Die erste Regierung der Republik Estland unter Ministerpräsident Jüri Ratas („Kabinett Ratas I“) trat am 23. November 2016 ihr Amt an. Sie war nach amtlicher Zählung die 49. Regierung der Republik Estland seit Ausrufung der staatlichen Unabhängigkeit 1918. Sie wurde nach den Parlamentswahlen 2019 abgelöst durch das zweite Kabinett unter Jüri Ratas, das am 29. April 2019 vereidigt wurde.

Regierungsbildung Am 9. November 2016 brach die bisherige Koalitionsregierung unter Führung von Ministerpräsident Taavi Rõivas („Kabinett Rõivas II“) aus der liberalen Reformpartei, den estnischen Sozialdemokraten (SDE) und der konservativen IRL auseinander. Die beiden kleineren Koalitionspartner SDE und IRL hatten mit Unterstützung der Oppositionsparteien ein erfolgreiches Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Rõivas ins Parlament (Riigikogu) eingebracht.Prime Minister loses no confidence vote, forced to resign, news.err.ee, abgerufen am 9. November 2016

Nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen zwischen der Zentrumspartei, den Sozialdemokraten und der IRL trat am 23. November 2016 die neue Regierung unter Führung von Ministerpräsidenten Jüri Ratas (Zentrumspartei) ihr Amt an. Der 38-jährige Ratas war erst im November 2016 zum Parteivorsitzenden der Zentrumspartei gewählt worden; er folgte dem langjährigen Parteivorsitzenden der Zentrumspartei und Tallinner Oberbürgermeister Edgar Savisaar nach, der nicht mehr zur Wahl antrat.

Zusammensetzung Die Zentrumspartei stellte im Parlament zunächst 27 Abgeordnete, die Sozialdemokraten 15 und die IRL 14. Die Regierung verfügte damit über eine stabile absolute Mehrheit von 56 der 101 Mandate im Parlament, die aber nach dem Austritt von zwei IRL-Abgeordneten, zwei Abgeordneten der Zentrumspartei und eines Abgeordneten der SDE auf 51 Mandate schrumpfte.Another MP quits Centre Party, this time for EKRE, news.err.ee, abgerufen am 10. September 2018 Mit dem Austritt von Tiina Kangro aus der Isamaa-Fraktion (zuvor IRL-Fraktion) verlor die Regierung im Oktober 2018 endgültig ihre Mehrheit im Parlament.Tiina Kangro quits Pro Patria parliamentary group, goes independent, news.err.ee, abgerufen am 8. Oktober 2018

Der Regierung gehörten jeweils fünf Mitglieder pro Koalitionspartner an. Das Kabinett bestand zuletzt wieder aus zehn Männern und fünf Frauen (zeitweise elf Männern und vier Frauen).

Kabinettsmitglieder Ressort Bild Name Partei Ministerpräsident 60px|Jüri Ratas (2017) K    Bildung und Wissenschaft 60px|Mailis Reps (2017) K Wirtschaft und Infrastruktur 60px|Kadri Simson (2017) KLändliche Entwicklung 60px|Martin Repinski (2015) bis 12. Dezember 2016 K 60px|Tarmo Tamm (2017) seit 12. Dezember 2016Öffentliche Verwaltung 60px|Mihhail Korb (2015) bis 12. Juni 2017 K 60px|Jaak Aab (2017) 12. Juni 2017 – 2. Mai 2018 60px|Janek Mäggi (2014) seit 2. Mai 2018Umwelt 60px|Marko Pomerants (2011) bis 12. Juni 2017 IRL 60px|Siim-Valmar Kiisler (2017) seit 12. Juni 2017Finanzen 60px|Sven Sester (2011) bis 12. Juni 2017 IRL 60px|Toomas Tõniste (2017) seit 12. Juni 2017Verteidigung 60px|Margus Tsahkna (2011) bis 12. Juni 2017 IRL 60px|Jüri Luik (2017) seit 12. Juni 2017 Soziales 60px|Kaia Iva (2017) IRL Justiz 60px|Urmas Reinsalu (2017) IRL Auswärtiges 60px|Sven Mikser (2017) SDEUnternehmertum und Informationstechnologie 60px|Urve Palo (2017) bis 22. August 2018 SDE 60px seit 22. August 2018 Kultur 60px|Indrek Saar (2017) SDEGesundheit und Arbeit 60px|Jevgeni Ossinovski (2017) bis 2. Mai 2018 SDE 60px|Riina Sikkut (2019) seit 2. Mai 2018Inneres 60px|Andres Anvelt (2017) bis 26. November 2018 SDE 60px|Kadri Raik (2016) seit 26. November 2018

Weblinks Koalitionsvertrag (estnisch)

Einzelnachweise

Ratas