Otto Foit (* 1947 in Detmold) ist ein deutscher Krankenhausmanager und Berater in der Gesundheitswirtschaft. Er leitete verschiedene große Kliniken, unter anderem das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen.
Leben und Wirken
Otto Foit studierte Wirtschaftswissenschaft in Bochum, München und Wuppertal. Er promovierte zum Dr. rer. oec. und wurde nach mehrjähriger Forschungs- und Lehrtätigkeit als wissenschaftlicher Assistent an der Bergischen Universität Wuppertal Persönlicher Referent und Büroleiter des Oberstadtdirektors der Stadt Wuppertal.
Bevor er 1988 die Leitung des Krankenhauses Detmold (Kreis Lippe) übernahm, führte er als kommissarischer Verwaltungsdirektor die Kliniken der Stadt Wuppertal.Reiner Körfer: Der Herz-Operateur. Hrsg. F. Körfer, M. Scholz, S. Traut. Bielefeld 2007, S. 142 Mit Beginn des Jahres 1996 wurde er Geschäftsführer des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW) in Bad Oeynhausen, das er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2010 leitete.Führungswechsel im Herzzentrum. In: Mindener Tageblatt, 19. März 2010.
Unter Foits Führung entwickelte sich das der Universitätsklinik Bochumzugeordnete HDZ zu dem europaweit größten Herzzentrum mit jährlich rund 6.000 Herzoperationen und erreichte eine Spitzenstellung auf dem Gebiet der Herztransplantation und der Kunstherzimplantation. (PDF) In: brand eins, Ausgabe 2/2008, S. 84 ff. Das HDZ konnte rei Auszeichnungen in Folge als „Ausgewählter Ort“, im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“ der Standortinitiative „Deutschland - Land der Ideen“ in den Jahren 2007, 2008 und 2009 (PDF) HDZeitung, Ausgabe 6, 02/2008Mit pfiffiger Spritze an die Landesspitze. Neue Westfälische online, 15. Dezember 2009; abgerufen am 16. November 2016. für die Klinik entgegennehmen.
Bedeutende Alleinstellungsmerkmale waren u. a. die Errichtung einer Komfortpflegestation „Toskana“ (1997); die Gründung eines Instituts für angewandte Telemedizin (2003),Telemedizin – Mehr Sicherheit für den Patienten. telemedizinfuehrer.de; abgerufen am 16. November 2016 der Neubau einer Klinik für angeborene Herzfehler (2000) mit einem Ronald McDonald Elternhaus (Architekt Frank O. Gehry)Das Ronald McDonald Haus Bad Oeynhausen. McDonalds Kinderhilfe; abgerufen am 16. November 2016.Reiner Schloz, Matthias Hangst: Mit Herz für Kinder. In: Caracho - Das Magazin von Porsche Consulting, Heft 06, 2008, S. 27–33 und mit einem besonderen Versorgungskonzept, das als weltweites Projekt unter dem Motto „High Tech und menschliche Wärme“ auf der EXPO 2000 präsentiert wurde;High Tech und menschliche Wärme Webseite des deutschen EXPO-Pavillons. Abgerufen am 16. November 2016. der Abschluss eines Kooperationsvertrages mit dem Deutschen Handballbund (DHB) als offizieller Partner des DHB für die sportkardiologisch-internistische Betreuung (2002); (PDF) HDZeitung, Ausgabe 3, 02/2007, 2. Jahrgang. die Erweiterung der Kryolabor- und Gewebebankaktivitäten (2009);Das Herz- und Diabeteszentrum NRW erweitert seine Gewebebank. Informationsdienst Wissenschaft online, 18. August 2009; abgerufen am 16. Dezember 2016. die Produktion und der Vertrieb (2002) von Radiopharmaka Pressemitteilung des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen vom 21. März 2016. die Präsentation des Krankenhauses als museales Kunstforum mit Ausstellungen und Events für die interne und externe Öffentlichkeit.Das Haus der glücklichen Herzen – Herzzentrum Bad Oeynhausen. In: MARITIM Journal, Heft Nr. 35, Herbst 2000, S. 32 f.
Dieser gute Ruf führte u. a. den indonesischen Staatspräsidenten Suharto,Germany: Declaration of Health for President Suharto. Associated Press Archive, 21. Juli 2015. Video. den russisch-ukrainischen Herzchirurg Nikolai Michailowitsch Amossow und den ehemaligen Bundespräsidenten Johannes RauEx-Bundespräsident Johannes Rau am Herzen operiert - Zustand stabil. Die Welt online, 19. August 2004; abgerufen am 16. November 2016. zur Behandlung in das HDZ NRW. Das HDZ pflegt Internationalität durch zahlreiche Kooperationen mit ausländischen Kliniken und häufiger Präsenz auf großen internationalen Messen und Veranstaltungen u. a. in Dubai, TokioNRW Forum 2005, Deutschland in Japan 2005/2006, Hrsg. Landesregierung NRW, S. 67 ff. und Jakarta Pressemitteilung des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen vom 3. März 2010. und beschäftigt Personal aus rund 30 Ländern. Pressemitteilung des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen vom 9. Februar 2015.
