig Tochter Gerde Edith Inge überlebte. 120px HIER LEBTEHERALD DEUTSCHGEB. 1917DEPORTIERT 1944NACH THERESIENSTADTERMORDET 1944IN SCHWARZHEIDE Mášova 24 (laut Yad Vashem Harald Deutsch), wurde am 14. Juni 1917 in Brünn als Sohn von Berthe und Otto Deutsch geboren. Er wurde am 25. Februar 1944 von Prag nach Theresienstadt deportiert (Transport DV, Nummer 17); von dort erfolgte am 18. Mai 1944 der Weitertransport mit dem Transport Eb (Nummer 357) nach Auschwitz. Harald Deutsch wurden schließlich ins KZ-Außenlager Schwarzheide verlegt, um bei Wiederaufbau des KZs zu helfen. Hier wurde er am 1. Oktober 1944 ermordet. 120px HIER LEBTEOTTO DEUTSCHGEB. 1867DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 1942IN WARSCHAU Mášova 24 wurde am 3. August 1867 in Brünn geboren. 1913 heiratete er Berthe Deutsch; mit ihr hatte er zwei Kinder – Harald und Gerde Edith Inge Deutsch. 1918 arbeitete er zusammen mit seinem Bruder Moriz in der Gesellschaft seines Onkels Heinrich Karl Deutsch als Händler, und sie gründeten die Firma Brüder Deutsch, die alkoholische Getränke, Fruchtsäfte und Essig herstellte. Ab 1931 kam ein Weingeschäft hinzu. Als Heinrich Karl Deutsch 1931 starb, übernahmen Otto und Moriz das Unternehmen ihres Onkels. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei wurde das Unternehmen unter Zwangsverwaltung gestellt, und am 7. September 1941 wurde es für 535.000 Kronen an Jemelik Ludwig zwangsverkauft. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Alois Deutsch Verwalter der Firma. Moriz Sohn Gerhard Karl Deutsch versuchte eine Rückgabe des Grundstückes zu erwirken sowie die Hälfte des Unternehmens und der Vermögenswerte zu erhalten; die andere Hälfte sollte an die überlebende Tochter von Otto Deutsch, Gerde, gehen. Doch wurde 1948 die Firma verstaatlicht. Neuer Verwalter wurde Rájecké závody lihovarské; es erfolgte keine Wiedergutmachung.