Nadine Marie Luise von Enckevort (* 29. September 1885 in Pasewalk; † 21. April 1985 in Neu-Isenburg)Claus K. Netuschil: Nadine von Enckevort. In: Claus K. Netuschil (Hrsg.): Der weibliche Blick: vergessene und verschollene Künstlerinnen in Darmstadt 1880–1930. Kunst-Archiv Darmstadt, Darmstadt 2013, S. 80. war eine deutsche Malerin.
Leben mini|hochkant|Adolf Höfers Rückenakt, für den Nadine von Enckevort vermutlich Modell stand Nadine von Enckevort wurde 1885 als Tochter des Offiziers Eduard Ludwig Julius von Enckevort und dessen Ehefrau Nadine von Michael (aus dem Hause Ihlenfeld) im pommerschen Pasewalk geboren. Sie hatte eine Schwester und zwei Brüder, von denen einer das Erwachsenenalter erreichte.Rudolf von Enckevort: Geschichtliche Nachrichten über die Familie v. Enckevort: Zusammengestellt auf Grund der Vorarbeiten des Eduard v. Enckevort. Starke in Komm., Görlitz 1908, S. 195–196 (online).
Nachdem der Vater im Jahr 1900 pensioniert worden war, zog die Familie nach Darmstadt. Dort erhielt Nadine von Enckevort ab 1905 ihre erste künstlerische Ausbildung in Anna Beyers Malschule. 1909 ging sie nach München, wo sie zunächst die Knirr-Schule besuchte und dann Malerei bei Adolf Höfer in der Damenakademie des Münchner Künstlerinnenvereins studierte. Sie wurde vorübergehend Höfers Lebensgefährtin und stand ihm mehrfach Modell. Von 1918 bis 1920 war sie eine Schülerin von Karl Caspar. Caspar führte sie an die künstlerische Auffassung des französischen Malers Paul Cézanne heran, welcher ihr lebenslang ein Vorbild blieb und ihre Malerei prägte.
1925 zog Nadine von Enckevort, deren Vater ein Jahr zuvor gestorben war, in das Atelierhaus auf der Mathildenhöhe (Olbrichweg 10). Sie engagierte sich im von Mathilde Stegmayer initiierten Dreistädtebund und trat später der GEDOK bei. In den 1930er Jahren hielt sie sich längere Zeit an der Kurischen Nehrung nahe Königsberg auf, wo ihre Schwester wohnte. 1940 wurde Nadine von Enckevort aufgrund antinationalistischer Äußerungen für mehrere Wochen inhaftiert und musste nach ihrer Entlassung Darmstadt verlassen. Sie lebte dann wieder an der Kurischen Nehrung, bis sie 1943 evakuiert wurde und erst in Wüstenrot und 1945 bei Joseph Graf Erbach-Fürstenau in Etzean unterkam. Ihr Atelier und die dort gelagerten Werke wurden 1944 beim Luftangriff auf Darmstadt zerstört.
Später zog Nadine von Enckevort für einige Zeit nach Beerfelden. 1979 wohnte sie in einem Altersheim in Babenhausen und 1985 starb sie im 100. Lebensjahr in einem Altersheim in Neu-Isenburg.
Nadine von Enckevort malte kraftvolle Stillleben, Figuren und Landschaften mit intensiver Farbgebung. Der Einfluss Cézannes zeigt sich unter anderem in der Reduzierung der Komposition auf wenige Gegenstände und der Lichthelle. In der Sammlung Kunst Archiv Darmstadt befinden sich Fotografien einiger ihrer Werke.
Ausstellungen 1929: Der schöne Mensch in der neuen Kunst: internationale Ausstellung, 16. Juni bis 6. Oktober 1929, Darmstadt, Mathildenhöhe, Städtisches Ausstellungsgebäude auf Heidelberger historische Bestände – digital 1940: Darmstadt 1940, Darmstadt, Mathildenhöhe auf Lexikon "Von Adelung bis Zwangsarbeit - Stichworte zu Militär und Nationalsozialismus in Darmstadt" 1941: Zeitgenössische Kunst aus dem Südwestdeutschen Raume, Darmstadt, Mathildenhöhe 2013: Der weibliche Blick – Vergessene und verschollene Künstlerinnen in Darmstadt 1880–1930, Darmstadt, Kunst Archiv
Literatur Claus K. Netuschil: Nadine von Enckevort. In: Claus K. Netuschil (Hrsg.): Der weibliche Blick: vergessene und verschollene Künstlerinnen in Darmstadt 1880–1930. Kunst-Archiv Darmstadt, Darmstadt 2013, ISBN 978-3-9808630-5-6, S. 80f.
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Einzelnachweise
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