Im Blickpunkt der bundesweiten Öffentlichkeit stand Foit vor allem als Verbandsrepräsentant für den Krankenhausbereich in der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). In dieser Funktion war er langjähriger Verhandlungsführer in den Tarifauseinandersetzungen mit Ver.di um den krankenhausspezifischen Tarifvertrag TVöD-K.Otto Foit: Der neue Tarifvertrag im öffentlichen Krankenhaus. In: Der Städtetag, Zeitschrift für kommunale Politik und Praxis, Heft 2/2006, S. 18–20 Damit leitete er auch im Sommer 2006 auf Arbeitgeberseite die Verhandlungen mit dem Marburger Bund um den ersten arztspezifischen Tarifvertrag für die etwa 70.000 Ärzte in den rund 700 kommunalen Krankenhäusern,Keine Bettruhe für Ärzte. Zeit online vom 23. Juni 2006; abgerufen am 16. November 2016.Ärzte verdienen mehr, Klinik-Chefs in Sorge. Spiegel Online, 17. August 2006; abgerufen am 16. November 2016. der in Verbindung mit dem Ärztestreik in Deutschland 2006 stand.
Mitgliedschaften/Ehrenämter Mitglied im Ausschuss für Gesundheitswirtschaft des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ku-gesundheitsmanagement.de. Abgerufen am 16. November 2016. Vorsitzender des Fördervereins des Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen e. V. Pressemitteilung des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen vom 13. November 2016. Abgerufen am 16. November 2016. Mitglied des Vorstandes des Kommunalen Arbeitgeberverbandes NW und Stellvertreter des Vorsitzenden (bis 2010)Otto Foit, Krankenhaus Umschau, 5/2005, S. 426 ff. Mitglied des Präsidiums und Stellvertreter des Präsidenten der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (bis 2008)Das Krankenhaus als Arbeitsplatz. (PDF) Einladung der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände vom 6. September 2002 European Hospital and Healthcare Employers’ Association (HOSPEEM), (bis 2008)Der sektorale soziale Dialog in Europa. Aktuelle Entwicklungen, Ausgabe 2010, S. 53 European Social Dialogue Committee in the Hospital Sector in the European Union, Brüssel (bis 2008) (PDF) Pressemitteilung von PESSIS2. Online abgerufen am 16. November 2016. Kuratorium der McDonald’s Kinderhilfe Stiftung (bis 2011) (PDF) HDZeitung Ausgabe 6. 02 2008. 3. Jahrgang. Stiftung Europäische Gewebebanken, Berlin, Vorsitzender des Wirtschafts- und Finanzausschusses (bis 2010)Neue Westfälische, 27./28. März 2010. Kuratorium der St.-Elisabeth-Stiftung, DetmoldDetmolder Kurier, Nr. 127, 17. Januar 2014. Kuratorium der Philharmonischen Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe Webseite der Philharmonischen Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe. Abgerufen am 16. November 2016. Stiftungsrat der Diakonischen Stiftung Wittekindshof, Bad OeynhausenMitglieder des Stiftungsrates. Webseite der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. Abgerufen am 16. November 2016. Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Caritassozialstation St. Elisabeth gGmbH, DetmoldHandelsregister AG Lemgo, HRB 2883 Kirchensteuerrat der Erzdiözese Paderborn (bis 2004)Personalverzeichnis Erzdiözese Paderborn 2004 Stv. Vorsitzender Kompetenzzentrum für Sport und gesunde Lebensführung, Paderborn (bis 2011)Vereinsregister Paderborn, VR 2300, Neue Westfälische v. 27./28. März 2010.
Auszeichnungen/Ehrungen Ernennung zum Titularprofessor der Universität Pécs, UngarnCimek és ösztöndijak. in: Dunántúli Naplo vom 5. November 2004; Westfalen-Blatt vom 14. Juli 2007; Neue Westfälische vom 14. Juni 2007 Ehrenmedaille der Nihon-Universität Tokio, JapanPressemitteilung des Herz- und Diabeteszentrums NRW vom 3. Mai 2001. Kulturstern des Jahres 2009Feierliche Vergabe der Kultursterne des Jahres 2009 Neue Westfälische online. Abgerufen am 16. November 2016. „Kritikuß“ des WESTFALEN BLATT 1997Auszeichnung für besonderes Engagement im Bereich des Kulturmanagements und der Kunstförderung durch das Westfalen-Blatt Jahresgabe 1995 des Kreises LippeAuszeichnung durch den Kreis Lippe für „hervorragende Leistungen bei der Weiterentwicklung des lippischen Krankenhauswesens“
Weblinks Durchwurschteln und Improvisieren ist nicht gefragt. In: Crossrelations GmbH (Hrsg.): Klinikmarketing – Chancen im Wandel nutzen – Ein Leitfaden. Düsseldorf 2011, S. 6 f. (Interview mit Otto Foit) Philipp Erbe: „Holen Sie sich Kompetenz ins Haus!“ Prof. Foit zum Fachkräftemangel in Kliniken. Interview vom 3. Februar 2014 auf blog.crossrelations.de. Abgerufen am 16. November 2016.
Einzelnachweise
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