mini|200px|Tomislav Neralić (2008) Tomislav Neralić (* 9. Dezember 1917 in Karlovac, Österreich-Ungarn; † 16. November 2016 TOMISLAV NERALIĆ: UMRO JEDAN OD NAŠIH NAJSLAVNIJIH GLAZBENIKA Tijekom fascinantne karijere koja je trajala desetljećima doživljavao je samo uspone i nijedan pad . Nachruf Jutarnji.hr. vom 16. November 2016. Abgerufen am 17. November 2016.Umro je čuveni hrvatski operni pjevač Tomislav Neralić Telegram.hr. vom 16. November 2016. Abgerufen am 17. November 2016. in Zagreb, Kroatien) war ein jugoslawischer Opernsänger (Bassbariton).

Leben Ausbildung und Anfänge Neralić stammte aus einer musikalischen Familie. Sein Vater war selbst Opernsänger, der als Bariton am Kroatischen Nationaltheater in Maribor verpflichtet war. Neralićs Vater sang die großen Partien im Bariton-Fach, vor allem aus dem italienischen Repertoire. Er gastierte auch an der Kroatischen Nationaloper Zagreb. Seine Mutter war ausgebildete Pianistin, konnte aber wegen der vier Kinder, die sie zu betreuen hatte, das Klavierspiel nur als Hobby betreiben.

Tomislav Neralić besuchte zunächst die Grundschule in seiner Heimatstadt Karlovac, später das Gymnasium in Maribor. Im Alter von 13 Jahren, noch vor dem Stimmbruch, sang er im Radio. Während seiner Gymnasialzeit lernte er Violine und Klavier und spielte in einem Kammermusikensemble. 1936 begann er auf Wunsch seiner Eltern mit dem Musik- und Gesangsstudium. Im Dezember 1937 hatte er seinen ersten professionellen Auftritt als Solist in der „Weihnachtsgeschichte“ von Rudolf Matz im Jugoslawischen Rundfunk bei Radio Zagreb. Anschließend trat er zunächst als Konzertsänger auf. 1941 schloss er seine Ausbildung und Sänger und Musikpädagoge am Zagreber Konservatorium ab.

Sein Debüt als Opernsänger erfolgte, noch während seiner Ausbildung, im Juni 1939 als Mönch (Karl V.), also im Bass-Fach, in der Verdi-Oper Don Carlos. Von 1939 bis 1943 war er festes Mitglied der Oper Zagreb.

Engagements in Wien, Zagreb und Berlin 1943 wurde er, nach einem Vorsingen bei Karl Böhm, zum Spielzeitbeginn 1943/44 direkt von Böhm an die Wiener Staatsoper engagiert, wo er bis 1947 in 17 verschiedenen Partien auftrat. Dort sang Neralić das Baßfach, aber auch reine Bariton-Partien, und weiters seine ersten Partien im heldischen Fach und im Wagner-Fach. Sein Debüt an der Wiener Staatsoper war Colline in La Bohème.9.12. Tomislav NERALIĆ: 100. Geburtstag. Online-Merker. Dezember 2017. Abgerufen am 13. Januar 2018.Im Vorstellungsarchiv der Wiener Staatsoper lässt sich sein Rollendebüt als Colline allerdings erst für Mai 1945 nachweisen. In Wien sang er u. a. die Rollen Graf von Monterone (Spielzeit 1943/44; mit dieser Rolle hatte er im September 1943 wohl auch sein eigentliches Debüt) und Sparafucile in Rigoletto (1946/1947), den Tommaso in Tiefland (Spielzeit 1943/44), den Titurel in Parsifal (Spielzeit 1943/44), Basilio in Der Barbier von Sevilla (1945/1946), den Ferrando in Der Troubadour (April/Mai 1944), den Warlaam in Boris Godunow (Mai–November 1945), den Minister Don Fernando in Fidelio (1945–1947), die vier Bösewichter in Hoffmanns Erzählungen (1945–1947), den Plumkett in Martha (1945/1946), den Zuniga in Carmen (1946/1947), den Tomski in Pique Dame (1946/1947) sowie die Rollen König und Ramphis in Aida (März–Dezember 1947).Rollenverzeichnis von Tomislav Neralić. In: Chronik der Wiener Staatsoper 1945-2005, S. 626/627. Löcker Verlag, Wien 2006. ISBN 3-85409-449-3. Während seiner Wiener Jahre trat er auch an der Wiener Volksoper auf; dort sang er im Alter von 25 Jahren während der Kriegsjahre im April 1943 unter Hans Swarowsky seinen ersten König Philipp II. in Don Carlos.

