mini|Die Mühlen an der Volkach zwischen Lindelach und Gerolzhofen im Jahr 1590 Die Liste der Mühlen an der Volkach und ihren Zuflüssen führt alle Mühlenbauten am Mainzufluss Volkach und seinen Zuflüssen im Regierungsbezirk Unterfranken in Bayern auf. Die Volkach durchfließt in insgesamt etwa westsüdwestlicher Richtung die heutigen Landkreise Schweinfurt und Kitzingen. Zeitweise standen über 20 Mühlen am Bach. Daneben fanden sich Mühlen auch am Seehausbach, dem Gaibach und dem Weidachbach mit seinen Oberläufen.
Historischer Hintergrund Eine handbetriebene Reibmühle aus der Jungsteinzeit, die in der Nähe der Klesenmühle von Gerolzhofen an der Volkach gefunden wurde, ist der erste Hinweis auf Mühlen in der Region. Zunächst wurden diese Drehmühlen noch nicht mit Wasserkraft angetrieben. Erst im 7. oder 8. Jahrhundert brachten die zuwandernden fränkischen Stämme die Wassermühle in die Region am Main.Hans Koppelt: Lindelach. Lesefunde, Lesefrüchte und mehr. (= de geroldeshova. Band 10). Gerolzhofen 2004, , S. 44. Mit der Gründung des Hochstiftes Würzburg im Jahr 742 etablierten sich die Wassermühlen auch entlang der kleineren Flüsse.
Als erste Mühle tauchte im Jahr 1225 in den Quellen die Stettenmühle als „(…) molendium sub castro“ (lat. Mühle unter der Burg [Stettenburg]) auf.Ute Feuerbach: Wassernutzung in alter Zeit: die Getreidemühlen in Volkach. In: Ute Feuerbach (Hrsg.): Unsere Mainschleife. 1993–2007. Volkach 2008, , S. 331. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts stiegen dann die beiden wichtigsten Siedlungen entlang des Baches, Gerolzhofen und Volkach, zu Städten auf. Um ihre Nahrungsversorgung sicherzustellen, entstanden nahe den beiden Orten vermehrt Mühlen. Zu dieser Zeit richtete man vorrangig Getreidemühlen auf. Häufige Streitigkeiten über die Wassernutzung zeugen von ihrer Konkurrenz.
Durch das Bevölkerungswachstum im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert etablierten sich neue Mühlen an der Volkach. Allerdings beschränkte man sich nun nicht mehr nur auf das Mahlen von Getreide, sondern errichtete auch Säge-, Gips- und Lohmühlen. Im Zuge der Urbanisierung verschwanden die ersten Mühlen. Diese Entwicklung setzte sich am Volkachbach in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiter fort. Heute existieren nur noch zwei Mühlenbetriebe am Bach.
Mühlenliste Die Ordnung in der Liste richtet sich nach der Lage der Mühlen und folgt dem Bachlauf von der Quelle der Volkach im Steigerwald über die Zuflüsse des Seehausbachs bzw. des Weidachbachs bis zur Mündung des Baches in den Main bei Volkach. Blau unterlegte Gliederungsüberschriften nennen die Gemarkungen, auf denen die Mühlen standen oder noch stehen. Die Kurzbeschreibung zu jeder Mühle erwähnt, wenn diese heute noch eigener Ortsteil einer Gemeinde ist.
Die meisten Mühlen finden sich auf der Gemarkung von Gerolzhofen, das zeitweise die größte Siedlung an der Volkach war. Zwei dieser Mühlen standen allerdings ursprünglich auf der Gemarkung von Lindelach unmittelbar östlich der Stadt, das im Dreißigjährigen Krieg verwüstet wurde. In Volkach säumten insgesamt sechs Mühlen den Volkachbach, drei davon im Ortsteil Obervolkach, wo sich Weidachbach und Volkach vereinen. Eine ähnlich dichte Folge von Mühlen gab es sonst nur in Dingolshausen.
Volkach