Max Montua (* 18. Mai 1886 in Prust, Kreis Schwetz; † 20. April 1945 in Dahme/MarkAndreas Schulz, Günter Wegmann, Dieter Zinke: Die Generale der Waffen-SS und der Polizei. Band 3: Lammerding-Plesch. Biblio-Verlag, 2003, ISBN 978-3-7648-2375-7, S. 223) war ein deutscher Kaufmann und Offizier, zuletzt SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei.
Leben Montua war Kaufmann und diente im Ersten Weltkrieg im 3. Garde-Regiment zu Fuß. 1919 wurde er aus dem Heer entlassen und trat in den Polizeidienst ein. Er trat zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.988.331).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/29110544
Im Zweiten Weltkrieg wirkte Montua von 1939 bis 1940 als Kommandeur der Ordnungspolizei (KdO) in Krakau. Von März 1940 bis Juni 1941 führte er das Polizei-Regiment „Warschau“ und war gleichzeitig KdO Warschau. Von Sommer 1941 bis Januar 1942 wurde Montua als Kommandeur zum Polizei-Regiment Mitte abkommandiert. Vor Judenmorden in Białystok äußerte er sich am 11. Juli 1941 in einem Befehl folgendermaßen: „Die Eindrücke des Tages sind durch Abhaltung von Kameradschaftsabenden zu verwischen“.Zitiert bei: Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 415. Er hat in diesem Befehl auch angeordnet „alle als Plünderer überführten Juden im Alter von 17–45 Jahren sofort standrechtlich zu erschiessen“.Browning, Christopher R.; Matthäus, Jürgen (2004). Die Ursprünge der: Die Entwicklung der nationalsozialistischen Judenpolitik, September 1939 – März 1942. London: Heinemann. ISBN 0-434-01227-0, S. 257.
Montua war Teilnehmer des ersten Partisanenbekämpfungslehrgangs der Wehrmacht vom 24. bis 26. September 1941 in Mogilew. Den Lehrgang leitete General der Infanterie Max von Schenckendorff Befehlshaber des Rückwärtigen Heeresgebietes der Heeresgruppe Mitte. Dieser Lehrgang ging in die Geschichte als Musterbeispiel für die Zusammenarbeit der Wehrmacht und SS im rückwärtigen Heeresgebiet ein. Im Ausstellungskatalog der ersten Wehrmachtsausstellung wurde er als „Schule des Terrors“ bezeichnet. Am Lehrgang nahmen 61 Offiziere des Oberkommando des Heeres, der Heeresgruppe Mitte, der Sicherungs-Divisionen, der Feldkommandanturen, der Wirtschaftsinspektionen, der Ordnungspolizei und der SS teil. Diese sollten als Multiplikatoren dienen, um die Methoden gegen Partisanen im rückwärtigen Heeresgebiet Mitte bekannt zu machen. Die Lehrgangsteilnehmer nahmen auch an zwei Aktionen in Dörfern teil. Einmal wurde vom Polizei-Regiment Mitte unter Oberstleutnant Montua ein Dorf durchsucht und ein weiteres Mal ein „Partisanennest“ ausgehoben. Partisanen wurden nicht gefunden, dafür aber einige Juden erschossen.Jörn Hasenclever: Wehrmacht und Besatzungspolitik in der Sowjetunion. Die Befehlshaber der rückwärtigen Heeresgebiete 1941–1943. Schöningh, Paderborn 2010.
Er trat im September 1943 der SS bei (SS-Nummer 411.971) und stieg im selben Jahr bis zum Brigadeführer auf. Montua wurde 1943 Polizeipräsident in Posen. Im April 1945 beging er Suizid.Bert Hoppe: Sowjetunion mit annektierten Gebieten, S. 160f. (eingeschränkte Vorschau bei Google Book Search).Andreas Schulz, Günter Wegmann: Die Generale der Waffen-SS und der Polizei, Band 3, S. 223–228Wolfgang Curilla: Der Judenmord in Polen und die deutsche Ordnungspolizei 1939–1945, S. 273, 336, 535, 860. (eingeschränkte Vorschau bei Google Book Search).
Einzelnachweise
Kategorie:Person (deutsche Besetzung Weißrusslands 1941–1944) Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Person (deutsche Besetzung Polens 1939–1945) Kategorie:Polizist der Ordnungspolizei Kategorie:Polizeipräsident (Posen) Kategorie:SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1886 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Mann