Ende der 1940er Jahre wurde das Rollenangebot an der Wiener Staatsoper für Neralić weniger, da frühere, mittlerweile „entnazifizierte“ Ensemblemitglieder an ihr altes Stammhaus zurückkehrten. Daher nahm er das Angebot an, als Heldenbariton an die Nationaloper Zagreb zurückzukehren. Ab der Spielzeit 1947/48 bis 1955 war er erneut Mitglied der Nationaloper Zagreb. Hier sang er nicht nur, wie bisher, das Baßfach, sondern aufgrund seiner guten Höhe auch italienische Bariton-Partien, den Holländer, die Titelrolle in Boris Godunow, König Heinrich in Lohengrin und das Verdi-Requiem. In seinem zweiten Engagement in Zagreb von 1948 bis 1955 entwickelte er sich in diesen Rollen zu einer starken künstlerischen Persönlichkeit. 1950 trat er dort an der Seite von Marijana Radev als Nika Marinović in der Oper Equinox (Originaltitel: Ekvinocija) von Ivan Brkanović auf. Weitere Zagreber Rollen waren die Titelpartie in Don Giovanni (in kroatischer Sprache), Baron Ochs in Der Rosenkavalier, Nick Shadow in The Rake’s Progress, Scarpia in Tosca, Suleiman in der Oper Nikola Šubić-Zrinjski von Ivan Zajc und die Titelrolle in Fürst Igor. Beim Sommer-Festival in Split sang er den Don Basilio in Der Barbier von Sevilla. 1955 gastierte er mit dem Ensemble der Nationaloper Zagreb in London, wo er als Marko in der Oper Ero der Schelm auftrat. 1965 ging er zusammen mit der Oper Zagreb auf Japan-Tournee, wo er in Tokio und Osaka sang. Auch in späteren Jahren trat er immer wieder an der Nationaloper Zagreb auf, so als Hans Sachs in Die Meistersinger von Nürnberg (1969), als Holländer in Wagners Der Fliegende Holländer (1975) und als Wotan in Die Walküre unter der musikalischen Leitung von Lovro von Matačić (1974).

1955 wurde er auf Vermittlung eines Wiener Agenten, dem er von Karl Böhm empfohlen worden war, nach einem Vorsingen als Nachfolger für Josef Herrmann an die Deutsche Oper Berlin (DOB) verpflichtet, der er ohne Unterbrechung bis 1995 als festes Ensemblemitglied angehörte. An der DOB debütierte er im Januar 1955 als Holländer, mit Leonie Rysanek (Senta) als Partnerin. Im Mai 1955 folgte der Jago in einer Othello-Neuinszenierung. 1957 sang er an der Deutschen Oper Berlin den Wotan im Ring-Zyklus. Ab 1958 erhielt Neralić von der DOB die vertragliche Zusicherung für Gastspiele von maximal zwei Monaten. Diese nutzte er hauptsächlich dazu, in den Sommermonaten in Italien im Wagner-Fach (in italienischer, später auch in deutscher Sprache) aufzutreten. In der Spielzeit 1959/60 übernahm er an der DOB den Kurwenal in einer Neuinszenierung von Tristan und Isolde.

An der Deutschen Oper Berlin wirkte er auch in mehreren Uraufführungen mit: in König Hirsch (im September 1956; als Präzeptor), in 200 000 Taler von Boris Blacher (im September 1969; als Solomon) und in Oedipus von Wolfgang Rihm (im Oktober 1987; als einer der Ältesten von Theben).