Rudolf Körösi (* 31. Oktober 1938) ist ein österreichischer Kameramann und Dokumentarfilmregisseur.
Leben Rudolf Körösi wuchs in der Steiermark auf.Hans Helmut Prinzler: Kamera im Dokumentarfilm. In: Filme, Nr. 9, Mai/Juni 1981. Er erhielt eine Ausbildung zum Schwachstromtechniker und stieß 1958 als Kameraassistent zur Film- bzw. Fernsehbranche. In den frühen 1960er Jahren begann er eigenständig zumeist kurze Dokumentarfilme zu fotografieren, seit der zweiten Hälfte desselben Jahrzehnts holte man Körösi auch regelmäßig für Fernsehproduktionen mit Spielhandlung.
Im Dokumentarfilm 5 Bemerkungen zum Dokumentarfilm der Regisseurin Gisela Tuchtenhagen aus dem Jahr 1974, in welchem die Merkmale, Produktionsbedingungen und Ziele des Dokumentarfilms im medienpolitischen Umfeld der BRD in den 1970er Jahren behandelt werden, gibt Körösi im Rahmen eines Interviews ebenso Einblick in seine Arbeitsweise, wie in dem Dokumentarfilm Helga – Die zwei Gesichter der Feddersen von Oliver Schwabe aus dem Jahr 2021.
Körösi, der im schleswig-holsteinischen Rellingen vor den Toren Hamburgs lebt, zog sich zur Jahrtausendwende aus dem Beruf zurück.
Werk Körösi arbeitete mit angesehenen Regisseuren wie Peter Schulze-Rohr, Klaus Wildenhahn, Wolfgang Staudte, Eberhard Itzenplitz, Vojtěch Jasný, Claus Peter Witt und immer wieder Eberhard Fechner zusammen. Besondere Bedeutung besitzt seine feinfühlige Kameraarbeit zu Fechners Dokumentarfilm über den Selbstmord einer vereinsamten, alten Dame, Nachrede auf Klara Heydebreck (1969). Für seine Arbeit zu Rolf Schübels 1987 gedrehter Inszenierung Der Indianer erhielt Körösi den Adolf-Grimme-Preis 1990 in Gold. Bereits 1971 hatte er, in Zusammenarbeit mit Hans-Michael Bock, anlässlich des 80. Geburtstags des Filmveterans Fritz Rasp ein Porträt über diesen Altstar gedreht und mit Bock unter dem Titel 18 Bilder mit der Hand auch ein einstündiges Porträt über berühmte Kameraleute des deutschen Films realisiert. Dort gaben unter anderem Günther Anders, Richard Angst, Konstantin Irmen-Tschet und Igor Oberberg über ihr Schaffen Auskunft.
Körösis Erfahrung als filmischer Dokumentarist kam ihm bei ambitionierten, unaufgeregten und präzise beobachtenden Fernseh- (z. B. Vier Stunden von Elbe 1) und Kinospielfilmen (z. B. Winterspelt 1944) zugute, für die Körösi die gewünschten spröden, kargen und glamourfreien Bildkompositionen lieferte. Der von ihm und seiner Frau Ursula fotografierte ZDF-Mehrteiler Tod eines Schülers war zum Jahresbeginn 1981 ein vieldiskutiertes Medienereignis. Serienproduktionen wie u. a. Der Bastian mit Horst Janson und Karin Anselm, Drei sind einer zuviel mit Jutta Speidel, Thomas Fritsch und Herbert Herrmann in den Hauptrollen und Unsere Penny mit u. a. Evelyn Meyka, Rüdiger Lichti und Uwe Ochsenknecht entstanden alle in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Rudolf Jugert.
Filmografie (Auswahl) 1961: Des unbekannten Autors ungeschriebenes Stück 1963: Auf der Straße 1964: Parteitag 64 1966: Die Ermittlung 1967: Selbstbedienung 1967: 498 Third Avenue 1968: Vier Stunden von Elbe 1 1969: Der Versager 1969: Nachrede auf Klara Heydebreck 1970: Ludwig van 1970: Gezeiten 1970: Klassenphoto 1971: Tatort: Frankfurter Gold 1971: Fritz Rasp erzählt (auch Co-Regie) 1972: 18 Bilder mit der Hand (auch Co-Regie) 1972: Auf den Spuren der Anarchisten 1973: Der Bastian (Fernsehserie) 1975: Unsere Penny (Fernsehserie) 1977: Winterspelt 1944 1977: Drei sind einer zuviel (Fernsehserie) 1978: Union der festen Hand 1980: Waldwinkel 1980: Tod eines Schülers (Fernsehserie) 1980: Überfall in Glasgow 1981: Kennwort Schmetterling 1981: Tegtmeier klärt auf! (TV-Reihe) 1982: Die Pawlaks (Fernsehserie) 1984–86: Detektivbüro Roth (Fernsehserie) 1986: Ein Fall für zwei: Todestag 1987: Ein Mann nach meinem Herzen 1988: Der Indianer 1991: Das Heimweh des Walerjan Wróbel 1995: Stubbe – Von Fall zu Fall: Stubbes Erbschaft 1995: Virginia Grütter - Más fuerte que el Dolor - stärker als der Schmerz 1996: 2 ½ Minuten 1997: Woanders scheint Nachts die Sonne 2000: Eine öffentliche Affäre
Auszeichnungen der Filme (Auswahl) 1970: Adolf-Grimme-Preis in Silber für Nachrede auf Klara Heydebreck 1970: Deutscher Kritikerpreis (Film) für Nachrede auf Klara Heydebreck 1971: Goldene Kamera für Nachrede auf Klara Heydebreck 1972: Adolf-Grimme-Preis in Silber für Klassenphoto 1983: Internationales Filmfestival Paris: Goldmedaille für Winterspelt 1944 1990: Adolf-Grimme-Preis für Der Indianer
Literatur Camera Guide 94, Jahrbuch des BVK Bundesverband Kamera e.V., S. 128
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Einzelnachweise
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