Nowa Wieś Ełcka () mit Nowa Wieś Ełcka (Sosza Bajtkowska) ist ein Dorf mit zwei Schulzenämtern () in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, die beide zur Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck) gehören.
Geographische Lage Nowa Wieś Ełcka liegt am Flüsschen Ełk () im südlichen Osten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, sechs Kilometer südlich der Kreisstadt Ełk (Lyck) und deren Ortsteil Szyba (Sybba, 1938 bis 1945 Walden).
Geschichte Neuendorf wurde 1439 gegründetDietrich Lange, Geographisches ortsregister Ostpreußen (2005): Neuendorf. Es war eines von 17 Orten, die im Jahre 1874 in den Amtsbezirk Lyck-Land (vor 1908: „Amtsbezirk Lyck“) eingegliedert wurdenRolf Jehke, Amtsbezirk Lyck-Land und – als größte Ortschaft – den Status eines Amtsdorfes erhielt. Der Amtsbezirk bestand bis 1945 und gehörte zum Kreis Lyck im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen.
In Neuendorf waren im Jahr 1910 insgesamt 910 Einwohner registriert, von denen 858 in der Landgemeinde und 52 im Gutsbezirk lebten. Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Neuendorf gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Dorf und Gut Neuendorf stimmten 620 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreußischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 85
Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Neuendorf in die Landgemeinde Neuendorf eingemeindet. Die Einwohnerzahl lag 1933 bei 1.014 und 1939 bei 1.074.
In Kriegsfolge kam Neuendorf 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und trägt seither die polnische Namensform „Nowa Wieś Ełcka“. Als solches ist es heute Sitz zweier Schulzenämter (): das Schulzenamt Nowa Wieś Ełcka umfasst die Landgemeinde, und das Schulzenamt Nowa Wieś Ełcka (Szosa Bajtkowska) umfasst die westlich der Bahnlinie und an der Sosza Bajtkowska (so heißt in diesem Abschnitt die Woiwodschaftsstraße 667)Plan der Siedlung an der Szosa Bajtkowska liegende Siedlung mit elf Wohngebäuden und mehreren Lagerhallen und Stallungen. An dem die Grenze markierenden Bahnübergang befindet sich eine deutsche Soldatengrabstätte ().
Beide Schulzenämter gehören zur Gmina Ełk (Landgemeinde Lyck) im Powiat Ełcki (Kreis Lyck), vor 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Amtsbezirk Lyck-Land (1874–1945) Der Amtsbezirk Lyck-Land (bis vor 1908 ohne Zusatz Amtsbezirk Lyck genannt) umfasste ursprünglich 17 Ortschaften, am Ende waren es aufgrund von strukturellen Veränderungen noch elf:
Name Änderungsname1938 bis 1945 Polnischer Name Bemerkungen Barannen Keipern Barany Bartossen Bartendorf Bartosze Chroscziellen (ab 1933:)Kreuzfeld Chruściele Judzicken Gutenborn Judziki Kuszmen Kuschmen Suszcze Lyck, Domäne 1928 in die Stadtgemeinde Lyck eingegliedert Malleczewen Maletten Maleczewo 1928 nach Barannen eingegliedert Monczen Montzen Mącze Monken Mąki Neuendorf Nowa Wieś Ełcka Neuendorf (Gut) 1928 in die Gemeinde Neuendorf eingegliedert Renkussen Rękusy Sareyken Sareiken Szarejki Sarken Szarek Suszczen Siedelberg Suszcze 1928 nach Monken eingegliedert Thalussen Talussen Talusy
Am 1. Januar 1945 bildeten noch die Orte Bartendorf, Gutenborn, Keipern, Kreuzfeld, Monken. Montzen, Neuendorf, Renkussen, Sareiken, Sarken und Talussen den Amtsbezirk Lyck-Land.
Religionen Evangelisch Bis 1945 war Neuendorf in die evangelische Pfarrkirche Lyck in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 3: Dokumente. Göttingen 1968, S. 493–494 Aufgrund von Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung in Kriegsfolge leben heute nur noch sehr wenige evangelische Kirchenglieder in Nowa Wieś Ełcka. Sie halten sich weiterhin zur Kreisstadt Ełk, deren evangelische Kirchengemeinde jetzt eine Filialgemeinde der Pfarrei Pisk () in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen ist.
Römisch-katholisch Vor 1945 lebten nur sehr wenige katholische Einwohner in Neuendorf. Ihre Pfarrkirche war die St.-Adalbert-Kirche in Lyck im Bistum Ermland. Heute besteht in Nowa Wieś Ełcka aufgrund der vielen katholischen Kirchenglieder eine eigene Pfarrei,Website der Parafia Nowa Wieś Ełcka (polnisch) die 1989 errichtet wurde und seit 1995 über einen Kirchenbau verfügt. Sie trägt den Namen Kościół św. Józefa Rzemieślnika (Josef-der-Arbeiter-Kirche) und steht im Nordwesten von Nowa Wieś Ełcka an der ul. Małeckich. Die Pfarrei unterhält in Bobry (Bobern) eine Filialkirche.
Verkehr Nowa Wieś Ełcka liegt an der verkehrstechnisch bedeutenden polnischen Landesstraße 65 (einstige deutsche Reichsstraße 132), die von der polnisch-russischen Staatsgrenze bis zur polnisch-belarussischen Grenze verläuft und die beiden Woiwodschaften Ermland-Masuren und Podlachien verbindet. Die Woiwodschaftsstraße 667 sorgt außerdem für den Anschluss in den Nachbarkreis Pisz (Johannisburg), während die Nebenstraße 1925N für die Verbindung ins nordwestliche Umland sorgt.
Nowa Wieś Ełcka alias Neuendorf ist seit 1885 Bahnstation und liegt an der Bahnstrecke Olsztyn–Ełk, die das südöstliche Masuren an die Hauptstadt Olsztyn () der Woiwodschaft Ermland-Masuren anbindet.
Einzelnachweise
Kategorie:Gegründet 1439 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Ełk (Landgemeinde)