Nabalia ist ein Ortsname oder Flussname, der in den Historien des Tacitus überliefert ist.
Tacitus berichtet (Historien, Buch 5, Kapitel 26), dass sich während des Bataveraufstandes im Jahre 70 n. Chr. der Führer der Aufständischen Iulius Civilis und der römische Feldherr Quintus Petillius Cerialis trafen, um über einen Frieden zu verhandeln. Das Treffen fand im Land der Bataver auf einer in der Mitte abgebrochenen Brücke statt, die – je nach Interpretation der von Tacitus verwendeten Formulierung – einen Fluss namens Nabalia überbrückte oder bei einem Ort namens Nabalia lag.
In der modernen Forschung sind zahlreiche Theorien zur Lokalisierung von Nabalia entwickelt worden. Heute werden vor allem die Flüsse Lee, Ijssel oder Vechte erwogen. Bereits 1924 schrieb der Historische Geograph Richard Hennig, dass „nach und nach wohl sämtliche niederländischen Wasserläufe als die Nabalia angesprochen worden“ seien und bezeichnete dieses „Rätselraten“ als „völlig unfruchtbar“.Richard Hennig: Die Stromverlagerungen des Niederrheins bis zur beginnenden Neuzeit und ihre verkehrsgeographischen Auswirkungen. In: Bonner Jahrbücher. Band 129 (1924), S. 198 f. (Online).
Weitere Nennungen von Nabalia gibt es nicht. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit der in der Geographike Hyphegesis des Claudius Ptolemäus genannten Stadt Navalia (Ναυάλια).
In der Forschung wird auch die Ansicht vertreten, dass die Lesung bei Tacitus zu korrigieren ist und dann keinen geographischen Namen, sondern eine Schiffsbrücke bezeichnet.
Literatur
Fußnoten
Kategorie:Toponymie (Germania magna)